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Diverse DVB Software für verschiedene Karten => # ARM Boxen (Raspberry Pi ect.) => Thema gestartet von: Jürgen am 14 Juni, 2013, 01:00

Titel: RiscOS auf dem Raspberry Pi
Beitrag von: Jürgen am 14 Juni, 2013, 01:00
- hier bislang nur kurz getestet -

Meine ersten Eindrücke:

Wenn's läuft, dann vergleichsweise rattenschnell.
Der mitgelieferte Browser NetSurf fühlt sich auf den Seiten, die ich typischerweise zum Vergleich *) aufsuche, sehr viel schneller an, als z.B. Midori oder gar Firefox auf dem Pi.
Und das liegt sicherlich hauptsächlich am Betriebssystem dahinter und / oder anderen dependencies dieser builds.

=) hauptsächlich hier, DVBN, geschichtsspuren.de (wg. Server in HH) und RasPi-relevante Seiten

Die völlig andere Handhabung der Maus ist stark gewöhnungsbedürrftig, insbesondere der Aufruf des Kontextmenüs über die mittlere Taste.
Hier ist das auch unpraktisch und ungeübt, da sich mein 3D-Scrollrad nicht unbedingt dafür anbietet.
Nun gut, das ließe sich ggf. ändern.

Allerdings hatte ich ohnehin nicht wirklich viel Freude daran.

Viel Software gibt's über die Paketverwaltung nicht, insbesondere wenn man keine Ambitionen zum Programmieren verspürt.
Für den Pi sollten aber tunlichst entweder dafür bestätigte Pakete oder eigene Kompilate verwendet werden, nicht solche für auch nur etwas andere Plattformen.

Meine FullHD Desktop-Auflösung passend zu den Schirmen konnte ich zwar unter generic auswählen, wird aber nicht tatsächlich erzeugt. Statt dessen gibt es (ungefähr) 1280x720, inklusive fetter schwarzer Balken ringsum.
Bei den Linuxen für den Pi gibt es ja die config.txt, in der man derlei wirksam festlegen kann, bei RiscOS aber nicht.
Auch ist offenbar kein fremder Zugriff auf das proprietäre Dateisystem vorgesehen, selbst gparted sagt unbekannt...
Das Einzige, was ich so noch rausfinden konnte ist, daß offenbar dieses Dateisystem nicht auf die volle Karte (hier 4GB) aufgefüllt ist.
BTW, RiscOS kann zwar wohl FAT Datenträger anzeigen, aber anscheinlich nicht einmal davon kopieren.

Um mich ordentlich auf Software-Erweiterung und -Konfiguration vorzubereiten, habe ich nur mal eben die ersten Paket-Updates durchgeführt, und dann hat es mir die Benutzbarkeit von Maus und Tastatur gründlich zermergelt.
Reproduzierbar und nachhaltig geschieht es nun überall, daß spätestens jeder dreifache Tastendruck oder Mausklick eine automatische Wiederholung auslöst.
So ist es nun unmöglich, in eine Adresszeile oder z.B. im Editor www einzugeben, fast völlig unabhängig von der Geschwindigkeit.
Gleiches gilt für alle Mausfunktionen.
Natürlich habe ich erst zweimal Maus und Tastatur getauscht, aber alle baugleich..
Und als das nix brachte, sofort mühsam versucht, die Keyboard-Einstellungen so abzuändern, daß sich geeignete Timings finden ließen, oder gleich auto repeat  ganz abzustellen, leider 100% fruchtlos.
Reboot ändert gar nix.
Passiert dieser Fehler unbemerkt, fragt man sich natürlich, wer da voll auf die Bremse tritt.
Und genau dann geht natürlich auch keine Aktivitätsanzeige mehr mal eben schnell auf.

Wer solche Probleme nicht hat, der wird sich allerdings von aller Erfahrung mit üblichen Betriebssystemen verabschieden dürfen, denn selbst die elementarsten Dinge sind anders.
Ein Ordner ist nur ein (editierbarer) Sonderfall einer Datei. Ausführbarkeit ebenso (!).
Alles liegt nur am Namen.
Nur nicht Inhalte, denn die regelt keine Endung, sondern eine Markierung innerhalb der Datei.
Das erschwert jeden Austausch zusätzlich.
Pfadbestandteile trennt nicht / oder \, sondern ein gewöhnlicher Punkt.
Warum nicht das Rad nochmals erfinden, in eckig...

Erstes Fazit:
Nette Baustelle, aber für mich aktuell unbrauchbar und ohne erkennbaren Nutzwert.
Werde wohl erst einmal einige Zeit verstreichen lassen, bevor ich noch einmal daran gehe.

Andere Meinungen oder Erkenntnisse sind natürlich jederzeit willkommen!

Jürgen

p.s. problemlos gepostet mit Firefox unter Pidora auf dem Pi
Bericht dazu folgt gelegentlich.
Titel: Re: RiscOS auf dem Raspberry Pi
Beitrag von: _Immer_Intl_ am 14 Juni, 2013, 16:48
Für mich nix Neues da ich ja imme rnoch meinen RiscPC habe.  ;)
Titel: Re: RiscOS auf dem Raspberry Pi
Beitrag von: Jürgen am 15 Juni, 2013, 05:03
Bedeutet das, daß keine wirklich große Hoffnung auf zügige Weiterentwicklung besteht, vornehmlich für "normale" PC-Anwender?
Titel: Re: RiscOS auf dem Raspberry Pi
Beitrag von: _Immer_Intl_ am 16 Juni, 2013, 17:25
Ich bin kein Developer, ich bin auch nicht der Coder....

Das mit der Maus ist nun mal so, bei jedem Archimedes oder RiscPC.


Was genau meinst Du denn wollte dringend verbessert werden?

!* wird sich auch nicht ändern.
Titel: Re: RiscOS auf dem Raspberry Pi
Beitrag von: Jürgen am 16 Juni, 2013, 23:03
...natürlich in erster Linie genau das Thema Maus / Tastatur.
Wenn die nicht erwartungsgemäß funktionieren, ist's für mich schlicht nutzlos.
Die ordentliche Funktion sollte übrigens stets verifizierbar sein.
Daher wären auch Keyboard-Indikatoren kaum verzichtbar, wg. Wireless Desktop ohne LEDs, und ggf. eine ordentliche CPU- und / oder Datenträger-Aktivitätsanzeige.
Gerade wenn etwas unerwartet klemmt, sind die elementar zur Fehlersuche.

Dann steht oder fällt jedes Betriebssystem allgemein mit der dafür verfügbaren Software, denn nur zur Zierde braucht man es wahrlich nicht.

Meiner Ansicht nach braucht jeder Browser unbedingt eine ordentliche Funktion zur Speicherung und Löschung von Formulareingaben und Passworten.

Und ein Dateimanager muss unbedingt mit den wichtigsten Dateisystemen lesend und schreibend umgehen können, also FAT & Co., NTFS, ext*fs usw.
Auch wäre dann eine konfigurierbare Automount-und Hotplug-Funktion ziemlich wichtig.

Wenn Multimedia-Anwendungen jemals auch nur ansatzweise angedacht sind, ist natürlich dafür die Hardware-Unterstützung Dekodierung des Pi wesentlich.
Also sowohl für das GUI, als auch durch eine Eingabemöglichkeit für die Codec-Lizenzen, und unbedingt eine präzise Einstellbarkeit der Desktop-Auflösung, Framerate und Over-/Underscan.
Das schließt natürlich die möglichst umfassende Unterstützung von üblichen Multimedia-Webinhalten ein.

Das sollte aus meiner subjektiven Sicht schon sein und für den Anfang genügen.
Wichtig ist nicht, wann genau, aber es wäre schon hilfreich zu wissen ob überhaupt irgendwann.
Wie schon öfters geäußert, ist mein primäres Interesse, mit der Kiste den PC möglichst oft aus lassen zu können.
Wenn ich dafür etliches - außer selbst programmierten - selbst zu erlernen und zu konfigurieren hätte, wäre das ein durchaus akzeptabler Preis.

Aber funktionieren kann so etwas überhaupt nur, wenn extern gelagerte Dateien und / oder Funktionen handhabbar bleiben.
Wenn ich dafür zusätzliche Komponenten auf der Fritrzbox oder einem externen Datenträger unterbringen sollte, und dann wahlweise vom Pi oder vom PC (Windows und / oder Linux) damit arbeiten, wäre die Welt für mich in Ordnung ;)
Für Linuxe hege ich ähnliche Hoffnungen, wenngleich mir auch darunter etliches noch nicht gelingt.
Direktes Ducken oder Scannen sind zweitrangig, sobald (und nur sobald) ich wenigstens PDFs, JPEGs bzw. TIFFs in beiden / allen Welten ohne ein Drama nutzen kann.  

Weite Teile dieser Überlegungen haben hier schon lange auch alle Linux-Versuche begleitet. Brauche eben immer verlässliche Werkzeuge, nie bloße Spielzeuge.

Jürgen