Autor Thema: Weltwirtschafts/Eurokrise ...  (Gelesen 16903 mal)

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Guttenberg will mit Opel-Interessent Magna verhandeln
« Antwort #75 am: 25 April, 2009, 15:01 »
Konkurrenz für Fiat: Auch der Autozulieferer Magna hat gute Chancen, die Mehrheit bei Opel zu übernehmen. Nach SPIEGEL-Informationen trifft sich Bundeswirtschaftsminister Guttenberg in Kürze mit Vertretern des österreichisch-kanadischen Konzerns - der unter Experten als besserer Partner gilt.

Hamburg - Deutliche Worte vom Wirtschaftsminister zur Opel-Übernahme: "Magna ist ein potentiell interessanter Partner", sagte Karl-Theodor zu Guttenberg dem SPIEGEL. "Wir werden einen Einstieg selbstverständlich ernsthaft prüfen." Anfang kommender Woche treffe man sich mit Vertretern des österreichisch-kanadischen Konzerns.

Auch der Autobauer Fiat sei aber im Rennen. Die Regierung werde bei dessen Konzept "sehr genau prüfen, wie viele Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten werden können". Eine mögliche Fiat-Übernahme war in den Reihen von SPD und Gewerkschaften auf massive Kritik gestoßen. Der Wirtschaftsminister kritisierte die Querschüsse. Sie schwächten die deutsche Verhandlungsposition.

Ungeachtet dessen nimmt der Widerstand gegen einen Einstieg von Fiat beim Rüsselsheimer Autobauer Opel weiter zu. Mehrere Politiker verwiesen am Wochenende darauf, dass Fiat selbst ähnliche Probleme habe wie Opel. Nach den Worten von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz würde eine Beteiligung des italienischen Autobauers dazu führen, dass "Fiat mit deutschen Steuergeldern saniert wird".

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warnte vor einer vorschnellen Entscheidung für einen Opel-Investor. Es gehe darum, so viel wie möglich an industrieller Substanz zu erhalten, sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Opel darf nicht an einen Konkurrenten verhökert werden, der das Unternehmen plattmachen will, um sich einen lästigen Mitbewerber vom Hals zu schaffen", sagte Heil - eine Aussage, die als Seitenhieb gegen die mögliche Fiat-Übernahme verstanden werden kann.

Koch plädiert für Magna-Einstieg

Immer häufiger wird dagegen Magna ins Gespräch gebracht. Das Gute an dieser Lösung sei, "dass es sehr viele Überschneidungen an Wissen und Können, aber keine Überschneidungen im täglichen Tun am Markt gibt", sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im "Hamburger Abendblatt".

Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer befürwortet diese Lösung. "Opel und Magna passen gut zusammen", sagte Dudenhöffer der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Ein Zusammengehen von Opel und Magna sei realistischer als ein Einstieg von Fiat.

Laut "Süddeutscher Zeitung" wird Magna in Opel-Management-Kreisen ebenfalls als die bessere Lösung angesehen. Man habe "sehr gute Erfahrungen" mit der Firma gemacht, es sei "gegenseitiges Vertrauen" entstanden, und man liege beim "Qualitätsdenken auf einer Wellenlänge", zitierte die Zeitung.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, befürwortete einen Einstieg des deutschen Staates. Es gehe darum, die Opel-Standorte wegen ihrer Schlüsselbedeutung in Deutschland zu erhalten, sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Voraussetzung dafür sei aber, dass ein weiterer Investor gefunden werde und sich auch die Opel-Händler an dem Rettungsplan beteiligten.

Fiat hat noch kein Angebot vorgelegt

Fiat hat inzwischen auf Zeitungsberichte über einen möglichen Einstieg bei Opel mit deutlichen Worten reagiert: "Fiat wünscht klarzustellen, dass mit Ausnahme dessen, was bereits in Bezug auf die strategische Allianz mit Chrysler angekündigt wurde, kein Angebot gemacht wurde, einen Anteil an Opel zu erwerben", hieß es in einer Erklärung, die der Konzern nach Aufforderung der italienischen Börsenaufsicht Consob am Freitag veröffentlicht hat.

Allerdings suche man in der derzeitigen Wettbewerbssituation - wie andere Konzerne - auch nach Gelegenheiten für "Abkommen verschiedener Art", die operative Synergieeffekte und Zugang zu neuen Märkten bieten würden.

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich bereits am Donnerstag zurückhaltend zu Berichten über einen angeblich bevorstehenden Einstieg bei Opel geäußert. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen sagte er in Turin, er habe nichts anzukündigen. Es sei nichts vereinbart. "Nach allem was ich weiß hatten wir keine direkten Gespräche mit Opel", sagte er.

Entscheidung über Patentrückgabe am Montag?

Einen Lichtblick könnte es für den Konzern schon am Montag geben: Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" könnte dann bereits eine Entscheidung zu den Patenten von Opel fallen, die die Muttergesellschaft General Motors an das amerikanische Finanzministerium verpfändet hat. Mit einem Ergebnis der Verhandlungen von Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann mit dem amerikanischen Finanzministerium in Washington über die Rückgabe der Patente sei zum Wochenauftakt zu rechnen, berichtete die "FAZ". Es gebe Anzeichen für einen "positiven Ausgang".

Bei den Verhandlungen geht es um Vermögensgegenstände sowie Bargeld im Wert von addiert rund drei Milliarden Dollar, die GM Opel schuldet. GM hatte diese Werte als Besicherung für Milliardenkredite an die amerikanische Regierung verpfändet. Der Erhalt der Patente und des Bargelds ist die Voraussetzung für die Abtrennung des GM-Europa-Geschäfts unter dem Dach einer neu zu gründenden Opel AG.

Am Wochenende zeichnete sich in dieser Frage indes noch keine Lösung ab. Der Chef der Verhandlungsdelegation der Bundesregierung in Sachen Opel, Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann, räumte nach Gesprächen der deutschen Verhandlungsgruppe mit Beratern der US-Regierung am Freitag in Washington ein: "Es gibt dazu noch keine Entscheidung der US-Regierung."

Quelle : www.spiegel.de

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Steinbrück erwartet gigantisches Schuldenloch
« Antwort #76 am: 25 April, 2009, 15:24 »
Die Rezession reißt ein riesiges Loch in den Bundeshaushalt. Peer Steinbrück erwartet für 2009 eine Neuverschuldung von mehr als 50 Milliarden Euro. Grund für das höchste Minus in der deutschen Geschichte sind massive Steuerausfälle und hohe Ausgaben zur Stützung der Konjunktur.

Berlin - Die Zahl bereitet Sorge: Die deutsche Neuverschuldung werde in diesem Jahr "netto deutlich über 50 Milliarden Euro sein", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück der "Welt am Sonntag". "Dieses Jahr ist extrem. Wir erleben den größten Einbruch der Wirtschaft in der Geschichte der Bundesrepublik."

Die Wirtschaftsforschungsinstitute hatten am Donnerstag für das laufende Jahr einen mit minus 6,0 Prozent bislang beispiellosen Einbruch des Bruttoinlandsproduktes vorhergesagt. Die deutsche Wirtschaft wird sich demnach nur langsam von der weltweiten Krise erholen, deren weiterer Verlauf nach Ansicht der Forscher maßgeblich von der Lösung der internationalen Bankenkrise abhängt.

Grund für die angespannte Haushaltslage sind einerseits Steuerausfälle, da mehr Menschen arbeitslos sind und durch eine sinkende Nachfrage insgesamt weniger Geschäfte getätigt werden. Hinzu kommt, dass der Staat mehr Geld aufwendet, um die Konjunktur zu stützen.

Zur Finanzierung der Konjunkturprogramme des Bundes ist für dieses Jahr von Bundestag und Bundesrat bereits ein Nachtragshaushalt verabschiedet worden. Damit wurde die Nettokreditaufnahme von 18,3 auf 36,8 Milliarden Euro erhöht. Darin sind aber noch nicht die Ausgaben für das Konjunkturpaket II und zur Stabilisierung der Banken enthalten.

Im Vergleich zu den Schätzungen anderer Experten ist Steinbrücks Rechnung bei weitem nicht die höchste. Steffen Kampeter, der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hält eine Neuverschuldung bis zu 90 Milliarden Euro für realistisch. An einem zweiten Nachtragshaushalt für den Bund "in diesem Jahr geht kein Weg vorbei", sagte er der "Financial Times Deutschland".

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte zu den Äußerungen Kampeters, es gebe "ein klares Prozedere", bevor Entscheidungen getroffen würden. Dazu gehöre die Prognose der Regierung in der kommenden Woche und die Steuerschätzung Anfang Mai. Deren Ergebnisse würden in aller Ruhe geprüft.

Milliardenausfälle beim Gesundheitsfonds

Nicht nur in den Bundeshaushalt reißt die Konjunkturkrise immer größere Löcher - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt äußerte zudem die Sorge, in den Gesundheitsfonds würden über drei Milliarden Euro weniger Beiträge fließen.

Laut "Bild"-Zeitung sind die Ausfälle sogar weit höher. Schätzungen der Krankenkassen belaufen sich demnach für 2009 und 2010 zusammen auf 7,34 Milliarden Euro. Danach sorge der erwartete Anstieg der Arbeitslosenzahlen 2009 für Einnahmeausfälle bei den Kassen von 2,89 Milliarden Euro und 2010 von 4,45 Milliarden Euro.

Grundlage für von "Bild" zitierte Berechnung ist das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute. Der Sozialversicherung insgesamt war darin insgesamt ein Beitragsrückgang von 7,6 Milliarden Euro 2009 und weiteren 4,1 Milliarden Euro in 2010 prognostiziert worden.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung bestätigte diese Zahlen am Samstag nicht. Man wolle die offizielle Schätzung am Donnerstag abwarten.

Wie hoch die Ausfälle genau sind, wird nach der offiziellen Wirtschaftsprognose der Bundesregierung neu berechnet. Diese will Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Mittwoch vorstellen.

Beitragsausfälle bleiben für die Mitglieder der Krankenkassen dieses Jahr noch ohne Folgen, weil die Bundesregierung die Fehlbeträge ausgleicht. Die Krankenkassen bekommen auf jeden Fall die ihnen aus dem Gesundheitsfonds zugesagten Mittel. Problematischer sind dagegen steigende Kosten etwa für Arzneimittel oder Ärztehonorare. Wenn die Kassen nicht mit dem aus dem Fonds überwiesenen Geld auskommen, müssen sie Zusatzbeiträge erheben.

Krankenkassen drängen auf Korrektur der Gesundheitsreform

Folgen hat die Zuspitzung Lage dagegen für die Diskussion um den Gesundheitsfonds: Nach SPIEGEL-Informationen drängen Spitzenvertreter der gesetzlichen Krankenversicherung darauf, die Gesundheitsreform in wesentlichen Teilen zu korrigieren. Ihre Kritik richtet sich dabei gegen den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen. Wie viel Geld eine Kasse bekommt, hängt neuerdings maßgeblich davon ab, an welchen Krankheiten ihre Versicherten leiden.

Der AOK-Bundesverband schlägt nun vor, diese Angaben künftig strenger zu überprüfen. Es sei falsch, sich allein auf die womöglich manipulierten Diagnosen der Ärzte zu verlassen. Stattdessen sollte kontrolliert werden, ob tatsächlich auch die dafür jeweils vorgesehenen Medikamente verschrieben wurden, heißt es in einem zehn Seiten langen Schreiben des AOK-Bundesverbandes an das zuständige Bundesversicherungsamt.

Ferner sei darauf zu achten, "dass keine Anreize für medizinisch nicht gerechtfertigte Leistungsausweitungen geschaffen werden". Kritik übt der AOK-Bundesverband auch daran, dass einige schwere Krankheiten mit Komplikationen und Kassen mit überdurchschnittlich vielen Sterbefällen nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Quelle : www.spiegel.de

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Regierung drängt Opel-Investoren zu Garantien
« Antwort #77 am: 25 April, 2009, 19:16 »
Die Bundesregierung fordert von potentiellen Opel-Investoren umfassende Versprechen. Verkehrsminister Tiefensee rief Übernahmekandidaten wie Fiat und Magna auf, den Erhalt der Standorte zu garantieren. Auch einen Staatseinstieg bei gefährdeten Werken schloss er nicht aus.

Berlin/Washington - Die Kampfansage von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz war deutlich: "Wir kennen die Braut", sagte Franz im Interview mit dem SPIEGEL verächtlich über den potentiellen Opel-Investor Fiat und kündigte "erheblichen Widerstand" der Belegschaft an, sollte es tatsächlich zu einer Übernahme kommen.

Die Bundesregierung stärkt Übernahmegegnern wie Franz jetzt den Rücken: Von möglichen Investoren wie Fiat will Berlin Garantien für Werke und Arbeitsplätze einfordern. "Jeder Investor muss Opel Deutschland stärken. Wer in Deutschland Werke schließen und Arbeitsplätze abbauen will, ist kein geeigneter Opel-Partner", sagte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der "Bild am Sonntag".

Der Opel-Betriebsrat und einige Experten fürchten, der italienische Fiat-Konzern könnte nach einer Mehrheitsübernahme massive Einschnitte in Deutschland in Gang setzen - denn die Modellpaletten der beiden Hersteller überschneiden sich. Auch aus der Politik gibt es Widerstände gegen die Italiener als Opel-Käufer.

Beteiligung an Opel-Werk?

Als weitere Sorge wird vor allem vom Betriebsrat genannt, der hoch verschuldete Fiat-Konzern könnte mit der Opel-Übernahme an deutsche Staatsbürgschaften herankommen wollen. "Einem solchen Missbrauch muss ein Riegel vorgeschoben werden", sagte Tiefensee. Die Minister Peer Steinbrück und Karl-Theodor zu Guttenberg würden dies tun, "da bin ich sicher", so Tiefensee.

Auf die Frage, ob das Land Thüringen zur Not das gefährdete Opel-Werk in Eisenach kaufen sollte, antwortete der auch für den Aufbau Ost zuständige Minister: "Eine staatliche Beteiligung für einen eng begrenzten Zeitraum kann als letzte Lösung notwendig sein. Alles, was vernünftig ist und zukunftsfähige Arbeitsplätze rettet, muss der Staat tun."

Als zweiter Kandidat für die Übernahme von Opel gilt der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna. Informationen der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wäre Magna für Opel selbst der Favorit im Rennen um eine Übernahme.

Wirtschaftsminister Guttenberg (CSU) will sich SPIEGEL-Informationen zufolge Anfang kommender Woche mit Magna-Vertretern treffen. Der Minister wies die Kritik von SPD und Gewerkschaften an den Beteiligungsgesprächen mit Fiat zurück. Sie schwäche die deutsche Verhandlungsposition. Die Regierung werde "auch beim Fiat-Konzept sehr genau prüfen, wie viele Standorte und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten werden können".

Lichtblick im Patentstreit

Noch hält man sich auf Investorenseite bedeckt, was einen möglichen Einstieg bei dem von der Pleite bedrohten Autobauer Opel betrifft: Fiat hatte auf Zeitungsberichte über einen möglichen Einstieg bei Opel mit deutlichen Worten reagiert: "Fiat wünscht klarzustellen, dass mit Ausnahme dessen, was bereits in Bezug auf die strategische Allianz mit Chrysler angekündigt wurde, kein Angebot gemacht wurde, einen Anteil an Opel zu erwerben", hieß es in einer Erklärung vom Freitag. Allerdings suche man in der derzeitigen Wettbewerbssituation - wie andere Konzerne - auch nach Gelegenheiten für "Abkommen verschiedener Art", die operative Synergieeffekte und Zugang zu neuen Märkten bieten würden.

Unterdessen bleibt die von Opel erhoffte Entscheidung über eine Rückgabe von Patenten, die der US-Mutterkonzern General Motors an das amerikanische Finanzministerium verpfändet hat, weiter offen. "Ich habe heute nicht von der US-Regierung gehört, wie sie das Thema entscheiden wird", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann am Freitagabend in Washington nach Gesprächen im US-Finanzministerium.

Einen Lichtblick könnte es für den Konzern schon am Montag geben: Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" könnte dann bereits eine Entscheidung zu den Patenten fallen. Die Rückgabe von Patenten ist ein wichtiger Teil der von Opel angestrebten größeren Unabhängigkeit vom Mutterkonzern GM, dem die Insolvenz droht. Es geht um Vermögenswerte sowie Bargeld im Volumen von zusammen rund drei Milliarden Dollar, die GM Opel schuldet.

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Fiat garantiert Erhalt aller Opel-Standorte
« Antwort #78 am: 27 April, 2009, 06:08 »
Deutsche Politiker wettern gegen eine Fusion zwischen Opel und Fiat - zum Unverständnis der Italiener: Denn die haben nach SPIEGEL-Informationen zugesichert, dass alle Schulden der Turiner Gruppe aus der Fusion herausgehalten werden. Und alle Standorte in Deutschland erhalten bleiben.

Die Fiat-Führung ist perplex. Die vielen negativen Reaktionen aus Deutschland sind ihr unbegreiflich. Sie fühlen sich falsch verstanden. Von den Gewerkschaften, von Ministerpräsident Roland Koch - und besonders von EU-Industriekommissar Günther Verheugen. Letzterer hatte öffentlich Zweifel an der Finanzkraft des italienischen Autobauers geäußert.

Diese Zweifel scheinen allerdings unbegründet.

"Es wurde klargestellt, dass die Schulden der Fiat-Gruppe nicht mit in die Ehe eingebracht werden", sagte am Sonntag ein Insider in Turin, der unmittelbar mit der geplanten Übernahme von Opel vertraut ist. "Diese Altlasten werden das Projekt nicht gefährden. Auch der problematische Bereich Nutzfahrzeuge wird von den Verhandlungen ausgespart. Es geht allein um die Sparte Fiat-Auto."

Berichte, wonach bereits am Dienstag ein Memorandum, ein "Letter of Intent", zwischen Fiat und Opel unterschrieben werden würde, seien ebenfalls nicht zutreffend: "Ein solches Papier gibt es nicht. Es hat bisher auch keine Gespräche der Fiat mit Opel-Aktionären gegeben", sagte der Insider. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte bereits am Freitag gesagt, dass Fiat noch kein Angebot für einen Einstieg bei Opel vorgelegt habe.

Die Initiative zur Annäherung zwischen Fiat und Opel kam nicht aus Berlin, und auch nicht aus Turin oder Rüsselsheim - Detroit hatte die Idee: "Die Amerikaner sind auf Fiat zugekommen, und zwar noch zu Zeiten von GM-Boss Rick Wagoner", ist in Turin zu erfahren. "Sie präsentierten einen sehr einschneidenden Aktionsplan für Opel und suchten offenbar dringend nach einer Lösung für das Problem GM-Europe."

In Deutschland liefen bislang alle Kontakte über das Bundeswirtschaftsministerium. Fiat hat demnach die eigenen Vorstellungen über die Fusion mit Minister Karl-Theodor zu Guttenberg besprochen. Der habe seinen Gästen die soziale Komponente einer derartigen Kooperation von Anfang an deutlich vor Augen geführt. Fiat-Chef Sergio Marchionne habe versprochen, dass die Übernahme nach europäischen Maßstäben ablaufen werde.

Dabei habe Fiat die Existenz der vier Montagestandorte in Deutschland garantiert - was allerdings nicht bedeute, dass auch die jetzigen Kapazitäten der Werke in Deutschland garantiert werden könnten.

Das Vorbild ist Volkswagen: "Ferdinand Piech hat gezeigt, dass unterschiedliche Marken wie VW, Audi, Skoda und Seat unter ein Dach gebracht werden können, zu gegenseitigem Nutzen", sagte eine Quelle aus Berlin. "In dem Plan der Fiat wird Opel seine Identität und seine Position auf dem deutschen Markt beibehalten. Es wird weitere gemeinsame Plattformen, aber eigenständige Architekturen geben."

Seit dem Kooperationsabkommen von 2000 mit GM entwickeln Fiat und Opel gemeinsam Dieselmotoren. "Im Segment B haben Corsa und der Fiat-Punto bereits eine gemeinsame Architektur", hieß es. Opel habe deswegen nicht weniger Autos verkauft. Diese positive Erfahrung solle auch auf Benzinmotoren ausgeweitet werden. Es werde daran gedacht, auch im sogenannten "Segment C" eine gemeinsame Plattform von Opel-Corsa und dem Fiat-Bravo zu erarbeiten.

Die Italiener sind verärgert über den nationalen Zungenschlag, der sich in die Debatte um die Zukunft von Opel eingeschlichen hat. Sie verweisen darauf, dass bereits heute zwei von sieben Top-Positionen in Turin von Deutschen besetzt seien: Chefingenieur und Produktionschef.

Selbst beim Namen des möglichen neuen Superkonzerns zeigt sich Fiat offenbar äußerst kompromissbereit: "Das neue Unternehmen kann FiatOpel heißen oder OpelFiat, das ist nicht wichtig", war in Turin zu erfahren. Es geht nicht um nationale Eitelkeiten, sondern um ein Projekt intelligenter europäischer Industriepolitik. Jemand musste die Initiative ergreifen, im Interesse von allen."

Letztere Aussage deckt sich mit der Linie des Fiat-Chefs. Marchionne betont in seinen Gesprächen immer wieder, dass er als Vierzehnjähriger Italien verlassen und einen Großteil seines Lebens in Kanada und den USA verbracht hat. Ihm sei die Flagge, unter der ein europäisches Industrieprojekt firmiere, nebensächlich. Die Krise von Opel könnte eine Chance sein, endlich in Europa einen zukunftsfähigen Mega-Autokonzern zusammenzuschmieden.

Für Marchionne wäre es fahrlässig, eine solche Gelegenheit nicht zu ergreifen. Man würde andernfalls in der Zukunft einen hohen Preis zahlen müssen, so äußerte er sich am Wochenende gegenüber Gesprächspartnern.

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Fiat steigt bei Chrysler ein
« Antwort #79 am: 30 April, 2009, 19:48 »
US-Präsident Obama verkündet die Entscheidung persönlich: Chrysler beantragt Insolvenz und bekommt Fiat als neuen Anteilseigner. Im Gegenzug kassiert der kriselnde US-Autobauer noch einmal drei Milliarden Dollar Staatshilfen. Konzernchef Nardelli tritt zurück.

Washington - Warme Worte klingen anders: "Chrysler ist ein Stützpfeiler der amerikanischen Industrie", sagte US-Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz zur Zukunft des maroden Autobauers, "ein Stützpfeiler allerdings, der immer schwächer wurde." Chrysler habe notwendige Reformen "zu langsam" durchgeführt. Es sei aber sein "Job als Präsident", ein wettbewerbsfähiges Unternehmen zu formen, sagte Obama - und keinen siechen Konzern, "basierend auf einer endlosen Menge an Steuergeldern".

Chrysler beantragte kurz nach der Pressekonferenz offiziell die Einleitung des Insolvenzverfahrens. Obama sagte in seiner kurzen Ansprache, dieser Schritt sei "kein Zeichen von Schwäche". Chrysler werde aus dem Verfahren gestärkt und konkurrenzfähig hervorgehen.

Profiteur der Insolvenz ist Fiat: Der italienische Autohersteller steigt bei dem insolventen US-Konzern ein. Beide Unternehmen hätten eine entsprechende Einigung erzielt, sagte Obama. Chrysler wird dafür weitere drei Milliarden Dollar an US-Staatshilfen erhalten, Entlassungen und Werksschließungen soll es während des Insolvenzverfahrens nicht geben. Fiat werde zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und den Anteil später auf 35 Prozent aufstocken. Die Mehrheit bei Chrysler kann Fiat aber erst übernehmen, wenn der US-Konzern die Staatshilfen zurückgezahlt habe. Fiat habe zugesagt, seine Technologie einzubringen und neue Fahrzeuge zu entwickeln.

Chrysler-Chef Robert Nardelli kündigte kurz nach der Obama-Rede seinen Rücktritt an. Zwar habe ihn die amerikanische Regierung nicht darum gebeten, er halte den Beginn des Insolvenzverfahrens aber selbst als geeigneten Zeitpunkt um abzudanken, sagte Nardelli dem TV-Sender CNBC. Nach dem Fiat-Einstieg werde Chrysler von einem neunköpfigen Vorstand geführt, der den neuen Konzernchef bestimmen werde. Die Mitglieder des neuen Vorstands werden laut Nardelli zu zwei Dritteln von der US-Regierung bestimmt und zu einem Drittel von Fiat.

Im Drama um Chrysler beginnt damit ein neues Kapitel. Wochenlang wurde über die Rettung des siechen US-Konzerns verhandelt. Chrysler stritt mit der US-Regierung über Sanierungskonzepte, rang vier großen Gläubigerbanken Zugeständnisse zu milliardenschweren Umschuldungen ab, hielt der mächtigen Autogewerkschaft UAW die blanke Kehle hin - und machte Zugeständnisse an Fiat.

Das alles hat nun am Ende nichts genützt. Jetzt ist Amerikas drittgrößter Autobauer doch noch an seinen Schulden erstickt. Zuletzt ging es um die Umschuldung von 6,9 Milliarden Dollar - und um gut 40 Hedgefonds, die zusammen für etwa 30 Prozent dieses Betrags stehen. Das US-Finanzministerium hatte den Gläubigern 2,25 Milliarden Dollar in bar geboten, berichtet der TV-Sender CNN unter Berufung auf einen Regierungsbeamten. Im Gegenzug hätten sie auf ihre Ansprüche verzichten müssen. Doch die Hedgefonds sperrten sich, sie forderten 2,5 Milliarden und ließen den Deal platzen.

Obama monierte auf seiner Pressekonferenz am Donnerstagabend, "eine kleine Gruppe von Investoren" habe die Rettung Chryslers vereitelt.

Chrysler steht nun eine Blitz-Insolvenz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts bevor. Der Gläubigerschutz ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Betrieb zunächst aufrechtzuhalten und zu sanieren, ohne die Forderungen der Gläubiger bedienen zu müssen. Nur 30 bis 60 Tage soll Chrysler unter Gläubigerschutz arbeiten, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Daimler bekräftigt vollständige Trennung von Chrysler

Der Autobauer Daimler bekräftigte kurz nach Bekanntgabe der sich abzeichnenden Insolvenz noch einmal seine vollständige Trennung von Daimler. Man habe mit der endgültigen Trennung von Chrysler sogar einen Beitrag zur Restrukturierung des US-Herstellers geleistet, ließ der deutsche Autokonzern mitteilen.

Die Beziehung zwischen Chrysler und Daimler beschränke sich seit Anfang der Woche auf eine Kunden-Lieferanten-Beziehung. "Das bedeutet im Falle von Chapter 11: Daimler wird wie jeder andere Lieferant behandelt."

Am Montag hatte der Premiumhersteller nach einem monatelangem Streit bekanntgeben, auch seinen Chrysler-Restanteil von 19,9 Prozent an den Mehrheitseigner Cerberus abzugeben.

Dass die Rettung Chryslers an der Unnachgiebigkeit einiger Gläubiger gescheitert ist, sollte auch General Motors, den größten der drei US-Autobauer, eine Warnung sein: Auch dort fahren derzeit Gläubiger auf Kollisionskurs - und Obama hält dagegen.

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Gläubiger wollen Chrysler-Insolvenz anfechten
« Antwort #80 am: 01 Mai, 2009, 10:58 »
Widerstand gegen den Plan des US-Präsidenten: Gläubiger des maroden US-Autobauers Chrysler wollen sich gegen die kontrollierte Insolvenz wehren, die Barack Obama jetzt verkündet hat. Auch der Verkauf des Unternehmens an Fiat, die Regierungen und die Gewerkschaften missfällt ihnen.

Washington - Eine Gruppe von Gläubigern will Einspruch gegen die Veräußerung des zahlungsunfähigen US-Autobauers Chrysler einlegen. Der geplante Verkauf des Unternehmens an die Regierung, den italienischen Hersteller Fiat und die Gewerkschaften entspreche nicht dem Verfahren des Gläubigerschutzes nach "Chapter 11", sagte der Gläubiger-Anwalt Tom Lauria.

Die Geldgeber wehren sich gegen die Art, wie Chrysler versuche, die Erlöse aus dem Verkauf zu verteilen. Der Konzern habe auch seinen Investoren gegenüber Verpflichtungen, sagte Lauria, der eine Gruppe von 20 Fonds vertritt, denen Chrysler rund eine Milliarden Dollar schuldet.

Nach einer monatelangen Hängepartie hatte der taumelnde US-Autobauer am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Der Konzern beantragte in New York Gläubigerschutz und kündigte an, eine Allianz mit dem italienischen Autohersteller Fiat einzugehen. Zuvor waren Umschuldungsverhandlungen mit einem Teil der Gläubiger in den USA gescheitert.

Chrysler hofft, binnen 60 Tagen die Partnerschaft mit Fiat unter Dach und Fach zu haben und mit einer neuen Unternehmensstruktur in die Zukunft zu gehen. In einem Chapter-11-Verfahren des US-Konkursrechts kann Chrysler den normalen Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten. Das Unternehmen erklärte jedoch, der größte Teil der Produktion solle während der Verhandlungen mit Fiat ausgesetzt werden.

Fiat will nach früheren Angaben zunächst einen Anteil von 20 Prozent an Chrysler übernehmen. Die Italiener zahlen dafür aber nicht mit Geld, sondern mit Technik. Chrysler soll künftig spritsparende Autos auf der Basis von Fiat-Modellen und mit Fiat-Motorentechnik bauen. Später könnte der Anteil auf 35 Prozent steigen.

Die Regierung ist dem Vernehmen nach bereit, den Neuaufbau des drittgrößten US-Autobauers mit 8 Milliarden Dollar (rund 6 Milliarden Euro) zu unterstützen. Sie hat Chrysler seit Jahresbeginn bereits Darlehen im Umfang von 4 Milliarden Dollar gewährt.

US-Präsident Barack Obama begrüßte die Entscheidung von Chrysler. Das Insolvenzverfahren werde dem Autokonzern helfen, wieder auf die Beine zu kommen, sagte er im Weißen Haus. Auch Kanada und die Regierung der kanadischen Provinz Ontario kündigten Unterstützung bei der Neustrukturierung an.

Vorstandschef Nardelli kündigt Rücktritt an

Der Vorstandsvorsitzende von Chrysler, Robert Nardelli, will nach Abschluss des Insolvenzverfahrens zurücktreten und als Berater für Cerberus Capital Management arbeiten, kündigte er am Donnerstag im Fernsehsender CNBC an. Er betonte, dass er nicht vom Finanzministerium zum Rücktritt aufgefordert worden sei. Er sei jedoch der Auffassung, dass nach dem Ende des Insolvenzverfahrens ein günstiger Zeitpunkt für einen solchen Schritt sei. Der Vizevorsitzende Tom LaSorda will in den Ruhestand gehen.

Nardelli erklärte, das neue Unternehmen solle von einem neunköpfigen Vorstand geleitet werden. Sechs der Mitglieder sollten von der Regierung und drei von Fiat bestimmt werden. Der Vorstand werde einen neuen Vorsitzenden wählen, sagte Nardelli, der Chrysler seit August 2007 führt.

Grund für den Insolvenzantrag ist nach Angaben von Gewährsleuten, dass keine Einigung über einen weitgehenden Erlass bevorrechtigter Schulden von 6,9 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) erzielt werden konnte. Rund 40 Hedgefonds, die zusammen für etwa 30 Prozent dieses Betrags stehen, hätten eine Umschuldung zu den vorgeschlagenen Bedingungen bis zuletzt verweigert. Vier große Gläubigerbanken hätten der Umschuldung dagegen zugestimmt. Chrysler hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 8 Milliarden Dollar gemeldet. Der ebenfalls ins Taumeln geratene Opel-Mutterkonzern General Motors muss bis zum 1. Juni seine Pläne für eine Neustrukturierung vorlegen. Wie bei Chrysler könnte die Schuldenfrage zum Stolperstein werden.

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Fiat will mit Bundesregierung über Opel-Deal reden
« Antwort #81 am: 01 Mai, 2009, 22:57 »
Fiat will es wissen: Nach dem Einstieg bei Chrysler kündigen die Italiener an, unbedingt Opel kaufen zu wollen. Konzernchef Marchionne will laut "SZ" jetzt mit den Ministern Guttenberg und Steinmeier verhandeln und eine Standortgarantie abgeben - Autoexperte Dudenhöffer warnt dagegen vor einem Deal.

Mailand/Hamburg - Für Fiat-Chef Sergio Marchionne haben die Deutschen jetzt oberste Priorität. "Nun müssen wir uns auf Opel konzentrieren. Sie sind unser perfekter Partner", sagte Marchionne der Zeitung "La Stampa" nach dem Einstieg beim US-Autobauer Chrysler.

Der Konzernchef will laut "Süddeutscher Zeitung" schon am Montag mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin verhandeln. Marchionne werde der Bundesregierung ein erstes, grobes Konzept präsentieren. Er wolle alle deutschen Standorte erhalten, also die Werke in Rüsselsheim, Eisenach, Kaiserslautern und Bochum - allerdings nicht in der bisherigen Größe. Marchionne wolle einen globalen Autokonzern schaffen, der mindestens fünf Millionen Fahrzeuge herstelle.

"Fiat will an die 3,3 Milliarden Euro Staatsgeld rankommen"

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht dagegen im Autozulieferer Magna International den deutlich besseren Partner für Opel. Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Bundesregierung müsse jetzt besonders sorgfältig prüfen, dass Fiat keine übertriebenen Zusagen an den Autobauer mache. "Fiat wird jetzt aggressiv die Opel-Linie verfolgen, um an die 3,3 Milliarden Euro Staatsgeld heranzukommen und den Chrysler-Deal abzufedern."

Magna sei vertrauenswürdig und hocheffizient und habe für Opel eine tragfähige Lösung, lobte Dudenhöffer. Der Chef des österreichisch-kanadischen Autozulieferers, Frank Stronach, hat inzwischen zwar Berichten über eine mögliche Übernahme widersprochen. Das sieht Dudenhöffer aber gelassen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass Magna nur einen relativ niedrigen Anteil an Opel übernehmen könne, allein schon wegen der Kundenbeziehungen zu anderen Herstellern. Es gehe hier vielmehr um eine "Koalition" mehrerer Partner.

Mit der erwarteten Beteiligung russischer Magna-Partner wäre Opel unter anderem in einer besseren Position, um sich mit Russland einen Zukunftsmarkt zu erschließen, findet Dudenhöffer. Nach Medienberichten sind der russische Autohersteller GAZ und die ebenfalls russische Sberbank bereit, 31 Prozent von Opel zu übernehmen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hatte am Dienstag berichtet, Magna selbst wolle sich mit 19,1 Prozent an dem Autohersteller beteiligen. Der kanadische Zulieferer präsentierte der Bundesregierung zwischenzeitlich konkrete Pläne für einen Einstieg bei Opel. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach anschließend von einem "ersten, interessanten Grobkonzept".

100.000 Bestellungen für Insignia

So scheinen für die 25.000 Beschäftigten immer mehr Hoffnungsschimmer auf. Ein weiterer sind die vielversprechenden Zahlen, die Opel jetzt verkündete. Für das Opel-Flaggschiff Insignia. Nach Angaben des Rüsselsheimer Autobauers liegen bereits mehr als 100.000 Bestellungen vor.

Aufgrund der hohen Nachfrage sollen daher im Mai erneut drei Sonderschichten im Stammwerk gefahren werden. Das Unternehmen sprach am Freitag von einem fulminanten Marktstart des neuen Insignia, mit dem sich Opel in Europa an die Spitze im Mittelklassesegment gesetzt habe.

In Deutschland konnte der Autobauer den Angaben zufolge im Segment der Mittelklasse-Limousinen besonders stark zulegen und die Verkäufe im ersten Quartal um 82 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Sein Premium-Technikangebot erziele außergewöhnlich hohe Ausstattungsquoten, sagte Vertriebschef Alain Visser.

Chrysler-Gläubiger wehren sich gegen Insolvenz

Auch US-Analysten sind besorgt, Fiat könnte sich verzetteln, wenn das Unternehmen nach dem Einstieg bei Chysler auch noch Opel kaufe. Zumal die Chrysler-Übernahme anscheinend noch nicht in trockenen Tüchern ist. Eine Gruppe von Gläubigern will Einspruch gegen die Veräußerung des zahlungsunfähigen US-Autobauers Chrysler einlegen. Der geplante Verkauf des Unternehmens an die Regierung, den italienischen Hersteller Fiat und die Gewerkschaften entspreche nicht dem Verfahren des Gläubigerschutzes nach "Chapter 11", sagte der Gläubiger-Anwalt Tom Lauria.

Die Geldgeber wehren sich gegen die Art, wie Chrysler versuche, die Erlöse aus dem Verkauf zu verteilen. Der Konzern habe auch seinen Investoren gegenüber Verpflichtungen, sagte Lauria, der eine Gruppe von 20 Fonds vertritt, denen Chrysler rund eine Milliarde Dollar schuldet.

Nach einer monatelangen Hängepartie hatte der taumelnde US-Autobauer am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Wie US-Präsident Barack Obama in Washington bekanntgab, soll Fiat zunächst mit 20 Prozent bei Chrysler einsteigen und später auf 35 Prozent aufstocken. Das Insolvenzverfahren soll ungewöhnlich schnell vollzogen werden und lediglich 30 bis 60 Tage dauern. Die US-Regierung gibt Chrysler weitere Hilfen von insgesamt rund acht Milliarden Dollar.

Chrysler kündigte an, die Produktion zunächst zu einem Großteil einzustellen. Sie soll erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens wieder das normale Niveau erreichen. Chrysler-Chef Bob Nardelli wird dann zurücktreten, auch Vize-Chef Tom LaSorda kündigte seinen Rückzug an. Das Weiße Haus hatte betont, im Insolvenzverfahren werde es keine Werksschließungen und Entlassungen geben.

Dudenhöffer zufolge passen Fiat und Chrysler gut zueinander. Er rechne damit, dass der US-Autohersteller mit den Italienern als Partner das Insolvenzverfahren schnell verlassen kann. Die Allianz sei für beide Seiten von Nutzen: "In den USA können die Chrysler-Kapazitäten in der Produktion und bei Händlern mit Modellen von Fiat und Alfa Romeo ausgelastet werden. In Europa kann Fiat mehr Fahrzeuge bauen, weil sie im US-Markt angeboten werden können."

Fiat sei in einer grundsätzlich anderen Position als der ehemalige Chrysler-Mutterkonzern Daimler, der mit einer Sanierung des US-Autobauers gescheitert war. "Fiat und Chrysler sind auf Augenhöhe, bei der Technik und im Markt." Mit Daimler hätten die Amerikaner dagegen nicht zusammengepasst, weil die Synergien zwischen Premium- und Massengeschäft nur gering seien.

Quelle : www.spiegel.de

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Steinbrück rechnet mit Steuerausfällen von 300 Milliarden Euro
« Antwort #82 am: 02 Mai, 2009, 11:57 »
Das Finanzministerium sieht für die kommenden Jahre drastische Steuerausfälle voraus. Nach Informationen des SPIEGEL gehen Experten des Hauses wegen der Krise insgesamt von Mindereinnahmen in Höhe von 300 Milliarden Euro bis 2013 aus.

Hamburg - Fachleute des Bundesfinanzministeriums haben in einer internen Analyse eine düstere Prognose für die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden gestellt. Als Folge der Wirtschaftskrise rechnen sie nach Informationen des SPIEGEL mit Steuerausfällen von mehr als 300 Milliarden Euro bis 2013. Danach muss der Fiskus in diesem Jahr auf knapp 25 Milliarden Euro verzichten, rund die Hälfte davon fällt beim Bund an.

Spätestens bis Anfang Juni will Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) deshalb einen Nachtragshaushalt mit einem Volumen von bis zu 15 Milliarden Euro vorlegen. Die Nettokreditaufnahme des Bundes summiert sich damit 2009 auf rund 50 Milliarden Euro, für das nächste Jahr hält Steinbrück eine Neuverschuldung von bis zu 80 Milliarden Euro für erforderlich. In dieser Rechnung sind in beiden Jahren noch nicht die Belastungen aus einem Teil des zweiten Konjunkturprogrammes und dem Bankenrettungspaket berücksichtigt, die in zwei Schattenhaushalten aufgefangen werden.

Zusätzlich ist der Bund im nächsten Jahr gezwungen, der Bundesagentur für Arbeit ein Darlehen von 17,5 Milliarden Euro zu gewähren, wie ein koalitionsinterner Vermerk unter Berufung auf Berechnungen der Nürnberger Behörde ausweist. Das Finanzministerium erwartet, dass der Schuldenstand Deutschlands von 66 Prozent im vergangenen Jahr bis 2013 auf 80 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt steigt. Der Bund wird zu diesem Zeitpunkt noch immer eine Neuverschuldung von 50 Milliarden Euro aufweisen.

Anders als die Bundesregierung erwartet die Brüsseler EU-Kommission auch für 2010 einen Rückgang des Wirtschaftswachstums in Deutschland. Die Zeitung "Die Welt" berichtete vorab unter Berufung auf die neueste Wirtschaftsprognose der Kommission, die deutsche Wirtschaft werde in diesem Jahr um 5,6 Prozent zurückgehen. Für das Jahr 2010 erwarte die Brüsseler Behörde einen Rückgang von 0,2 bis 0,3 Prozent. Die Bundesregierung geht dagegen in ihrer jüngsten Prognose für dieses Jahr von einem Rückgang um sechs Prozent und für 2010 von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent aus.

Dem Blatt zufolge herrscht innerhalb der EU-Kommission Uneinigkeit über die wirtschaftlichen Aussichten nach 2010. Zahlreiche Fachleute in der EU-Behörde erwarten für Europa eine längere Phase wirtschaftlicher Stagnation. Derzeit ist allerdings unklar, inwieweit sie sich mit ihrer Meinung in der politischen Spitze der Kommission durchsetzen können.

Quelle : www.spiegel.de

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Fiat verspricht nur Erhalt von drei Opel-Werken
« Antwort #83 am: 04 Mai, 2009, 17:12 »
Rüsselsheim, Bochum, Eisenach: Diese drei Opel-Werke in Deutschland will Fiat erhalten, wenn ein Kauf des maroden Autobauers klappt. Das sagte Wirtschaftsminister Guttenberg nach einem Gespräch mit dem italienischen Konzernchef Marchionne - Kaiserslautern steht damit zur Disposition.

Berlin - Im Falle einer Übernahme durch Fiat müssten die Opelaner in Kaiserslautern bangen: Bei dem Standort sehe Fiat einen "gewissen Konsolidierungsbedarf", sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Montag nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchionne. Die drei Endmontagewerke Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sollten dagegen weiter betrieben werden. Marchionne sicherte außerdem den Erhalt der Marke Opel zu.

Der Betriebsrat des Kaiserslauterer Opel-Werks reagierte mit scharfer Kritik auf die Aussagen. "Wir werden uns unter dieser Voraussetzung gegen Fiat massiv wehren. Das können wir nicht hinnehmen", sagte der Betriebsratschef Alfred Klingel der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er zähle auch darauf, dass Land und Bund solche Überlegungen nicht akzeptierten.

Den Konsolidierungsbedarf im Falle eines Einstiegs habe Marchionne auf fünf bis sieben Milliarden Euro geschätzt, sagte Guttenberg weiter. Es sei jedoch zu früh, den entsprechenden Anteil für Deutschland zu ermitteln. "Fiat will ohne eigene Schulden in dieses Geschäft einsteigen und hier eine Konstruktion schaffen, die das möglich macht", erklärte der Politiker.

Beim genannten Kapitalbedarf handele es sich mangels konkreter Zahlen der Opel-Mutter General Motors nur um Schätzungen für die GM-Schulden und Pensionsverpflichtungen, die zu übernehmen wären. Hierfür wolle Fiat europaweit auf staatliche Bürgschaften und Garantien zurückgreifen, sagte Guttenberg.

"Das ist eine Hausnummer, die man in Europa erst einmal verteilen muss", sagte der CSU-Politiker, der ansonsten eine eindeutige Bewertung vermied. "Das ist ein interessanter Ansatz, keine Frage", sagte Guttenberg, auch wenn der Finanzierungsbedarf "nicht unerheblich" sei. Von der Bundesregierung werde es "heute oder morgen keine Vorfestlegungen" geben. Zunächst werde man weiterhin mit Interesse auf den Plan des kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna warten, der ebenfalls Interesse an Opel hat.

Fiat plant Autogiganten

In der "Financial Times" hatte Marchionne seine Zukunftsvision zuvor in groben Zügen erklärt. Danach strebt der Fiat-Boss nicht weniger an als die Schaffung eines neuen Konzerns, der in der Weltliga ganz oben mitspielt. Sechs bis sieben Millionen Autos jährlich soll der neue Auto-Riese bauen und damit mehr als der Wolfsburger Volkswagen-Konzern, der nach Einschätzung von Experten bereits Toyota hinter sich gelassen hat.

"Aus technischer und industrieller Sicht ist das eine im Himmel geschlossene Hochzeit", zitiert die Zeitung den Fiat-Chef. Der bisherige Opel-Mutterkonzern General Motors würde dann Minderheitseigner des neuen Unternehmens. Bis Ende Mai solle die Fusion beschlossen werden. Inzwischen dürfte aber auch den Opel-Werkern klar sein, dass die Fusion mehrere tausend Arbeitsplätze kosten wird.

Entsprechend skeptisch stehen die Arbeitnehmervertreter Marchionnes Ansinnen gegenüber. Die Italiener hätten selbst "große Probleme", sagte Opel-Aufsichtsrat Armin Schild von der IG Metall im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei zu befürchten, "dass die Entscheidungen bei Opel nicht mehr in Detroit, sondern in Turin getroffen werden, aber nicht in Rüsselsheim". Es wäre "sehr viel besser, wenn die Bundesregierung Zeitdruck rausnehmen würde", sagte Schild.

Öffentlich genannte Kriterien für einen Einstieg seien "absolut sinnvoll", sagte Schild weiter. Dies sei "nur fair" gegenüber allen Investoren neben dem italienischen Autokonzern Fiat und dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna, die sich für Opel interessieren könnten. Nach SPIEGEL-Informationen hat Steinmeier einen 14-Punkte- Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Außer dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern.

Mit einer schnellen Entscheidung ist allerdings ohnehin nicht zu rechnen. Wie SPIEGEL ONLINE aus Regierungskreisen erfuhr, sind die bisher von beiden möglichen Großinvestoren Magna und Fiat vorgelegten Konzepte nach Ansicht von Guttenberg viel zu vage, um überhaupt als Basis für eine Weichenstellung zu dienen. "Ich kann mir nur erhoffen, dass wir belastbarere Zahlen und Fakten bekommen, weil sich danach das Ob und Wie eines Eintritts der Bundesregierung bemessen wird", sagte der Bundeswirtschaftsminister. Überdies müsse vor einer Entscheidung eine Einigung von potentiellen Investoren mit General Motors abgewartet werden.

Quelle : www.spiegel.de

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Opel-Betriebsratschef Franz schmäht Fiat-Pläne
« Antwort #84 am: 04 Mai, 2009, 21:23 »
Fiats Einstieg bei Opel stößt in der Belegschaft auf wachsenden Widerstand. Nach dem Treffen mit Konzernchef Marchionne zeigte sich Betriebsratschef Franz gegenüber dem SPIEGEL skeptisch: Wesentliche Fragen seien offen, kritisiert der Arbeitnehmervertreter.

Hamburg - Nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchionne steht Opel-Betriebsratschef Klaus Franz einem möglichen Einstieg der Italiener bei Opel weiter sehr kritisch gegenüber: "Wesentliche Fragen sind offengeblieben", sagte Franz dem SPIEGEL. Verärgert hat ihn vor allem, dass vor dem Treffen durchsickerte, Fiat wolle bei einem Einstieg möglicherweise das Opel-Motorenwerk in Kaiserslautern schließen. Franz: "Das ist nicht die feine Art."

Marchionne komme es offenbar vor allem auf einen Technologietransfer von Opel zu Fiat an, sagt Franz. Der Fiat-Chef habe aber nicht die Frage beantworten können, wie die Marke Opel innerhalb eines möglichen Fiat-Chrysler-Opel-Konzerns positioniert werden solle. Opel müsste nach Ansicht des Betriebsrats preislich deutlich über der Einstiegsmarke Fiat angesiedelt sein.

Das Finanzierungskonzept von Fiat ist dem Opel-Betriebsrat auch nach dem Gespräch mit Marchionne "nicht klar". Franz gewann den Eindruck, dass der Fiat-Chef vor allem "beseelt ist von dem Gedanken, einen neuen Autokonzern zu schaffen, der zu den größten der Welt gehört". Die Unternehmensgröße sei aber, wie die Krise von General Motors zeige, nicht das entscheidende Erfolgskriterium.

Treffen mit Guttenberg

Fiat-Chef Marchionne hatte seine Pläne für Opel am Montag zuvor Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vorgestellt und traf sich anschließend mit dem Betriebsrat des angeschlagenen Autobauers und mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Sein Vorhaben ist ambitioniert: Fiat will zusammen mit Opel und Chrysler einen der größten Autokonzerne der Welt schaffen. Das italienische Unternehmen beabsichtigt, die drei traditionsreichen Autobauer zu einem einzigen Konzern zu verschmelzen.

Ohne Abstriche bei Opel dürfte der Zusammenschluss nicht funktionieren: Fiat will bei einem Einstieg in Deutschland offenbar nicht alle Werke erhalten. Das Konzept sehe "die eine oder andere Schließung in Europa" vor, sagte Guttenberg nach dem Gespräch mit Marchionne. Bedroht wäre vor allem das Motoren- und Komponentenwerk in Kaiserslautern mit rund 3300 Beschäftigten.

Dagegen soll die Marke Opel mit ihren drei deutschen Endmontagewerken in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach erhalten bleiben. Unklar blieb, wie die ausländischen Standorte in Belgien, Polen, Spanien und England von den Plänen betroffen wären.

Fragen bei der Finanzierung

Weiter habe Fiat betont, nicht mit eigenen Schulden bei Opel einsteigen zu wollen, sagte Guttenberg. Der finanzielle Überbrückungsbedarf, der nach Schätzungen von Fiat europaweit auf fünf Milliarden bis sieben Milliarden Euro veranschlagt werde, würde sich aus den Schulden und Pensionsverbindlichkeiten der Opel-Mutter General Motors ergeben. Der Staat stehe dann gegebenenfalls mit Bürgschaften bereit. Eine direkte Beteiligung an Opel lehnte der Wirtschaftsminister weiter ab.

Entsprechend zurückhaltend reagierten die Beteiligten. "Ich habe diesen Plan entgegengenommen, und er wird einer entsprechenden Bewertung unterzogen werden", sagte Guttenberg. Das Konzept sei "interessant", es bringe ihn aber nicht dazu zu sagen, "so machen wir das".

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier erklärte am Abend nach dem Treffen, jedes ernsthafte Konzept werde sorgfältig geprüft. Es gebe keine Vorfestlegung auf einen bestimmten Investor. Oberstes Ziel sei aber der langfristige Erhalt von Opel-Arbeitsplätzen inklusive aller Opel-Standorte in Deutschland. Bei dem Gespräch sei es auch um die Konsequenzen für die Opel-Standorte in Deutschland gegangen, erklärte Steinmeier. Einzelheiten nannte er nicht.

Empörung über Pläne für Kaiserslautern

Dagegen sorgte eine mögliche Schließung des Standortes in Kaiserslautern für offene Kritik: Der dortige Betriebsrat, Gewerkschaften und Politiker äußerten sich empört über die Fiat-Pläne. "Die Stimmung in der Belegschaft ist zornig", sagte der Betriebsratsvize Lothar Sorge. "Diese Forschheit habe ich Fiat nicht zugetraut."

Der rheinland-pfälzische DGB forderte den Erhalt der Kaiserslauterer Motoren- und Komponentenfertigung. "Das Werk ist ein wichtiger und integraler Bestandteil des Opel-Konzerns", sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) nannte die Fiat-Pläne "inakzeptabel". "Es ist nicht hinzunehmen, wenn ein Einstieg von Fiat auf Kosten eines kompletten Opel-Standortes gehen soll", sagte Hering laut Mitteilung am Montag in Mainz.

Trotz der offenen Fragen setzen die Verantwortlichen bei Opel auf ein schnelles Ende der Investorensuche. Deutschland-Chef Hans Demant hofft "in absehbarer Zeit" auf eine Lösung. Man sei beim Aufbau einer neuen Organisation für Opel Europa bereits "ein ganzes Stück vorangekommen", sagte Demant bei einem Besuch im Opel-Werk Eisenach. Zu den potentiellen Investoren sagte der Manager, deren Konzepte würden jetzt durchgesprochen.

Opel ist durch die Krise beim US-Mutterkonzern General Motors in eine ernsthafte Krise geraten. Der von der Insolvenz bedrohte amerikanische Hersteller will sich von seinem Europa-Geschäft trennen. Neben Fiat interessiert sich auch der österreichisch-kanadische Zuliefererkonzern Magna für Opel.

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Fiat will jetzt doch alle Opel-Werke erhalten
« Antwort #85 am: 05 Mai, 2009, 07:32 »
Verwirrung um Fiats Pläne für Opel: Konzernchef Marchionne hat sich jetzt doch zum Werk in Kaiserslautern bekannt. Alle vier Standorte sollen bleiben - aber Stellen gekürzt werden. Wirtschaftsminister Guttenberg hält es für möglich, dass noch im Mai über die Zukunft des Autobauers entschieden wird.

Berlin - Der italienische Autokonzern Fiat will bei einer Beteiligung an Opel doch alle vier deutschen Werke erhalten. "Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen", sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne der "Bild"-Zeitung - am Montag hatte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg dagegen nach einem Gespräch mit Marchionne verkündet, die Italiener sähen einen "gewissen Konsolidierungsbedarf", was das Werk in Kaiserslautern betreffe.

Marchionne sagte dazu: "Ich brauche die Werke in der Zukunft, um genügend Autos zu bauen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden." Das werde niemand ändern können. Die Werke müssten effizienter werden. Auf eine genaue Zahl zum Abbau von Arbeitsplätzen wollte sich der Fiat-Chef nicht festlegen: "Ich kann Ihnen heute aber noch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter wir brauchen. Aber es werden weniger sein. Bitte vergessen Sie nicht: Der erste Rettungsplan von Opel selbst sah die Schließung von zwei Werken vor."

Zu den Bedenken des Opel-Betriebsrates und der Gewerkschaften zu einem möglichen Fiat-Einstieg sagte Marchionne: "Opel kann in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen, und wenn man kein Geld verdient, kann man nicht überleben. Ich verstehe die Ängste der Gewerkschaften - aber so ist die Realität."

Befürchtungen, dass Fiat nur bei der bisherigen General-Motors-Tochter einsteigen will, um Gelder aus Staatsbürgschaften zu bekommen, wies Marchionne zurück. Fiat sei der einzige Autobauer in Europa, der bisher nicht um Staatshilfen gebeten habe. Zurzeit verbrenne Opel Geld, weswegen das Unternehmen um Staatshilfe gebeten habe. Deshalb müsse der Staat mit Bürgschaften einsteigen. "Das darf aber nicht zu lange dauern. Der Staat hat bei Opel auf Dauer nichts verloren. Wir müssen es ohne Steuergelder schaffen. Deshalb wollen wir die Bürgschaften in spätestens drei Jahren zurückzahlen."

Über den anderen Opel-Interessenten Magna sagte der Fiat-Chef, dieser wolle mit russischer Hilfe bei Opel einsteigen - und "wenn die deutsche Regierung das für eine gute Lösung hält, würde mich das überraschen". Fiats Plan sei ein echter europäischer Autokonzern, der weltweit erfolgreich sein werde. "Das macht Arbeitsplätze weltweit und in Deutschland zukunftssicher."

Das Konzept des italienischen Autobauers Fiat für Opel war in Deutschland mit Skepsis aufgenommen worden. Wesentliche Fragen seien offen geblieben, kritisierte Betriebsratschef Klaus Franz im Gespräch mit dem SPIEGEL. Verärgert hat ihn vor allem, dass vor dem Treffen durchsickerte, Fiat wolle bei einem Einstieg möglicherweise das Opel-Motorenwerk in Kaiserslautern schließen. Franz: "Das ist nicht die feine Art." Marchionne komme es offenbar vor allem auf einen Technologietransfer von Opel zu Fiat an - habe aber nicht die Frage beantworten können, wie die Marke Opel innerhalb eines möglichen Fiat-Chrysler-Opel-Konzerns positioniert werden solle.

Skeptische Reaktionen auch in der CDU

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel reagierte ebenfalls zurückhaltend. "Unsere Skepsis ist noch nicht ausgeräumt", sagte er der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Es blieben entscheidende Fragen ungeklärt. Der Betriebsrat kritisierte, dass der Fiat-Chef die Motorenfertigung in Kaiserslautern in Frage stelle. Von der Getriebeproduktion hingen auch in Bochum rund 600 Arbeitsplätze ab, warnte Einenkel.

Es werde sich zeigen, ob die Vorschläge tragfähig seien, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) der ARD und fügte hinzu : "Es gibt eine alte Erfahrung: Größe allein ist kein Wert." Vor allem der Nutzen der beabsichtigten Übernahme des US-Autobauers Chrysler durch Fiat sei ihm unklar. "Das war ja bisher, um es vorsichtig zu sagen, nicht die beste Adresse."

Über das Schicksal der Opel-Werke wird möglicherweise schon in wenigen Wochen entschieden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Beschluss noch im Mai fallen werde, sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) dem ZDF. Er lehnte eine Vorfestlegung erneut ab. Die Grundsatzentscheidung darüber, ob Opel von Fiat oder dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna übernommen werden solle, liege nun beim Opel-Mutterkonzern General Motors in den USA. Man müsse auch abwarten, was Magna nun vorlege.

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Magna und Fiat wetteifern um Opel-Deal
« Antwort #86 am: 05 Mai, 2009, 13:29 »
Der Kampf um Opel spitzt sich zu: Erstmals bestätigt auch der Zulieferer Magna offizielle Verhandlungen über einen Einstieg, allerdings nur als Minderheitsaktionär. Der Chef von Fiat kritisiert die Pläne des Mitbewerbers - und betont, das eigene Konzept werde langfristig mehr Arbeitsplätze sichern.

Aurora/Wien/Berlin - Magna legt in Sachen Opel nach: Der österreichisch-kanadische Autozulieferer hat Verhandlungen über einen Einstieg bei Opel bestätigt. Die Gespräche mit Opel, der US-amerikanischen Mutter General Motors (GM) und Behörden in Deutschland seien aufgenommen worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Es handele sich dabei um potentielle Alternativen für die "Zukunft von Opel, einschließlich der möglichen Übernahme einer Minderheitsbeteiligung an Opel durch Magna", hieß es weiter. Dass sich daraus eine Transaktion ergeben werde, könne nicht gewährleistet werden, schränkten die Verantwortlichen ein.

Erst am Montag hatte der italienische Autokonzern Fiat ein Grobkonzept für die Opel-Übernahme vorgelegt. Früheren Berichten zufolge will sich Magna mit russischer Hilfe bei dem Hersteller engagieren. So sollen der Autobauer Gaz und die Sberbank mit von der Partie sein.

Magna-Gründer Frank Stronach hatte vergangene Woche erklärt, er wolle Opel nicht als Abnehmer verlieren. Es sei im Interesse von Magna, dass es Opel gutgehe. "Wir haben ungefähr 1,5 Milliarden Dollar Barreserven auf der Bank", wurde Stronach zitiert. "Da können wir ruhig in ein Geschäft hinein gehen, ohne uns selbst zu gefährden."

Der Magna-Konzern, der nach eigenen Angaben etwa 70.000 Mitarbeiter in 25 Ländern beschäftigt, leidet allerdings selbst unter der aktuellen Wirtschaftskrise: In Österreich muss etwa ein Drittel der Angestellten ein Jahr lang auf bis zu 20 Prozent des Gehalts verzichten. Diesem Schritt habe die Mehrheit der Belegschaft zugestimmt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Magna hat bereits 5000 der 11.000 österreichischen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, weil die Nachfrage von Seiten der Automobilkonzerne deutlich zurückgegangen ist.

Fiat will alle deutschen Opel-Standorte erhalten

Die Bundesregierung hofft auf eine schnelle Lösung für Opel. "Die Entscheidung sollte jetzt nicht auf ewig hinausgeschoben werden", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Montagabend im ZDF. Mit Blick auf die Fiat-Pläne erklärte Guttenberg, die Angebote der Interessenten sollten genau geprüft und nicht schon von vornherein verdammt werden. Vorfestlegungen der Regierung gebe es keine. Nun müsse auch Magna noch mehr Einzelheiten zu seinen Vorstellungen nennen, betonte Guttenberg in einem anderen Interview in der ARD.

Fiat hat seine Offerte unterdessen konkretisiert. Der italienische Hersteller will alle vier deutschen Opel-Standorte nach einer möglichen Fusion erhalten. Der "Bild"-Zeitung sagte Fiat-Chef Marchionne: "Wir wollen keines der vier Opel-Werke in Deutschland schließen. Ich brauche die Werke in der Zukunft, um genügend Autos zu bauen. Aber natürlich müssen die Belegschaften verkleinert werden. Das wird niemand ändern können." Die Werke müssten effizienter werden.

Noch nach dem Treffen am Montag hatte Wirtschaftsminister Guttenberg erklärt, das Komponentenwerk in Kaiserslautern könnte bei einem Einstieg "negativ betroffen" sein. Die Italiener hätten lediglich den Erhalt der Montagestandorte in Bochum, Eisenach und Rüsselsheim zugesichert. Auch das Überleben der Marke Opel sei zugesagt worden.

"Opel verbrennt derzeit Geld"

Auf eine genaue Zahl beim Abbau von Arbeitsplätzen wollte sich der Fiat-Chef Marchionne nicht festlegen: "Ich kann Ihnen heute aber noch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter wir brauchen. Aber es werden weniger sein. Bitte vergessen Sie nicht: Der erste Rettungsplan von Opel selbst sah die Schließung von zwei Werken vor."

Zu den Bedenken des Opel-Betriebsrates und der Gewerkschaften zu einem möglichen Fiat-Einstieg sagte Marchionne: "Opel kann in seiner jetzigen Größe niemals Geld verdienen und wenn man kein Geld verdient, kann man nicht überleben. Ich verstehe die Ängste der Gewerkschaften - aber so ist die Realität."

Bei der Übernahme setzt Marchionne auf staatliche Finanzhilfe: "Opel verbrennt derzeit Geld, deswegen haben sie um Staatshilfe gebeten. Deshalb muss der Staat mit Bürgschaften einsteigen. Das darf aber nicht zu lange dauern. Der Staat hat bei Opel auf Dauer nichts verloren. Wir müssen es ohne Steuergelder schaffen. Deshalb wollen wir die Bürgschaften in spätestens drei Jahren zurückzahlen", sagte der Fiat-Chef.

Auch zum Konkurrenten Magna äußerte sich der Manager: Dieser wolle mit russischer Hilfe bei Opel einsteigen. "Wenn die deutsche Regierung das für eine gute Lösung hält, würde mich das überraschen." Fiats Plan sei ein echter europäischer Autokonzern, der weltweit erfolgreich sein werde. "Das macht Arbeitsplätze weltweit und in Deutschland zukunftssicher."

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Fiats Einsparplan schont deutsche Opel-Werke
« Antwort #87 am: 06 Mai, 2009, 17:10 »
Werke in Italien und England sollen geschlossen werden, aber Opel käme glimpflich davon: Mit dem Einsparszenario "Project Football" bereitet sich Fiat auf die Zeit nach einer möglichen GM-Europe-Übernahme vor. Die Bundesregierung nennt die Planungen "veraltet", doch Autoexperten finden sie plausibel.

Berlin - Man kann Fiat-Chef Sergio Marchionne nicht vorwerfen, er habe seine Pläne zur Übernahme von Opel nicht gründlich durchdacht. 103 Seiten umfasst der Plan namens "Project Football", der der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorliegt. Auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtete von den Plänen.

Zwar folgte den Berichten der Zeitungen umgehend ein Dementi: Die beschriebenen Stellenstreichungen und Werksschließungen seien nicht Teil des Planes. Auch das Bundeswirtschaftsministerium beeilte sich, die Nachricht zu relativieren. "Das Modell (...) stammt von Anfang April und ist insofern nicht mehr aktuell", sagte Ministeriumssprecher Steffen Moritz am Mittwoch in Berlin. Es sei auch nicht Gegenstand der Gespräche des Fiat-Vorstandsvorsitzenden Sergio Marchionne mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Montag gewesen.

Schlechte Nachrichten für die Belegschaft

Experten aber gehen trotzdem davon aus, dass bei einer Übernahme des Opel-Konzerns Einschnitte unvermeidlich sind - auch für Fiat. Denn der Konzern hätte dann weltweite Überkapazitäten von 25 bis 30 Prozent. "Das Dementi sagt wenig aus", sagt ein Insider. "Wenn man es genau nimmt, wäre es sogar richtig, wenn der Plan von externen Beratern stammt."

Doch egal, von wem der detaillierte Plan letztlich stammt: Für die Belegschaft des künftigen Gesamtkonzerns enthält er bestürzende Nachrichten. Fünf Autofabriken sollen geschlossen werden, dazu fünf Werke, in denen Motoren und Getriebe gefertigt werden. Rund 18.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Die Neuordnung werde zu Einsparungen von insgesamt 282 Millionen Euro führen, schreibt die Zeitung.

Die deutschen Opel-Werker können allerdings zunächst aufatmen. Die Standorte Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern kommen in den Planungen vergleichsweise glimpflich davon, müssen aber mit der Schließung der Motoren- und Getriebefertigung rechnen. An allen drei Standorten werden zusammen wohl 3600 Arbeiter ihren Job verlieren. Eisenach soll ganz ungeschoren bleiben.

"Alle GM-Standorte liegen gleichauf"

Die Hauptlast der Einsparungen würden dagegen die Standorte der Opel-Schwestergesellschaft Vauxhall in Großbritannien und Fiat-Fabriken in Italien tragen, wo insgesamt mehr als 12.000 Arbeitsplätze bedroht sind.

Kommentieren will die Pläne bei Opel natürlich niemand. Ein Sprecher weist lediglich darauf hin, dass die Produktivität der einzelnen Fabriken nicht der ausschlaggebende Faktor für eventuelle Schließungsentscheidungen sein kann. "Was das Leistungsniveau betrifft, liegen die GM-Standorte in Europa praktisch gleichauf."

Willi Diez, Direktor des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft, vermutet denn auch andere Gründe, die hinter den Planungen stecken könnten: "Produktivität ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur eine Kenngröße, die eine Rolle spielt", gibt der Experte zu bedenken. Ein wichtiger Punkt sei auch, ob die Komponenten oder Autos, die in den betreffenden Standorten gefertigt werden, überhaupt noch gebraucht würden und wenn, wo sie stattdessen produziert werden könnten. Auch die sogenannte Marktnähe spiele eine Rolle.

Fiat auch in Italien unter Druck

Warum dann aber ausgerechnet die britischen Vauxhall-Standorte Luton und Ellsmere Port von der Schließung bedroht sind, bleibt unklar. Denn die Modelle der Opel-Schwester belegen in ihrem Heimatmarkt regelmäßig Top-Plazierungen in der Zulassungsstatistik.

Bleibt also der politische Faktor: "Die Planer werden sich überlegt haben, wo im Falle einer Schließung mit welchem Widerstand von Politikern und Gewerkschaften zu rechnen ist", erklärt Diez vorsichtig. "Das wird sicherlich in die Rechnung mit einbezogen. Am Ende entscheidet aber die Gesamtkalkulation."

Der Experte weist allerdings auf ein wichtiges Statement hin, das auch aus den Planungen herauszulesen ist: Danach sieht Fiat ebenso die Schließung zweier eigener Standorte in Süditalien vor, der mehr als 6000 Stellen zum Opfer fallen würden.

Die Entscheidung wird Marchionne auch gegenüber der Regierung in Rom vertreten müssen, der er eine Menge Geld schuldet. "Das belegt, dass Fiat für die Allianz eine Menge in die Waagschale zu werfen bereit ist", vermutet Diez. "Die These, Fiat wolle sich auf Kosten von Opel sanieren, dürfte damit nur noch schwer aufrechtzuerhalten sein."

Quelle : www.spiegel.de

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Porsche strebt statt Übernahme Fusion mit VW an
« Antwort #88 am: 06 Mai, 2009, 19:02 »
Der Sportwagenhersteller Porsche strebt statt einer Übernahme von Volkswagen jetzt eine Fusion mit dem Wolfsburger Unternehmen an. Die Familiengesellschafter von Porsche hätten sich für die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns ausgesprochen, erklärte ein Sprecher in Stuttgart.

Dabei sollen zehn Marken unter einer einheitlichen Führungsgesellschaft operieren.

Die Eigenständigkeit aller Marken soll gewahrt bleiben. Zuvor hatten die Familien Porsche und Piëch in Salzburg über die Zukunft des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche und Volkswagens beraten. Porsche hält an dem größten europäischen Autohersteller knapp 51 Prozent der Anteile.

Quelle : www.spiegel.de

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Wiedeking scheitert mit Angriff auf Volkswagen
« Antwort #89 am: 07 Mai, 2009, 06:10 »
Es sollte die Übernahme des Jahrzehnts werden: Porsche wollte den 15 Mal größeren VW-Konzern schlucken. Doch jetzt muss Vorstandschef Wiedeking seinen Plan aufgeben - wegen Finanzierungsproblemen reicht es nur noch zur Fusion der beiden Unternehmen. Die Zukunft des Spitzenmanagers ist offen.

Hamburg - Es war ein Kampf David gegen Goliath. Doch diesmal hat David verloren: Die geplante Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist gescheitert. Die Hauptaktionäre des Sportwagenbauers, die Familien Porsche und Piëch, haben sich am Mittwochabend darauf verständigt, die Übernahme nicht mehr weiter zu betreiben. Stattdessen streben sie nun eine Fusion der beiden Unternehmen an. Für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist das eine herbe Niederlage.

Der Manager hatte einen fast unglaublichen Plan. Er wollte mit Porsche den 15 Mal größeren VW-Konzern schlucken - und fast hätte er sein Ziel erreicht. Doch nun sollen beide Unternehmen nach dem Willen der Porsche-Eigentümerfamilien gleichberechtigt zusammengehen. Porsche wird im neuen Gesamtkonzern nur noch eine von zehn Marken sein, neben Namen wie Seat oder Skoda.

Mehr als zwei Jahre zog sich der Übernahmekampf hin. Nun soll alles ganz schnell gehen: Innerhalb von vier Wochen soll das Konzept für die Fusion stehen. So haben es die Familien Piëch und Porsche entschieden.

Dabei sah das Drehbuch ursprünglich ganz anders aus: Porsche, der Angreifer, auf der einen Seite. Volkswagen, das vermeintliche Opfer, auf der anderen. Durch nichts wollten sich die Schwaben aufhalten lassen. Nicht durch den VW-Großaktionär Niedersachsen, dessen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sich im Dauerclinch mit Porsche befindet. Und nicht durch den mächtigen VW-Betriebsrat, der massiv gegen die bevorstehende Porsche-Regentschaft opponiert hatte.

Die Zuffenhausener schienen unendlich stark: Porsche, oft als Mittelständler verspottet, stand kurz davor, den Dax-Giganten Volkswagen zu beherrschen. Möglich werden sollte der Kauf durch ein ausgeklügeltes Finanzierungsmodell, das Porsche-Chef Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter entwickelt hatten. Mit Optionsgeschäften sicherten sie sich die knappe Mehrheit an Volkswagen.

Porsches Plan war kühn - doch die Rechnung ging nicht auf

Der Aktienkurs der Wolfsburger schoss im vergangenen Jahr - angeregt durch die Übernahmephantasie - in die Höhe. Zeitweise war VW das wertvollste Unternehmen der Welt. Allein dadurch konnte Porsche enorme Gewinne einfahren - während Hedgefonds und andere Spekulanten, die auf fallende Kurse gewettet hatten, Millionen, wenn nicht gar Milliarden verloren.

Doch am Ende ging die Rechnung nicht auf. Etwas mehr als 50 Prozent der VW-Anteile konnte Porsche erwerben. Das ursprüngliche Ziel - 75 Prozent - erreichte Wiedeking dagegen nicht.

Hat sich Wiedeking übernommen? Ist Porsche gar mit Schaeffler zu vergleichen, dem Autozulieferer, der ebenfalls einen größeren Konkurrenten - Continental - schlucken wollte und nun Staatshilfe braucht? Oder hat Wiedeking einfach nur Pech gehabt? Sind es widrige Umstände, die Porsche ausgebremst haben?

Fest steht: Porsche musste gigantische Kredite aufnehmen, um seine VW-Aktien kaufen zu können. Anfangs stellten die Banken bereitwillig Geld zur Verfügung. Doch dann kam die Finanzkrise. Für den Sportwagenbauer wurde es immer schwieriger, die Kreditlinien zu verlängern - und die Zinsen wurden immer höher. Aktuell steht das Unternehmen mit neun Milliarden Euro in der Kreide.

Nach SPIEGEL-Informationen müssen die Zuffenhausener binnen weniger Monate neue Finanzierungsmöglichkeiten finden.Das Porsche-Management hat deshalb eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen. Wiedeking selbst sei nun - ebenso wie die Eigentümerfamilien - für eine Fusion mit Volkswagen, heißt es. Keine Rede mehr von einer Übernahme.

Wer im neuen Konzern das Sagen haben wird, ist noch offen. So steht nicht fest, ob das Unternehmen seinen Sitz in Stuttgart oder in Wolfsburg haben wird. Doch eines ist klar: Porsche als Koch und Volkswagen als Kellner - das wird es nicht geben.

Volkswagen begrüßte denn auch die Entscheidung der Porsche-Eigentümerfamilien. In der Arbeitsgruppe, die nun das Konzept der Fusion erstellen soll, übernehmen die Wolfsburger einen wichtigen Part. Auch das Land Niedersachsen soll eingebunden werden, ebenso wie die Arbeitnehmervertreter. So hatte sich das Wiedeking ursprünglich nicht vorgestellt.

Und noch eine Niederlage muss der einst gefeierte Spitzenmanager einstecken: Dem Vernehmen nach braucht der neue Gesamtkonzern eine Kapitalerhöhung. Mit dem frischen Geld sollen die milliardenschweren Porsche-Schulden getilgt werden.

Die nötigen Summen könnten vor allem aus zwei Quellen kommen: Zum einen von den Familien Porsche und Piëch - sie müssen wohl ihre privaten Ersparnisse einbringen. Zum anderen muss vermutlich ein externer Investor her, zumindest mittelfristig. Immer wieder war gemunkelt worden, ein arabischer Staatsfonds könnte bei Porsche einsteigen. Zuletzt brachte sich das Emirat Katar als Retter ins Spiel. Für die Scheichs hat Porsche einen äußerst wohlklingenden Namen: Die Luxusmarke weckt im arabischen Raum weitaus größeres Interesse als beispielsweise Opel.

Doch wer auch immer Porsche/Volkswagen beispringen wird - eines steht fest: Jeder neue Investor wird die Anteile der Altaktionäre verwässern. Wenn das Gleichgewicht erhalten bleiben soll, müssen nicht nur die Familien Porsche und Piëch Geld zuschießen. Auch Niedersachsen wäre in der Pflicht. Andernfalls würde der Aktienanteil des Landes unter die bisherigen 20 Prozent sinken. Die vom - ohnehin umstrittenen - VW-Gesetz garantierte Sperrminorität ließe sich dann kaum noch rechtfertigen. Ein Szenario, das sich Ministerpräsident Wulf kaum wünschen kann.

Der große Verlierer heißt jedoch Wiedeking. Die VW-Übernahme war seine Idee, das Scheitern ist jetzt untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Wiedeking war 1992 an die Porsche-Spitze gerückt. Mit einem drastischen Sparkurs brachte er den damals schwer angeschlagenen Autohersteller auf Vordermann. Sein persönliches Jahreseinkommen wurde zuletzt auf bis zu 60 Millionen Euro geschätzt - Rekord unter deutschen Managern.

Piech - die entscheidende Macht

Doch im Kampf um Volkswagen machte Wiedeking nicht immer eine gute Figur. Die Wolfsburger stießen sich an seiner auftrumpfenden Art. Dass ein vergleichsweise kleines Unternehmen Europas größten Autokonzern übernehmen wollte, empfanden viele als anmaßend. Für die VW-Mitarbeiter wurde Wiedeking zur Hassfigur, als er seine Pläne zur Entmachtung des Betriebsrats vorlegte.

Deutlich besser kommt Ferdinand Piëch mit den Arbeitnehmervertretern zurecht. Der 72-Jährige gilt als der Strippenzieher im Hintergrund. Ist Wiedeking der Verlierer, so ist Piëch der Gewinner der nun angestrebten Lösung. Er war früher selbst VW-Vorstandschef, außerdem ist er Porsche-Miteigentümer. Piëch kennt beide Unternehmen bestens. Die geplante Fusion dürfte er eingefädelt haben, seit Jahren träumt er davon, aus Volkswagen ein riesiges Autoimperium zu machen. Im neuen Gesamtkonzern wird er vermutlich die entscheidende Macht darstellen.

Wie es dagegen mit Wiedeking weiter geht, ist noch nicht geklärt. Im Gesamtkonzern Volkswagen/Porsche dürfte er einen schweren Stand haben.

Immerhin einen Erfolg hat er aus Porsche-Sicht erzielt: Eine Gegenübernahme des Sportwagengeschäfts durch Volkswagen, über die zuletzt spekuliert worden war, ist offenbar vom Tisch. In diesem Punkt hat sich Porsche-Aktionär Wolfgang Porsche gegen seinen Cousin Piëch durchgesetzt. Mit der Fusion beider Unternehmen ist der Schein der Gleichberechtigung gewahrt, zumindest nach außen.

So gesehen kommt Wiedeking mit einem blauen Auge davon. Aber ob das reicht, um sich als Spitzenmanager zu halten? Verglichen mit der geplanten VW-Übernahme ist eine Fusion unter Gleichen eben doch weniger.

Quelle : www.spiegel.de

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