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Freie Inhalte: Musik, Videos, Bilder, Bücher, Forschung und mehr
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Thema: Freie Inhalte: Musik, Videos, Bilder, Bücher, Forschung und mehr (Gelesen 1212 mal)
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SiLæncer
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Freie Inhalte: Musik, Videos, Bilder, Bücher, Forschung und mehr
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am:
12 August, 2007, 19:12 »
Mit Open-Source-Software fing es an, jetzt sind die Inhalte an der Reihe: Im Netz finden sich zahlreiche freie Musikstücke, Videos und Bilder, Bücher, Bastelanleitungen, Sprachkurse und Wörterbücher, Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Artikel. Während die Unterhaltungsindustrie mit Prozessen, Kopierschutz und immer schärferen Copyright-Gesetzen gegen die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials in Tauschbörsen vorgeht, haben Künstler und Wissenschaftler, aber auch Hobbyisten und erste Unternehmen die Vorteile freier Inhalte entdeckt. Die Creative-Commons-Initiative hat Standards für die Lizenzierung entwickelt, die sich längst auch auf populären Web-2.0-Sites wie Flickr niederschlagen. Mit Open Access entwickelt sich eine organisierte Alternative zum traditionellen wissenschaftlichen Publikationswesen.
In der dreiteiligen Serie Friede, Freude und freie Eierkuchen-Rezepte spürt heise open den freien Inhalten im Web hinterher und dokumentiert zahlreiche Beispiele.
* Teil 1: Freie Musik, Filme und Bücher
* Teil 2: Freie Forschung, Lehre und Bildung
* Teil 3: Hobby und Kultur
Quelle und Links :
http://www.heise.de/newsticker/meldung/94241
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Creative Commons Festival - Zweite Compilation veröffentlicht
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Antwort #1 am:
12 Mai, 2009, 18:29 »
Anlässlich der im Juni stattfindenden "Cologne Commons" wurde im Vorfeld der zweite Sampler veröffentlicht. Darauf zu finden ist Musik der live auftretenden Künstler.
Die sogenannte "Cologne Commons" ist eine Konferenz und ein Festival für freie Musikkultur, die am 12. und 13. Juni 2009 erstmalig in Köln stattfindet. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie freie Lizenzen, wie die Creative Commons, und das Internet das Kulturschaffen prägt und verändert - und welche Chancen und Möglichkeiten sich daraus ergeben. An zwei Tagen diskutieren Experten, Musiker, Künstler und Kulturschaffende - dieses Jahr wird es vor allem um Musik und Internet gehen, mit dem Schwerpunkt auf Netlabels. Abends kommen dann im Internet erfolgreiche Musik selbst auf die Bühne. Auf das Festival kann man sich schon mal mit der nunmehr zweiten Festival-Compilation einstimmen.
Die
erste Cologne Commons Compilation
gab einen Überblick über die Vielseitigkeit des Sounds von Netlabels, die in Köln beheimatet oder ansässig sind. In heute veröffentlichten
zweiten Compilation
wird es konkret. Denn darauf befindet sich Musik von Künstlern, die auch tatsächlich auf dem Festival spielen werden. Facettenreich und vielfältig geht die Reise durch Hip-Hop, Dubstep, Folk-Pop, Drum and Bass, Techno und Chipmusik.
Auf der Webseite der Cologne Commons kann man sich über das Programm der
Konferenz
und des
Festivals
informieren.
Quelle :
www.gulli.com
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Cologne Commons: Freie Kultur als Chance
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Antwort #2 am:
12 Juni, 2010, 13:45 »
Althergebrachte Lizenzvermarktungsmodelle und konventionelle Nutzungsrechtseinschränkungen wirken im Zeitalter der digitalen Weitergabe kultureller Güter streckenweise anachronistisch. Davon, was abseits der Rechteverwertungsindustrie bereits an freier Kultur im Lande blüht, kann das geneigte Publikum sich bei dem Event Cologne Commons, das an diesem Wochenende in Köln stattfindet, einen Eindruck verschaffen. Neben einem Festival freier Musik wirbt auch eine Konferenz um Aufmerksamkeit, die Themen rund um digitale Kultur behandelt.
In der Keynote zur Eröffnung der Konferenz wies Medienpädagoge Jürgen Ertelt darauf hin, dass die technische Entwicklung hin zur digitalen Community Änderungen in Alltagskultur und Erwerbsleben notwendig mache. So seien beispielsweise Künstler und auch Journalisten immer mehr gefordert, sich selbst zur Marke auszubauen. "Ich bin immer wieder überrascht, wie viel eine One-Man- oder eine One-Woman-Show doch bewegen kann", erklärte Ertelt. Gleichzeitig breiteten die Menschen ihr Leben
auch immer stärker im Netz aus "Vielleicht ist das eine zwangsläufige Entwicklung – wenn wir im Netz arbeiten wollen, müssen wir auch immer mehr dort leben."
Fraglich seien aber viele gesellschaftliche Weichenstellungen, die zur Zeit verbereitet würden. "Die Haushaltsabgabe ist nicht die viel beschworene Kulturflatrate", kritisiert Ertelt Fehlwahrnehmungen. Anstatt eine Abgabe für alle Medienarten zu schaffen, habe der Gesetzgeber nur eine neue Einnahmequelle für diejenigen beschlossen, die bereits vorher gefördert worden seien. Im Bezug auf den dritten Korb des Urheberrechts zeigte sich Ertelt trotzdem optimistisch: "Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist zumindest bereit, sich mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen". Die Bundesjustizministerin habe erkannt, dass das Urheberrecht in seiner bisherigen Form nicht mehr zeitgemäß sei und dass bestimmte Ansprüche nicht mehr wie in der Vergangenheit davon abgeleitet werden könnten.
Dem von den Verlegern geforderten Leistungsschutzrecht erteilte Ertelt eine Absage, ebenso wie den Neuregelungen im neu gefassten Jugendmedienschutzstaatsvertrag: "Es führt dazu, dass Anbieter zu einer Selbstzensur greifen oder sich höher einstufen, als eigentlich notwendig wäre." Neben den vermeintlich erziehungsgefährdenden Inhalten würden auch Informationen aussortiert, die für die Entwicklung von Jugendlichen relevant und wichtig seien. In dem Zusammenhang sieht er auch den Hype um Apples iPad kritisch: "Die Gatekeeper sitzen nicht nur in der Politik, sondern auch bei Steve Jobs." Um neue Kreise von freier Kultur zu überzeugen, empfiehlt der Medienpädagoge, mehr Vertreter anderer Kulturformen wie Theater oder Computerspiele anzusprechen und gleichzeitig auch Zeit in Jugendarbeit zu investieren.
Wie die Künstler mit den neuen Öffentlichkeiten umgehen können, schilderte Marco Medkour, der das Netlabel rec72 betreibt. "Man muss die Social Communities umarmen – denn dort sind die Fans", erklärt Medkour. Pro Woche verbringe er zwischen zehn und zwanzig Stunden in den sozialen Netzwerken, um Fans anzusprechen, die eigenen Künstler zu bewerben und neue Künstler kennenzulernen.
Entgegen immer neuen Todesgerüchten sei MySpace immer noch eine der wichtigsten Communities für Künstler. Daneben seien für Netzkünstler aber auch viele andere Plattformen wie last.fm,jamendo.de,bandcamp.com und Fairtilizer wichtig, dazu kämen Remix-Communities und Video-Plattformen.
Medkour plädiert dabei gegen den GEMA-Ansatz, Musik nur für die kommerzielle Verwendung zu produzieren. Er empfiehlt, Musik mit Hilfe der Creative-Commons-Lizenzen an die Fans zu verschenken. Die könnten so die betreffenden Stücke promoten, indem sie sie beispielsweise in Podcasts einbauten oder als Klingelton verwendeten. Kommerzielle Verwendungen gebe es auch weiterhin: So habe gerade ein großer Autohersteller einen Werbespot mit Musik seines Labels hergestellt – und dafür
auch bezahlt, erklärte Medkour.
Julio Lambing vom European Business Councilfor Sustainable Energy erinnerte an die Komplexität der Allmenden. Das gemeinschaftlich genutzte Eigentum sei weder eine Selbstverständlichkeit, noch seien die Gemeinschaftsgüter von einer neoliberalen Politik bedroht. Damit Gemeinschaftsgüter funktionieren könnten, seien klare Grenzen notwendig. "Doch Regeln alleine reichen niemals aus, um Allmenden zum Blühen zu bringen", warnte Lambing. Damit die Güter nicht durch Übernutzung zerstört werden, gehöre dazu auch eine gewisse Haltung der Teilnehmenden -- so zum Beispiel die Bereitschaft, einen Platz immer besser zu verlassen, als man ihn vorgefunden habe.
Während Lambing gerade im digitalen Umfeld viele Allmende-Projekte wie zum Beispiel Linux, OpenStreetMap oder OpenSPARC würdigte, warnte er jedoch davor, sich allein auf die freie Kultur zu konzentrieren und andere wichtige Aspekte des Gemeinwohls aus den Augen zu verlieren. Angesichts des trotz gegenteiliger Ziele immer noch ansteigenden CO2-Austoßes in Deutschland stellte er den Konferenzteilnehmern etwa die Frage, wie sie mit dem Klimawandel umgehen wollten: "Selbst wenn man sich der Produktion eines kulturellen Allgemeinguts widmet, sollte man das Gemeinschaftsgut Klima nicht vergessen", so Lambing.
Quelle :
www.heise.de
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cologne-commons - klein aber fein
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Antwort #3 am:
14 Juni, 2010, 19:16 »
Am 11. und 12. Juni fand in Köln-Deutz die Cologne Commons 2010 statt. Der Samstag-Nachmittag stand ganz im Zeichen des digitalen Medienwandels. gulli war auch dabei und organisierte das Abschlusspanel zum 3. Korb des UrhG.
Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Das ist das Fazit der Cologne Commons 2010, Konferenz und Festival zur freien digitalen Kultur, organisiert von Moritz “mo.” Sauer, Frank Christian Stoffel, Marco Medkour und Martin Wisniowski. Zwar hatten die üblichen Verdächtigen, das Wetter (am Freitag zu gut und am Samstag zu schlecht) sowie die beginnende Weltmeisterschaft, sicherlich einige potentielle Besucher ferngehalten, aber gerade der intime, persönliche Charakter, den auch die beiden Austragungsorte in Köln-Deutz vermittelten, machte den Charme und Gewinn dieser Veranstaltung aus.
Torsten Kleinz liefert auf heise.de einen ausführlichen Bericht zu den Veranstaltungen am ersten Tag, der hier durch eine Zusammenfassung der Panels am Samstag vervollständigt werden soll. (In absehbarer Zeit soll der Video-Mitschnitt der gesamten Konferenz auf der Internet-Präsenz online gestellt werden.)
Der Vortrag „'Da sind die Roboter!' – Von Robotern, Bastlern und der Zukunft der Robotik“ des Wahlberliners Philip Steffan bot einen Einblick in die freie Design-, Künstler- und Elektronik-Szene und in auf dem „share“-Gedanken basierenden Kooperationen und Initiativen. Während sicherlich nur ein kleiner Kreis von Eingeweihten, auch innerhalb der Digitalen Kultur, technische Fertigkeiten und mentale Ausdauer zum „Selberschrauben“ und Basteln an technischem Gerät und sogar Robotern mitbringt, ist der dahinterstehende Grundgedanke auch für Nicht-Techniker intuitiv verständlich und adaptierbar: „Open Design steht für die Entwicklung, das Adaptieren, Modifizieren und Konstruieren mit neuen Werkzeugen und Technologien. Es verbindet praktische Ansätze mit kollaborativen Arbeitsökonomien und verwischt die Grenzen zwischen Produkt und Artefakt. Open Design ermöglicht einen offenen Zugang zu Objekten und kontinuierlichen Möglichkeiten der Intervention.“
Übrigens: Wer nicht selbst in Gegenwart einer der Musen lebt, sondern sich als aktiver Konsument an schönen Dingen freut, dem bietet Open Design ebenfalls Entfaltungsmöglichkeiten. Denn wie Software-Entwickler stellen inzwischen auch namhafte Designer ihre Entwürfe online, frei zum Nachbau. So veröffentlicht der vom US-Technologiemagazin „Wired“ zum „Designguru“ ernannte israelische Produktdesigner Ronen Kadushin seine fertigen Pläne unter der cc-Lizenz by-nc-sa, die dann mit gängigen CAD-Programmen sogar weiterbearbeitet und natürlich alle gebaut werden können. Die technische Entwicklung, das „Internet der Dinge“ schreitet noch weiter voran: nicht nur Baupläne, sondern das „Ding an sich“ wird man in Zukunft vielleicht direkt aus dem Netz beziehen können. Die ersten funktionierenden der Digital Fabricator („Fabber“, „3D-Drucker“) sind schon auf dem Markt und können aus digitalen Daten dreidimensionale Objekte erstellen. Der „Replikator für Jedermann“, genauso einfach an den heimischen Computer anzuschließen wie ein „normaler“ Drucker, hat sicherlich angesichts der zumeist aus Plastik hergestellten beweglichen Teile in Geräten eine gute Chance, den Vertrieb von kleineren und mittleren Ersatzteilen für Produzenten und Konsumenten nachhaltig zu revolutionieren und zu erleichtern.
„Vom kreativen Zweifel an immateriellen Eigentumsrechten“ ist der Vortrag von Martin Butz, Geschäftsführer sym.net, Köln, Mitinitiator und Organisator der art 2.0, Initiative zum digitalen Wandel, übeschrieben. Weniger theoretisch als praktisch ausgerichtet, wurden dem wohlig schaudernden Publikum schon „klassisch“ zu nennende Beispiele dessen präsentiert, was Helene Hegemann pauschal den „Urheberrechtsexzess“ nannte. Rechtsstreitigkeiten unter Künstlern wie Moses Pelham und Kraftwerk um einen Schnipsel Rhytmus, ein internationaler Megastar, der gegen ein Homevideo auf YouTube vorgeht, bei dem zufällig im Hintergrund seine Musik in schlechter Qualität aus dem Radio schallt, der Kampf um Erlöse aus und Hoheitsrechte wie Kontrolle über „Geistiges Eigentum“ hat für Nicht-Eingeweihte inzwischen selbst kreative, wenn nicht gar skurrile Formen angenommen. Das Motto des Kongresses – „be shareful!“ – ist die unausgesprochene Antwort auf die Frage nach dem kreativen Umgang mit kreativen Gütern, der Ausweg aus dem Dilemma, dass Kreativität immer Kreativität beflügelt, kreative Werke der Vergangenheit die Grundlage für kreative Werke der Zukunft sind. Die „Autorschaft als Werkherrschaft“, wie sie die Lehre vom „Originalgenie“ und der „Originalschöpfung“ vertritt, hat gerade in der Metapher vom künstlerischen Werk als „Kind“ des Urhebers ihre einleuchtenden Grenzen: Wie aus Kindern Leute, Menschen erwachsen werden und sich von ihrem Elternhaus lösen und emanzipieren (freilich ohne Herkunft und Bindung vollends zu verleugnen), so muss auch der Urheber als Vater oder Mutter seiner Schöpfung ein gesundes Verhältnis zu und mit seinem „Kind“ entwickeln. Missbrauch oder Entstellung von Werken ist jedoch seltener Gegenstand von Klagen als der Vorwurf, nicht hinreichend an den materiellen Erlösen aus der kreativen Nutzung durch Dritte beteiligt zu werden. Im Bedürfnis, kreative Werke als Erlösquellen für Inhaber von Nutzungsrechten zu erhalten, greifen Rechteinhaber – und das haben die Beispiele mehr als anschaulich, wenngleich mit einer gewissen Plakativität gezeigt – immer mehr zu wirklich „exzessiven“ Maßnahmen, bis hin zum Versuch, künstlerische Werke prinzipell nicht mehr als allgemeines Kulturgut zu definieren. Die fortdauernde Ausweitung der Schutzfristen urheberrechtlichen Schutzes von Werken bedeutet eine Monopolisierung und Kontrolle von Kulturgütern in den Händen einzelner Menschen oder Unternehmen. Wird dieser Entwicklung nicht nachhaltig Einhalt geboten oder etabliert sich nicht auf Dauer eine Gegenbewegung, würde das eine Verarmung der Kultur zur Folge haben.
Für manche Menschen ist das Aufkommen elektronischer Texte, die Abkehr vom gedruckten Buch und die Hinkehr zu e-Readern und Tablet-Computern wie aktuell dem iPad eine Zeichen von kultureller Verarmung. „Gutenbergpresse Goodbye, eReader Ahoi?!?“, das Gespräch mit dem Journalisten Marc Tißler und dem Verlagsberater Leander Wattig (moderiert von Moritz „mo.“ Sauer), frönte einem technikaffinen Fortschrittsglauben. Digitale Texte haben Zukunft und werden – auf welchem Gerät auch immer – dereinst Standard werden, so wie das Automobil die Pferdekutsche abgelöst hat. Das gedruckt Buch wird als qualitativ hochwertiges Produkt für wenige Connoisseurs ein ähnliches Dasein fristen wie die Pferdedroschken in Wien, die sich heute höchstens regelmäßig noch als touristisches Ereignis behaupten können. Es war sehr viel von „Inhalten“ die Rede, neudeutsch: „content“, weniger von „Literatur“, die Nachteile der ersten marktreifen Geräte gelten als vor allem anfängliche Kinderkrankheiten, die „usability“ werde sich sukzessive verbessern und wohl eine Art Paradigmenwechsel einleiten. Ob das Verhältnis von digitalem Text zu gedrucktem Text in naher oder ferner Zukunft ähnlich dem von Automobil und Kutsche, das Buch nur mehr nostalgisches Modell kultureller Old-Timer sein wird, muss derzeit natürlich noch offen bleiben. Digitale Erlösmodelle in der „share-culture“ des Internets werden jedenfalls nur dann eine Chance haben, wenn sie dem Nutzer entgegenkommen und nicht erwarten, dass der Nutzer zu ihnen kommt. Das Netz als „Raum der unbegrenzten Möglichkeiten“ bietet genügend legale oder illegale Alternativen als wirkmächtige Konkurrenz verfehlter Geschäftsmodelle.
Zum Abschluss der Cologne Commons 2010 organisierten Lars Sobiraj und Joachim Losehand einen Ausblick auf den Auftakt zum 3. Korb des Urheberrechts. Die Autoren Evrim Sen und Christian Heinke, Stephan Benn vom Verband Unabhängiger Tonträger (VUT) und die beiden Juristen Timo Ehmann und Harald Müller vom Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft diskutieren mit den Moderatoren über die Anforderungen an ein Urheberrecht, das dem digitalen Informationszeitalter gerecht wird. Wichtiges Schlagwort für die kommenden Verhandlungen wird der „gerechte Interessensausgleich“ zwischen Urhebern, Nutzern und Werkvermittlern sein, so Timo Ehmann. Harald Müller, Jurist und Bibliothekar am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg setzte sich für eine Stärkung von Bildung und Wissenschaft im Urheberrecht ein und betonte die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Gesetzeswerkes. Auch Evrim Sen hielt mit Blick auf die Internetkultur und das Motto „be shareful“ eine Neupositionierung der Nutzer und eine Stärkung ihrer Rechte in einem neuen Urheberrecht für notwendig.
Stephan Benn vom VUT hingegen war davon überzeugt, dass das Urheberrecht vor allem den Urheber beziehungsweise den Rechtinhaber zu schützen habe und ihm ein materielles Auskommen sichern müsse; das Urheberrechtsgesetz sei kein Verbraucherschutzgesetz, nicht der Konsument, sondern der Produzent bedürfe des Schutzes. Nicht ein „Großer Wurf“, sondern überfällige Korrekturen im Detail seien also das Gebot der Stunde. „Schraubt“ und „feilt“ der Gesetzgeber schließlich nur hier und dort am Gesetzestext, wird damit natürlich auch die klassische Rollenverteilung von Urheber und Konsument weiter theoretisch gefestigt. Ignoriert wird damit die Realität der Praxis, in der durch den technischen Fortschritt diese Gruppenzugehörigkeit aufgebrochen wurde und Urheber-Verwerter-Nutzer in unterschiedlichen Personalunionen potentiell bzw. faktisch existieren. Denn im „Mitmach“-Internet ist jeder Nutzer oder Konsument auch gleichzeitig Urheber, wenigstens der Möglichkeit nach.
Weitgehend einig waren sich jedoch alle Gesprächspartner, dass vom „Dritten Korb“ nicht allzu viel erwartet werden darf; die den Status Quo wenigstens bewahrenden und ihre alten Geschäftsmodelle schützenden Kräfte haben sich längst positioniert und betreiben seit längerem eifrig Lobbyarbeit für ihre Sache. Ein echter Interessensausgleich würde bedeuten, dass gerade die Rechteverwerter zurückstecken und Nutzerrechte ausgebaut werden müssten. Die internationale Entwicklung, deutlich an den Verhandlungen zum Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) und an den Initiativen auf europäischer Ebene lassen jedoch vermuten, dass unternehmerische Initiativen sich auf absehbare Zeit nur in einer juristischen Absicherung erschöpfen und der Kreativindustrie weiter die Kräfte zu kreativen und nutzerorientierten Geschäftsmodellen und grundlegenden Reformen fehlen werden.
Quelle und Links :
http://www.gulli.com/news/cologne-commons-klein-aber-fein-2010-06-14
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Sintel im Kino in Nürnberg: 4. Creative-Commons-Filmabend
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Antwort #4 am:
08 Oktober, 2010, 11:56 »
Zum vierten Mal findet im KommKino Nürnberg der Creative Commons-Filmabend statt. Dabei wird die Premiere des Kurzfilms »Sintel« stattfinden.
Zum einjährigen Jubiläum wird der Creative-Commons-Filmabend wieder in Kooperation mit der Open Suse Konferenz und Raubkopictures ausgerichtet. Daher wird der Abend zweigeteilt stattfinden. Am Mittwoch, dem 20.10. wird Sirko Kemter auf dem Gelände der openSUSE-Konferenz einen Vortrag über Open Movies (mit Filmbeispielen) halten, den er bereits auf dem Linuxtag in Berlin präsentierte.
Am Donnerstag, dem 21.10. und Freitag, dem 22.10. werden um 21:15 Uhr im KommKino Nürnberg Highlights vom 2. und 3. Filmabend sowie zum ersten Mal in einem deutschen Kino der neue CC-Kurzfilm Sintel der Blender Foundation gezeigt. Dazu gibt einige weitere noch nicht in Nürnberg gezeigte Filme unter Creative-Commons-Lizenz.
Das KommKino Nürnberg ist offizieller Gold-Sponsor von »Sintel« und hatte sich mit 250 Euro an der Entstehung beteiligt. Dafür konnten die Besucher der vorangegangenen Creative-Commons-Filmabende in Nürnberg, Erlangen und Augsburg für »Sintel« spenden. Diese Spenden wurden gebündelt in einem Gold-Sponsoring.
Wie immer können Besucher USB-Sticks oder externe Festplatten mitbringen und sich die gezeigten Filme kopieren und mit nach Hause nehmen.
Quelle :
www.pro-linux.de
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