Autor Thema: Netzwerk - verdrahtet  (Gelesen 1353 mal)

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Offline dancingman

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Netzwerk - verdrahtet
« am: 23 November, 2006, 01:05 »
Hi,
erstmal zur erklärung: Ich habe in meinem Zimmer ein ISDN-Kabel liegen. Durch ein bisschen basteln konnte ich daraus ein Netzwerkkabel machen. Die Strecke ist ca 30m, wobei davon nur 6-7m auf ISDN-Kabel liegen. Das eine Ende ist am Router, das andere Ende des Kabels ist an meinem PC. Erst dachte ich , dass es gar nicht funktionieren würde, dann habe ich die Netzwerkkarte mal auf 10Mbit/Duplex umgestellt und siehe da: Es tut. Mit meinem Laptop funktioniert das leider nicht, auch wenn ich auf 10Mbit/Halfmode stelle. Jetzt dachte ich mir, dass ich einen Switch in mein Zimmer stellen könnte, und ich daran den Laptop und PC schließen könnte. Allerdings werde ich den Switch auch wieder auf 10Mbit umstellen müssen. Kann man das denn üblichwerweise, oder machen das die Switches automatisch? Kann es eventuell sogar sein, dass ein Switch dann sogar 100Mbit schafft? (Der PC hatte schon einmal im 100Mbit modus eine IP bekommen, mehr aber nicht)
Wenn das gehen sollte, meint ihr, dass diese 10Mbit-Leitung zum streamen langt? Ist ja kein WLan, also ist die Datenübertrtagungsrate höher als beim 11Mbit WLAN, mit dem es bekanntlicherweise nicht geht.

Danke für Eure Antworten im Voraus
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Offline spoke1

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #1 am: 23 November, 2006, 11:44 »
So ganz schlau werd ich da nicht draus. Du schreibst das es funktioniert, aber nicht mit dem Läppi. Wie hast Du den getestet? Ping? Wo war deine Gegenstelle?
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Offline SiLæncer

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #2 am: 23 November, 2006, 11:54 »
Er will durch ein ISDN Kabel (was für max. 128 Kbit ausgelegt ist) max. 10 Mbit durchdrücken....halte ich ehrlich gesagt für wenig erfolgversprechend...

Das Kabel ist für sowas viel zu schlecht geschirmt....da wirds eine sehr,sehr hohe Fehlerrate und Störanfälligkeit bei der Übertragung geben...was letztlich die Datenrate wieder soweit runterschraubt das es sich wohl nicht mehr lohnt....

Und beim streamen würde viel verloren gehen ...dort wird ja UDP verwendet (Fire and forget)....

Da sollte man sollt ein paar €uronen in ein vernünftiges Cat 5 Kabel (kostet ja nun wirklich nicht die Welt) investieren...

Um den Switch braucht man sich da nicht zu kümmern...der kann das schon alleine ;)
« Letzte Änderung: 23 November, 2006, 12:26 von SiLencer »

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Offline mtron

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #3 am: 23 November, 2006, 12:29 »
ich bin auch der Meinung, dass dies nicht reichen wird. Dazu ein kleines Rechenbeispiel

8Bit = 1 Byte.

100MBit/s = 100.000.000 Bit/s = 12.500.000 Byte/s
 10MBit/s =   10.000.000 Bit/s =   1.250.000 Byte/s

Das sind ungefähr 11,9MiB/s[1] theoretischer Maximaldurchsatz bei 100BaseT. Zwischen 2 und 6MB/s
könnte ein TS belegen, also wird's mit 10BaseT schon ziemlich knapp.

[1] 1MiB = 220 Byte, im Gegensatz zu 1MB = 106. Zumindest
    strenggenommen. Wird aber selten tatsächlich benutzt, stattdessen
    findet man häufig auch die Einheit MB, wo eigentlich MiB gemeint
    sind.
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Offline dancingman

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #4 am: 23 November, 2006, 15:05 »
Danke schon mal für die Antworten.
Zu spoke1: Der Läppi bekommt noch nicht mal eine IP zugewiesen. Daher weiß ich, dass es nicht funktioniert. Der große bekommt IP und ich kann mit diesem srufen.

Zu sliencer: Dass das von Anfang an heikel war ist mir schon bewußt. Zum surfen langts ja auch. Auch Dateien kann ich mit voller Geschwindigkeit hin und her schieben. Ich würde ja auch gerne ein richtiges Netzwerkkabel legen. Es ging mir in diesem Fall nicht darum die vorhandene Infrastruktur aus kostengründen weiter zu nutzen, sondern darum, dass ich einfach nicht die Möglichkeit habe ein Kabel zu verlegen. Und an der Hauswand will ich kein Kabel haben. Das Kabel durch das Haus zu verlegen wäre nur mit häßlichen Kabelkanälen verbunden. Und wer will schon duch den Flur oder das Treppenhaus ein loses Kabel oder ein Kabelkanal haben?

Zu mtron: Danke für die Rechnung. Allerdings ist das ja der theoretische Ansatz. In der Praxis muß das ja nicht immer so sein. Vielleicht merkt man den Verlust von ein paar Bytes nicht...
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Offline SiLæncer

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #5 am: 23 November, 2006, 15:14 »
Zitat
Zum surfen langts ja auch. Auch Dateien kann ich mit voller Geschwindigkeit hin und her schieben.

Hast du den Datendurchsatz wirklich gemessen ?

btw . Da wird übrigens ein anderes Netzwerkprotokoll verwendet...
« Letzte Änderung: 23 November, 2006, 15:22 von SiLencer »

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Offline Yessir

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #6 am: 23 November, 2006, 15:22 »
Ich glaube, es steht und fällt alles mit der Fehleranfälligkeit. Theoretisch sollte es gehen, Du kannst ja Dateien kopieren, aber am Ende hilft nur testen. Eine fundierte Antwort "Klar das geht"" wird Dir keiner geben.

btw: Cat-Kabel wurden nicht umsonst erfunden. Wenn es ohne Probleme gehen würde, hätte man ja die 'normalen' Telefonkabel ohne weiteres für Netzwerk nehmen können, oder?
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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #7 am: 23 November, 2006, 15:34 »
Zitat
btw: Cat-Kabel wurden nicht umsonst erfunden. Wenn es ohne Probleme gehen würde, hätte man ja die 'normalen' Telefonkabel ohne weiteres für Netzwerk nehmen können, oder?

So isses :) -> http://de.wikipedia.org/wiki/Twisted-Pair-Kabel

Zitat
aber am Ende hilft nur testen. Eine fundierte Antwort "Klar das geht"" wird Dir keiner geben.

Zustimm ...
« Letzte Änderung: 23 November, 2006, 15:59 von SiLencer »

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #8 am: 23 November, 2006, 21:40 »
zu dem thema hab ich auch noch eine frage:

wie lange darf ein netzwerkkabel sein, man ließt immer, dass 100m leicht zu schaffen sind, aber schafft man es auch weiter mit guten kabeln?

oder anders gefragt, sind 200m machbar?

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Offline Yessir

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #9 am: 23 November, 2006, 21:49 »
Die Definition für 100Base-T sagt aus, dass es bis 100m gehen muss. Alles, was darüber ist, muss mit Repeatern gelöst werden, also Verstärker einbauen.
Siehe auchhttp://de.wikipedia.org/wiki/Ethernet#Fast_Ethernet
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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #10 am: 23 November, 2006, 21:51 »
ja, die definition, ich hab mal was von 180m ohne problem gelesen

hat jemand eigene erfahrungen?
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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #11 am: 23 November, 2006, 21:55 »
Andere Frage: Wo willst Du denn mit dem Kabel hin? Zum Nachbarn?
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Offline Jürgen

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #12 am: 24 November, 2006, 02:39 »
Der Fernsehtechniker möchte jetzt auch noch seinen Senf hinzugeben:

Noch schlimmer als eine wenig geeignete Kabelsorte ist das direkte Hintereinanderschalten zweier verschiedener Kabelsorten.
Das gibt Reflektionen und Impulsverformungen, die gerade hier leicht zu Datenfehlern führen können.

Habe zwar noch nie 'nen Oszi am RJ45-Kabel gehabt, aber wenn ich mich recht erinnere, arbeitet auch LAN (wie ein Modem oder DSL) mit diversen Amplitudenstufen, bei einer Trägerfrequenz, die deutlich neidriger als die Bitrate ist. Irgendwo im Hinterkopf schwirren da etwa 12 MHz für 100MBit herum...
Immerhin sollte ISDN-Kabel nicht grundsätzlich ungeeignet sein, von der Impedanz her sollte es gehen. Aber so eine Strippe dürfte dann nur für sich und so kurz wie möglich genommen werden, an eine andere nur über ein anderes Gerät (mit Treiberstufen) hinweg, Hub, Switch oder Repeater.

Umgekehrt ist's übrigens gar kein Problem, ISDN läuft wunderbar über Cat5-Kabel, auch bei grossen Längen. Ebenso geht Cat5 als Telefonkabel, in meiner Firma fast 200m vom Hausanschlusskasten (fünf Hallen weiter) zum DSL-Splitter. DSL ist mit 8MBit dabei...
Das ganze neue Gebäude ist intern nur mit Cat5 oder besser vernetzt, je nach Bedarf werden die Strippen für Telefon oder LAN aufgepatcht. 
Dafür habe ich über 50m Telefonkabel zur Ansteuerung der PA-Verstärker für die Mucke in der Halle einsetzen müssen, geht auch, wenn man wirklich will und weiss, wie's (doch) geht...
Richtige Anpassung und Schirmung, dann geht fast alles.

Für uns Sat-Spezis ist ja alles unter 1GHz eigentlich nur Gleichstrom...
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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #13 am: 24 November, 2006, 17:55 »
Das gibt Reflektionen und Impulsverformungen, die gerade hier leicht zu Datenfehlern führen können.
naja, sagen wir übertragungsfehler.
datenfehler werden i.d.R. durch prüfsummen ausgefiltert. (bei TCP/IP wären das die CRC checks pro frame)

Habe zwar noch nie 'nen Oszi am RJ45-Kabel gehabt, aber wenn ich mich recht erinnere, arbeitet auch LAN (wie ein Modem oder DSL) mit diversen Amplitudenstufen, bei einer Trägerfrequenz, die deutlich neidriger als die Bitrate ist. Irgendwo im Hinterkopf schwirren da etwa 12 MHz für 100MBit herum...
es kommt auf den modus an: 100Base-T(100mbit über twisted pair) verwendet 3 Stufen(MLT-3), und benötigt somit 32Mhz.
wies bei 10Base-T ist, kann ich jetzt spontan nicht sagen(vermutlich nur 2 Stufen), aber man bleibt auf jeden fall unter 10Mhz.

DSL ist wieder ein anderes thema, da das auf ungeschirmten(Also CAT3- glaub ich, und dann muss die frequenz natürlich entsprechend niedrig sein) kabel laufen muss. da macht man's dann, sofern ich mich jetzt richtig erinnere, ähnlich wie bei 1000Base-T über PCM(5 Pegel-stufen) und nutzt auch alle datenadern.

Offline Jürgen

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Re: Netzwerk - verdrahtet
« Antwort #14 am: 25 November, 2006, 00:39 »
Meine DSL-Dose zeigt bis zu fünfzehn mögliche bit pro Träger an, bei meiner schlechten (und schlecht geflickten) Leitung sind vier bis fünf aktiv.
Das läuft natürlich über klassischen Zweidraht, der allerdings - wie schon zu Post-Zeiten - mit Gesamtabschirmung versehen die erste Dose erreicht. Und da sitzt bei mir direkt der Splitter d'ran, weil ich hier mit dem originalen Flex-Kabel zuviel AM 972 kHz einfange. Fast hundertzwanzig Jahre altes Haus ohne Stahlbeton, Obergeschoss... Da fehlen dann benachbarte Träger und die Datenrate, die diese beitragen können.
Naja, hauptsache saubere 600 (bzw. 2x150) Ohm.
Dann kann auch eine unerwünschte Reflektion eines Signals mit Maximum-Amplitude nicht laufzeitverzögert das nächste (vielleicht deutlich schwächere) Signal überlagern.
CRC-Fehler sind zwar erkennbar, aber z.B. bei Broadcast / Grabbing / Sniffing... nicht korrigierbar. Und selbst bei möglicher Paketwiederholung kommt's ja deutlich später, also u.U. zu spät für den erstrebten Zweck...
So viel anders ist's im LAN prinzipiell auch nicht, nur deutlich weniger kritisch.

Wenn ich als Fernsehtechniker von Datenfehlern spreche, meine ich das natürlich zunächst sehr Hardware-nah.

Und das Thema Reflektionen habe ich bei'm Umgang mit dem LAN-Tester stets im Blick.
So werden beispielsweise die Entfernungen zu Fehlerstellen ziemlich genau bestimmt, selbst bei nur zu stark geknickten Strippen, bei denen störende Reflektionen schon an Stellen auftreten, wo nur das Dielektrikum "genug" verformt ist.
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