Action-Titel für PC und Xbox 360 endlich fertig gestellt
Lange hat es gedauert, bis Timeshift endlich fertiggestellt wurde - in den vergangenen Jahren gab es diverse Probleme, Publisher-Wechsel und Verzögerungen. Angesichts anstehender Shooter-Highlights wie Crysis und Call of Duty 4 erscheint Timeshift zudem zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt; mit derartigen Hochkarätern kann das Spiel nämlich kaum mithalten.
Vor allem inhaltlich hatte man sich bei Timeshift viel vorgenommen - mit diversen Zwischensequenzen und einer spannenden Story wollte man atmosphärisch Titeln wie Fear oder Half-Life 2 Konkurrenz machen. Dank eines direkten Einstiegs und viel Action gleich zu Beginn gelingt dies auch zunächst: In naher Zukunft haben Wissenschaftler im Auftrag der Regierung eine Maschine entworfen, mit der sich die Zeit manipulieren lässt. Dummerweise gerät die natürlich in die falschen Hände - der manische Diktator Dr. Krone nutzt sie nämlich, um einen totalitären Staat ganz nach seinem Geschmack zu entwerfen und Unordnung ins Raum-Zeit-Kontinuum zu bringen. Dem Spieler obliegt es nun, Krone hinterherzureisen und wieder für Ordnung zu sorgen.
Was sich zunächst faszinierend anhört, wird mit der Zeit leider immer unlogischer und schwerer nachzuvollziehen; bald schon nimmt man die Story eher gleichgültig hin als ihr gespannt zu folgen. Letztendlich dient das Ganze dann doch nur als Grund, immer wieder neue Gegnermassen niederzumähen. Interessanter ist da schon die namensgebende Möglichkeit, die Zeit zu manipulieren; die geht hier nämlich deutlich über die mittlerweile fast zum Standard gehörende Bullet Time hinaus. So darf hier die Zeit verlangsamt, gestoppt oder gar zurückgedreht werden. Praktisch, wenn etwa noch schnell durch eine sich schließende Tür geschlüpft werden muss, zwei Schalter zur gleichen Zeit betätigt werden müssen oder die Gegnerschar derart in der Überzahl ist, dass man einen kurzen Moment zum Anvisieren oder Regenerieren der eigenen Gesundheit benötigt.
Abgesehen von diesen kleineren Rätseleinlagen präsentiert sich Timeshift allerdings wie ein recht gewöhnlicher - und leider auch ziemlich überraschungsfreier - Shooter. Zwar darf auch mal auf einem Quad Platz genommen oder ein stationäres Geschütz bedient werden, ansonsten präsentiert sich der Titel aber trotz interessanter Gegner wie Mechs und wechselnder Kampfschauplätze komplett linear und mit eher durchschnittlicher KI. Der nichtsdestotrotz beachtliche Schwierigkeitsgrad resultiert vor allem aus der Häufung der Kontrahenten und ihrer Fähigkeit, doch so einiges an Treffern einzustecken.
Zumindest optisch kann Timeshift überzeugen - einige Szenerien und Effekte wie etwa Regen wissen durchaus zu gefallen. Allerdings trifft dies vor allem auf die Außenareale zu; innen präsentiert sich Timeshift, wie so viele Shooter, recht monoton und detailarm.
Neben der etwa zwölfstündigen Kampagne wartet der Titel auch noch mit einem Multiplayer-Modus auf, der zwar vor allem Standardprogramme wie Deathmatch bietet, auf Grund der hier ebenfalls enthaltenen Zeit-Manipulationsoptionen aber dennoch zu unterhalten weiß.
Timeshift ist für PC und Xbox 360 bereits im Handel erhältlich. Das Spiel hat keine Jugendfreigabe von der USK bekommen, ist nichtsdestotrotz in Deutschland aber geschnitten - es spritzt deutlich weniger Blut, und die leblosen Körper der besiegten Gegner bleiben nicht am Boden liegen.
Fazit:So wirklich gelohnt hat sich das Warten auf Timeshift leider nicht: Die Möglichkeit, die Zeit zu beeinflussen, ist zwar interessant, im Großen und Ganzen ist das Spiel aber ein sehr konventioneller Shooter mit einigen sehr guten Momenten geworden. Vor allem in puncto Atmosphäre und Story bleibt man allerdings hinter den Erwartungen zurück - und wird es im Vorweihnachtsgeschäft so recht schwer haben.
Quelle :
www.golem.de