Autor Thema: Ein “Sonnenschirm” für die Erde  (Gelesen 862 mal)

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Offline SiLæncer

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Ein “Sonnenschirm” für die Erde
« am: 05 November, 2006, 22:00 »
Dass wir in einer Phase der globalen Klimaerwärmung vornehmlich aufgrund des von Menschen produzierten Treibhauseffekts befinden, ist mittlerweile wissenschaftlich weitgehend anerkannt. Obgleich es nach Berichten auch wirtschaftlich günstiger sein würde, möglichst schnell gegenzulenken, um so drohende Folgen der Klimaerwärmung zu verhindern oder zu dämpfen, ist nach dem letzten Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen der UN (IPCC), der in Auszügen zum beginnenden Weltklimagipfel in Nairobi veröffentlicht wurde, in den letzten Jahren der Ausstoß der Treibhausgase weiter angestiegen.

Wissenschaftler brüten Ideen aus, wie sich auch mit neuen Techniken die Abgabe von Treibhausgasen in die Atmosphäre verringern lassen könnte, beispielsweise indem Kohlendioxid unter der Erdoberfläche gespeichert wird. Der Astronom Roger Angel von der University of Arizona hat eine kühne Idee zur Abkühlung der Erde entwickelt, die er nun in der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences vorgestellt hat.

Angel denkt dabei an eine relativ schnell wirkende Notfallmaßnahme, wenn die Klimaerwärmung auf gefährliche Weise ansteigt und andere Mittel nicht vorhanden sind, um die Abgabe von Treibhausgasen wirksam zu senken. Man könnte einfach zwischen Sonne und Erde beim innere Lagrangepunkt L1 einen Schirm installieren, der einen Teil des Sonnenlichts blockiert. Angel hatte sein Konzept der National Academy of Sciences vorgestellt und dafür Forschungsgelder vom NASA Institute for Advanced Concepts erhalten.

Nach seinem Konzept, das auf existierenden Techniken aufbaut, könnte man eine riesige zylinderförmige Wolke als "Sonnenschirm" realisieren, die 100.000 Kilometer lang ist. Sie würde aus Billionen von extrem dünnen, transparenten und kreisförmigen Segeln mit einem Durchmesser von 60 Zentimeter bestehen, die jeweils ein Gramm wiegen und das Sonnenlicht reflektieren, so dass nur noch 10 Prozent zur Erde gehen. Damit würde das auf die Erde fallende Sonnenlicht um 2 Prozent reduziert werden, was genug sei, um eine Verdoppelung der Kohlendioxidmenge in der Atmosphäre zu kompensieren.

Insgesamt würde das Sonnensegel dennoch 20 Millionen Tonnen schwer sein. Angel stellt sich vor, die Transportkosten auf 50 US-Dollar pro Kilogramm durch elektromagnetische Raketenwerfer zu senken, wie sie von den Sandia National Laboratories konzipiert wurden. 20 von diesen Raketenwerfern würden reichen, um ein Paket mit einer Million Segeln alle fünf Minuten 10 Jahre lang abzuschießen. In der Schwerelosigkeit sollen die Pakete schließlich mit einem Ionen-Antrieb bis zu ihrem Ziel gebracht werden und dort eine Wolke bilden. Die Segel sind fertig zusammengebaut und mit Spiegeln auf der Basis der MEMS-Technik (Micro-Electro-Mechanical Systems) ausgestattet, um sie in der Bahn zu halten. Löcher in dem transparenten Film sollen verhindern, dass die Segel von der Strahlung der Sonne weggedrückt werden.

Für sein Erdrettungsprojekt veranschlagt Angel eine Zeit von 25 Jahren, bis die Wolke im Weltraum installiert wäre. Kosten würde das „ein paar Billionen Dollar“, was 0,5 Prozent des globalen BIP während der 25 Jahre oder Ausgaben von 100 Milliarden Dollar jährlich entspräche. Halten würde die künstliche Wolke im Weltraum 50 Jahre. „Der Sonnenschirm“, so sagt Angel immerhin, „ist kein Ersatz für die Entwicklung erneuerbarer Energien als der einzigen permanenten Lösung. Technische Innovationen und finanzielle Investitionen in einem ähnlich riesigen Ausmaß würden das sicherstellen.“

Quelle : www.heise.de

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Offline Jürgen

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Re: Ein “Sonnenschirm” für die Erde
« Antwort #1 am: 06 November, 2006, 19:13 »
Sollte das verwirklicht werden, wäre der nachfolgende Gedanke vermutlich, ob man für bestimmte Bereiche der Erdoberfläche auf ähnliche Art gezielte Abschattungen bis zur Verdunkelung durchführen kann.
Die Militär-Strategen und ebenso die globalen Heuschrecken wüssten aus solchen Techniken bestimmt allerlei Vorteil zu ziehen...


Weit sinnvoller und vermutlich auch billiger und schneller wären wohl wirksame Massnahmen zur Reduktion der bekannten schädlichen Emissionen und zur Energie-Einsparung oder derer besseren Nutzung.
Nur ist dieser vernünftige Weg definitiv mühsamer und verlangt Mitdenken und Gewissen, während ein solches technisches Alibi-Grossprojekt das ungehemmte Weitermachen ermöglicht und sicher allein auf Kosten der wahren Steuerzahler, also der Kleinen Leute, finanziert würde, notfalls als weitere Zwangsabgabe...

Im Übrigen hat es schon oft derartige Wahnsinnspläne ohne Rückweg gegeben, die glücklicherweise meist nie zur Ausführung kamen.
So sollte beispielsweise die obere Atmosphäre 'mal mit dünnen Stanniol-Streifen geflutet werden, zur Verbesserung der Weitverkehrs-Kommunikation per AM.
Tesla hat davon geträumt, extrem leistungsstarke solargespeiste Mikrowellen-Strahler in der Umlaufbahn zu platzieren, um eine allumfassende Energieversorgung zu schaffen...

Und manche Dinge wurden ohne Rücksicht auf folgende Generationen tatsächlich installiert. Daher dürfen die für immer und alle Zeiten auf gigantische Mengen hoch- und mittelaktiver Nuklearabfälle aufpassen, auch dann, wenn mangels Brennstoffen an eine Weiternutzung der Atom-Technik längst nicht mehr zu denken ist.

All' dies' erinnert stark an das Märchen vom Zauberlehrling und dem Besen...

Jürgen
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