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PC-Ecke => # Security Center => Thema gestartet von: SiLæncer am 06 Oktober, 2010, 22:23
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Um dem Kampf gegen Viren, Trojaner und andere Schädlinge ein Ende zu setzen, stellte Softwarehersteller Microsoft im offiziellen Blog der Firma eine Art „Gesundheitsreform“ für das Internet zur Diskussion. In vier Schritten sollen Schadprogramme aus dem Netz verbannt werden. Grundsätzlich basiert der Plan auf der Idee, jedem infizierten PC die Internetverbindung zu kappen.
Viren, Trojaner und andere Schädlinge. Alles ungebetene Gäste auf den Festplatten der weltweit vertretenen Computer- und Internetnutzer. Softwarehersteller Microsoft will diesen Schädlingen nun - zumindest weitgehend - Einhalt gebieten. Microsofts Corporate Vice President of Trustworthy Computing, Scott Charney, stellte hierfür eine Art „Gesundheitsreform“ für das Internet zur Diskussion. Der groß angelegte, vierteilige Plan stützt sich auf die Grundlage, dass die Schadprogramme sich größtenteils im Netz verbreiten: Ist beispielsweise ein Privatcomputer mit Internetanbindung von einem Trojaner infiziert worden, so versucht dieser über die weltweite Verkabelung neue Opfer zu finden.
In Schritt eins des theoretischen Vorhabens soll erst einmal definiert werden, wann ein Computer als infiziert gilt und durch seine Internetverbindung anderen PCs gefährlich werden könnte. Denn ist ein Rechner nach Definition kompromittiert, wird dies dem jeweiligen Internetanbieter mitgeteilt. Dazu soll in Schritt zwei ein absolut fälschungssicheres Zertifikat erstellt werden, was gewährleisten soll, dass Viren dem Provider nicht vermitteln können, dass alles in Ordnung wäre. Wenn dies nicht der Fall ist, kappt der Anbieter dem infizierten Rechner ganz einfach die Internetverbindung. Durch diese Maßnahme im dritten Schritt nimmt man dem Schädling die Möglichkeit sich weiter zu verbreiten. In der letzten Phase des Plans soll für die Praktiken ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden, offenbar damit sich niemand vor Sicherheitsmaßnahmen drücken kann.
Charney vergleicht die Idee im offiziellen Firmenblog der Corporation mit den Schutzmaßnahmen vor echten Krankheiten. Auch hier würden Quarantänemaßnahmen ergriffen werden, sobald man eine gefährliche Krankheit entdecke.
Auf dem Blatt ergibt das Prinzip zwar durchaus Sinn, allerdings könnten vor allem Datenschützer durchaus ihre Bedenken haben. Es dürfte sich die Frage auftun, wer sicherstellt, dass die Provider tatsächlich nur relevante Daten erheben und nicht auch auf private Daten zugreifen. Auch dürfte fraglich sein, inwiefern der Plan mit der Netzneutralität vereinbar ist.
Quelle : www.gulli.com
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Interessant: Damit könnte man unliebsamen "Meinungsbildnern" im Netz den Saft abdrehen. Ein "Bundestrojaner" oder "Globaltrojaner" muss her!!!!!
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Und wie soll man dann ganz ohne Internet für Abhilfe sorgen können?
Alles plattmachen und Windoof neu aufsetzen oder gleich einen neuen Rechner kaufen ist kein geeignetes Mittel, weil dadurch ein weitgehender Datenverlust zu erwarten ist.
Auch Backups oder andere elektronische Sicherheitskopien wichtiger Daten sind prinzipiell nicht sicher, weil die ebenfalls befallen sein könnten.
Irgendwo gekaufte Antivirensoftware ist regelmässig nicht aktuell, hilft ebensoweing gegen akuten Befall.
Einen anderen sauberen Rechner zu benutzen, um das kranke System von aussen zu reinigen, funktioniert auch nur halbwegs, wenn man dortige Schutzsoftware erst einmal aktualisieren kann.
Es wird auch nicht unbedingt besser, wenn man den Rechner zum Entflohen weggibt. Eher ist davon auszugehen, dass der Putzteufel ebenfalls seinen Zugang riskiert.
Überhaupt ist es schon ewig möglich, dass ein Internet-Zugang von etlichen Rechnern gleichzeitig genutzt wird.
Man stelle sich einmal vor, einer ganzen Firma wird der Saft abgedreht, bloss weil dort ein einziger Rechner verseucht ist.
Das kann den Ruin und eine Menge Arbeitsplätze kosten...
Zusammengefasst stelle ich fest, dass es für Normalverbraucher ohne Internet-Zugang keine wirksame Schädlingsbekämpfung gibt.
Hinzufügen möchte ich, dass ich es absolut verfehlt finde, dass ausgerechnet der Hersteller der meistbefallenen Betriebssysteme sich erdreistet, Einfluss auf Internet-Provider nehmen zu wollen.
Der soll meiner Ansicht nach endlich seinen Frickel-Code komplett so neu aufsetzen, dass es nicht weiterhin überall vor Sicherheitslücken nur so wimmelt.
Ausmisten fängt bei'm Verursacher der offenen Scheunentore an...
Jürgen