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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: SiLæncer am 06 Juli, 2005, 16:58

Titel: Musikindustrie will Allofmp3.com tabuisieren
Beitrag von: SiLæncer am 06 Juli, 2005, 16:58
Das Landgericht München I hat dem Antrag der deutschen Musikwirtschaft auf eine Einstweilige Verfügung der Musikindustrie stattgegeben, mit der sie gegen den russischen Anbieter AllofMP3.com vorgehen will. In der Verfügung (PDF) verbietet das Gericht "geschützte Aufnahmen aus Tonträgern der Antragstellerinnen bzw. Vervielfältigungen derartiger Aufnahmen innerhalb des Gebiets der Bundesrepublik Deutschland öffentlich zugänglich zu machen bzw. zugänglich machen zu lassen" und "insbesondere über die Internetadresse (www.)* allofmp3.com zum elektronischen Abruf bereitzuhalten".

Mit dieser Verfügung im Rücken wollen mehrere Musikunternehmen gegen "AllofMP3.com-Unterstützer" mit Abmahnungen und Aufforderungen, Links auf das Angebot zu entfernen, vorgehen. Ein Dorn im Auge sind der Plattenindustrie auch Gebrauchsanleitungen und positive Testberichte. Sie wird in dieser Sache vertreten durch die Münchener Kanzlei Waldorf. In den "eklatantesten Fällen" würden sie auch die zuständigen Aufsichtsbehörden und Kontrollgremien einschalten. Der Versuch der IFPI, in Russland direkt gegen AllofMP3 vorzugehen, scheiterte im März. Der zuständige Staatsanwalt sah keinen Handlungsbedarf, da der Anbieter nach momentan geltendem russischen Recht legal operiere.

Das Münchener Landgericht war nun der Meinung, der Antrag auf Einstweilige Verfügung sei begründet, da der Antragsteller glaubhaft machen konnte, "dass der Antragsgegner Tonaufnahmen urheberrechtlich geschützter Musiktitel der Klägerinnen im Internet zugänglich macht, indem er auf der von ihm betriebenen Plattform 'Allofmp3' deren Download auch im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht". Dieser besitze aber keine hierzulande gültige Lizenz.

Die deutschen Phonoverbände schließen daraus, das Landgericht sehe AllofMP3.com als in Deutschland illegal an. Die IFPI nimmt etwa den SWR3 dann auch gleich aufs Korn und mäkelt, "sogar eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt hat auf ihrer Webseite nicht nur auf das in Deutschland illegale russische Angebot verlinkt, sondern den Dienst auch noch als 'richtungsweisend' und 'perfekt' angepriesen". Der SWR3 meint allerdings auch im Unterschied zur IFPI, "deutsche Internet-User handeln legal, wenn sie Musik-Downloads für ihren Privatgebrauch bei AllofMP3.com beziehen". Nach russischem Recht dürfe AllofMP3 die Tonträger der ausländischen Plattenindustrie ebenfalls auf seinen in Russland lokalisierten Servern zum Download anbieten, sagte Ivan Andreevic, Justiziar der russischen Verwertungsgesellschaft ROMS, im März laut SWR3; die auflaufenden Tantiemen würde die Verwertungsgesellschaft ROMS gerne an ihr deutsches Pendant, die GVL, weiterleiten, erklärte Andreevic damals: Doch die Plattenindustrie weigere sich, der GVL die Wahrnehmung der Rechte für Internet-Downloads einzuräumen.

Nach einer von c't eingeholten Expertenmeinung hat AllofMP3.com allerdings kein Recht, das Repertoire in Deutschland anzubieten. Eine Rechtsverletzung im zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Sinn durch die privaten Nutzer der Dienste in Deutschland liegt nach Ansicht der Juristen aber wohl nicht vor: Dazu müsse es sich nach der ersten Novellierung des Urheberrechts bei den in den Musikportalen verwendeten Dateien um offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage handeln, was angesichts der komplizierten Rechtslage für den Nutzer kaum festzustellen sei.

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/61447

* Link entschärft

Jürgen
Titel: Abmahnungen wegen Links auf AllofMP3
Beitrag von: SiLæncer am 08 Juli, 2005, 15:28
Die Musikindustrie macht ihre Drohung wahr und mahnt Website-Betreiber ab, die Links auf die russische Musik-Download-Plattform AllofMP3 setzen. Am gestrigen Donnerstag und heute verschickte die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Waldorf im Auftrag von Unternehmen der Musikindustrie (edel, EMI, Sony Music, SPV, Universal Music und Warner Music) Abmahnungen mit der Aufforderung, solche Links bis zum 12. Juli zu entfernen. Als Streitwert setzt die Kanzlei bei Privatpersonen 75.000 Euro an, weshalb die Betroffenen 3980 Euro an Anwaltskosten zahlen sollen. Gegenüber heise online gab Rechtsanwalt Johannes Waldorf an, bisher "weniger als zehn" derartige Abmahnungen verschickt zu haben.

In dem Anschreiben verweist die Kanzlei darauf, dass das Landgericht München den Betreibern von AllofMP3 per einstweiliger Verfügung (PDF) jüngst untersagt hat, nach deutschem Urheberrecht geschützte Aufnahmen im Web zum Download bereitzustellen. Die Verfügung selbst, die allerdings dem Betreiber von AllofMP3 selbst noch nicht zugestellt wurde, ist beigefügt. Weiter heißt es: "Durch das Setzen des Hyperlinks auf die fragliche Internetseite ermöglichen Sie den Bezug von geschützten Tonaufnahmen unserer Mandantschaften über das illegale Download-Angebot. Sie unterstützen damit objektiv die rechtswidrige Verbreitung geschützter Tonaufnahmen über die illegale öffentliche Zugänglichmachung [...] bzw. leisten sogar Beihilfe."

Nicht nur Privatpersonen, sondern auch mehrere Medienunternehmen haben eine solche Abmahnung erhalten. Dem Heise Zeitschriften Verlag, der unter anderem heise online herausgibt, hat die Kanzlei bislang lediglich eine Aufforderung zugeschickt, Links auf (www.) allofmp3.com zu entfernen.
EDIT
Link entschärft
Jürgen
EDIT ENDE
Eine Unterlassungserklärung war nicht beigefügt. In mehreren Artikeln von heise online, so auch in diesem, ist die Web-Adresse des russischen Musik-Portals im Rahmen der journalistischen Berichterstattung verlinkt.

In einem anderen Fall war der Heise Zeitschriften Verlag von der Kanzlei Waldorf aufgefordert worden, den Link zu einem Unternehmen zu entfernen, das DVD-Kopiersoftware anbietet. Als der Verlag der Forderung nicht nachkam, erwirkte die Kanzlei Waldorf am Münchener Landgericht eine einstweilige Verfügung. Nach Ansicht der Münchener Richter hat heise online durch das Setzen des Links auf die Eingangsseite des Software-Herstellers vorsätzlich Beihilfe zu einer unerlaubten Handlung geleistet. Die Musikindustrie scheiterte jedoch mit dem Versuch, die Veröffentlichung des Artikels insgesamt verbieten zu lassen. Der Heise Zeitschriften Verlag hat gegen das Urteil vom April 2005, das er als verfassungswidrige Einschränkung der Pressefreiheit ansieht, Berufung eingelegt. Die Verhandlung findet am 28. Juli 2005 am Oberlandesgericht München statt.

Quelle und Links : http://www.heise.de/newsticker/meldung/61528
Titel: Allofmp3: Auf den Spuren eines Phantoms
Beitrag von: SiLæncer am 07 September, 2005, 19:41
Die russische Webseite Allofmp3 verkauft Musikdownloads zu Spottpreisen. Die juristische Grundlage dafür gilt als dürftig, doch das stört das Unternehmen nicht, das im Stillen seine Geschäfte macht. SPIEGEL ONLINE folgte der Fährte eines der ärgsten Feinde der Musikindustrie.

Die vierspurige Planetnaya-Straße liegt etwas außerhalb des Zentrums von Moskau, in der Nähe der Metrostation "Aeorport". Eine mittelmäßig repräsentative Wohngegend mit einigen kleinen Geschäften. Im Haus Nummer 29, wo auf einigen der Balkons Gras wächst und im Keller ein kleiner Pelzladen ums Überleben kämpft, sitzt einer der ärgsten Feinde der Musikindustrie: die Firma Media Services Inc.

Media Services Inc. ist Betreiber der Webseite Allofmp3, die auf juristisch höchst fragwürdiger Basis Musikdownloads anbietet - und mit Kampfpreisen von einigen Cent pro Lied iTunes und Konsorten das Fürchten lehrt.

Das Angebot der Russen ist zwar kleiner als das von iTunes, aber trotzdem beeindruckend: Die Datenbank enthält weit über 300.000 Titel - beziehungsweise gut 25.000 komplette Alben. Darunter sind rund 1200 Filmsoundtracks und fast 1000 Klassik-CDs. Und auch die Charts sind vollständig erhältlich. Neben den Hitlisten aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich oder Italien gibt es auch spezielle Angebote für aktuelle HipHop- oder Elektronik-Titel.

Doch eine Spur von Media Services Inc. sucht man in der Moskauer Planetnaya Straße vergeblich - und das obwohl sich laut Firmenangaben genau dort der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Wohnungen und Briefkästen im Haus Nummer 29 tragen keine Namen, sind wie in Russland üblich nur nummeriert. Von einem Firmenschild ist weit und breit nichts zu sehen und auch die Bier trinkenden jungen Männer im Innenhof des Hauses haben von Media Services Inc. nach eigenem Bekunden noch nie etwas gehört.

Allofmp3 beschäftigt Gerichte - nur nicht in Russland

Dafür, dass Allofmp3 in Russland so auffällig unauffällig ist, hat das Angebot weltweit allerdings hohe Wellen geschlagen. Im Frühjahr beschäftigte es zum Beispiel die deutschen Gerichte. Das Landgericht München I erließ auf Antrag sechs führender Musikkonzerne, darunter EMI Music, Sony BMG und Warner Music, eine einstweilige Verfügung gegen Allofmp3. Danach wird dem Unternehmen untersagt, nach deutschem Urheberrecht geschützte Aufnahmen im Web zum Download bereitzustellen.

Für Wirbel sorgte diese Entscheidung vor allem deshalb, weil im Anschluss zahlreiche Privatpersonen und Medienunternehmen durch eine Münchner Anwaltskanzlei abgemahnt wurden. Sie hatten in ihrer Internet-Berichterstattung über den Fall Links auf das Angebot von Allofmp3 gesetzt - und sich damit nach Ansicht der Anwälte der Beihilfe schuldig gemacht. Pro Unterlassungserklärung wären mehrere tausend Euro Anwaltskosten fällig.

Der Heise-Verlag in Hannover, Betreiber des erfolgreichen Internet-Dienstes "heise online", sah das anders und wollte die Links deswegen nicht entfernen. Durch eine weitere einstweilige Verfügung wurde der Verlag allerdings dazu gezwungen. Ein Aufschrei wegen der vermeintlichen Einschränkung der Pressefreiheit ging durch die Medien des Landes. So fürchtete etwa die renommierte "Süddeutsche Zeitung" das Heraufziehen "chinesischer Verhältnisse". Die deutschen Phonoverbände verteidigten das harte Vorgehen indes. Sprecher Hartmut Spiesecke erklärte, man brauche zwar "eine freie Presse, aber auch eine, die sich an Recht und Gesetz hält".

Allofmp3 dagegen ist sich sicher, dass das eigene Geschäftsgebaren mit Recht und Gesetz konform ist - jedenfalls in Russland. Die Firma wird nicht müde, auf eine Lizenz der "Russischen Organisation für Multimedia und digitale Systeme" (ROMS) zu verweisen. Darin ist geregelt, dass Media Services Inc. online Musik anbieten darf - und dafür im Gegenzug Lizenzgebühren zahlt. Ob davon allerdings etwas bei den Künstlern ankommt, darf als mehr als fraglich gelten.

Technologisch ist das Konzept der Russen allerdings sehr attraktiv. Durch die Technologie des sogenannten Online Encoding können User ihre Musik in einem Dateiformat und in der Qualität ihrer Wahl herunterladen. Unterstützt werden unter anderem die Formate MP3, Windows Media und Ogg Vorbis in verschiedenen Qualitätsstufen - und zwar im Gegensatz zur Konkurrenz, etwa von iTunes, ganz ohne Kopierschutz.

Grenzenloser Shop für ein begrenztes Publikum?

Um sich vor möglichen Problemen zu schützen, distanziert sich Allofmp3 in den Nutzungsbedingungen ausdrücklich von möglichen Rechtsverstößen ausländischer User: "Die Verwaltung von Allofmp3 hält nicht Schritt mit den Gesetzen verschiedener Länder und ist nicht verantwortlich für das Handeln nicht-russischer User."

Allofmp3 konzentriert sich nach eigenem Bekunden auf den russischen Markt. "Wir stehen nicht im Wettbewerb mit ausländischen Anbietern. Wir arbeiten im Wesentlichen für russische User", erklärte Media-Services-Manager Vadim Mamotin vor rund einem Jahr in einem Interview. Der Prozentsatz der ausländischen Kunden sei marginal.

Doch ganz so einfach liegen die Dinge wohl nicht. Immerhin ist das gesamte Angebot auch in englischer Sprache erhältlich, weltweite Bezahlmöglichkeiten mit Kreditkarte oder dem Internet-Bezahldienst Paypal inclusive. Dabei nutzt die Firma die Dienste des russischen Bezahlspezialisten "Cyberplat".

Das Interview vor einem Jahr ist die einzige öffentliche und offizielle Äußerung eines Allofmp3-Mitarbeiters. Dieser Tage ist es nur schwer möglich, Kontakt zum Management der Firma herzustellen. Eine freundliche junge Mitarbeiterin bittet am Telefon um Zusendung der Fragen per E-Mail.

Einige Zeit später erhält SPIEGEL ONLINE dann eine Mail von Manager Vadim Medvedev. Er verweist trotz einer detaillierten Anfrage mit insgesamt zehn Fragen nur allgemein auf das Interview vor einem Jahr. "Die Situation hat sich seitdem nicht geändert", so Medvedevs lapidare Feststellung.

Noch schweigsamer sind die Partner der Firma, unter ihnen die russische Telekommunikationsfirma "Rosnet", auf deren Servern in der russischen Exklave Kaliningrad das Angebot von Allofmp3 liegt. Von dort gibt es gar keine Antwort.

Währenddessen floriert das Geschäft der mehr oder weniger verborgen operierenden Firma weiter. Im eigenen Land muss der Billigheimer unter den Downloadshops wohl vorerst keine rechtlichen Konsequenzen befürchten. Immerhin operiert das Angebot auch schon seit fast genau vier Jahren. Der internationale Musikbranchenverband IFPI hatte zwar im Frühjahr dieses Jahres versucht, das Angebot komplett verbieten zu lassen. Nach kurzen Ermittlungen hatte die russische Justiz das Verfahren aber eingestellt. So schnell, wie es sich die Musikindustrie wünscht, lässt sich Allofmp3 also wohl nicht aus dem Netz vertreiben.

Außerdem sind unterdessen Konkurrenzangebote wie der russische Dienst MP3Search entstanden. Sie kopieren das Geschäftsmodell von Allofmp3 - und vergrößern die Schwierigkeiten der Musikindustrie. Selbst wenn es ihr gelingen sollte, Allofmp3 eines Tages aus dem Netz zu klagen, so wie sie es Ende Mai mit dem nach einem ähnlichen Modell operierenden spanischen Dienst Weblisten geschafft hat, wird das Problem wohl bestehen bleiben. Die Allofmp3-Klone müssen unter Umständen nur von Russland in andere Länder ausweichen, vielleicht nach Usbekistan oder Nordkorea.

Quelle : http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,373487,00.html (http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,373487,00.html)
Titel: Online/Offline: Ist AllofMP3 (schein)tot?
Beitrag von: SiLæncer am 17 Mai, 2006, 20:01
Wenige Tage nach Wladimir Putins Ankündigung, künftig auch in Russland Urheberrechtsverletzungen schärfer verfolgen zu wollen, verschwand das populäre Portal AllofMP3 aus dem Netz. Jetzt ist es wieder da - nur funktioniert es nicht mehr.

Kaputt oder nicht kaputt, das ist die große Frage: Am letzten Wochenende verschwand Russlands populäre Musikdownloadseite AllofMP3 plötzlich aus dem Netz. Seitdem überschlagen sich die Gerüchte.Gibt es einen Zusammenhang mit der Rede von Russlands Präsident Putin, der am Dienstag letzter Woche ein härteres Durchgreifen zur Durchsetzung von Urheberrechten angekündigt hatte, die sich künftig auch in Russland stärker an westlichen Standards orientieren sollten? Oder hatte AllofMP3 einfach Serverprobleme, wie die Betreiber versicherten, die mit der Umstellung von Windows2000- auf Linux-Server zusammenhingen?

Klingt erst einmal logisch, doch fand diese Umstellung bereits Mitte März statt. Der Betrieb aber war weiter gegangen - bis zur letzten Woche.

ALLOFMP3: ALLES IM LOT, ODER DOCH TOT?

Also wurde der Website doch das Kabel heraus gezogen? Der Musiklobbyverband IFPI versichert, dass nach seinem Kenntnisstand AllofMP3 wirklich nur aufgrund von Wartungsarbeiten geschlossen sei. Die IFPI hatte in den letzten Monaten - nach einem vergeblichen Versuch, die Webseite mit juristischen Mitteln schließen zu lassen - gegenüber der US-Regierung darauf gedrängt, Druck auf Moskau auszuüben. Bekannt ist, dass Senatoren und Kongressmitglieder von der Bush-Regierung gefordert hatten, Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen, um die Durchsetzung der Copyrights zu erzwingen. Hatten Russlands Behörden nun Schritte gegen das umstrittene Downloadportal eingeleitet?

Leere Hülle

Am Dienstag erschien AllofMP3 wieder im Netz, in veränderter Optik - und ohne jede Funktionalität. Downloads sind nach wie vor nicht möglich, die Anmeldung als Neukunde oder die Einzahlung auf bestehende Konten ebenfalls nicht. Die Betreiber geben weiterhin als einzige Erklärung an, die Server würden gewartet. In Kunden- und P2P-Foren überschlagen sich derweil die Gerüchte und Diskussionen. Tot oder scheintot, Kontoguthaben verloren oder nicht - das seltsame "Flackern" des Portals, das zu den populärsten überhaupt gehört, wirft weiter drängende Fragen auf.

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo zwischen den verschiedenen Vermutungen. Bekannt ist unter anderem, dass die russische Polizei schon vor Wochen einige der Server des Download-Anbieters konfiszierte - was die Notwendigkeit von Wartungsarbeiten erklärt. Zugleich war dies ein erstes Zeichen dafür, dass die Luft dünner wird für AllofMP3: Die Ifpi war mit ihren Klagen gegen die Russen ja deshalb gescheitert, weil der Betrieb der Webseite nicht gegen russisches Recht verstößt. Spätestens seitdem gilt der rechtliche Status des Portals als heiß umstritten - und diskussionswürdig. Putins Rede aber signalisierte, dass sich das Recht in Russlands nun verändert. Umgesetzt ist eine Gesetzesänderung aber noch nicht.

Dumping-Preise

Auch in Deutschland halten nach wie vor viele Nutzer AllofMP3 für ein legales Angebot, obwohl ein Münchner Gericht im Sommer letzten Jahres klarstellte, dass dies zumindest in Deutschland nicht gilt. Doch die Seite kommt sehr seriös daher, offeriert ihre Downloads nach virtueller Unterzeichnung eines Vertrages und Einzahlung auf ein Guthabenkonto gegen Zahlung - das wirkt legal. Kriminell sind dagegen die Preise, argumentiert die IFPI: Während legale, weil lizenzierte Downloadshops wie Apples iTunes 99 Cent oder mehr pro Song verlangen, kassiert AllofMP3 pro heruntergeladenem Megabyte.

Das kostet ganze zwei US-Cent, was jeden Download zum unschlagbaren Schnäppchen macht: Je nach Bitrate (die man zwischen verschiedenen Qualitäten frei wählen kann) kostet der durchschnittliche Einzelsong so zwischen fünf und zwölf Cent, die volle CD zwischen 50 Cent und ein Dollar noch was. Klar, dass die Industrie da kocht. Nicht nur, dass AllofMP3 die Gelder, die sie von lizenzierten Shops verlangt, nicht abführt, das russische Angebot macht den legalen Shops auch gehörig Konkurrenz. Verlässliche Daten sind kaum zu haben, doch beispielsweise in Großbritannien gilt das Angebot als zweitplatziert hinter Apples iTunes.

Seine Tage aber mögen gezählt sein. Noch vertrösten die Betreiber ihre Kundschaft. Der Versuch eines Einkaufs bei AllofMP3 endet derzeit auf einer nackten weißen Seite mit einer Fehlermeldung. Unter der Überschrift "Zahlungen werden vorläufig nicht akzeptiert" heißt es dort mit dem Verweis auf laufende Wartungsarbeiten:

    "Wir arbeiten hart daran, den Betrieb wieder aufzunehmen. Wir erwarten, in Kürze wieder alle Funktionen bieten zu können. Bitte entschuldigen Sie diese laufende Unterbrechung."

Etwas Ähnliches hatte man vor Jahren schon einmal lesen können, über Tage und Wochen: Auf der Webseite der damals populärsten P2P-Börse Napster, die um ihre Legalisierung rang. Kurz darauf war Napster pleite, die Marke wurde verkauft.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Politikum AllofMP3
Beitrag von: SiLæncer am 08 Juni, 2006, 15:20
Das russische Musikdownload-Portal AllofMP3.com ist nach Ansicht der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) kein legaler Service – "weder in Russland noch irgendwo sonst. Der Dienst verteilt ohne Erlaubnis Musik der Künstler und Rechteinhaber und bezahlt auch nicht dafür." Nach US-Medienberichten haben sich dieser Meinung auch führende Vertreter der US-Regierung angeschlossen, die die Schließung des Angebotes zur Bedingung für den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO machen wollen.

In einem dem P2P-Newsdienst Slyck vorliegenden Statement versuchen die Betreiber von AllofMP3 nun ihren rechtlichen Status klarzustellen. Demnach arbeite man seit sechs Jahren getreu russischer Gesetze. Auch mehrfache Überprüfungen durch russische Behörden hätten keine Gesetzesverstöße ergeben. Urheberrechtsabgaben entrichte man an die russischen Verwertungsgesellschaften und bewerbe den Dienst nicht im Ausland – allerdings präsentiert sich das russische Portal auf Wunsch in englischer Sprache und zeigt Preise in US-Dollar an.

Im weiteren Verlauf der Stellungnahme gehen die Betreiber auch auf die zum ersten September 2006 in Kraft tretende Änderung des russischen Urheberrechts ein, das den bisher erlaubten Vertrieb mit kollektiver Abrechnung über Verwertungsgesellschaften ohne explizite Einwilligung von Künstlern und Labels verbietet. Allofmp3 sei demnach dabei, direkte Verträge mit Rechteinhabern und Autoren zu schließen und diese in Zukunft direkt zu vergüten.

Ob dieses Vorgehen den Dienst retten kann, scheint fraglich. Allofmp3 schaffte es in einer Umfrage zur Beliebtheit von Musikportalen in Großbritannien kürzlich auf Platz 2 hinter iTunes – in den USA ist die Nutzung des Dienstes nach US-Medienberichten im letzten Halbjahr durch die zunehmende Berichterstattung um 57 Prozent angestiegen. Vor diesem Hintergrund dürfte die Musikindustrie kaum ein Interesse haben, den beliebten MP3-Musikanbieter durch direkte Verträge zu stützen.

Bereits 2004 wies die Phonowirtschaft in Deutschland darauf hin, dass das Angebot von AllofMP3 ihrer Meinung nach illegal ist. Anfang 2005 leiteten Moskauer Strafverfolgungsbehörden auf Drängen der IFPI Ermittlungen gegen AllofMP3 ein, die aber kurze Zeit später eingestellt wurden. Anschließend hatte das Landgericht München I dem Antrag der deutschen Musikwirtschaft auf eine Einstweilige Verfügung stattgegeben, mit der sie gegen den russischen Anbieter vorgehen wollte. In der Folge mahnte eine Münchner Anwaltskanzlei im Namen führender Unternehmen aus der deutschen Musikbranche Website-Betreiber ab, die auf AllofMP3 verlinkten.

Quelle : www.heise.de
Titel: Musikindustrie zieht gegen AllofMP3 vor britisches Gericht
Beitrag von: SiLæncer am 03 Juli, 2006, 19:24
High Court gibt grünes Licht für Klage gegen russische Website

Die britische Musikindustrie, vertreten durch die "British Phonographic Industry" (BPI), zieht gegen das Russische Musik-Download-Portal AllofMP3.com zu Felde und hat dabei die erste Hürde genommen. Der britische High Court gab grünes Licht für eine Klage gegen AllofMP3 vor einem britischen Gericht, obwohl das Unternehmen dahinter seinen Sitz in Russland hat.

Für die britische Musikindustrie ist dies ein wichtiger Schritt und nicht nur den Briten ist die russische Website ein Dorn im Auge. Dort wurde populäre Musik zu sehr geringen Preisen angeboten, wobei sich AllofMP3 auf ein Abkommen mit der russischen Verwertungsgesellschaft beruft und das eigene Angebot als legal darstellt. Dies sehen die Plattenfirmen anders, was nun auch durch ein britisches Gericht bestätigt werden soll. AllofMP3.com habe keine Erlaubnis der Rechteinhaber für sein Geschäft, so die Argumentation.

AllofMP3.com erreiche sein niedriges Preisniveau nur, da weder die Künstler noch die Plattenfirmen bezahlt werden, heißt es von Seiten der BPI. Der russische Betreiber sieht dies anders: "Verschiedene Regierungsstellen haben in dieser Zeit die Rechtmäßigkeit des Angebots überprüft und keinen Rechtsbruch festgestellt. Kein russisches Gericht hat bisher die Legalität des Angebots in Frage gestellt".

Hierzulande hat die IFPI bereits im Juli 2005 eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber des Angebots erwirkt und war danach sogar gegen Links auf AllofMP3.com vorgegangen. Vertreter der US-Musikindustrie haben gedroht, Russland könne die Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO) verweigert werden, wenn das Angebot nicht geschlossen wird.

Quelle : www.golem.de
Titel: Umstrittene Musiksite Allofmp3 geht in die Offensive
Beitrag von: SiLæncer am 18 Oktober, 2006, 13:00
Der Konflikt um dem russischen Musikdownload-Anbieter Allofmp3.com erreichte eine neue Stufe der Eskalation. So erklärten die Betreiber der Download-Plattform, es sei die Schuld der Plattenfirmen, dass Künstler kein Geld mit den Allofmp3-Downloads verdienten. Gleichzeitig gab der Kreditkartenanbieter VISA laut International Herald Tribune bekannt, die Zusammenarbeit mit Allofmp3 wegen der Urheberrechtsproblematik einzustellen.

Allofmp3 reagierte darauf mit einem Schachzug, der für weiteren Verdruss bei den Plattenfirmen sorgen dürfte: Die Plattform gab den Startschuss für ein Projekt namens "Music for Masses", das den kostenlosen Download des kompletten Allofmp3-Katalogs ermöglicht (erreichbar über einen neuen "Free Mode" bei der Bestellung von Musiktracks für das Online-Encoding mittels "Add Album to Basket" auf Allofmp3). Nutzer der Webseite können damit von jedem verfügbaren Song eine mit 128 KBit/s kodierte Version umsonst herunterladen. Die Dateien lassen sich jedoch nur mit einem speziellen Allofmp3-Player wiedergeben. Die Dateien werden mit dem Lame-MP3-Codec kodiert und besitzen die Endung ".mp3x". Ein Abspielen der Songs ist zudem nur möglich, wenn der jeweilige Computer mit dem Internet verbunden ist. Das bisher nur als Alpha-Version erhältliche Windows-Programm nimmt beim Laden eines neuen Songs Kontakt mit einem Allofmp3-Server auf und unterbindet bei fehlender Netzwerk-Anbindung die Wiedergabe. Allofmp3 will mit den kostenlosen Downloads eigenen Angaben zufolge ein werbefinanziertes Angebot aufbauen. Dazu soll Werbung direkt in den "Music for Masses"-Player integriert werden. Eine Mac-Version der Software soll zudem in den nächsten Wochen verfügbar sein. Neben den Umsonst-Downloads wird es weiterhin kostenpflichtige Songs in ungeschützten Formaten geben.

"Music for Masses" wurde auf der gestrigen Pressekonferenz interessanterweise mit keinem Wort erwähnt. Allofmp3s Mutterfirma Mediaservices hatte Journalisten aus der ganzen Welt erstmalig dazu eingeladen, mit dem Geschäftsführer Vadim Mamotin über das Internet ins Gespräch zu kommen. Die Firma hatte dazu eine Art rudimentäres Konferenzsystem eingerichtet, das entfernt an Web-Chaträume Anfang der Neunziger erinnerte.

Mamotin und seine PR-Mitarbeiter nutzten das Forum, um sich gegen die wachsende Kritik der Musikindustrie zur Wehr zu setzen. So beteuerte man abermals, dass Allofmp3 aufgrund von Zahlungen an die lokale Verwertunsgesellschaft ROMS in Russland legal sei. Im übrigen sei es die Schuld der Plattenfirmen, dass Musiker nicht an diesen Geldern beteiligt würden. Von der Firma hieß es dazu wörtlich: "ROMS hat den Plattenfirmen angeboten, diese Lizenzgelder auszuzahlen, hat dafür jedoch eine Abfuhr erhalten." Mediaservices hatte auch sonst keine guten Worte für die Musikindustrie übrig: "Plattenfirmen nehmen keine Rücksicht auf die Mehrheit der Musiker. Es geht ihnen nur darum, Geld für sich selbst zu erwirtschaften."

Die Rolle der Webseite in Russlands Beitrittsverhandlungen zur Welthandelsorganisation (WTO) kam ebenfalls auf der Pressekonferenz zur Sprache. Eine Vertreterin der USA hatte Anfang Oktober verkündet, die Download-Plattform führe die Liste "berüchtigter Märkte" an. "Allofmp3 ist kein Hinderungsgrund für Russlands WTO-Beitritt", erklärte dagegen das Mediaservices-Team. Die USA nutzten Allofmp3 lediglich als Vorwand, um Russland zu weiteren Konzessionen zu zwingen. Man sei von der russischen Regierung jedoch bisher nicht unter Druck gesetzt worden.

Für zahlreiche Fragen sorgten schließlich auch Allofmp3s eigene internationale Handelsbeziehungen. Die Betreiber der Webseite haben in der Vergangenheit immer wieder argumentiert, ihr Angebot lediglich für russische Kunden zu betreiben. Warum also ermöglicht man auch Kunden in Deutschland oder Großbritannien den Zugriff auf Allofmp3? "Wir sind immer noch nicht davon überzeugt, dass unser Angebot in diesen Ländern illegal ist", kommentierte Mediaservices. Die Gesetzeslage sei in Bezug auf internationale Transaktionen oftmals sehr komplex.

Deutlichen Widerspruch dazu dürfte Mediaservices von der deutschen Musikindustrie ernten. Die Branche hatte vor gut einem Jahr vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen Allofmp3 erwirkt. Darin wurde es Allofmp3 verboten, die Aufnahmen der beteiligten Plattenfirmen in Deutschland zu verbreiten. Aufgrund dieser Entscheidung ging die Musikindustrie auch gegen die Verlinkung der Website von Allofmp3 vor.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllofMP3 wehrt sich gegen "Diskriminierung" durch Kreditkartenfirmen
Beitrag von: SiLæncer am 20 Oktober, 2006, 13:43
Der umstrittene Musikanbieter AllofMP3 will "mit allen Mitteln" gegen die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard vorgehen, die Zahlungen für das russische Musikportal nicht mehr abwickeln. "Visa und Mastercard sollten AllofMP3 sofort wieder zulassen", forderte der Chef des Portalbetreibers Mediaservices. "Es gibt keinen stichhaltigen Grund und absolut keine rechtliche Grundlage für dieses Vorgehen". In den vergangenen Tagen hatte der Musik-Downloadidenst bereits versucht, mit einer Medienkampagne in die Offensive gegen die Musikindustrie zu gehen und darüber hinaus einen kostenlosen Musik-Downloaddienst gestartet, der sich über Werbung im erforderlichen AllofMP3-Musikplayer finanzieren soll.

Die angesprochenen Unternehmen sehen das anders. Visa bewege sich im Rahmen des russischen Gesetze und des internationalen Urheberrechts, erklärte ein Sprecher des Unternehmens, das seit September keine Zahlungen mehr für AllofMP3 annimmt. Konkurrent Mastercard wird noch etwas deutlicher und will sich nicht für "illegale Aktivitäten" benutzen lassen. Besitzer einer Mastercard können bereits seit August nicht mehr bei AllofMP3 einkaufen.

Für die in Moskau ansässige Mediaservices Inc. entbehren die Schritte der Kreditkartenunternehmen jeglicher Grundlage. Sie seien "willkürlich" und offensichtlich nicht durch die Entscheidung eines russischen oder anderen Gerichts gestützt. Es sei nicht Sache der Kreditkartenausgeber, darüber zu befinden, ob AllofMP3 legal sei oder nicht, erklärte das Unternehmen. AllofMP3 sei bisher durch kein Gericht wegen Rechtsverstößen verurteilt worden.

Bei AllofMP3 gibt es Musik zu Schleuderpreisen. Das Portal ist ein besonders großer Dorn im Auge der Musikindustrie, die das Angebot für illegal hält. Die Branche hatte in Deutschland vor gut einem Jahr vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen Allofmp3 erwirkt. Darin wurde es Allofmp3 verboten, die Aufnahmen der beteiligten Plattenfirmen in Deutschland zu verbreiten. Aufgrund dieser Entscheidung ging die Musikindustrie auch gegen die Verlinkung der Website von Allofmp3 vor

Mediaservices dagegen hält der Musikindustrie stets entgegen, dass AllofMP3 nach russischem Recht legal sei. AllofMP3 zahle Urheberrechtsabgaben über die russische Verwertungsorganisation "Russian Organization for Multimedia and Digital Systems" (ROMS). Industrievertreter bezweifeln allerdings deren Legitimierung und hatten in der Vergangenheit wiederholt erklärt, diese Abgaben seien von ROMS nicht wieder ausgeschüttet worden.

Mediaservices weist die Verantwortung dafür zurück. Es sei Schuld der Musikindustrie, dass die Tantiemen nicht bei den Künstlern landen. ROMS habe den Plattenfirmen angeboten, die Lizenzgelder auszuzahlen, dafür jedoch eine Abfuhr erhalten. "Plattenfirmen nehmen keine Rücksicht auf die Mehrheit der Musiker. Es geht ihnen nur darum, Geld für sich selbst zu erwirtschaften."

Auch das neueste Projekt der Russen dürfte wenig zur Entspannung der Lage beitragen. "Music for Masses" ermöglicht den kostenlosen Download des kompletten Allofmp3-Katalogs in 128 kBit/s. Die Dateien lassen sich jedoch nur mit einem speziellen Player wiedergeben, wenn der jeweilige Computer mit dem Internet verbunden ist.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllofMP3-Angebot MusicForMasses offenbar geknackt
Beitrag von: SiLæncer am 25 Oktober, 2006, 16:12
Nur eine Woche nach dem Start des kostenlosen "Music For Masses" der umstrittenen Musiksite AllofMP3 soll die Rechteverwaltung des Dienstes ausgehebelt worden sein. AllofMP3 bietet seinen kompletten Musikkatalog kostenlos als 128 kBit/s kodierte MP3-Dateien an, die sich jedoch nur mit dem speziellen MusicForMasses-Player und bei bestehender Internet-Verbindung des Computers abspielen lassen.

Ein Tool namens MusicForMe klinkt sich in diesem Player ein und bettet die zunächst im proprietären mp3x-Format vorliegenden Songs in normale MP3-Dateien um. Dabei gehen laut Angaben des Programmierers zwar die Dateinamen verloren, die ID3-Tags blieben jedoch intakt, sodass sich mittels MP3-Renamern auch die Dateinamen wieder herstellen lassen sollten.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllofMP3- Sperrung: Aufregung um dänisches MP3- Urteil
Beitrag von: SiLæncer am 28 Oktober, 2006, 18:03
Der Kampf um die russische Musik-Plattform AllofMP3 eskaliert. Ein dänisches Gericht hat einen großen Internet-Provider gezwungen, seinen Kunden den Zugang zu der Website zu sperren. Verbraucherschützer und Vertreter der Kommunikationsbranche sind empört.

Das Urteil dürfte unter Freunden preiswerter Musik und in der Telekommunikationsbranche für Aufsehen sorgen: Ein dänisches Gericht hat den schwedischen Internet-Serviceprovider Tele2 dazu aufgefordert, seinen Kunden den Zugang zu AllofMP3 zu sperren - jener umstrittenen Musikplattform, die ganze Alben für weniger als einen Dollar anbietet.

"Dieses Urteil ist ein weiterer Schritt, diese Piratenseite zu schließen", tönte John Kennedy, Chef des Musikindustrie-Lobbyverbands IFPI. An anderer Stelle stieß das Urteil auf weit weniger Begeisterung - und das nicht nur bei AllofMP3-Betreiber Mediaservices. Tele2 etwa will laut einem Bericht des IT-Dienstes "The Register" gegen das Urteil vorgehen. Die schwedische Tele2-Gruppe ist nach eigenen Angaben mit mehr als 30 Millionen Kunden in 22 europäischen Ländern einer der führenden Telekommunikations-Dienstleister in Europa. Unter ihnen befinden sich Millionen Kunden mit Breitband-Internetzugang.

Auch dänische Branchenvertreter kritisierten die Entscheidung des Gerichts mit scharfen Worten. "Ich bin schockiert über dieses Urteil und sehe es als Zensur an", sagte Ib Tholstrup, Direktor des dänischen Branchenverbands Telekommunikationsindustrien, der Newsseite "Slyck". Tele2 und andere Serviceprovider ermöglichten den freien Zugang zu Informationen im Internet und müssten diese Informationen nun sortieren. "Das ist für uns unbekanntes Terrain", sagte Tholstrup. "Es ist, als ob die Postämter alle Briefe lesen müssten, die sie bekommen. Ich kann dieses Urteil nur zutiefst missbilligen."

Sebastian Gjerding, Sprecher der dänischen Urheberrechts- und Verbraucherschutz-Aktivisten "Piratgruppen", äußerte sich nicht weniger verärgert. Das Urteil zeige eindeutig, "dass die IFPI eine Bedrohung für die freie Kommunikation ist". Offensichtlich kenne die IFPI in ihrem Kampf gegen die Piraterie keine Grenzen - "auch wenn das die Einschränkung der freien Kommunikation bedeutet".

Gjerding verglich Dänemark gar mit China: "Dort können Bürger Internetseiten nicht abrufen, die in anderen Ländern legal sind, von der chinesischen Regierung aber nicht gebilligt werden. Diese Politik hält nun in Dänemark Einzug." Für den Fall, dass das Gericht sein Urteil nicht revidiere, drohte Gjerding mit aktivem Widerstand: "Technische Vorkehrungen, das Internet zu zensieren, sind oft leicht zu überlisten. Die Piratgruppen ist mehr als bereit, den Leuten zu zeigen, wie das geht."

Ob das aber die Rettung von AllofMP3 ermöglichen wird, ist offen: Erst vor wenigen Tagen haben die Kreditkarten-Anbieter Visa und Mastercard angekündigt, keine Zahlungen an AllofMP3 mehr zu akzeptieren - ebenfalls auf Druck der Musikindustrie.

Quelle : www.spiegel.de
Titel: Dänische Provider wehren sich gegen AllofMP3-Sperre
Beitrag von: SiLæncer am 10 November, 2006, 16:53
Das Urteil war eine Überraschung. Eine Richterin am Kopenhagener Stadtgericht hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Provider Tele2 erlassen, nach der dieser seinen Kunden den Zugang zum umstrittenen russischen Online-Musikladen AllofMP3.com in Zukunft verwehren muss. Nicht nur Internet-Aktivisten und Branchenvertreter zeigten sich konsterniert, selbst die dänische Vertretung des internationalen Verbandes der Plattenindustrie (IFPI) war überrascht von der Leichtigkeit, mit der sie die gewünschte Verfügung erhalten hatte. Die Industrievertreter hatten offenbar mit einem schwierigen Verfahren gerechnet, doch entschied das Gericht ganz im Sinne der Musikbranche. Hinter vorgehaltener Hand munkeln mit dem Verfahren vertraute Insider, die Kammer sei womöglich mit den technischen Details des Falles nicht richtig vertraut gewesen.

Das Gericht stützt seine Entscheidung (PDF auf Dänisch, englische Übersetzung) auf einen Artikel des dänischen Urheberrechts, der eine nicht genehmigte temporäre oder permanente Reproduktion urheberrechtlich geschützten Materials verbietet. Das Gericht geht davon aus, dass AllofMP3-Betreiber Mediaservices nicht die nötigen Rechte für die Verbreitung geschützter Musik in Dänemark hat. In seiner Urteilsbegründung führt die Kammer darauf aufbauend aus, dass die Musikstücke während der Durchleitung der Datenpakete durch das Netzwerk des Providers für kurze Zeit als elektronische Signale in den Routern vorgehalten würden und damit als Kopie oder Teilkopie im Sinne des Urheberrechts zu gelten hätten. Den Einwand des Providers, die weniger als eine Millisekunde dauernde Speicherung der Daten in Netzwerk-Routern komme keiner Reproduktion im Sinne des Gesetzes gleich, ließ das Gericht nicht gelten. Tele2 wurde angewiesen, nicht weiter an der Verbreitung von Musikstücken der Website AllofMP3.com mitzuwirken und Kopien davon anzufertigen. Darüber hinaus soll der Provider seinen Kunden den Zugang zu der Domain und ihren Subdomains verwehren.

Tele2 hat inzwischen die geforderten Maßnahmen ergriffen, wird sich aber gegen das Urteil wehren. Die Berufung sei in Vorbereitung, teilte die Rechtsabteilung des Providers mit. Andere dänische Provider wie der Carrier TDC, CyberCity oder Telia Stofa werden den Ausgang des Verfahrens gespannt beobachten. Die IFPI sieht die Zugangsanbieter in der "moralischen Verantwortung", der Verfügung ebenfalls nachzukommen. Bisher haben sich die dänischen ISPs allerdings nicht bewegt und können dabei auf die Rückendeckung ihres Verbandes zählen. Für die Branche steht nach diesem "falschen Urteil", wie es ein Insider nennt, zu viel auf dem Spiel. Sollte der Sieg der Musikindustrie Bestand haben, käme das einem Dammbruch gleich, fürchten Branchenvertreter. Die IFPI hätte mit dem Urteil ein Rechtsmittel an der Hand, bei den dänischen Zugangsanbietern die Sperrung zahlreicher unliebsamer Web-Seiten anzumahnen. Die Russen zeigen sich solidarisch: "Wir bedauern, dass Tele2 jetzt in einer extrem belastenden Situation ist", erklärte ein Sprecher für Mediaservices. Das Vorgehen der Musikindustrie sei Teil einer breit angelegten Kampagne gegen Mediaservices. Er bezeichnete die Bemühungen, AllofMP3.com zu schaden, als fehlgerichtet: "So wie wir das sehen, hat die IFPI ein Problem mit dem russischen Urheberrecht und sie sollte ihre Bedenken bei der russischen Regierung vorbringen."

Dass AllofMP3.com durchaus ein kontroverses Thema ist, weiß auch der dänische Verband der Telekommunikationsanbieter. Trotzdem will die Organisation die weiteren Bemühungen von Tele2 gegen das Urteil unterstützen. "Das Gericht löst keine Probleme, sondern verursacht eine Reihe von Nebeneffekten und begibt sich auf die rutschige Straße in Richtung Zensur", erklärte Ib Tolstrup, der Direktor des Verbandes Telekommunikationsindustrien. Netzbetreiber sollten nicht für Inhalte verantwortlich und damit zum nationalen Gatekeeper gemacht werden.

Das sieht auch der Sprecher der dänischen "Piratgruppen", Sebastian Gjerding, so: "Es ist fundamental wichtig, dass die ISPs nur den Zugang liefern, nicht auch Inhalte überwachen". Sollten solche Urteile Schule machen, würde der Internet-Zugang durch nationale Sonderwege reglementiert. China fällt dem Aktivisten dazu als Beispiel ein. "Das Urteil bedroht die freie Kommunikation. Es schafft ein nach dem chinesischen Modell kontrolliertes Internet, in dem Behörden überwachen, zu welchen Informationen die Bürger Zugang haben und unerwünschte Inhalte sperren". Allerdings weiß Gjerding auch, dass die von Tele2 ergriffenen und von der IFPI in der Klage vorgeschlagenen Maßnahmen vergleichsweise leicht zu umgehen sind. "Es ist nur eine einfache DNS-Blockade. Kein Problem, das zu umgehen". Wer damit doch Schwierigkeiten habe, finde auf der Seite von Piratgruppen entsprechende Hinweise.

Das Urteil ist der vorläufige Höhepunkt des weltweiten Feldzugs der Musikindustrie gegen illegal kopierte Musik im Allgemeinen und gegen den russischen Anbieter im Besonderen. Die Interessenvertreter schaffen es so, das Thema weiter zu forcieren. Der Musikladen spielt nun sogar in den Gesprächen über den Beitritt Russlands zur World Trade Organisation (WTO) eine Rolle. Doch AllofMP3 behauptet standfest, ein nach nationalem Recht legal operierendes Unternehmen zu sein und Urheberrechtsabgaben über die russische Verwertungsgesellschaft ROMS abzuführen. Die IFPI hält stets dagegen, davon keinen Cent zu sehen und beharrt auf der Illegalität des ganzen Unterfangens. In London haben britische Industrievertreter erreicht, dass sie vor einem englischen Gericht gegen das Unternehmen prozessieren dürfen, eine entsprechende Klage steht bisher noch aus. Tiefer dürfte dagegen die von IFPIs Lobbyarbeit nicht unbeeinflusste Entscheidung der Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard getroffen haben, nicht länger Zahlungen für AllofMP3 abzuwickeln.

Auch hierzulande hatte die Musikindustrie im vergangenen Jahr eine einstweilige Verfügung gegen AllofMP3 erwirkt, mit allerdings wenig direkten Folgen für den russischen Anbieter. Stattdessen gilt die Verfügung als Hebel gegen "Unterstützer" hierzulande, die den Aktivitäten von AllofMP3.com mit Links, Anleitungen oder Empfehlungen Vorschub leisten. Aber auch die deutsche Musikindustrie beobachtet das Geschehen in Dänemark mit Interesse. Konkrete Pläne in dieser Richtung habe der deutsche Arm der IFPI hierzulande allerdings nicht, wie ein Sprecher mitteilte. Möglicherweise ist das auch nicht so einfach, wie die Erfahrung der GEMA aus dem Jahr 2005 zeigt. Die deutsche Rechteverwertungsgesellschaft hatte im Sommer vergangenen Jahres 42 deutsche Provider anwaltlich aufgefordert, den Zugang zu Filesharing-Portalen zu sperren. Die Zugangsanbieter zogen es vor, sich nicht zu rühren und es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen zu lassen. Doch die angedrohten Klagen blieben aus. Offiziell heißt es bei der GEMA, man sei mit den Providern noch im Dialog. Von diesen können sich einige allerdings nur vage an Gespräche erinnern.

Quelle : www.heise.de
Titel: Dänischer Provider hält AllofMP3-Sperre aufrecht
Beitrag von: SiLæncer am 24 November, 2006, 15:44
Der dänische Telekommunikationsanbieter Tele2 akzeptiert eine von der Musikindustrie erwirkte einstweilige Verfügung, nach der er seinen Kunden den Zugang zum umstrittenen russischen Online-Musikanbieter AllofMP3.com verwehren muss. Am vergangenen Mittwochnachmittag teilte Tele2 dem Gericht mit, dass es sich mit der Klagepartei IFPI Dänemark auf die technische Methode geeinigt habe und das Urteil akzeptieren werde. Damit ist die bisher geplante Berufung gegen die Verfügung offenbar endgültig vom Tisch.

Die dänische Vertretung des internationalen Verbandes der phongrafischen Wirtschaft (IFPI) hatte bei einem Kopenhagener Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die den Provider Tele2 zur Einrichtung einer Zugangssperre zu dem russischen Musikanbieter verpflichtete. Internetaktivisten und der Branchenverband der dänischen Telekommunikationsanbieter sahen in dem Urteil einen ersten Schritt in Richtung staatliche Zensur, die Provider seien der falsche Ansatzpunkt für Maßnahmen gegen möglicherweise illegale Netzinhalte.

Tele2 hegt erklärtermaßen Zweifel an der Legalität des Anbieters AllofMP3. Auch deshalb will sich der Provider jetzt nicht in einen Grundsatzstreit mit der Musikindustrie begeben. Tele2 bedauert, durch das Urteil in eine Gatekeeper-Rolle gedrängt zu werden und sieht sich in der Zwickmühle. Einerseits seien die Provider der falsche Adressat für das Vorgehen der Musikindustrie und das Urteil falsch, andererseits wolle man nicht für einen zumindest zweifelhaften Anbieter ins Feld ziehen. Für Tele2 ist das Thema jetzt vor allem Angelegenheit der Politik: "Das ist nicht unser Kampf".

Tele2 hatte zunächst Rechtsmittel gegen die Verfügung angekündigt, davon aber nun Abstand genommen. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, hat sich Tele2 mit der IFPI darauf verständigt, die Sperre auf DNS-Ebene aufrecht zu erhalten. Die IFPI hatte in dem Verfügungsantrag noch andere technische Mittel gefordert, den Zugang zu AllofMP3 zu blockieren. Eine Sperre in den DNS-Servern der Tele2 ist für Kunden relativ einfach zu umgehen. Möglicherweise ist auch das ein Grund, warum sich der Provider gegen einen Rechtstreit entschieden hat.

Die Auseinandersetzung um AllofMP3 in Dänemark ist ein weiterer Höhepunkt des weltweiten Feldzugs der Musikindustrie gegen illegal kopierte Musik im Allgemeinen und gegen den russischen Anbieter im Besonderen. Auch hierzulande hatte die Musikindustrie im vergangenen Jahr eine einstweilige Verfügung gegen AllofMP3 erwirkt, mit allerdings wenig direkten Folgen für den russischen Anbieter. Stattdessen gilt die Verfügung als Hebel gegen "Unterstützer" hierzulande, die den Aktivitäten von AllofMP3.com mit Links, Anleitungen oder Empfehlungen Vorschub leisten.

Quelle : www.heise.de
Titel: Die Tage von Allofmp3.com scheinen gezählt
Beitrag von: SiLæncer am 28 November, 2006, 11:51
Das bilaterale Handelsabkommen, das die USA vorige Woche am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels in Hanoi mit Russland geschlossen haben, beinhaltet unter anderem die Bekämpfung des illegalen Vertriebs von urheberrechtlich geschützten Werken via Internet. Ausdrücklich erwähnt wird in einer Mitteilung (PDF-Datei) der United States Trade Representative Susan Schwab das Musikangebot von Allofmp3.com. Russland hat sich verpflichtet, gegen dieses und andere Web-Angebote vorzugehen, das heißt Ermittlungen und Strafverfahren gegen Unternehmen zu ermöglichen, die illegal Copyright-geschützte Werke über das Internet vertreiben. Das russische Parlament soll bis zum 1. Juni 2007 die russischen Gesetze derart ergänzen, dass sie die Bestimmungen des WIPO-Abkommens von 1996 umsetzen. So solle gewährleistet werden, dass Verwertungsgesellschaften ausschließlich im Auftrag der Rechteinhaber tätig werden.

Das Abkommen, in dem es auch um die Senkung von Einfuhrzöllen auf Agrar- und Industrieprodukte aus den USA geht, dient dazu, Hindernisse für den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO aus dem Weg zu räumen. Der das Thema "geistiges Eigentum" betreffende Abschnitt schließt neben der "Internet-Piraterie" auch die Bekämpfung der illegalen Herstellung und den Vertrieb von optischen Datenträgern, den Schutz pharmazeutischer Testergebnisse, eine strengere Überwachung an den Grenzen ein sowie bilaterale Kooperation zum Beispiel bei der Fortbildung russischer Stellen über den Schutz geistigen Eigentums .

In den bisherigen Verhandlungen war Allofmp3.com bereits mehrfach zur Sprache gekommen. Die USA sehen es ganz oben auf der Liste der "berüchtigten Märkte". Im vorigen Jahr hatte die Moskauer Polizei bereits gegen Allofmp3.com ermittelt, doch der Anbieter schlüpfte durch eine Gesetzeslücke. Der Anbieter behauptet, Abgaben an die russische Verwertungsgellschaft ROMS abzuführen und beruft sich unter anderem auf die Copyright-Gesetze, die im United States Code festgelegt sind. Demnach sei der Import geschützter Werke in die USA auch ohne Erlaubnis der Rechteinhaber für private Zwecke zulässig, wenn jeweils nur ein Exemplar eingeführt werde. Nach dem nun geschlossenen Abkommen wird sich Allofmp3.com mit dieser Interpretation künftig wahrscheinlich nicht mehr durchsetzen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Weitere dänische Provider sperren Zugang zu AllofMP3
Beitrag von: SiLæncer am 30 November, 2006, 14:45
Die großen dänischen Internet-Provider werden einer gegen Tele2 erlassenen einstweiligen Verfügung freiwillig folgen und ihren Kunden den Zugang zum umstrittenen russischen Online-Musikladen AllofMP3.com verwehren. Nachdem Tele2 auf die angekündigte Berufung gegen das vom Phonowirtschaftsverband IFPI erwirkte Urteil verzichtet hatte, vollziehen nun auch andere Branchengrößen eine überraschende 180-Grad-Wendung. Zensurvorwürfe sind aus der dänischen ISP-Szene zumindest nicht mehr zu hören.

Der dänische Arm der IFPI hatte die anderen Provider aufgefordert, dem Urteil Folge zu leisten, anderenfalls wollten sie eine ähnliche Verfügung erwirken. Die Branche hat sich daraufhin mit dem Verband Telekommunikationsindustrien zähneknirschend auf den gemeinsamen Gehorsam verständigt. Die großen Provider TDC und Cybercity haben die Blockade auf DNS-Ebene nach Verbandsangaben bereits in Kraft gesetzt, andere warten noch auf eine Aufforderung durch die IFPI. Wenn alle wesentlichen Anbieter ihre DNS-Sperre eingerichtet haben, werden nach Schätzungen etwa Dreiviertel der dänischen Internetnutzer vom Zugang zu AllofMP3 ausgeschlossen sein. Lange spielt das allerdings keine Rolle mehr, denn die Tage von AllofMP3 scheinen endgültig gezählt: Russland hat sich mit Blick auf den geplanten Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO in einem Abkommen mit den USA dazu verpflichtet, rechtliche Mittel gegen Angebote wie AllofMP3 zu schaffen.

Dass eine DNS-Sperre nicht besonders effektiv und leicht zu umgehen ist, wissen auch die dänischen Provider. "Den Zugang zu einem bestimmten Server zu schließen ist extrem schwierig, wenn nicht gar unmöglich", beschreibt es ein Sprecher des ehemals staatlichen Anbieters TDC. Das kann nur ein kleiner Trost sein, denn das Urteil hat die Branche kalt erwischt. Alle Beteiligten, sogar die Rechtsvertreter der IFPI, zeigten sich überrascht von dem schnellen und eindeutigen Richterspruch. "Wir dachten nicht, dass der Fall so klar liegen würde", gibt Verbandschef Ib Tolstrup zu. Das Gericht habe im Wesentlichen darauf abgehoben, dass der russische Anbieter eine in Dänemark illegale Quelle ist und sich die Provider an einer Urheberrechtsverletzung beteiligt hätten. Auch die betroffenen Unternehmen glauben nicht an den Sinn einer rechtlichen Auseinandersetzung, es bestehe ein zu hohes Risiko, einen aufwändigen Prozess zu verlieren. "Es macht keinen Sinn, damit vor Gericht zu gehen", bestätigt auch der TDC-Sprecher.

Die Provider erwarten allerdings, dass es bei dem speziellen Fall AllofMP3 bleibt und befürchten keine weiter gehenden Konsequenzen des Urteils. IFPI Dänemark hat nach Angaben ihres Anwalts bisher auch keine konkreten Pläne, weitere Websites auf diesem Weg zu bekämpfen. Der Dachverband in London glaubt allerdings, dass sich das Urteil in Dänemark auf andere Websites ausdehnen lässt, die in ähnlicher Weise die "Urheberrechte verletzendes Material" verbreiten. "Wir rufen die ISPs auf, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und den Zugang zu solchen Websites zu blockieren", erklärte IFPI-Sprecher Adrian Strain. Es gebe ähnliche Websites in Russland, im Branchenjargon "Sons of AllofMP3", denen jetzt ein ähnliches Schicksal droht. Sollte ein dänisches Gericht einen AllofMP3-Klon für illegal erklären, stünden die Chancen für eine erfolgreiche Sperrverfügung gut. Noch werben die ersten "Söhne von AllofMP3" damit, dass auch dänische Tele2-Kunden bei ihnen kaufen können.

Sollte es zu weiteren Unterlassungsverlangen kommen, will die Branche allerdings standhaft bleiben und vor Gericht gehen. Andere Fälle lägen möglicherweise nicht so klar und würden deshalb auch anders entschieden, hoffen die dänischen Provider. Denn sie sind grundsätzlich unglücklich über den Ausgang des Verfahrens. Die Unternehmen sehen sich in der Zwickmühle zwischen nationalen Gesetzen und dem internationalen Daten- und Handelsverkehr im Internet. Es sei nicht Aufgabe der Zugangsanbieter, über die Inhalte des internationalen Netzes zu wachen, heißt es dazu bei TDC. Auch Tolstrup bekräftigt, die Provider seien weiterhin gegen jede Form der Zensur und wollten sich nicht zum Pförtner der Netze machen lassen. Das sieht IFPI-Mann Strain ganz anders: "Die Provider sind die Gatekeeper des Internet und sie sollten ihre moralische, rechtliche, soziale und ökonomische Verantwortung ernst nehmen."

Genau das tun die Provider mit der Sperre nicht, findet der Vertreter der dänischen Piratgruppen, Sebastian Gjerding. "Die Entscheidung von Tele2, das Urteil zu akzeptieren, ist ein Desaster". Seine Gruppe ist kein Verfechter des russischen Geschäftsmodells, sondern wendet sich aus prinzipiellen Erwägungen gegen das Urteil. "Die absurde Interpretation des Urheberrechts in dem Urteil öffnet die Tür zur Zensur einer langen Liste von Website", fürchtet Gjerding einen Präzedenzcharakter des Urteils. Den sieht die IFPI auch jenseits dänischer Grenzen: "Die Verfügung wurde nach dem Gesetz unter Berücksichtigung europäischen Urheberrechts erlassen", erklärt IFPI-Sprecher Strain, "die Verbände in anderen Ländern werden ihre eigenen Entscheidungen treffen, ob sie rechtliche Schritte in ihren Staaten einleiten werden".

Dass es dazu in Deutschland kommt, bezweifelt Oliver Süme. Der Rechtsanwalt ist beim Branchenverband Eco für die Themen Recht und Regulierung zuständig. "Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass man in Deutschland eine ähnliche Entscheidung erwirken kann". So sei zwar auch in Deutschland die so genannte Mitstörerhaftung bei Urheberrechtsverletzungen gesetzlich geregelt, allerdings sei das für reine Zugangsanbieter in der Praxis eher irrelevant. Mit einem ähnlichen Vorstoß gegen Filesharing-Portale war die GEMA im vergangenen Jahr bei den Providern aufgelaufen, angedrohte Klagen hat es nie gegeben. Hier bleibt also alles beim alten – zunächst. Denn wenn Moskau seine Vereinbarung mit den Amerikanern einhält, ist der umstrittene Russenladen bald auch für deutsche Kunden dicht.

Quelle : www.heise.de
Titel: Allofmp3.com gibt nicht auf
Beitrag von: SiLæncer am 01 Dezember, 2006, 12:13
Allofmp.com, bislang Klotz am Bein Russlands vor dem Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO, sieht das Ende seiner Tage noch nicht gekommen. Der Anwalt John Kheit von der New Yorker Kanzlei Chadbourne & Parke, rechtliche Vertretung des russischen Musikdownload-Anbieters, hat gestern in einer Telefonkonferenz darauf beharrt, AllofMP3.com sei legal und es werde weiter bestehen. Die Diplomaten könnten so viel verhandeln wie sie wollten, das Angebot sei so lange rechtmäßig, bis ein Richter das Gegenteil entscheide. Eine solche Entscheidung sei bislang noch nicht getroffen worden, betonte er gegenüber dem US-Magazin Ars Technica.

Kheit beruft sich auf Artikel 39 der russischen Copyright-Gesetze. Demnach sei Allofmp3.com legal, denn Verwertungsgesellschaften wie die russische ROMS dürften unter bestimmten Umständen Musik auch ohne die Einwilligung der Copyright-Inhaber lizenzieren, dazu gehöre die "Übertragung von Musikaufnahmen via Kabel", nicht aber die Weitergabe einer Aufnahme an die Öffentlichkeit. Russland hat sich aber kürzlich in einem Handelsabkommen mit den USA verpflichtet, bis Mitte kommenden Jahres die Gesetzeslage derart zu ändern, dass Verwertungsgesellschaften nicht mehr ohne Einwilligung der Rechteinhaber agieren können. Mindestens bis dahin werde das Geschäft so wie bisher weiter geführt, sagte Kheit.

Die bisherigen Gesetze hatten dazu geführt, dass Versuche der US-Musikindustrie im Sand verliefen, vor Ort gegen Allofmp3.com vorzugehen. Der Rückzug der Kreditkartendienstleister Mastercard und Visa soll sich noch nicht ernsthaft auf die finanzielle Situation des Download-Anbieters ausgewirkt haben, da die Kunden auf Konten voreingezahlt hätten und davon die Rechnung für erworbene Musikstücke beglichen. Die heruntergeladenen Musikdateien sind frei von digitalem Rechtemanagement und kosten nur einen Bruchteil von dem, was von der Musikindustrie unterstützte Online-Shops verlangen. Von den Einnahmen gibt Allofmp3.com 15 Prozent an die Rechteinhaber weiter, berichtet The Register.

Quelle : www.heise.de
Titel: Fehler im Abrechnungssystem von AllofMP3
Beitrag von: SiLæncer am 12 Dezember, 2006, 11:45
Nachdem kürzlich bereits das proprietäre Dateiformat des kostenlosen AllofMP3-Angebots "Music For Masses" geknackt wurde, kann man nun offenbar aufgrund eines Abrechnungsfehler alle Songs im MP3-Format von dem umstrittenen Downloadportal herunterladen. Gemäß einem im Internet kursierenden Tutorial müssen die Nutzer auf der AllofMP3-Webseite ledglich Songs in ihren Warenkorb legen, um sie anschließend mit der Standalone-Software AllTunes kostenlos herunterladen zu können – auch wenn das AllofMP3-Konto des Nutzers leer ist.

Der rechtliche Status des Dienstes selbst ist heftig umstritten, weil das Portal Musik zu Schleuderpreisen anbietet. So hatte die deutsche Musikbranche vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen Allofmp3 erwirkt. Darin wurde es Allofmp3 verboten, die Aufnahmen der beteiligten Plattenfirmen in Deutschland zu verbreiten. Aufgrund dieser Entscheidung ging die Musikindustrie auch gegen die Verlinkung der Website von Allofmp3 vor. In einem bilateralen Handelsabkommen mit den USA hatte sich Russland Ende November als Voraussetzung für den WTO-Beitritt dazu verpflichtet, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um gegen Angebote wie Allopfmp3.com vorgehen zu können. Die Betreiber des Download-Dienstes beharren indes darauf, dass ihr Angebot legal sei.

Quelle : www.heise.de
Titel: US-Plattenlabel verklagen AllofMP3.com auf Schadensersatz
Beitrag von: SiLæncer am 21 Dezember, 2006, 11:45
Vier US-amerikanische Plattenlabel haben bei einem Gericht im Southern District of New York Klage gegen das Unternehmen Mediaservices eingereicht, Betreiber des russischen Online-Musikdiscounters AllofMP3.com. EMI, Sony BMG, Universal und Warner Music meinen laut US-amerikanischen Medien, der Billiganbieter habe vom Verkauf nicht-lizenzierter Kopien von ihnen vertriebener Musikstücke profitiert. Das Geschäftsmodell der Russen beruhe auf massiver Verletzung des Digital Millennium Copyright Act und der New Yorker Gesetze. Die Plattenfirmen wollen gegen Mediaservices eine Unterlassungsverfügung erreichen und stellen Schadensersatzforderungen in nicht genannter Höhe. Die mitunter zu Übertreibungen neigende New York Post berichtet über "mehr als 1 Billion US-Dollar" ("... a copyright infringement suit seeking more than $1 trillion in damages ...").

Das russische Angebot verkauft Musikdownloads unter anderem als DRM-freie MP3-Dateien zu einem Bruchteil des Preises, den Musikläden verlangen, die von der US-Musikindustrie unterstützt werden. Während diese den Russen vorwirft, keine gültige Verkaufslizenz zu besitzen, verweist die US-Rechtsvertretung von Mediaservices darauf, dass Abgaben an die russische Verwertungsgesellschaft ROMS gezahlt würden. Nach russischen Gesetzen benötigten Läden wie AllofMP3.com in manchen Fällen keine ausdrückliche Einwilligung der Copyright-Inhaber. Diese Gesetzeslage soll sich 2007 ändern, hat die russische Regierung kürzlich in einem bilateralen Abkommen mit den USA versprochen, durch das Hindernisse auf dem Weg zum Beitritt Russlands in die Welthandelsorganisation WTO beiseite geräumt werden sollen.

Im Sommer hatte bereits der britische Phonoverband BPI Mediaservices verklagt. Auch aus anderen Ländern verstärkte sich in den vergangenen Monaten der Druck auf das russische Unternehmen: Dänische Provider errichteten eine Sperre zur Internetadresse allofmp3.com. In Deutschland setzte es von Seiten der Musikindustrie Abmahnungen auf Websites, die auf das russische Angebot verlinkt hatten. Auf Allofmp3.com wird indes ausgiebig, aber kommentarlos auf eine jüngst kursierende Untersuchung der Marktforscher von Forrester Research über angeblich sinkende Download-Zahlen im iTunes Store verwiesen.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllOfMP3: US-Klage ist ungerechtfertigt
Beitrag von: SiLæncer am 28 Dezember, 2006, 09:54
Mediaservices pocht darauf, ein legales russisches Angebot zu betreiben

Als unüberlegt ungerechtfertigt bezeichnet der umstrittene russische Online-Musikanbieter AllOfMP3.com eine Klage gegen sich, die vier große Plattenfirmen in den USA eingereicht haben. Dabei geht es den Klägern um einen Streitwert von 1,65 Billionen US-Dollar.

Da AllofMP3.com nicht in den USA tätig sei, gebe es keine Rechtfertigung für die in New York eingereichte Klage, heißt es in einer Erklärung von AlloOfMP3.com. Es stehe den Plattenfirmen frei jede Klage einzureichen, auch wenn sie wüssten dass AllofMP3.com legal in Russland arbeitet, heißt es fast süffisant in dem Blog-Eintrag.

Allerdings ist genau dies die Frage: AllOfMP3 und das dahinter stehende Unternehmen "Mediaservices" hat sich in der Vergangenheit stets darauf berufen, über die russische Verwertungsgesellschaft "ROMS" einen Teil seiner Einnahmen an Künstler und Rechteinhaber abzuführen. Die westlichen Plattenfirmen hatten dies aber nie anerkannt.

Der Streit um AllOfMP3.com hat sich mittlerweile auch auf die politische Ebene verlagert. Russland hat sich als Beitrittsbedingung zur Welthandelsorganisation WTO bereits verpflichtet, bis zum 1. Juni 2007 ein Gesetz zu erlassen, das den Dienst von AllOfMP3 für illegal erklärt.

Quelle : www.golem.de
Titel: Will ein Investor AllofMP3.com legalisieren?
Beitrag von: SiLæncer am 30 Januar, 2007, 16:19
Der nicht nur auf höchster politischer Ebene heftigst umstrittene russische Online-Musikladen AllofMP3.com steht angeblich vor der Übernahme durch einen ungenannten Investor. Das auf den digitalen Musikmarkt spezialisierte britische Marktforschungsunternehmen MusicAlly berichtet in seinem Branchenreport vom 25. Januar unter Berufung auf mehrere hochrangige Manager der Musikindustrie, ein "wohlhabender russischer Geschäftsmann" wolle AllofMP3 übernehmen und auf ein solides, legales Fundament stellen.

Der mögliche Investor habe bereits eine Reihe von Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der Musikindustrie geführt, um ein mögliches Abkommen zu erörtern, das nicht nur den Bedürfnissen des Betreibers Mediaservices und der Labels, sondern auch den Bedenken auf politischer Ebene Rechnung trage. Die Musikindustrie geht in verschiedenenen Ländern scharf gegen das Angebot vor; unter anderem haben die US-Labels, der britische Phonoverband und die Franzosen Klagen gegen AllofMP3 eingereicht. In Dänemark erreichte der internationale Industrieverband IFPI eine Sperre des Angebots bei den Internet-Anbietern. In Deutschland setzte esvon Seiten der Musikindustrie Abmahnungen auf Websites, die auf das russische Angebot verlinkt hatten, nachdem der Branchenverband eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung von Musik durch AllofMP3 in Deutschland erwirkt hatte.

Zumindest die Independent Labels nehmen das Angebot des neuen Investors dem Bericht zufolge ernst. "Die scheinen zu wissen, was sie tun, und sie haben das nötige Geld", erklärte ein ungenannter Insider gegenüber den Marktforschern. Ob dagegen die vier Majors Universal, Warner, EMI und Sony BMG das Angebot ernsthaft in Betracht ziehen ist unklar. Dem Bericht zufolge könnte das neue AllofMP3 auch ohne Inhalte der "Big Four" realisiert werden. Beim deutschen Arm der IFPI, dem Verband der Phonowirtschaft, hat man allerdings laut Auskunft gegenüber heise online keine Kenntnis von solchen Gesprächen. Eine Anfrage an die Londoner Zentrale der IFPI blieb bislang unbeantwortet; und die Betreiber von AllofMP3 haben zu den angeblichen Übernahmegesprächen gegenüber heise online bisher genausowenig Stellung genommen wie zu jüngst in der Blogosphäre gehandelten Gerüchten über einen Umzug der AllofMP3-Server in die Ukraine.

Der Streit um den Musikladen, der nach eigenen Angaben legal operiert und Urheberrechtsabgaben an eine russische Verwertungsfirma abführt, war auch Gegenstand der Verhandlungen über den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO. Russland hatte sich verpflichtet, die eigenen Gesetze bis Juni 2007 entsprechend der WIPO-Abkommens von 1996 anzupassen. Die Musikindustrie erkennt die Zahlungen an die russische Verwertungsgesellschaft ROMS nicht an, weil sie ihrerseits keine Verträge mit der Gesellschaft hat.

Quelle : www.heise.de
Titel: Kaum noch Zahlungsmöglichkeiten bei AllofMP3
Beitrag von: SiLæncer am 20 Februar, 2007, 19:11
Musik bei AllofMP3 zu kaufen wird immer schwieriger. Der umstrittene Musikladen aus Russland ist offenbar weitgehend vom Zufluss frischen Geldes abgeschnitten. Die großen Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa hatten bereits im Oktober 2006 angekündigt, für AllofMP3 keine Abrechnungen mehr durchzuführen und haben das inzwischen auch umgesetzt. Derzeit gibt es bei AllofMP3 selbst gar keine Möglichkeit mehr, das eigene Guthaben mit einer Kreditkarte aufzuladen. Die zwischenzeitlich angebotenen Lösungen wie der Umweg über eine virtuelle Kreditkarte oder andere Kartenanbieter wie Diners Club sind inzwischen ebenfalls nicht mehr möglich.

Auch der angebotene Umweg über das mutmaßlich eng mit AllofMP3 verwandte Alltunes.com endet für die meisten Kunden bei der Kartenauswahl. Alltunes akzeptiert dafür heute nur noch eine JCB-Karte, von der es nach Angaben des ausgebenden Instituts 59 Millionen Stück gibt (zum Vergleich: Visa hat weltweit 1,2 Milliarden Karten im Umlauf). Der AllofMP3-Betreiber Mediaservices hat einer Bitte um Stellungnahme und Aufklärung der Hintergründe bisher nicht entsprochen. Unbestätigten Kundenberichten zufolge hat der Nutzerservice des Anbieters die Probleme in E-Mails eingestanden und erklärt, Informationen über mögliche Änderungen auf der Website veröffentlichen zu wollen.

Der umstrittene Musikanbieter sieht sich mit zahlreichen Klagen der Musikindustrie konfrontiert und steht auch unter Beschuss aus der Politik. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, keine Urheberrechtsabgaben an die zuständigen Verwertungsgesellschaften abzuführen und deshalb illegal zu operieren. AllofMP3 hält dem stets entgegen, Abgaben an die russische Verwertungsgesellschaft ROMS zu leisten und ein nach russischem Recht völlig legales Unternehmen zu führen. Zuletzt hatte es unbestätigte Gerüchte um eine mögliche Übernahme durch einen ungenannten Investor gegeben. Auch haben sich Berichte über einen Umzug des Dienstes in die Ukraine nicht bestätigen lassen. Derzeit löst die Domain allofmp3.com wieder auf die alte IP-Adresse auf.

Quelle : www.heise.de
Titel: Französische Verwertungsgesellschaft klagt gegen AllofMP3.com
Beitrag von: SiLæncer am 20 März, 2007, 10:39
Die französische Verwertungsgesellschaft SACEM hat die russischen Musikdiscounter AllofMP3.com und mp3sugar.com verklagt. Vor dem Landgericht in Nanterre will die Société des Auteurs, Compositeurs et Editeurs de Musique ihrer Überzeugung Durchschlag verleihen, die beiden russischen Anbieter würden Stücke aus dem Repertoire der von ihr vertretenen Rechteinhaber unerlaubt und zu "lächerlichen Preisen" verbreiten. Sie fordert eine Unterlassungsverfügung und Schadensersatz, geht aus einer Mitteilung hervor.

Die Franzosen sind nicht die ersten, die es auf AllofMP3.com gerichtlich abgesehen haben. Im Juni vorigen Jahres war bereits der britische Phonoverband am Zug, im Dezember folgten US-amerikanische Plattenlabel. Die russische Regierung hat den USA versprochen, AllofMP3 und anderen Anbietern höhere Urheberrechtshürden zu setzen, um dem Einzug in die Welthandelsorganisation WTO den Weg zu ebnen. Ein Versprechen, das Russland als diesjähriges Partnerland der CeBIT kürzlich erneuerte. Für den russischen Anbieter gibt es in der Zwischenzeit kaum noch Zahlungsmöglichkeiten.

Quelle : www.heise.de
Titel: Russland sieht Probleme bei Verschärfung des Urheberrechts
Beitrag von: SiLæncer am 05 April, 2007, 16:07
Der russische Wirtschaftsminister German Gref hat bei einem Treffen mit seinem US-amerikanischen Kollegen Carlos Gutierrez in Moskau eingeräumt, es könne schwierig werden, den Schutz geistigen Eigentums noch in diesem Jahr stark auszubauen. Das berichtet die Moskow Times. Die Gründe dafür gehen aus dem Bericht nicht hervor.

Gutierrez hatte zuvor zum wiederholten Male als Beispiel für angebliche Copyright-Verletzungen die Website des Musikdiscounters AllofMP3.com hervorgehoben und ihre Schließung gefordert. Dies sei eine von Gutierrez genannten Vorbedingungen für den Eintritt Russlands in die Welthandelsorganisation WTO. Dazu gehöre die Bekämpfung von illegalen Kopierwerken, die illegale CD- und DVD-Titel produzierten, und eine Rücknahme der Importbeschränkungen für Verschlüsselungstechnik.

Russland strebt den Eintritt in die WTO für den 1. Januar 2008 an, geht weiter aus dem Bericht hervor, also noch vor den dortigen Präsidentschaftwahlen. Im November vorigen Jahres hatte Russland in einem Abkommen mit den USA versprochen, noch im Jahr 2007 würden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit es eine Handhabe gegen Angebote wie AllofMP3.com gebe.

Quelle : www.heise.de
Titel: Allofmp3.com: Bekämpfung durch Musikindustrie erreicht neuen Höhepunkt
Beitrag von: SiLæncer am 21 Mai, 2007, 16:47
Die Londoner Polizei hat einen 25 Jahre alten Mann festgenommen, der über eBay und über eine eigens dafür geschaffene Website Gutschriften für Downloads des russischen Musikdiscounters AllofMP3.com verkauft hat. Diese Website sei nun vom Netz genommen worden, geht aus einer Mitteilung der Vereinigung der Musikindustrie BPI hervor, die vormals unter British Phonographic Industry firmierte. Der Festnahme seien europaweite Ermittlungen des internationalen Verbands der Musikindustrie IFPI und der BPI vorausgegangen.

Der Beschuldigte habe als europäischer "Agent" für AllofMP3.com gearbeitet und für einen Voucher 10 Pfund verlangt. Auf diese Weise soll er laut BPI schätzungsweise etwa 10.000 Pfund erwirtschaftet haben. Dieses Geld habe er in verschiedene ausländische Konten des russischen Betreibers eingezahlt. Die BPI beruft sich auf den seit Januar 2007 geltenden Fraud Act 2006, laut dem der nichtlizenzierte Handel mit Musik über das Internet in Großbritannien illegal sei. Computer und Unterlagen des Beschuldigten wurden beschlagnahmt.

Die BPI betont entgegen Behauptungen der Betreiber von AllofMP3.com dass diese nicht von den Plattenlabels autorisiert seien, in Großbritannien Downloads anzubieten. Bezahldienstleister wie PayPal und Kreditkartenanbieter wie MasterCard und Visa hätten ihre Kooperation mit dem russischen Anbieter bereits beendet. Die britische Musikindustrie warnt die Internet-Nutzer vor derartigen Gutschein-Angeboten, da sie einen "illegalen Dienst" unterstützten, der die Künstler hintergehe.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: Musikindustrie will Allofmp3.com tabuisieren
Beitrag von: Dragonix am 21 Mai, 2007, 17:27
Zitat
Die britische Musikindustrie warnt die Internet-Nutzer vor derartigen Gutschein-Angeboten, da sie einen "illegalen Dienst" unterstützten, der die Künstler hintergehe.
Der Satz haut wieder rein... wie viel sehen die Künstler von einem Legalen Musikdownload (Preis: 1€ / Lied)? Da gabs doch mal was... warens 2 oder 3 Cent?
Ich frag mich grad wenn ich Künstler wär, welche Methode mir lieber wär...

Titel: AllofMP3.com weist Vorwürfe der Musikindustrie zurück
Beitrag von: SiLæncer am 24 Mai, 2007, 15:26
Der russische Musikdiscounter AllofMP3.com weist Vorwürfe des internationalen Phonoverbands IPFI und des britischen Verbands der Musikindustrie BPI zurück, er unterhalte in London eine Niederlassung für Europa. Damit reagiert er auf Behauptungen der IFPI, nach denen sich ein jüngst verhafteter 25-Jähriger als AllofMP3.com-"Agent" betätigt habe. Dieser wird beschuldigt, mit dem Verkauf von Gutscheinen für den Download von der Website des russischen Anbieters unautorisierten Handel mit Musikstücken getrieben zu haben.

AllofMP3.com betont, das Unternehmen unterhalte außerhalb Russlands keine Niederlassungen und beschäftige dort auch keine Mitarbeiter. Der Musikdiscounter wirft der Musikindustrie vor, sie sei unfähig, auf ihre "Krise im digitalen Zeitalter", der sich in rückläufigen CD-Verkäufen ausdrücke, zu reagieren. Um ihre "Super-Profite" zu behaupten, führe sie stattdessen einen unlauteren Wettbewerb und treibe politische Lobbyarbeit. Der junge Londoner sei ein "Opfer" des Kampfes der Major Label gegen den technischen Fortschritt.

Der Musikdienst folge den russischen Gesetzes, heißt es in einer Mitteilung von AllofMP3.com, er zahle die erforderlichen Abgaben an die Rechteinhaber und Urheber. Dies bezweifeln vor allem die US-amerikanischen Plattenfirmen. In bilateralen Gesprächen zu dem von Russland angestrebten Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO hatten die USA ausdrücklich AllofMP3.com als Hindernis aufgeführt und Russland das Versprechen abgenommen, noch in diesem Jahr Gesetze einzuführen oder zu ändern, damit Dienste wie AllofMP3.com belangt werden können. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, steht momentan infrage.

Quelle : www.heise.de
Titel: Dauer-Wartungsarbeiten bei AllofMP3.com
Beitrag von: SiLæncer am 29 Juni, 2007, 22:59
Seit Mitte der Woche ist die Website des russischen Musikdiscounters AllofMP3.com nicht mehr erreichbar, stattdessen landen Besucher mitunter auf einer Informationsseite, laut der der Server wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet sei. Davon sind offenbar auch die Server mit den Musikarchiven und den Blogs betroffen.

Eingesprungen ist die Website MP3Sparks.com, hinter der offenbar der gleiche Betreiber steckt: Nicht nur dass die Aufmachung der Website von MP3Sparks.com AllofMP3.com ähnelt, in der Musikdatenbank finden sich auch die gleichen Tippfehler und falschen Umlautkonvertierungen. Zudem scheint die Kundendatenbank bei beiden Angeboten dieselbe zu sein. So können sich AllofMP3.com-Kunden mit ihrem bisherigen Benutzernamen und Passwort bei MP3Sparks.com einloggen und auf ihr Guthaben zugreifen. Selbst ein Aufstocken des Guthabens per Kreditkarte ist über MP3Sparks.com problemlos möglich, während AllofMP3.com zuletzt keine Kreditkartenzahlung mehr anbieten konnte.

Ob und wann AllofMP3.com wieder den Dienst aufnimmt oder ob hinter der "Server-Wartung" tatsächlich eine Schließung der Website steckt, ist noch unklar. Die gemeinsame Kundendatenbank legt jedoch nahe, dass es sich bei MP3Sparks.com möglicherweise um den Nachfolger von der Musikindustrie hart bekämpften Discounters AllofMP3.com handelt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Website des Musikdiscounters AllofMP3 - halbwegs - geschlossen
Beitrag von: SiLæncer am 02 Juli, 2007, 21:00
Im Vorfeld des Besuchs des russischen Präsidenten Putin beim amerikanischen Präsidenten Bush wurde die von amerikanischer Seite schon lange beanstandete Musik-Download-Plattform AllofMP3.com still und heimlich geschlossen. Zunächst hieß es, dass die Website aufgrund von Wartungsarbeiten nicht mehr zugänglich sei, allerdings hat derselbe Anbieter bereits die neue Website mp3Sparks.com eröffnet, die praktisch ein Double der alten zu sein scheint. Ähnlich wie zuvor behauptet der Betreiber MediaServices erneut, dass das weltweit größte Angebot nicht lizenzierter Musik nach russischen Gesetzen legal sei, weil man an die russische Verwertungsgesellschaft ROMS Gebühren abführt, die sie an die Urheber verteilt.

AllofMP3.com war nicht nur der Musikindustrie ein Dorn im Auge, sondern galt für das US-Handelsministerium auch als ein Grund dafür, Russland weiterhin den Zutritt zur WTO zu verweigern. Die russische Regierung hatte bereits 2005 mit Untersuchungen über AllofMP3.com begonnen, allerdings ohne anscheinend zu einem Ergebnis zu kommen. Irina Zubareva, die Leiterin der Abteilung für Computerkriminalität im russischen Innenministerium, wollte nicht sagen, ob die Schließung der Website von der Regierung ausgegangen ist. Nach Informationen der Moscow Times ist die Schließung aber von der russischen Staatsanwaltschaft ausgegangen. Sie hatte den Vadim Botnaryuk, Generaldirektor der russischen Phonographischen Vereinigung RPA, über AllofMP3 und ROMS befragt und um Rat gebeten. ROMS behauptet, dass sie nach russischem Recht nicht die Copyright-Halter fragen müsse, um den Verkauf von Musik online zu lizenzieren. Nach Botnaryuk ist auch nach russischem Recht das Anbieten von Musikdateien nur dann legal, wenn eine verbindliche Vereinbarung mit dem Urheber getroffen worden ist.

ROMS-Chef Oleg Nezus versucht, den Konflikt auf die politische Ebene zu heben. Nach ihm führen "westliche Medien und Lobbyisten einen unfairen Krieg gegen AllofMP3", weil sie mehr Geld für das Herunterladen herausholen wollen, obgleich die Einkünfte der Menschen in Russland niedriger seien. Nachdem die alte Website bereits durch eine neue ersetzt wurde, kann der russische Präsident seinem amerikanischen Kollegen wohl auch in dieser Gelegenheit kein Geschenk mitbringen.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllofMP3-Clone MP3Sparks nicht erreichbar
Beitrag von: SiLæncer am 05 Juli, 2007, 15:00
Das Katz-und-Maus-Spiel im Falle des russischen Musikportals AllofMP3 geht in die nächste Runde. Nachdem das umstrittene Angebot vergangene Woche aus dem Netz verschwand, konnte man über das fast identische Angebot MP3sparks.com auch weiterhin auf den Musikkatalog zugreifen. Seit gestern ist diese Seite nicht mehr erreichbar.

Trotz dieser Maßnahmen scheint der eigentliche AllofMP3-Katalog nach wie vor im Netz verfügbar zu sein. Die von AlloMP3 beworbene Player-Software Alltunes, die einen integrierten Download-Client enthält, greift auch weiterhin auf die Musik-Server zu. Darüber hinaus scheinen die Betreiber von AllofMP3 zusätzliche Maßnahmen ergriffen zu haben, um ausgewählte Kundschaft auch weiterhin bedienen zu können. Foren-Berichten zufolge wurden Kunden mit einem jährlichen Download-Budget von über 300 US-Dollar an ein exklusives Club-Download-Angebot verwiesen, über das sie weiter auf den Musikbestand zugreifen können.

Quelle : www.heise.de
Titel: Russische Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft für AllofMP3-Chef
Beitrag von: SiLæncer am 23 Juli, 2007, 19:22
Dem früheren Betreiber des russischen Musik-Downloadportals allofmp3.com droht in seiner Heimat Gefängnis. Im Verfahren gegen den ehemaligen Eigentümer Denis Kvasov habe die russische Staatsanwaltschaft am heutigen Montag in Moskau drei Jahre Haft wegen Verstößen gegen das Urheberrecht gefordert, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Zudem solle Kvasov die westlichen Musikanbieter EMI, Warner und Universal mit insgesamt 15 Millionen Rubel (420.000 Euro) entschädigen. Kvasov hatte bereits Anfang Juli in dem Verfahren ausgesagt.

Allofmp3.com war in den vergangenen Jahren vor allem wegen der niedrigen Kosten zu einem der beliebtesten russischen Musik-Downloadportale avanciert. Doch Ende Juni war dann Schluss – zumindest vordergründig: Das Portal wurde vom Netz genommen, der DNS-Eintrag gelöscht und auch die russische Domain allofmp3.ru ist nicht mehr erreichbar. Zwar gab es mit dem Klon MP3sparks.com noch ein temporäres Aufflackern, doch der Druck von staatlicher Seite war offenbar zu groß: Sogar eine Nichtaufnahme Russlands in die WTO stand im Raum, sollte das Geschäft von allofmp3.com nicht von der Bildfläche verschwinden.

Weiterhin verfügbar sind allerdings die Download-Server: Über eine von der russischen Alltunes.com vertriebene Player-Software lässt sich auf den ehemaligen AllofMP3-Katalog zugreifen. Alltunes.com konnte zuletzt sogar einen juristischen Sieg erringen: Der russische Partner des Kreditkartenunternehmens Visa wurde von einem Moskauer Gericht angewiesen, Zahlungen für den Download-Dienst auch weiterhin abzuwickeln. Ein pauschale Sperre, wie von Visa verhängt, sei unzulässig, befand das Gericht. Sperren könnten nur verfügt werden, wenn Rechteinhaber zuvor Urheberrechtsverletzungen gerichtlich geltend gemacht haben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Moskauer Gericht spricht ehemaligen AllofMP3-Chef frei
Beitrag von: SiLæncer am 15 August, 2007, 17:26
Schwere Schlappe für die internationale Musikindustrie: Der frühere Betreiber des inzwischen geschlossenen russischen Download-Shops AllofMP3.com ist in Moskau vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Urheberrecht freigesprochen worden. Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass Denis Kvasov mit dem seinerzeit auch im Westen äußerst beliebten Portal die Rechte westlicher Musiklabels verletzt habe. Für Richterin Jekaterina Scharapova hatten die Anklagevertreter keine überzeugenden Beweise für Kvasovs Beteiligung an Urheberrechtsverletzungen vorlegen können.

In dem Aufsehen erregenden Prozess hatte die Staatsanwaltschaft zuvor eine dreijährige Haftstrafe für Kvasov und Entschädigung für die Major-Lables EMI, Warner Music und Universal von insgesamt 15 Millionen Rubel (420.000 Euro) gefordert. AllofMP3.com erfreute sich wegen der günstigen Angebote (komplette Alben waren schon für weniger als 2 Euro erhältlich) auch in Westeuropa und den USA großer Beliebtheit. Bei AllofMP3.com sollen weltweit mehrere Millionen Kunden angemeldet gewesen sein; der Jahresumsatz wurde zuletzt auf über 20 Millionen Euro geschätzt.

Die Musik-Majors argumentieren, die Betreiber besäßen die notwendigen Lizenzen nicht und würden sich daher illegal an den Werken der Künstler bereichern. AllofMP3-Betreiber Media Services hatte diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärt, Verträge mit einer russischen Verwertungsgesellschaft zu haben – die allerdings von der Musikindustrie nicht anerkannt werden. Die Moskauer Niederlassung des Internationalen Verbands der Phonoindustrie (IFPI) kündigte laut dpa Berufung gegen den Freispruch an. "Wir sind sehr enttäuscht, dass das Gericht es heute unterlassen hat, Denis Kvasov zu verurteilen und erwarten, dass die Anklage in Berufung geht", sagt der IFPI-Vizepräsident für Recht und Regulierung, Jo Oliver. "Media Services verstößt klar gegen russische Gesetze und wir hoffen, dass diese unglückliche Entscheidung bald revidiert wird".

Der MP3-Laden ist nicht nur der westlichen Musikindustrie ein Dorn im Auge. Er gilt auch als Hürde für die russischen Bemühungen um eine Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO. Die Verhandlungen mit den USA über den Beitritt sollen nach Vorstellungen der Russen bis Ende des Jahres über die Bühne sein. Die Bemühungen der Moskauer Justiz und der internationalen Verbände der Rechteinhaber sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Zahlungsabwicklung hatten AllofMP3-Betreiber Media Services zuletzt offenbar zur Aufgabe gezwungen.

Doch gibt es inzwischen zahlreiche Klone und weitere Anbieter. So erlaubt eine von Alltunes.com vertriebene Player-Software den Zugriff auf den ehemaligen AllofMP3-Katalog. Alltunes.com nimmt auch wieder internationale Zahlungen an: Der russische Partner des Kreditkartenunternehmens Visa wurde von einem Moskauer Gericht angewiesen, Zahlungen für den Download-Dienst auch weiterhin abzuwickeln. Ein pauschale Sperre, wie von Visa verhängt, sei unzulässig, befand das Gericht. Sperren könnten nur verfügt werden, wenn Rechteinhaber zuvor Urheberrechtsverletzungen gerichtlich geltend gemacht haben.

Quelle : www.heise.de
Titel: AllofMP3 kündigt Wiedereröffnung an
Beitrag von: SiLæncer am 27 August, 2007, 17:09
Offenbar bestärkt durch den Freispruch seines Ex-Chefs will der russische Musikladen AllofMP3 weitermachen. "Der Dienst wird wieder aufgenommen", heißt es seit einigen Tagen im Blog auf den Presseseiten des Anbieters, der derzeit wieder unter der russischen Domain allofmp3.ru erreichbar ist. Danach soll es in "absehbarer Zukunft" weitergehen. Derzeit arbeite man daran, dass der Zugang zu den Kundenkontos und die Möglichkeit, Guthaben aufzuladen, wiederhergestellt werden und den Musikverkauf wieder aufzunehmen. Über weitere Einzelheiten ist nichts bekannt.

Die Nemesis der westlichen Musikkonzerne ist offenbar nicht unterzukriegen. AllofMP3 hatte unter anderem Ärger mit Plattenfirmen, Verwertungsgesellschaften und Kreditkartenanbietern. Der umstrittene russische Musikshop sorgte auf höchster politischer Ebene für Gesprächsstoff und gilt als ein möglicher Stolperstein bei den Verhandlungen über den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO. Trotz der zahlreichen Anfeindungen hatten das Unternehmen hinter AllofMP3, Media Services, stets darauf bestanden, mit einer russischen Verwertungsgesellschaft gültige Verträge zu haben und nach heimischem Recht völlig legal zu operieren.

Das sahen zum Schluss auch die russischen Behörden anders. AllofMP3 ging nach zunehmendem Druck vom Netz und verlagerte seine Geschäftstätigkeit offenbar auf einen Netzklon. Die Moskauer Staatsanwaltschaft erhob wegen Verstößen gegen das Urheberrecht Anklage gegen den Ex-Chef von Media Services, Denis Kvasov, und forderte drei Jahre Haft. Zum Missfallen der internationalen Phonoverbände sprach ihn das Gericht aus Mangel an Beweisen frei.

Auch wenn die Musikindustrie immer noch von der Illegalität des Portals auch nach russischem Recht überzeugt ist und eine Korrektur des Urteils in der Berufung erwartet, nimmt AllofMP3 den Moskauer Richterspruch offenbar als Startschuss für die Wiedereröffnung.

Quelle : www.heise.de
Titel: USA: Mit AllofMP3 kein WTO-Beitritt für Russland
Beitrag von: SiLæncer am 30 August, 2007, 13:13
AllofMP3 oder WTO-Mitgliedschaft: Russland muss sich entscheiden, denn der umstrittene Musikladen ist inzwischen das Killer-Kriterium in den Verhandlungen mit den USA über einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation. Zwar wolle man Russland den Weg in die WTO ebnen, sagte ein Sprecher der US-Handelsbeauftragten Susan Schwab laut CNET News, doch müsse Moskau insbesondere beim geistigen Eigentum den eingeräumten Zugeständnissen auch Taten folgen lassen. Für im diplomatischen Smalltalk weniger geübte Ohren hatte der Sprecher es auch deutlicher: "Ich sehe keinen WTO-Beitritt für Russland, solange es Websites wie AllofMP3 gibt". 

Die Amerikaner hatten in den Beitrittsverhandlungen schon zuvor deutlich gemacht, dass der russische MP3-Shop und seine Epigonen geschlossen werden müssten. Auch von anderer Seite stand der auch im Westen sehr beliebte Musikladen unter starkem Druck. Die Musikindustrie bekämpft AllofMP3 mit besonderer Hingabe und Kreditkartenfirmen wollen mit dem Geschäft nichts mehr zu tun haben. Russland verpflichtete sich, gegen Websites vorzugehen, die urheberrechtlich geschützte Werke illegal über das Internet verbreiten. Der Laden sollte weg, und Moskau hat es auch wirklich versucht.

Doch ist das offenbar nach russischem Recht gar nicht so einfach, und da wird AllofMP3 zu einem ernsthaften Problem für die russischen WTO-Ambitionen. Zwar war der Musik-Shop zuletzt einige Wochen vom Netz, doch wurde die internationale Kundschaft auf Zwillingsseiten weiter versorgt. AllofMP3 ist sich seiner Sache ziemlich sicher. Die Betreiber wiederholen mantrahaft, Lizenzverträge mit der russischen Verwertungsgesellschaft ROMS zu haben und ein völlig legales Geschäft zu betreiben. Die Industrie hält dem entgegen, ROMS dazu nicht autorisiert und von den angeblichen Lizenzzahlungen noch keinen Rubel gesehen zu haben.

Die juristischen Manöver, mit denen AllofMP3 endgültig aus dem Netz getilgt werden sollte, durchkreuzten dann ausgerechnet russische Gerichte. Visa wurde verdonnert, weiterhin Zahlungen für das umstrittene Portal abzuwickeln. Und das international beachtete Verfahren gegen den ehemaligen AllofMP3-Chef Denis Kvasov endete mit einem Knall: Freispruch. Die Begründung des Gerichts, es habe keine überzeugenden Beweise für eine Beteiligung Kvasovs an Urheberrechtsverletzungen gegeben, dürfte den paralysierten Beobachtern aus der Musikindustrie noch heute in den Ohren klingeln.

Mit dieser Bestätigung im Rücken kündigte AllofMP3 kürzlich an, den Laden wieder zu öffnen. Von alleine wird sich das Problem für Russlands WTO-Beitritt also kaum lösen. Die Musikindustrie wird alle Register ziehen und in Berufung gehen. Abzuwarten bleibt, wie Moskau reagiert.

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: USA: Mit AllofMP3 kein WTO-Beitritt für Russland
Beitrag von: Jürgen am 30 August, 2007, 22:33
Ich möchte nur hoffen, dass es der Film- und Musikindustrie nicht 'gelingt', einen neuen Kalten Krieg zu verursachen oder sogar den Dritten Weltkrieg auszulösen.
Meines Erachtens muss es möglich sein, auf diesem Planeten zwei unterschiedliche Rechts- und Wirtschaftssysteme zu haben.
Der amerikanische Raubtierkapitalismus ist auch nicht wirklich der Stein der Weisen...
Titel: "The Movie Library" versucht sich als AllofMP3 für Videos
Beitrag von: SiLæncer am 19 November, 2007, 13:58
Während der Katalog des umstrittenen Musik-Onlineshops AllofMP3.ru weiterhin über seine Partnerseite MP3Sparks.com abrufbar ist, droht nun auch der Filmbranche weiteres Ungemach aus Russland. Mit "The Movie Library" (ZML) hat kürzlich ein Video-Downloadshop sein Pforten geöffnet, der nach eigenem Bekunden über 1500 Spielfilme in Topqualität zum Download zu Preisen zwischen 2 und 5 US-Dollar anbietet.

ZML offeriert die als DivX 5.x kodierten Videos in drei Qualitätsstufen: "PDA/iPod" (typisch 320 × 176 Pixel, bis 180 kBit/s) kostet 2 US-Dollar, "DivX" (592 × 324 Pixel, bis 900 kBit/s) gibt es für 3 US-Dollar und "DVD" (720 × 392 Pixel, bis 1,6 MBit/s) für 5 US-Dollar. Will der Kunde per Kreditkarte (Mastercard oder Visa) bezahlen, muss er zunächst ein Kundenkonto bei ZML anlegen und einen gewissen Betrag hinterlegen. Alternativ kann man die "PDA"- und "DivX"-Version auch per SMS bezahlen (laut ZML pro SMS 2,38 Euro zzgl. Providerkosten).

Die Filme liegen in englischer Sprache vor; der Download veranschlagt je nach gewählter Qualität zwischen 500 MByte und 2 GByte. Zu jedem Video gibt es neben dem Coverbild diverse Vorschaubilder in Originalauflösung, eine Inhaltsangabe sowie das Ranking des Films in der International Movie Database (IMDb).

Die Macher der ZML haben von AllofMP3 gelernt: Wie der Musikshop bezieht sich "The Movie Library" hinsichtlich seiner Legalität auf die Russian Organization for multimedia and Digital Systems (ROMS): "All materials presented on this site are available for the distribution over the Internet in accordance with the license of the Russian Organization for multimedia and Digital Systems (ROMS) and intended for personal use only. Further distribution, resale or broadcasting is strictly prohibited." Verträge mit der ROMS legitimieren allerdings – wenn überhaupt – nur den digitalen Vertrieb innerhalb Russlands, nicht aber weltweit. Da den ZML-Betreibern der Fall AllofMP3 nicht ganz fremd sein dürfte, werden sie sich im Vorfeld auf die programmierte Auseinandersetzung mit der MPA (Motion Picture Association) gewappnet haben.

Um es neugierigen Zeitgenossen nicht allzu leicht zu machen, lässt ZML seine Domain-Einträge von PrivacyProtect.org verwalten. Als Kontaktadresse gibt ZML die Firma Ullan Management LLP in Birmingham an. Sucht man nach Informationen über diese Firma, stolpert man über die ähnlich wie ZML aufgemachte Website My Video Lib. Die Anbieter scheinen also bereits ein ähnliches Netzwerk aus Partnern und Cobranding-Sites zu flechten wie AllofMP3.

Die Frage, woher die Videos stammen, scheint schnell beantwortet. Es gibt erste Hinweise darauf, dass sich ZML unter anderem "aXXo Releases" bedient – DVD-Kopien, die von "aXXo" via BitTorrent verteilt werden. Viele der offerierten Inhalte dürften von so genannten R5-Discs stammen. Die Filmindustrie kämpft schon seit Langem mit aus Russland stammenden, qualitativ hochwertigen "Telecines" (digitale Filmabtastung) von Kinofilmen. Um wenigstens einen kleinen Marktanteil zu gewinnen, pressen die Filmstudios eigens für Russland DVDs, bekannt als R5 (für Region 5), die bereits kurz nach US-Kinostart in Russland zu einem günstigen Preis auf den Markt kommen, um mit den illegalen Angeboten konkurrieren zu können.

Quelle : www.heise.de
Titel: MP3sparks.com macht gemeinsame Sache mit Cybercrime-Hoster – und wird geblockt
Beitrag von: SiLæncer am 12 Januar, 2008, 14:48
Der russische MP3-Downloadshop MP3sparks.com, der als Nachfolger des schlagzeilenträchtigen AllOfMP3 gilt, ist von zahlreichen Internet-Teilnehmern aus seit einiger Zeit nicht mehr zuverlässig zu erreichen. Das gab es schon früher, zum Teil blieben die Hintergründe unklar. Grund diesmal: MP3sparks.com hat Ende des vergangenen Jahres zum Webhoster AbdAllah gewechselt. Der wiederum wird laut britischer Medienberichte vom US-amerikanischen Großprovider Cogent geblockt, weil AbdAllah diverse Phishing- und andere Abzockersites beherbergt. Zu diesen dubiosen Angeboten, die Cogent ein Dortn im Auge sind, gehört naheliegenderweise auch MP3sparks. Angeblich bestehen zudem Verbindungen von AbdAllah zum berüchtigten Russian Business Network (RBN), einem von VeriSign als "Baddest of the Bad" bezeichneten ISP. Das RBN soll in viele Fälle von Internetkriminalität verwickelt sein, laut Spamhaus geht es dabei um Malware, Phishing und sogar um Kinderpornographie.

Für Großprovider Cogent reichen die Vorwürfe offenbar: Er hat für den von ihm versorgten Netzbereich den Zugang zum kompletten AbdAllah-Netzwerk geblockt. Da viele Access-Provider (ISPs) über Cogent routen, bleibt dort der Zugriff auf MP3sparks verwehrt. In England sollen Kunden von Virgin Media, Plusnet und Zen bereits nicht mehr auf den MP3-Shop zugreifen können, hierzulande sind unter anderem Studenten in Wohnheimen sowie Uni-Angehörige betroffen: Nach Informationen von heise online ist MP3spark.com aus dem Deutschen Forschungsnetz (DFN) nicht mehr zu erreichen. Kunden kommerzieller deutscher ISPs scheinen jedoch nicht betroffen.

MP3sparks.com wurde wie der im Juni 2007 geschlossene Dienst AllOfMP3.com von dem russischen Unternehmen Mediaservices Inc. gegründet. Die urheberrechtliche Situation ist nach wie vor höchst umstritten, da die Lizenz, auf deren Erwerb sich die russischen Dienste berufen, den Musikurhebern zufolge keine gültigen Vertriebsrechte einräumt, schon gar nicht außerhalb Russlands. MP3sparks.com verkauft komplette Alben für Preise zwischen 1,50 und 4 US-Dollar.

Quelle : www.heise.de
Titel: Linux als Währung bei MP3Sparks.com
Beitrag von: SiLæncer am 01 Dezember, 2009, 19:34
Über Jahre mussten Kunden des umstrittenen russischen MP3-Shops MP3Sparks.com ihr Musikkonto über verschiedene Internet-Währungen, Gutscheine oder über die Telefonrechnung bezahlen, nachdem die amerikanische Musikindustrie Ende 2006 ein Embargo der Kreditkartenfirmen erreicht hatte. Neuerdings lässt sich das Guthaben auf dem Musikkonto jedoch auch aufstocken, indem man eine spezielle Linux-Live-CD kauft und sich den Kaufpreis von MP3Sparks.com gutschreiben lässt.

Dabei handelt es sich um eine Slackware-Live-CD des Anbieters Slivecd, die in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten zu Preisen von 10, 20 und 40 Euro angeboten wird. Details zu Kernel-Version oder Software-Umfang der Slackware-Distribution sucht man vergebens, auch ist höchst zweifelhaft, ob Käufer die CD jemals erhalten werden, da im Verlauf des Bestellprozesses und des Bezahlvorgangs nirgends nach einer Lieferadresse gefragt wird. Stattdessen erhält man eine PIN, die man bei MP3Sparks.com für die Gutschrift benötigt.

Die Abwicklung läuft über den Dienstleister LiqPay, der Bezahldienste weltweit via Handy anbietet – man lädt also implizit ein Guthaben von der Kreditkarte auf sein Mobiltelefon und sendet es weiter an die Handy-Nummer des Shops. Kurze Zeit später kann man dann die PIN für die Gutschrift des Kaufpreises bei MP3Sparks.com nutzen.

MP3sparks.com wurde wie der im Juni 2007 geschlossene Dienst AllOfMP3.com von dem russischen Unternehmen Mediaservices Inc. gegründet. Die urheberrechtliche Situation ist nach wie vor höchst umstritten, da die Lizenz, auf deren Erwerb sich die russischen Dienste berufen, den Musikurhebern zufolge keine gültigen Vertriebsrechte einräumt, schon gar nicht außerhalb Russlands. MP3sparks.com verkauft komplette Alben für Preise zwischen 1,50 und 4 US-Dollar.

Quelle : www.heise.de