Autor Thema: Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt  (Gelesen 1229 mal)

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Offline SiLæncer

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Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt
« am: 16 Januar, 2009, 17:40 »
Seit Jahrzehnten hält sich die Mär, dass man Daten auf Festplatten mehrfach mit unterschiedlichen Mustern überschreiben muss, um sie wirklich sicher zu löschen. Und das obwohl selbst spezialisierte Datenrettungsunternehmen unumwunden zugeben: Wenn eine Festplatte auch nur einmal mit Nullen überschrieben wird, sind alle Daten unwiederbringlich verloren.

Der Forensikexperte Craig Wright wollte mit dieser Legende endlich aufräumen. In einer wissenschaftlichen Untersuchung hat er zusammen mit Kollegen Festplatten verschiedener Hersteller und unterschiedlichen Alters unter die Lupe genommen, Daten unter kontrollierten Bedingungen überschrieben und die magnetischen Oberflächen anschließend mit einem Magnetkraftmikroskop untersucht. Das Paper wurde auf der ICISS 2008 vorgestellt und bei Springer in den Lecture Notes in Computer Science veröffentlicht (Craig Wright, Dave Kleiman, Shyaam Sundhar R.S.: Overwriting Hard Drive Data: The Great Wiping Controversy).

Das Ergebnis: Ob uralte 1-GByte-Platte oder (zum Zeitpunkt der Studie) aktuelles Laufwerk, nach einmaligem Überschreiben der Daten ist die Wahrscheinlichkeit, noch etwas rekonstruieren zu können, praktisch null. Na ja, nicht ganz: Wenn es um ein einziges Bit geht, von dem man ganz genau weiß, wo es steht, dann kann man es (in einem der genannten Beispiele) mit 56 Prozent Wahrscheinlichkeit korrekt rekonstruieren. Für ein Byte müsste man dann aber schon 8 Mal richtig liegen, was nur noch mit 0,97 Prozent Wahrscheinlichkeit klappt. Tja, und bei größeren Datenmengen jenseits von einem Byte ...

Das hindert freilich die Anbieter von Datenlöschprogrammen nicht, Software feilzubieten, die nach jahrzehntealten, für Disketten entwickelten Sicherheitsstandards Daten bis zu 35-mal überschreibt. Das gibt dem Löschenden das psychologisch wichtige Gefühl es gründlich gemacht zu haben, ist aber reine Zeitverschwendung.

Viel wichtiger für sicheres Löschen ist es, auch tatsächlich alle Kopien der zu löschenden Daten zu überschreiben. Hat man ein sensibles Dokument auf einem PC bearbeitet, so genügt es bei weitem nicht, die Datei zu überschreiben. Denn im Laufe der Bearbeitung sind die Daten unzählige Male in temporäre Dateien, Backups, Schattenkopien, Auslagerungsdateien und wer weiß wohin gespeichert worden. Um wirklich sicher zu gehen, dass auf einer PC-Festplatte nichts mehr zu retten ist, muss man sie Sektor für Sektor vollständig überschreiben. Das kostet zwar Zeit, aber kein Geld: Der dd-Befehl jeder x-beliebigen Linux-Distribution tut's ganz vorzüglich.

Quelle : http://www.heise.de/newsticker/Sicheres-Loeschen-Einmal-ueberschreiben-genuegt--/meldung/121855

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Offline Warpi

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Re: Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt
« Antwort #1 am: 16 Januar, 2009, 19:24 »
Der dd-Befehl jeder x-beliebigen Linux-Distribution tut's ganz vorzüglich.

Mein Reden ... ;) oder halt die Herstellertools benutzen.
« Letzte Änderung: 16 Januar, 2009, 19:56 von Warpi »
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Die größte Fehlerquelle des PCS sitzt meist 30cm vor dem Bildschirm.

Offline Hesse

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Re: Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt
« Antwort #2 am: 16 Januar, 2009, 22:54 »
Das sind gute Nachrichten. Oder aber auch bewusste Täuschung der Massen. Weiß man's ?
Naja jedenfalls 35 mal ist in der Tat "etwas" unpraktikabel.

Offline Jürgen

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Re: Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt
« Antwort #3 am: 16 Januar, 2009, 23:12 »
Tatsache ist, dass die Aufzeichnungen auf den Scheiben seit langer Zeit ohne "Rasen" passieren, also ohne Abstand zwischen den Spuren. Sonst wäre, wie früher bei nur-Longplay-Köpfe-Videosystemen (8mm und teils VHS) bei'm Dubbing, an den Rändern der Spuren eventuell noch ein Rest der ursprünglichen Aufzeichnung feststellbar. Gelöscht wird ja auf Platten nie, sondern immer nur überschrieben. Und bei'm Schreiben mit konstantem Inhalt hätte man so möglicherweise Magnetisierungsschwankungen  feststellen können, die von vorher stammen.
bei den inzwischen üblichen Magnetschichtmaterialien ist zudem keine nutzbare Verbreiterung der magnetisierten Bereiche durch Übersprechen gegeben.

Ein weiterer Angriffsversuch fällt ohnehin flach, Restmagnetisierung innerhalb der Spur. Heutige Köpfe sättigen m.w. bei'm Schreiben den Träger komplett. Ausserdem wird zwangsläufig magnetisch digital gelesen, denn die Köpfe können nicht mehr anders, und andere Kopfkonzepte funktionieren bei den heutigen Schreibdichten sowieso gar nicht mehr.

Wie auch immer, komplett Überschreiben reicht heutzutage. 
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Offline xor

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Re: Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt
« Antwort #4 am: 16 Januar, 2009, 23:15 »
Gedacht habe ich mir das ja irgendwie schon länger.
Aber ich erinner mich noch an ein Praktikum wo mir gesagt wurde, man müsse eine alte Platte, die aus dem Unternehmen ausscheiden sollte, mindestens 8x Überschreiben damit die Daten wirklich weg sind... Hach war das ne schöne Zeit... man saß täglich mehere Stunden vor Active Kill Disk und beobachtete das Spielchen :)
Wenigstens wurde man dafür bezahlt :D