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Telekom und Bundesliga: "Die brauchen einen Partner"
« am: 23 Dezember, 2005, 10:59 »
Mit dem Recht, Bundesligaspiele live im Internet zu übertragen, könnte die Telekom dem "IPTV", dem Fernsehen via Internet, auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen. Wenn man sie lässt.

Wenn alles glatt geht, waren die 40 Millionen Euro pro Jahr ein Schnäppchen, obwohl der Wert der Online-Fußballrechte vorab auf nur 15 Millionen Euro geschätzt worden war.

So viel Geld nahm die Telekom angeblich in die Hand, um über ihre vorgeschickte Tochter T-Online die Lizenz zur Live-Übertragung der Bundesliga über das Internet zu erlangen. In den Meldungen über die Neuvergabe der Liga-Rechte war das nicht mehr als eine Randnotiz: Da stand natürlich Premiere im Mittelpunkt. Der Pay-TV-Sender gilt als der große Verlierer der Bieterschlacht und blutet nun an der Börse. Bald dürften den Münchnern zudem etliche Abonnenten abhanden kommen.

Die, hofft derweil das Kabelnetzbetreiber-Konsortium Arena, könnten der Live-Lizenz zum nächsten Pay-TV-Anbieter folgen. Arena wird die Spiele nun live übertragen, während die ARD-Sportschau eine Zusammenfassung in gebührendem zeitlichen Abstand bringen wird. Zwanzig Euro soll das Bundesliga-Paket die Fans künftig kosten und den Kabelnetzbetreibern Völkerscharen neuer Kunden zutreiben.

Doch es gibt eine Unbekannte in dieser Rechnung: Die Fans haben nun eine Alternative.

In einer Probephase wahrscheinlich kostenfrei, später gegen ein wie auch immer geartetes Entgelt wird man sich die Spiele live auch über die Onsport-Seite von T-Online anschauen können. Wahrscheinlich zumindest, denn ausgemacht ist bisher gar nichts.

Wie genau T-Online wem was anbieten wird, das können die Sprecher des Unternehmens nicht sagen: "Das wird jetzt intern erst einmal diskutiert werden müssen."

Diskussionsbedarf dürfte es allerdings einigen geben. Schon im Vorfeld hatten sich Medienexperten dahingehend geäußert, dass das mit dem "Rundfunk im Web" so einfach nicht werden würde - denn dafür bräuchte die Telekom eine entsprechende Sendelizenz. Die zu erhalten wird allein schon dadurch erschwert, dass noch immer der Staat Teile des Konzerns hält: Rundfunk hat in Deutschland aber per Gesetz staatsfern zu sein.

Der erste zu klärende Punkt wäre also, wo Web-Video aufhört und Rundfunk anfängt.

Keine Ambitionen?

"Rundfunk", sagt dazu T-Online-Sprecher Martin Frommhold, "wollen wir gar nicht machen." T-Online sei nur bemüht, seinen Kunden ein möglichst attraktives Breitband-Angebot zu liefern. Dazu gehörten heute auch multimediale Inhalte und der Ausbau attraktiver Breitband-Angebote wie beispielsweise Spiele-Server.

Ein "Medienhaus" wollten T-Online oder die Telekom sicherlich nicht sein. Deshalb sei auch die bereits im Vorfeld kolportierte Partnerschaft mit einem Medienhaus, das über eine Lizenz verfügt, "vorstellbar".

Der Rest ist Mauern:
Mit wem? "Da kann ich noch nichts zu sagen."
Gegen Zahlung? "Auch dazu kann ich noch nichts sagen."

Natürlich nicht.

Immerhin aber kann man gemeinsam ein wenig träumen und visionieren: Dass sich der T-Online-Kunde dereinst über seinen Media-Server nicht nur die per Internet übertragende Bundesliga, sondern noch etliche andere Programme und Dienstleistungen auch ins heimische Wohnzimmer holt, kann sich Frommhold sehr gut vorstellen.

Dickes DSL als Königsweg ins Wohnzimmer

Schließlich plant die Telekom den Aufbau eines 50Mbit-Netzes, und das wäre dann wahrlich fit für alles. Das Fernsehen hätte einen neuen Vertriebskanal gefunden, der anders als die Alternative "Kabel" bald so gut wie allgegenwärtig wäre. Per Funk-Anbindung ließe sich dann noch das letzte Dorf erreichen und "vernetzen".

Auch das aber würde die Telekom nicht zum Medienhaus, sondern zum "Carrier" machen. Für die Verwirklichung solcher Visionen, so Frommhold, brauche man natürlich Partner. Denn dann sei ja der Vertrieb von "80 bis 100 Fernsehkanälen" denkbar, und natürlich wäre dabei "das Thema HDTV" künftig ein ganz wichtiges.

Klar, vor allem jetzt, wo Premiere taumelt. Ob der Pay-TV-Sender nach Verlust der Bundesliga-Lizenzen noch die Argumente und die Kundschaft hat, den neuen Standard durchzudrücken, muss man erst einmal abwarten. Da könnte der alternative Verbreitungsweg über Internet-Leitungen völlig neue Märkte öffnen.

Doch so weit sind wir noch nicht - auch, wenn die Telekom in Hamburg gerade einen kleinen, nicht-öffentlichen Betatest mit einem TV-Vertrieb per dicker DSL-Leitung abgeschlossen hat. Die funkte mit "nur" 25 MBit, über die "rund zehn Kanäle" übertragen wurden.

IPTV: Weltweit im Kommen

Kinderkram ist auch das nicht. 24 MBit reichten dem französischen Unternehmen free Telekom, um ein DSL-Netz aufzubauen, über das es prinzipiell HDTV-fähig 200 TV-Kanäle überträgt. Zum pauschalen Abopreis von 30 Euro gehört dann nicht nur Internet-Surfen, sondern auch unbegrenztes Telefonieren. Ähnliche Entwicklungen sind in Italien, Spanien und den USA zu beobachten. Bis 2009, behauptet eine Markterhebung der Institute Screen Digest und Gold Media, könnte dieses "IPTV" in Europa einen Marktanteil von 16 bis 20 Prozent gewinnen. Und Telekommunikationsdienstleister wie die Telekom so mächtig unter Druck setzen. Bei der hat das Wegbrechen der Umsätze im Telefon-Festnetz längst begonnen.

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Quelle : www.spiegel.de

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