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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: SiLæncer am 04 September, 2010, 06:39
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Wie wird das Internet in 15 Jahren aussehen? Diese Frage dürfte wohl viele Menschen - von Politikern über Firmenbosse bis hin zu begeisterten Internetnutzern - interessieren. Eine definitive Antwort hat natürlich niemand. Die Firma Cisco Systems, die primär Netzwerktechnik herstellt, versuchte sich trotzdem an einer Prognose - und zeichnete ein eher düsteres Bild.
Als Technologien, die das Internet im Jahr 2025 bestimmen werden, nannte Cisco vor allem neue Eingabegeräte. So gehen die Experten davon aus, dass sich Spracherkennung und Touchscreen-Technologien - womöglich auch neuartige virtuelle, räumliche Interfaces - bei der Steuerung durchsetzen werden. Tastaturen werden dann nach Ansicht der Cisco-Analysten weitgehend überflüssig werden, ihren Platz als effizientes und vertrautes Nischenprodukt allerdings behalten.
Heutzutage ist das Internet zwar in der Theorie global, praktisch jedoch vor allem in hochentwickelten Industrienationen verbreitet. Das wird sich bis 2025 zumindest teilweise ändern, glauben die Analysten. Sie gehen davon aus, dass das Internet sich in Schwellenländer, in Dörfer und in ländliche Gebiete zunehmend ausbreiten wird.
Insgesamt kam Cisco zu vier möglichen Szenarien, wie das das Internet im Jahr 2025 aussehen wird. Das erste dieser Szenarien nannten die Experten "Fluid Froniers". Es zeigt eine Welt, in der das Internet allgegenwärtig ist und für alle Gruppen durchlässig. Wettbewerb und technologischer Fortschritt macht den Zugang billiger und weltweit verfügbar. User bekommen schneller die Information, die sie haben wollen. Für diejenigen, die im Internet vor allem positive Dinge wie Informationsfreiheit und globale Kommunikationsmöglichkeit sehen, dürfte dies eine durchaus schöne und erstrebenswerte Zukunftsvision darstellen. Allerdings könnten sich durch die Allgegenwart des Internets durchaus ernstzunehmende Veränderungen der sozialen, schulischen, beruflichen und politischen Realität ergeben, die einiges an Anpassung erfordern.
Mit dem zweiten der Szenarien, "Insecure Growth", zeichnet der Netzwerkspezialist eine unsichere Zukunft: Privatpersonen und Unternehmen haben Angst vor der Abhängigkeit von der Technik und meiden das Internet. Vermehrte Cyber-Kriminaltität überfordert Organisationen und Regierungen. Cybercrime und krimineller Spam sind schon heute durchaus ernstzunehmende Bedrohungen, die in vielen Menschen - teils realistische, teils übertriebene - Ängste auslösen. Werden sie zukünftig wirklich eine derart große Rolle spielen?
Das dritte der Szenarien, "Short of Promise", ist ebenfalls von eher pessimistischer Art. Es beschreibt eine Welt ohne wirtschaftliches Wachstum und ohne technische Innovationen.
Auch das letzte der Szenarien, "Bursting at the seams", zeichnet kein positives Bild. Es beschreibt die Möglichkeit, dass das Internet von steigender Nachfrage "überrannt" wird und die technische Infrastruktur nicht mehr ausreicht, um den Bedarf der Nutzer zu decken. Wartezeiten werden zur Normalität und das globale Netz ein Opfer des eigenen Erfolgs. Cisco sieht zudem eine Gefahr von Animositäten gegen die Technologiedominanz der USA. Es kommt zu einer Lähmung der internationalen Standardisierungsbemühungen.
Wird eines der vier Szenarien in 15 Jahren der Realität entsprechen, und wenn ja, welches wird es sein? Das ist heute unmöglich zu sagen. Cisco liefert einen durchaus interessanten Diskussionsansatz - fest steht dabei aber nur eines: es liegt durchaus auch an denjenigen, die heute mit dem Internet zu tun haben, die Zukunft zu gestalten und in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.
Quelle : www.gulli.com
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Das "Aussehen" des Internet wird meiner Ansicht nach nicht einheitlich sein, sogar weniger einheitlich als heute.
Bereits jetzt sind diverse Tendenzen zu beobachten:
- es wird vermehrt versucht, Inhalte vor dem freien Zugriff durch die Allgemeinheit zu verbergen, durch Bezahlmodelle, politisch begründete Filterung oder auch freiwillig abgeschottete Bereiche.
- Anpassung einiger Bereiche an bestimmte Nutzungsformen und / oder Verbreitungswege werden zunehmen, wie schon von wap bekannt, aber auch derzeit schon beginnend mit angepassten oder exklusiven Angeboten für die Nutzung am internetfähigen TV ohne die übliche alphanumerische Tastatur. Dazu kommt ein für die direkte Handhabung durch den beteiligten Menschen gar nicht bestimmter Teilbereich zur Vernetzung technischer Geräte, wie "intelligenter" (=intensiv ausschnüffelnder) Strom- / Gas- / Wasserzähler, Kühlschränke, Waschmaschinen, Fahrzeuge vieler und anderer elektronischer Fussfesseln, allgemeine Überwachungs- oder Alarmtechnik (initiiert durch die Nutzer, Behörden, Vermieter oder Dienste).
- es steht zu erwarten, dass es eines Tages Internetzugänge geben wird, über die grundsätzlich nur äusserst beschränkte Angebote erreichbar sind. Diese könnten beispielsweise von Arbeitsämtern oder anderen staatlichen Stellen veranstaltet werden, um Unterstützungsempfängern oder auch per three strikes Modell ausgeschlossenen Nutzern nicht mehr als die (zu Kontrollzwecken dann zwingend geforderte) Kommunikation mit den Behörden zu ermöglichen, oder um derer Kommunikation generell zu behindern. Der neue Personalausweis, sobald mindestens für die Betroffenen obligatorisch gemacht, erscheint geeignet, solche drastischen Unterschiede auf den meisten Kommunikationswegen durchzusetzen
Diese Liste lässt sich durchaus fortsetzen.
Jürgen