-
Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Bob Scheifler und Jim Gettys am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein netzfähiges Fenstersystem schufen. Das zunächst nur für interne Zwecke konzipierte X Window System ist mittlerweile für jede Unix(ähnliche)-Plattform verfügbar.
Ausgehend von W, einem an der Standford University entwickelten Prototyp für ein Fenstersystem, das über ein Netzprotokoll Bildschirmausgaben in Terminalfenstern machen konnte, entstand über die Jahre ein grafisches Fenstersystem, das die Grundlage für viele heutige Desktop-Systeme bildet.
Das wesentliche Merkmal von X11 ist seine Client/Server-Architektur. Als lokaler Prozess kümmert sich der X-Server um die Hardwarespezifika des Displays, während die Clients auf irgendeinem Rechner im Netz laufen können. Diese Plattform- und Geräteunabhängigkeit dürfte ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass sich X gegen andere Fenstersysteme wie Suns NeWS oder später die Next-Oberfläche durchgesetzt hat.
Von Anfang an waren die Quellen des X Window System frei verfügbar. Ein Vorstoß der Open Group, die nach zehn Jahren die Verantwortung dafür vom X Consortium übernahm, für die kommerzielle Nutzung Lizenzgebühren zu erheben, war zum Scheitern verurteilt. Nicht zuletzt die Ankündigung des XFree86-Teams, das seit 1992 Open-Source-Implementierungen für PCs liefert, zukünftig eine eigene Weiterentwicklung auf Basis der bis dahin freien Version X11R6.3 zu betreiben, spielte dabei eine entscheidende Rolle.
X11 ist weiterhin frei verfügbar und mittlerweile durch viele Erweiterungen an immer neu entstandene Benutzerwünsche angepasst. Die aktuelle Version 7.4 hat die X.Org Foundation – heutige Hüterin der X-Quellen – am 23. September 2008 freigegeben. Weitere Details zur X-Historie enthält die Juli-Ausgabe der iX, die ab dem 25. Juni im Handel ist.
Quelle : www.heise.de
-
Mit einiger Verzögerung haben die X.org-Entwickler den Code für die nächste Version 7.5 eingefroren und bereiten ihn jetzt auf die Veröffentlichung vor. Ende September 2009 könnte es so weit sein.
Terminverschiebungen bei X.org sind nichts Neues. Ursprünglich hätten X.org 7.5 und der X-Server 1.7 bereits im April 2009 erscheinen sollen. Die Entwickler konnten diesen Termin aber nicht halten und verschoben die geplante Veröffentlichung daher auf Mitte Juli 2009. Auch zu diesem Termin gab es keine neue X.org-Version.
Jetzt sei der Quellcode von X.org 7.5 und X-Server 1.7 eingefroren, schreibt Daniel Stone auf der X.org-Mailingliste. Änderungen werden daher nicht mehr zugelassen und die Entwickler bereiten jetzt die Veröffentlichung vor. Einen festen Termin nennt Stone nicht. Kurz vor oder während der X Developers' Conference (XDC) könnte die neue Version erscheinen, schreibt er. Die XDC findet vom 28. bis 30. September 2009 in Portland, Oregon, statt.
Zu den neuen Funktionen in X.org 7.5 zählen die Multi-Pointer-Erweiterung, Randr 1.3 und ein SELinux-Modul.
Derweil arbeitet Zack Rusin daran, X mittels der 3D-Linux-Grafiktreiber-Architektur Gallium zu beschleunigen.
Quelle : www.golem.de
-
Mit erheblicher Verspätung hat das Projekt X.org seinen X-Server in der Version 1.7.0 veröffentlicht. Er unterstützt unter anderem Eingaben mit mehreren Cursors gleichzeitig.
Zu den wesentlichen Neuerungen im X-Server 1.7.0 gehört die Unterstützung von XI2/Multi-Pointer X und damit mehrerer gleichzeitiger Maus- und Tastatur-Fokusse sowie ein API, um damit umzugehen. Wieder aktiviert ist die sogenannte VGA-Arbitration, um in Systemen mit mehreren Grafikkarten zu regeln, an welche die VGA-Kommandos gesendet werden sollen.
Ebenfalls schon einmal vorhanden war die nach Fehlerkorrekturen wieder aktivierte XDMX-Unterstützung für verteiltes Multiheaded X DDX. Xdmx fungiert als Proxy, der Ausgaben an mehrere X-Server weiterreicht, um beispielsweise Displaywände mit mehreren Maschinen anzusteuern, auf denen jeweils ein normaler X-Server läuft.
Erstmals Teil einer offiziellen Version ist XQuartz, ein X-Server für MacOS X.
X.orgs X-Server 1.7.0 steht unter http://xorg.freedesktop.org/ zum Download bereit. Die Neuerungen fasst Peter Hutterer in seiner Release-Ankündigung (http://lists.freedesktop.org/archives/xorg-announce/2009-October/001087.html) zusammen.
Quelle : www.golem.de
-
Über ein Jahr nach dem letzten Update haben die Entwickler von X.org die Verfügbarkeit von Version 7.5 der freien X-Implementierung bekannt gegeben.
Die bereits für den Sommer geplante, aber wegen Fehlern und Problemen verschobene Veröffentlichung enthält die aktuelle Version 1.7 des X-Servers und dementsprechend auch als eine der wichtigsten Neuerungen die lange angekündigte XI2/Multi-Pointer X-Unterstützung. Bei der Erweiterung handelt es sich um eine Technologie, die mehrere Eingabegeräte verwalten kann. Darüber hinaus flossen in das aktuelle Release Überarbeitungen an der Handhabung von Eingabe-Events und Bereinigungen der X Keyboard Extension (XKB)ein. Ferner haben die Entwickler X DDX wieder eingebunden und von früheren Fehlern befreit. Mac OS X-Anwender können sich dagegen über eine offizielle Unterstützung von Xquartz freuen.
Die Resize, Rotate and Reflect Extension (RANDR) wurde auf die Version 1.3 aktualisiert und bietet unter anderem einen besseren Rotationssupport. Die Panoramierung (Panning), wurde wieder in die Erweiterung aufgenommen, nachdem sie in der Version 1.2 aufgrund diverser Limitierungen entfernt wurde. Des weiteren wurde mit der Direct Rendering Infrastructure 2 (DRI2) eine neue Hilfserweiterung eingebunden, die es Anwendungen oder grafischen APIs wie Cairo, OpenVG oder Xv ermöglicht, die Beschleunigung der Karten besser zu nutzen. Die vollständige Liste der Änderungen kann in den Release Notes (http://www.x.org/releases/X11R7.5/doc/RELNOTES.html) der neuen Version nachgelesen werden.
Seit Version 7.0 von X.org ist der freie Server modular aufgebaut und lässt sich mit Hilfe der GNU Autotools compilieren. Er besteht nun aus einer Anzahl von unabhängigen Modulen, die von den Entwicklern separat gepflegt und weiterentwickelt werden. Die neue Version 7.5 von X.org kann ab sofort im Quellcode vom Server des Projekts (http://www.x.org/releases/X11R7.5/) oder einem der zahlreichen Mirror-Server heruntergeladen werden.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Die Entwickler des X.Org-Servers haben Version 1.7.4 zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hier um eine Wartungs-Ausgabe.
X Server 1.7.4 ist die erste Ausgabe im Jahre 2010 und dient lediglich als Bugfix-Version. Die Arbeiten an Version 1.8 sind bereits in vollem Gange und das fertige Produkt wird für Ende März 2010 erwartet.
In fünf Wochen soll bereits Version 1.7.5 das Licht der Welt erblicken. Für diese Version erwartet man ebenfalls Bugfixes und einige Backports von 1.8. Ubuntu 10.04 und einige andere Linux werden wohl weiter auf die Serie 1.7 setzen. Somit sollte die nächste Ausgabe spannendere Änderungen mit sich bringen. Weitere Informationen finden Sie in der offiziellen Ankündigung (http://lists.freedesktop.org/archives/xorg-announce/2010-January/001232.html).
Quelle : www.tecchannel.de
-
Mit nur geringfügiger Verspätung haben die Entwickler des freien X.org-Servers die Version 1.8.0 veröffentlicht und präsentieren unter anderem eine Unterstützung für udev und xorg.conf.d.
Die wohl größte Änderung des aktuellen X.org-Servers ist nicht im Code enthalten. Nachdem das Projekt in der Vergangenheit nicht gerade durch Pünktlichkeit und die Einhaltung der zuvor angekündigten Ziele glänzte, stellen die Entwickler die Veröffentlichungsstrategie komplett um. Richtete sich in der Vergangenheit die Veröffentlichung einer neuen Version nach zuvor festgelegten Funktionen, führt der X.org-Server 1.8.0 nun zeitbasierte Freigaben ein.
So orientiert sich die Entwicklung des freien X11-Servers nun an der Veröffentlichungsstrategie des Linux-Kernels und das Projekt organisiert sich in drei Phasen. Während in der ersten Phase Neuerungen und Änderungen akzeptiert werden, beschränken sich die Programmierer in der zweiten Phase auf die Korrektur von Fehlern. In der dritten Phase wird der komplette Stand des Projektes eingefroren und getestet.
So gewappnet gelang es dem Projekt nun, eine Version zu veröffentlichen, die fast punktgenau fertiggestellt werden konnte. Funktionell gesehen stellt die größte Änderung des X.org Servers 1.8.0 die Abkehr von HAL dar. HAL steht eigentlich für Hardware Abstraction Layer, doch das beschreibt nur annähernd, was das von FreeDesktop.org entwickelte HAL für Linux leistete. Es führte Hardware-Erkennung außerhalb des Kernels aus, konnte auf Ereignisse reagieren und kommunizierte mit anderen Komponenten wie dem Kernel, udev und DBUS. So verwundert es nicht, dass viele Entwickler und Distributoren das System als überladen und kaum wartbar ansahen.
Als Resultat der zunehmenden Ablehnung von HAL migrierte nun auch das X.org-Projekt die Codebasis auf betriebssystemspezifische Bibliotheken. So ist künftig udev für die Eingaben unter Linux verantwortlich, ohne dass der Anwender beispielsweise auf Hot-Plug verzichten muss.
Resultierend aus der Umstellung von HAL auf udev führt der X.Org Server 1.8.0 auch eine neue Konfigurationsstruktur ein. Die ehemals in HAL-FDI-Dateien durchgeführte Behandlung von Geräte-Optionen wird nun nach /etc/X11/xorg.conf.d verlagert. Zwar unterstützt der Server weiterhin Optionssektionen in der Datei xorg.conf, liest nun aber auch die Werte aus dem Verzeichnis xorg.conf.d ein. Dort können in verschiedenen Dateien verschiedene Sektionen eingetragen werden, die je nach Konfiguration ausgelesen werden. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass unnötige Optionen für Geräte eingelesen werden, die nicht vorhanden sind.
Ebenfalls enthalten im neuen X.org Server sind die Unterstützung für das neue DRI 2.2-Protokoll und die Swap-Extentions. Einziger Wermutstropfen stellt die Tatsache dar, dass fast alle wichtigen Treiber noch angepasst werden müssen. Enttäuscht dürften Anwender sein, die auf eine Implementierung von XKB2 gehofft haben. Die X Keyboard Extension befindet sich immer noch in der Entwicklung und wird wohl aller Voraussicht nach erst in einer der kommenden Versionen eingeführt werden. Denkbar wäre das im X.org Server 1.9, der wahrscheinlich Ende dieses Jahres vorgestellt wird.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Knapp fünf Monate nach Version 1.8 haben die Entwickler von X.org die Version 1.9 des X-Servers freigegeben. Die größte Neuerung stellt dabei RandR 1.4 dar.
Die neue Version des X-Servers wurde genau im Zeitplan fertiggestellt. Keith Packard, einer der Hauptentwickler, hatte diesen Termin als Ziel vorgegeben, da er es den Linux-Distributionen ermöglicht, die neue Version noch in ihre Herbst-Versionen aufzunehmen.
Die Ankündigung der Veröffentlichung enthält keine Angaben zu den Neuerungen. Laut dem Wiki (http://xorg.freedesktop.org/wiki/Server19Branch) gab es zahlreiche Verbesserungen und Korrekturen an vielen Stellen. Die größte einzelne Neuerung ist RandR 1.4. Diese im X.org-Wiki noch nicht dokumentierte neue Version der »Resize and Rotate«-Erweiterung bietet vor allem Pixmap-Unterstützung für individuelle Ausgabegeräte. Damit können Anwendungen mehrere Ausgabepuffer erzeugen und sie einer beliebigen Teilmenge der Ausgabegeräte zuweisen. In diese Pixmaps kann direkt oder über OpenGL geschrieben werden. Darüber hinaus blieb RandR weitgehend unverändert.
Weitere Änderungen in X-Server 1.9 fanden in DRI2 statt, das nun einen neuen Authentifikations-Mechanismus kennt, so dass der Server ohne libdrm compiliert werden kann. Die verbesserte Puffer-Invalidierung reduziert die Zahl der Roundtrips zum Server. Verbesserungen gab es auch in der Konfiguration und bei den Eingabegeräten. Die Dokumentation wurde vom alten LinuxDoc auf DocBook/XML umgestellt. Darüber hinaus wurde der Code an zahlreichen Stellen bereinigt.
X-Server 1.9 kann zusammen mit X.org 7.5 verwendet werden. Eine neue Veröffentlichung von X.org ist geplant. Sie soll im September oder Oktober erfolgen, ein genauer Termin ist noch aber nicht bekannt.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Da kündigt Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth in seinem Blog an, dass Ubuntu auf das neue Grafiksystem Wayland umstellen will, und schon tobt ein (kleiner) Sturm durchs Netz (und natürlich durch das Heise-Forum. Das Thema polarisiert: "Endlich hat einer den Mut dazu", schreibt OSNews; "Hat Shuttleworth den Verstand verloren?", fragt OStatic.
Aber was ist eigentlich das Problem mit dem X Window System? Nun, seine grundlegende Architektur ist 25 Jahre alt. Das ist an sich nicht schlimm (viele grundlegende Ideen in Unix und Linux sind noch älter), aber viele Designentscheidungen würde man heute anders treffen. Als das X Window System 1984 entwickelt wurde, kannte Unix beispielsweise noch keine Shared Libraries (die kamen erst 1986 mit System V Release 3). Damit nicht jedes grafikfähige Programm dieselben Routinen zum Zeichnen von Linien und Mustern, zum Darstellen von Bitmaps und Text mitschleppen muss (RAM und Plattenplatz waren teuer damals), kam man auf die Idee, den ganzen Grafikcode in einem Grafik-Server – dem X-Server – zu sammeln.
Grafische Anwendungen – X-Clients – sagen dem Server dann nur noch "Male dieses Pixel rot", "Zeichne eine Linie von hier nach dort", "Gib an dieser Position den String 'foo' in Courier 12 Punkt aus" oder "Male jene Bitmap in die Ecke links oben". den Rest erledigt der X-Server. Er kümmert sich um die Hardware, initialisiert die Grafikhardware, verwaltet die Farbmodi und Auflösungen der Grafikkarte, fragt die Eingabegeräte an. Der X-Server koordiniert den Zugriff verschiedener Anwendungen auf den Grafikspeicher und leitet Eingaben an den richtigen X-Client weiter. Er verwaltet die Schriften, rendert Text und stellt den X-Clients eine Vielzahl grafischer Primitiven zur Verfügung. Dabei kann die Kommunikation zwischen X-Server und X-Client über ein Netzwerk erfolgen: Der Raytracer, der verteilt auf dem dicken Cluster im Keller läuft, kann als X-Client das gerenderte Bild direkt auf dem X-Server ausgeben, der auf dem Schreibtisch-PC läuft.
Allerdings haben sich die Anforderungen an ein Grafiksystem in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten drastisch verändert. 1984 war Farbgrafik fast unbezahlbar, und unter Highend-Computergrafik verstand man ungefähr das, was ein Plotter zu Papier bringt – Linien, Muster und Schrift. Wenn Sie eine Idee von der Grafik bekommen wollen, auf die der X-Server optimiert ist, starten Sie mal den X-Server-Benchmark X11perf mit
x11perf -all -time 1 -repeat 1
(http://www.heise.de/open/imgs/10/5/9/3/5/2/1/86f84ac9977406af.png)
TWM, ein Fenstermanager im Stil der 80er Jahre.
und sehen Sie sich an, was da so über den Bildschirm flimmert. Mit den Anforderungen moderner Desktops – Farbverläufe, Anti-Aliasing, Schattenwurf, Transparenz, 3D-Effekte – hat das nicht das Geringste zu tun. Trotzdem steckt der Code für alle diese grafischen Primitiven heute noch im X-Server. Installieren und starten Sie doch mal den aus den 80er Jahren stammenden Fenstermanager twm, den auch heute noch jede Linux-Distribution mitbringt. Starten Sie dann ein xterm, dazu vielleicht noch xclock, xcalc, xeditor oder xfontsel. Jetzt haben Sie einen Eindruck, auf welche Art von Grafik das X Window System optimiert ist. Selbst Keith Packard, in den letzten Jahren einer der wichtigsten X-Entwickler, hat in seinem Vortrag auf der Linux Plumbers Conference einen Abgesang auf das X Window System angestimmt.
Heutige Desktops und GUI-Anwendungen haben andere Anforderungen und verlassen sich nicht auf die grafischen Fähigkeiten des X-Servers. Sie nutzen Toolkits wie Qt oder Gtk+ und Grafikbibliotheken wie Cairo und Xft, um GUI-Elemente, Grafiken und Text zu zeichnen. Der X-Server erhält nur noch die fertigen Bitmaps zur Darstellung. (Das ist jetzt ein bisschen arg vereinfacht – der X-Server leistet über Erweiterungen wie XRender eine Menge mehr als früher –, aber beschreibt die Tendenz.) Und auch bei der Hardware hat der X-Server immer weniger zu tun: Das Initialisieren der Grafik-Hardware und das Umschalten zwischen verschiedenen Bildschirmauflösungen erledigt dank KMS (Kernel Mode Setting) der Kernel; dessen Evdev-Subsystem kümmert sich auch um die Eingabegeräte.
Für die verbliebenen Aufgaben – im Wesentlichen die Darstellung von Bitmaps und das Weiterleiten von Eingabeereignissen an das zuständige Fenster – reicht ein simpler Display Server wie der von Mark Shuttleworth und auch Intel bevorzugte Wayland völlig aus. Wayland übernimmt auch gleich das Compositing (also die 3D-Manipulation der Fenster vom Schattenwurf bis zur Rotation), was die Festerverwaltung vereinfacht – der X-Server muss dazu ziemlich komplex mit einem Compositing Manager interagieren.
Dabei ist für Kompatibilität mit den bestehenden Anwendungen gesorgt: Da die aktuellen Toolkits kaum noch Funktionen des X-Servers nutzen, lassen sie sich relativ einfach auf das Wayland-Protokoll umschreiben – danach kann man alle Gnome/Gtk+- und KDE/Qt-Anwendungen mit minimalem Aufwand portieren. Und die Wayland-Architektur erlaubt es, einen X-Server als Wayland-Client zu betreiben – für die verbleibenden X-Anwendungen.
Klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Ein modernes, schlankes Grafiksystem für Linux, befreit von den Altlasten der letzten 25 Jahre, optimiert auf die Bedürfnisse heutiger Desktops und kompatibel mit allen existierenden grafischen Linux-Anwendungen – da muss es doch einen Pferdefuß geben? Leider gibt es sogar zwei Pferdefüße. Zum einen ist Wayland noch nicht so weit, dass es das X Window System ablösen könnte – ein Menge Detailarbeit bleibt noch zu tun (einige Stichworte: Fenstermanagement, Keymaps, Zugangshilfen). Aber das wird kommen – auch Shuttleworth will ja nicht in den nächsten sechs Monaten umsteigen.
Zum anderen verzichtet Wayland auf die Netzwerktransparenz des X Window System – ein absolutes Killerkriterium, glaubt man den Kommentaren im Heise-Forum. Aber übers Netz kriegt man GUI-Anwendungen auch ohne X – mittels RDP, VNC oder NX. Sowohl VNC als auch NX übertragen meinen gesamten Desktop inklusive Firefox über DSL mit 6**MBit/s flüssig, während das Firefox-Fenster alleine, via X auf das Notebook zu Hause geholt, fast unbedienbar ist. Das zeigt, was die Netzwerktransparenz des X Window System mit heutigen Anwendungen noch wert ist.
Ich glaube, es ist höchste Zeit für etwas Neues. Es stimmt, in den letzten zehn Jahren hat der Linux-Desktop gewaltige Fortschritte gemacht – aber nicht wegen, sondern trotz X. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als jede X-Anwendung eine eigene Farbtabelle installierte und der Wechsel in das Netscape-Fenster den ganzen Desktop in einen psychedelischen Farbrausch tauchte. Als Mausklicks keine Wirkung hatten, wenn die NumLock-Taste gedrückt war (weil NumLock+Maustaste ein anderes Event ist als Maustaste ohne NumLock). Als man X-Konfigurationsdateien austauschte, um das X Window System auf einer bestimmten Hardware überhaupt zum Laufen zu kriegen. (Das Unix-Haters Handbook enthält in seinem Kapitel über das X Window System noch mehr Beispiele.)
Aber mit all dem muss man sich heutzutage nur deswegen nicht mehr herumschlagen, weil unglaublich viele Arbeitsstunden talentierter Programmierer in das X Window System, in X-Server-Erweiterungen und in die Toolkits geflossen sind, die die Desktop- und Anwendungsentwickler von den X-Untiefen abschirmen. Dass X dadurch gezähmt ist, heißt nicht, dass es ein tolles Grafiksystem ist. Ich jedenfalls bin gespannt, wann Wayland benutzbar ist, wann die Liste der Wayland-Clients mehr als ein paar Demos umfasst – und wann die erste Distribution tatsächlich das X Window System ersetzt.
Quelle : http://www.heise.de/open/
-
In Kürze ist mit der Freigabe von X.org 7.6 zu rechnen. Ein Veröffentlichungskandidat ist jetzt verfügbar.
X.org 7.6 wird etwa 13 Monate nach X.org 7.5 erscheinen und zahlreiche Aktualisierungen enthalten. Viele der zahlreichen zugehörigen Module enthalten nur kleinere Updates, einige jedoch wurden umfassend erweitert.
In der Konfigurationsdatei gibt es jetzt einen neuen Abschnitt InputClass. Mit dieser lassen sich Einstellungen für eine Gruppe von Eingabegeräten vornehmen, wobei man flexibel definieren kann, wie sich die Gruppe zusammensetzt. Ferner kann die Konfiguration in verschiedene Dateien aufgeteilt werden, was besonders Distributoren entgegen kommt. Die früher genutzten Regeln für Eingabegeräte in .fdi-Dateien von HAL wurden durch InputClass-Abschnitte ersetzt.
Der X-Server nutzt unter Linux jetzt udev für die Geräteerkennung und Hotplug. Auf anderen Plattformen verwendet er weiterhin die Hardware-Abstraktionsschicht HAL. XCB (X protocol C-language Binding), ein Ersatz für Xlib mit geringerem Speicherbedarf, geringerer Latenz und anderen Verbesserungen, ist nun im Standard-Lieferumfang enthalten.
Die zentrale Komponente, der X-Server, liegt in Version 1.9.2 vor. Diese bringt RandR 1.4, einem neuen Authentifikations-Mechanismus in DRI2, verbesserter Puffer-Invalidierung zur Reduktion der Zahl der Roundtrips zum Server in DRI2 und anderen Verbesserungen.
Auch die Dokumentation wurde wesentlich erneuert. Einzelheiten sind in den Hinweisen zur Veröffentlichung (http://www.x.org/releases/X11R7.6-RC1/doc/xorg-docs/ReleaseNotes.html) zu finden.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Über ein Jahr nach dem letzten Update haben die Entwickler von X.org die Verfügbarkeit von Version 7.6 der freien X-Implementierung bekannt gegeben.
X.org 7.6 ist etwa 14 Monate nach X.org 7.5 jetzt verfügbar. und zahlreiche Aktualisierungen enthalten. Viele der zahlreichen zugehörigen Module enthalten nur kleinere Updates, einige jedoch wurden umfassend erweitert.
In der Konfigurationsdatei gibt es jetzt einen neuen Abschnitt InputClass. Mit dieser lassen sich Einstellungen für eine Gruppe von Eingabegeräten vornehmen, wobei man flexibel definieren kann, wie sich die Gruppe zusammensetzt. Ferner kann die Konfiguration in verschiedene Dateien aufgeteilt werden, was besonders Distributoren entgegen kommt. Die früher genutzten Regeln für Eingabegeräte in .fdi-Dateien von HAL wurden durch InputClass-Abschnitte ersetzt.
Der X-Server nutzt unter Linux jetzt udev für die Geräteerkennung und Hotplug. Auf anderen Plattformen verwendet er weiterhin die Hardware-Abstraktionsschicht HAL, die jedoch als Auslaufmodell gilt und künftig wahrscheinlich auch dort nicht mehr genutzt wird.
XCB (X protocol C-language Binding), ein Ersatz für Xlib mit geringerem Speicherbedarf, geringerer Latenz, direktem Zugriff auf das X-Protokoll, Verbesserungen bei der Thread-Unterstützung, Erweiterbarkeit und anderen Verbesserungen, ist nun im Standard-Lieferumfang enthalten. Es ist in libX11 und in die Tools xlsatoms, xlsclients und xwininfo integriert.
Die zentrale Komponente, der X-Server, liegt in Version 1.9.3 vor. Diese bringt RandR 1.4, einen neuen Authentifikations-Mechanismus in DRI2, verbesserte Puffer-Invalidierung zur Reduktion der Zahl der Roundtrips zum Server in DRI2 und andere Verbesserungen.
Auch die Dokumentation wurde wesentlich erneuert. Sie wurde größtenteils zu den zugehörigen Modulen gelegt und einheitlich auf DocBook XML umgestellt. Die Dokumentation ist auch online zu lesen. Einzelheiten sind in den Hinweisen zur Veröffentlichung (http://www.x.org/releases/X11R7.6/doc/xorg-docs/ReleaseNotes.html) zu finden.
Seit Version 7.0 von X.org ist die freie X11-Implementierung modular aufgebaut und lässt sich mit Hilfe der GNU Autotools compilieren. Sie besteht aus einer Anzahl von unabhängigen Modulen, die von den Entwicklern separat gepflegt und weiterentwickelt werden. Die neue Version 7.6 von X.org kann im Quellcode vom Server des Projekts (http://www.x.org/releases/X11R7.6/) oder einem der zahlreichen Spiegel-Server heruntergeladen werden.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Die Entwickler des freien X-Servers von X.org haben fast ein halbes Jahr nach der letzten Version die Version 1.10.0 veröffentlicht. Neben zahlreichen Korrekturen bringt sie diverse Änderungen. Funktionen wie RandR 1.4 oder Multi-Touch-Erweiterungen wurden allerdings verschoben.
Nur 24 Stunden mach dem dritten und Veröffentlichungskandidaten des X-Servers 1.10.0 haben die Entwickler die finale Version veröffentlicht. Im direkten Vergleich zu Version 1.9.0, die vor knapp sechs Monaten veröffentlicht wurde, erhielt der neue Server vor allem zahlreiche Korrekturen und Verbesserungen bestehender Systeme. Große Neuerungen waren abgesehen von wenigen Ausnahmen nicht geplant.
Vor allem Peter Hutterer steuerte zahlreiche Korrekturen und diverse kleinere Änderungen bei, die die Grundstruktur des Servers verbessern. Unter anderem überarbeitete er das PreInit-API. Darüber hinaus haben die Entwickler die von Nvidia entwickeltes Fence-Schnittstelle in den Server eingebaut. Die »X Synchronization Fences« wurden bereits etliche Monate zuvor vorgestellt und befanden sich seit geraumer Zeit unter einem öffentlichen Review. Sie erlauben unter anderem eine Synchronisierung zwischen dem X-Rendering und einem beispielsweise OpenGL-basierenden Clienten.
Entgegen der ursprünglichen Planungen mussten die Entwickler allerdings in der Version 1.10.0 auf die wichtigsten geplanten Änderungen verzichten. So wurde beispielsweise das lang erwartete RandR 1.4 (Resize and Rotate) - nachdem es planmäßig integriert wurde - im dritten Veröffentlichungskandidaten wieder entfernt. Nach Angaben von Keith Packard erreichte die Client-Schnittstelle nicht die gewünschte Reife und konnte bis zur finalen Version 1.10.0 nicht mehr korrigiert werden. Dem entsprechend ist mit der Freigabe von RandR 1.4 mit per-CRTC-Pixmaps-Unterstützung erst in der kommenden Version des Servers zu rechnen. Ferner ist auch erst in der Version 1.11.0 des X-Servers mit einer Erweiterung der Multi-Touch- und Gesten-Funktionen zu rechnen.
Durch seine modulare Bauweise kann der neue X-Server 1.10.0 mit X.org 7.6 benutzt werden. Die letzte Version des X.org-Systems wurde im Dezember des vergangenen Jahres freigegeben.
Quelle : http://www.pro-linux.de/news/1/16752/x-server-1100-freigegeben.html
-
Wayland ist vielversprechend, aber noch längst nicht reif für den Einsatz mit Desktops, sagt KDE-Entwickler Martin Gräßlin. Nur eine schrittweise Migration sei sinnvoll. Er rechnet erst Mitte 2012 mit einer funktionierenden Vorabversion.
Der Umstieg auf Wayland ist sinnvoll, sagt KDE-Entwickler Martin Gräßlin im Interview mit Golem.de auf dem Desktop Summit 2011 in Berlin. Wayland beinhalte das erste Konzept seit langem, das die bisher weit verbreitete grafische Oberfläche X11 ersetzen könne. Gräßlin nahm das zuletzt viel kritisierte X11 auch in Schutz: Ihm seien nur wenige Open-Source-Projekte bekannt, die so lange benutzbar gewesen und gepflegt worden seien. Wayland löse aber eines der größten Probleme von X11: das Compositing. Wayland integriert den Compositing-Manager, so dass der Umweg über externe Compositors überflüssig wird.
Eigentlich müsste der Compositing-Manager selbst auf Tastatur- und Mauseingaben reagieren (Input Redirection) und sie den jeweiligen Fenstern zuordnen. Bislang verarbeitet der Xserver solche Eingaben ebenso wie die Anordnung der Fenster (Stacking). Speziell bei Toucheingaben führt dies zu unnötigen Verzögerungen.
Unentdecktes Wayland
Wayland sei aber noch weitgehend ungetestet. Es fehle schlichtweg die Möglichkeit, den grafischen Server auch zu testen, denn außer Qt gebe es wenige Toolkits, die mit dem Display-Server verwendet werden könnten. Qt 4.8 soll Wayland unterstützen und im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2011 erscheinen.
Zusätzlich fehlen Wayland laut Gräßlin noch vernünftige Schnittstellen zu den OpenGL-Fähigkeiten von Grafikkarten. Gegenwärtig unterstützt Wayland mit OpenGL ES 2.0 nur eine Teilmenge von OpenGL, wenn auch eine wichtige. Überlegungen, die GLX-Bibliothek zu verwenden, wurden wieder verworfen, denn damit entstünde wieder eine Abhängigkeit zu X11.
Fehlende Treiberfunktionen
Erst die vor wenigen Tagen erschienene Mesa-Bibliothek 7.11 bringe die notwendigen Voraussetzungen für den vernünftigen Einsatz von Wayland mit, erläutert Gräßlin. Zudem fehlten dem Nouveau-Treiber noch zahlreiche Funktionen und der proprietäre Treiber von Nvidia könne nicht mit Wayland verwendet werden.
Auch angepasste Software fehlt derzeit weitgehend. Gräßlin geht davon aus, dass auch in Zukunft nicht alle Programme mit Wayland funktionieren werden. Deshalb lautet Gräßlins Credo: "Don't break the desktop!" Es sei viel zu früh, um Wayland als vollständigen Ersatz für X11 auf dem Desktop einzubinden.
Schrittweise Migration
Stattdessen plant das KDE-Team eine schrittweise Migration von X11 auf Wayland, die in drei Phasen erfolgen soll: Zunächst sollen Wayland-Clients mit X11 verwendet werden können. Danach soll Wayland selbst seine eigenen Clients vollständig unterstützen. Schließlich soll im Zuge der Umstellungen X11 nur noch als Client mit dem Wayland-Server laufen. Intel und weitere Unternehmen forcieren gegenwärtig eine ähnliche Entwicklung von Wayland, etwa für den Einsatz in Meego.
Seine Pläne für die Implementierung von Wayland in den Plasma-Desktop werden sich zunächst auf Plasma Active für mobile Geräte begrenzen, wie Gräßlin erläuterte. Denn auf der mobilen Plattform ist der Verlust vieler X11-Funktionen zu verschmerzen. Im Sommer 2012 soll die Benutzeroberfläche ohne X11 verwendbar sein.
Eine parallel entwickelte Veröffentlichung im viertel Quartal 2012 soll Entwicklern zunächst die Möglichkeit bieten, ihre Benutzeroberflächen und Anwendungen mit Wayland zu testen.
Wayland werde X11 auf dem Desktop in absehbarer Zeit nicht ersetzen können, sagte Gräßlin.
Quelle : www.golem.de
-
Die Entwickler des freien X-Servers von X.org haben nach einem halben Jahr Entwicklung die Version 1.11.0 veröffentlicht. Sie bringt hauptsächlich Fehlerkorrekturen und Verbesserungen gegenüber der Version 1.10.0.
Seit X.org modularisiert ist, stellt der eigentliche X-Server nur noch eine von vielen Komponenten des X Window Systems von X.org dar. Seine Hauptaufgabe ist es, stabil zu laufen; Neuerungen finden hauptsächlich in den zahlreichen anderen Modulen sowie den Treibern statt. Dementsprechend sind in Version 1.11.0 keine wesentlichen neuen Funktionen auszumachen. Lediglich in der Mac OS X-Portiertun XQuartz wurden viele Änderungen vorgenommen. Ansonsten scheint das Änderungslog (http://lists.freedesktop.org/archives/xorg-announce/2011-August/001729.html), das der Ankündigung angehängt ist, nur kleinere Verbesserungen zu enthalten. Dazu kommen Korrekturen sowie Verbesserungen und Erweiterungen in der Dokumentation. Insgesamt haben einige Dutzend Entwickler mehrere hundert Änderungen in den neuen X-Sever integriert.
Durch den modularen Aufbau von X11 kann der neue X-Server 1.11.0 mit X.org 7.6 benutzt werden, der neuesten Version des X.org-Systems, die im Dezember 2010 freigegeben wurde. Der Download des Quellcodes ist vom Archiv bei X.org (http://xorg.freedesktop.org/archive/individual/xserver/) möglich.
Neue Versionen des Servers von X.org sollen alle sechs Monate erscheinen. Über die Pläne für die nächste Version liegen noch keine Informationen vor.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Der Displayserver Wayland ist in einer Testversion veröffentlicht worden. Es ist die erste Version, die die Entwickler offiziell freigeben. Im Laufe des Jahres 2012 sollen der Code und das API in einer stabilen Version 1.0 erscheinen.
Der Wayland-Initiator und Red-Hat-Mitarbeiter Kristian Høgsberg hat eine erste Testversion des Displayservers samt des dazugehörigen Compositors Weston freigegeben (http://lists.freedesktop.org/archives/wayland-devel/2012-February/002072.html). Die Testversion soll in erster Linie dazu dienen, die APIs und die Protokollimplementierungen zu stabilisieren. Erst dann soll Wayland 1.0 erscheinen, auf dessen Basis die Weiterentwicklung der Plugins und die Anpassungen an die Toolkits erfolgen sollen.
Bislang mussten noch ein spezieller Kernel mit Pageflips kompiliert, eine angepasste Mesa-Bibliothek verwendet und eine unvollständige EGL-Schnittstelle genutzt werden. Inzwischen sind sämtliche Anpassungen in die externen Projekte wie Mesa eingepflegt, so dass Wayland mit dem standardmäßigen KMS-Stack des Kernels und dem DRI2-Modul funktioniert. Allerdings kann Wayland bislang nur mit Open-Source-Treibern für Grafikkarten genutzt werden, die binären Treiber von Nvidia und AMD müssten von den Herstellern noch angepasst werden.
Bislang ist Wayland lediglich für den Einsatz unter Linux gedacht. Zwar sei es sicherlich möglich, Wayland auch auf andere Plattformen zu portieren, sie müssten aber die gleiche Infrastruktur bieten wie Linux. X.org solle auf so vielen Plattformen wie möglich laufen, erklärte Høgsberg.
Wayland soll künftig auf Embedded-Geräten oder auch auf Desktoprechnern laufen. Es soll eine schlanke Alternative zu X.org darstellen und vor allem moderne Komponenten des Kernels nutzen sowie nur aktuell benötigte Funktionen eines Displayservers enthalten. Ubuntu, Fedora und Tizen haben bereits ihre Unterstützung für das Projekt angekündigt.
Ein endgültiger Termin steht noch aus, Wayland 1.0 soll aber noch in diesem Jahr erscheinen.
Quelle : www.golem.de
-
Der X-Server 1.12 enthält eine Unterstützung für Multitouch-Gesten. Diese können in den kommenden Versionen von Fedora und Ubuntu eingesetzt werden.
Der freie X-Server 1.12 ist veröffentlicht (http://lists.freedesktop.org/archives/xorg-announce/2012-March/001846.html) worden. Die größte Neuerung ist wohl die Unterstützung für Multitouch-Gesten. Diese wurde bereits vor etwa einem Monat mit X-Input 2.2 veröffentlicht, das nun auch ein Teil des X-Servers ist. In einer Serie von Blog-Einträgen erklärt der zuständige Entwickler Peter Hutterer einige Details zur Umsetzung der Multitouch-Funktionen. Zum Tragen kommt die Erkennung mehrerer Finger nicht nur auf Touchscreens, sondern auch bei der Verwendung von Touchpads.
Neben der Multitouch-Unterstützung haben die Entwickler für den X-Server 1.12 viele Fehler behoben und für kleinere Verbesserungen gesorgt. Der X-Server 1.12 wird im kommenden Feodra 17 alias Beefy Miracle verwendet werden. In Ubuntu 12.04 kommt zwar der X-Server 1.11 zum Einsatz, Ubuntu enthält aber bereits die Multitouch-Funktion von X-Input 2.2
Der proprietäre Nvidia-Treiber für Linux-Systeme ist bereits zum X-Server 1.12 kompatibel. Für die proprietären AMD-Treiber gilt das noch nicht. Der Quellcode des X-Servers 1.12 steht auf den Servern des Projekts zum Download (http://xorg.freedesktop.org/archive/individual/xserver/) bereit.
Quelle : www.golem.de
-
(http://www.golem.de/1203/sp_90490-32115-i.png)
Wayland mit einfachen GTK-Anwendungen
(Bild: Wayland)
Der Displayserver Wayland und der Compositor Weston sind ab sofort in den Quellen von Ubuntu 12.04 verfügbar. GTK-Anwendungen können Wayland jedoch nicht nutzen, GTK müsste dazu neu kompiliert werden.
Nach dem Displayserver Wayland 0.85 ist nun auch der dazugehörige Compositor Weston 0.85 in den Quellen des kommenden Ubuntu 12.04 zu finden. Diese ersten offiziellen Testversionen von Wayland und Weston sind im Februar 2011 erschienen und sollen vor allem dazu dienen, die APIs und die Protokollimplementierungen zu stabilisieren.
Wayland und Weston funktionieren seit der Veröffentlichung der Version 0.85 auch mit externen Projekten wie Mesa oder dem KMS-Stack des Linux-Kernels, ohne dass diese speziell angepasst werden müssten. Das gilt jedoch nicht für die GTK-Pakete in Ubuntu 12.04 alias Precise Pangolin. Dies führt dazu, dass GTK-Anwendungen in Ubuntu 12.04 nicht zusammen mit dem Displayserver verwendet werden können.
Der Grund für die Inkompatibilität ist der "Feature Freeze" im Entwicklungszyklus von Ubuntu 12.04. Das heißt, seit etwa einem Monat dürfen keine neuen Funktionen, Pakete oder APIs zu Precise Pangolin hinzugefügt werden, die Entwickler konzentrieren sich auf das Beheben von Fehlern. Um Wayland und Westen mit GTK verwenden zu können, müsste dieses aber mit der Option "--enable-wayland-backend" neu gebaut werden. Das lehnt das Ubuntu-Team derzeit jedoch noch ab. In einem Bug-Report wird diese Funktion jedoch gefordert.
Ob und wann Wayland problemlos in Ubuntu getestet werden kann, steht noch nicht fest. Auch nicht, wann Wayland standardmäßig den X-Server in Ubuntu ersetzen wird, was der Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth bereits als langfristiges Ziel angekündigt hat. Gleiches gilt für das Fedora-Projekt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Wayland und Weston zusammen mit GTK 3.4 im kommenden Fedora 17 getestet werden können.
Quelle: www.golem.de
-
Die Entwickler von X.org haben den ersten Veröffentlichungskandidaten von X.org 7.7 mit Multitouch-Unterstützung und vielen anderen Verbesserungen bereitgestellt.
Sechzehn Monate Nach X.org 7.6 wachsen damit die Hoffnungen auf eine baldige Freigabe der offiziellen Version 7.7. Das Team plant der Ankündigung zufolge, in der aktuellen Testphase nur noch Korrekturen, Updates der Dokumentation und Bereinigungen zuzulassen. Außerdem wird noch auf die finale Version einiger Komponenten gewartet. Doch es sollte nun nicht mehr allzu lange dauern, bis die Version 7.7 erscheint.
Eine der größten Neuerungen in X.org 7.7 ist die umfassende Behandlung von Multitouch-Events. Außerdem erhalten Anwendungen die Möglichkeit, die rohen Events von den Eingabegeräten zu verfolgen, um eine spezielle Bearbeitung vorzunehmen. Scroll-Events enthalten mehr Detailinformationen, womit sich ein stufenloseres Scrollen besser verwirklichen lässt.
Es gibt nun sogenannte Fence-Objekte in der Synchronisationserweiterung. Sie dienen zum Synchronisieren der Bildschirmausgabe eines Programmes mit anderen Aktionen. Sogenannte Zeigerbarrieren ermöglichen es Anwendungen, die Bewegung des Mauszeigers auf bestimmte Weise einzuschränken. Diese Neuerung soll vor allem auch auf Systemen mit mehreren Bildschirmen ein für die Anwendungen logischeres Verhalten ermöglichen.
X-Ressourcen können nun besser abgefragt werden, was auch Informationen über die Größe enthält. Bei den XCB-Bibliotheken wurde begonnen, Unterstützung für GLX und XKB einzubauen. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Auch die Dokumentation wurde wesentlich erneuert. Die Umstellung auf DocBook XML wurde abgeschlossen. Es können jetzt Querverweise zwischen den einzelnen Dokumenten gesetzt werden. Die Dokumentation ist auch online zu lesen.
Weitere Änderungen der neuen Version betreffen die zahlreichen Erweiterungen und Verbesserungen der Treiber sowie Korrekturen. Einzelheiten sind in den Hinweisen zur Veröffentlichung (http://www.x.org/releases/X11R7.7/doc/xorg-docs/ReleaseNotes.html) zu finden.
Seit Version 7.0 von X.org ist die freie X11-Implementierung modular aufgebaut und lässt sich mit Hilfe der GNU Autotools compilieren. Sie besteht aus einer Anzahl von unabhängigen Modulen, die von den Entwicklern separat gepflegt und weiterentwickelt werden. Die neue Version kann im Quellcode vom Server des Projekts (http://www.x.org/releases/X11R7.7-RC1/) oder einem der zahlreichen Spiegel-Server heruntergeladen werden.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Durch die Einbindung eines neuen Treiber-APIs in X.org soll der freie X-Server besser mit modernen Desktop-Treibern unter Windows konkurrieren können und weitere fortgeschrittene Funktionen erlauben. Erste Patches sind bereits veröffentlicht. Der Zeitpunkt einer Freigabe steht allerdings noch nicht fest.
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_xorg-logo.jpg)
Betrachtet man die Struktur des X.org-Servers, so stellt sich recht schnell heraus, dass er aus zwei Basiskomponenten besteht. Zum einen enthält er eine hardwarenahe Schicht unter dem namen DDX (Device Dependent X) der alle gerätespezifischen Funktionen umfasst und unter hw/xfree86 zu finden ist, und einer gäreteunabhängigen Schicht unter dem Namen DIX (Device Independent X). Die Kommunikation zwischen den Schichten erfolgt durch ein definiertes API, das unter anderem aus zwei separaten Strukturen besteht: screenInfo.screens in DIX und xf86Screens in DDX.
Wie Dave Airlie nun in seinem Blog schreibt, stellt die Trennung der Strukturen mittlerweile ein gewichtiges Problem dar, das unter anderem die Einbindung moderner Funktionen unter X.org verhindert. Airlie selbst arbeitet bereits seit geraumer Zeit an diversen Funktionen für X.org. Unter anderem plant er, USB-Hotplug-Unterstützung und GPU-Offloading einzubauen. Bei GPU-Offloading, das Airlie PRIME getauft hat, handelt es sich um einen Mechanismus, der dem Server erlauben soll, von einer GPU berechnete Objekte auf dem Ausgabemedium einer anderen GPU darzustellen. Zudem plant der Entwickler, in X.org eine neue Funktionalität einzubinden, die dem Server ermöglichen soll, aktive X.org-Sessions zwischen verschiedenen Treibern und GPUs zu schalten.
Um das Vorhaben realisieren zu können, bedarf es allerdings diverser Änderungen an der Struktur des Servers, denn die Limitierung der Server-APIs stellt laut Airlie das größte Hindernis für eine erfolgreiche Implementierung dar. Zwar ging die ursprüngliche Idee davon aus, das Treiber-API des Servers unberührt zu lassen und beispielsweise USB-Hotplug auf Basis von Xinerama zu realisieren, doch erwies sich das Vorhaben in der Praxis als nicht durchführbar. Einzig die Implementierung einer Schicht zwischen den diversen Server- und Treiber-Objekten versprach bessere Resultate. Die Negativseite des Vorhabens waren allerdings massive Codeduplizierungen.
Um auch dieses Problem zu lösen, schlug Airlie deshalb, vor die APIs komplett zu ändern. Ziel der Änderung ist es, sowohl xf86Screens als auch screenInfo aus dem Server zu entfernen und durch besser skalierbare Strukturen zu ersetzen. Die ersten Patches sind bereits auf der Liste des Projektes eingegangen und sollen als Demonstration der künftigen Struktur dienen. Weitere Änderungen sind bereits in der Warteschleife und sollen an die Liste übermittelt werden, sobald die neue Struktur von den anderen Entwicklern abgesegnet wurde.
Die Änderung des Treiber-APIs stellt einen massiven Eingriff in die Struktur des Servers dar. Denn neben der eigentlichen Änderungen am Kern führt sie zwangsläufig auch dazu, dass alle Treiber des Servers angepasst werden müssen. Zwar verspricht Airlie, die notwendigen Änderungen so gering wie möglich zu halten, um diverse Anpassungen wird allerdings kein Treiber herumkommen. Dementsprechend sollten auch die Erwartungen gedämpft werden, denn mit einer raschen Freigabe der neuen Funktionalität ist nicht zu rechnen.
Quelle : www.pro-linux.de
-
Die Version 7.7 des X-Window-Systems der X.org Foundation enthält die bereits veröffentlichten Komponenten Xserver und Xinput mit Multitouch-Unterstützung. Zudem ist die Dokumentation nun einheitlich konvertiert.
In X11R7.7 der X.org Foundation sind alle seit Dezember 2010 für das X-Window-System veröffentlichten Komponenten enthalten. Dazu zählen unter anderem die X-Server-Versionen 1.10, 1.11 und 1.12. Letztere sorgt zusammen mit der Erweiterung Xinput 2.2 für die Unterstützung von Multitouch-Gesten. Diese Neuerung gilt nicht nur für Touchscreens, sondern auch für Touchpads.
Die XCB-Bibliotheken (X protocol C-language Binding) unterstützen nun auch teilweise die Erweiterungen GLX und XKB. Den Entwicklern zufolge ist diese Unterstützung jedoch noch nicht vollständig, auch seien nicht alle Funktionen über das XCB-API ansprechbar.
Mit der Veröffentlichung von Version 7.7 haben die Entwickler nun auch sämtliche Dokumentationen in das XML-basierte Docbook-Format konvertiert. Sämtliche Neuerungen aller Komponenten finden sich in den Release Notes (http://www.x.org/releases/X11R7.7/doc/xorg-docs/ReleaseNotes.txt) und dem Changelog (http://www.x.org/releases/X11R7.7/changelog.txt).
X11R7.7 läuft unter Linux, BSD, GNU Hurd, Solaris, Mac OS X und mit Cygwin auch unter Windows. Die Sammlung der verschiedenen Komponenten steht unter freizügigen Lizenzen zum Download (http://www.x.org/releases/X11R7.7/src/) zur Verfügung. Die meisten Linux-Distributionen liefern die jeweils aktuellen Bestandteile als Pakete statt der gesamten Softwaresammlung.
Quelle : www.golem.de
-
Der Entwickler Tiago Vignatti hat beschrieben, wie X11-Anwendungen unter Wayland laufen. Die Architektur soll dafür sorgen, dass es keine merklichen Geschwindigkeitseinbußen gibt.
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_x11-unter-wayland.jpg)
X11 unter Wayland
Während viele Anwendungen in absehbarer Zeit nativ unter Wayland laufen werden, weil die zugrundeliegenden Toolkits - darunter Qt und GTK+ - auf Wayland portiert werden, wird es weiterhin viele native X-Anwendungen geben. Es ist den Entwicklern von Wayland entsprechend wichtig, diese Anwendungen ausführen zu können. Dafür wurde die Anpassungsschicht xwayland entwickelt.
Der Entwickler Tiago Vignatti beschreibt nun in seinem Blog, wie sich diese in Wayland einfügt. Die zentrale Komponente von Wayland ist der Compositor Weston. Native Wayland-Anwendungen (Clients) verbinden sich direkt mit Weston. Weston beherbergt jedoch neben dem Compositor und der Desktop-Shell auch das Modul xwayland.
xwayland ist kein X-Server, vielmehr öffnet es einen X-Socket und wartet dort auf Clients, die sich mit dem X-Server verbinden wollen. Sobald ein Client sich verbindet, startet xwayland einen X-Server. Der Client und alle weiteren startenden X-Clients werden an diesen Server weitergereicht. Der X-Server nutzt einen speziellen Wayland-Videotreiber und kommuniziert mit xwayland über ein eigenes Protokoll. Somit wird der X-Server nur gestartet, wenn er benötigt wird. Mit diesem Schema vermeiden die Entwickler den Overhead von X, wenn er nicht gebraucht wird, und beschleunigen den Start von Wayland.
Der Window-Manager wird nicht vom X-Server, sondern von Weston gestartet. Es handelt sich um einen speziellen Manager, der die Window-Manager-Protokolle EWMH und ICCCM auf Wayland abbildet. Dadurch sollen sich X11-Anwendungen nahtlos in den Desktop einfügen. Dieser Window-Manager sorgt wie die üblichen X-Window-Manager auch für die Rahmen und sonstige Dekoration der Fenster sowie für die Kommunikation der Clients untereinander, z.B. über die Zwischenablage und später auch über Drag und Drop.
Die Fenster der X11-Anwendungen werden nicht direkt auf den Bildschirm, sondern in Pufferspeicher gezeichnet. Dieser Puffer wird dann vom Compositor auf dem Bildschirm eingeblendet. Da dafür keine Protokollaufrufe nötig sind, soll kein nennenswerter Geschwindigkeitsverlust auftreten.
X11-Anwendungen müssen natürlich auch die Möglichkeit haben, Eingaben zu erhalten. Die hierfür benötigten Komponenten sind laut Vignatti bereits vorhanden. Wenn der X-Server gestartet wird, erzeugt Wayland Pseudo-Geräte, die vom X-Server für die Tastatur und die Maus genutzt werden können. Die Daten gelangen also über Wayland zu X. Es gibt, so Vignatti, noch offene Punkte bei den Zeiger-Einstellungen und der komplexen Logik des Input-Grabbing, bei der ein Client bestimmte Eingaben exklusiv für sich reklamiert. Ein kurzes Video demonstriert den aktuellen Stand von Wayland.
Quelle: www.pro-linux.de
-
In den Entwicklerzweig des X-Servers von X.org sind Änderungen eingeflossen, die die Unterstützung von zur Laufzeit aktivierbarer Grafikhardware bei Linux-Distributionen verbessern sollten. Die ist bei Linux bislang eher dürftig und war ein Anlass für das "Nvidia, fuck you!", mit dem Linux-Erfinder Linus Torvalds kürzlich viel Aufsehen erregt hat.
Nvidia hat zu der jetzt integrierten und in der heute veröffentlichten ersten Vorabversion des X-Servers 1.13 enthaltenen Infrastruktur offenbar nicht sonderlich beigetragen. Sie besteht aus mehreren Teilen; darunter Patches für "Output Slaves", durch die der X-Server zur Laufzeit erscheinende Grafikhardware aktivieren kann. Das ist etwa für DisplayLink-Hardware interessant, um eine schon gezeigte Desktop-Oberfläche direkt nach dem Anstecken eines USB-Monitors auf diesen zu erweitern, ohne den X-Server neu starten zu müssen.
Darauf baut die ebenfalls in den X-Server-Code integrierte Funktion "Offload Slaves" auf. Durch sie kann ein Treiber Grafikberechnungen an einen Grafikchip abtreten, um das berechnete Bild anschließend ohne viel Overhead selbst auszugeben. Das ist zur Unterstützung für Hybridgrafik in aktuelle Notebooks interessant, denn die zuschaltbaren GPUs (Graphics Processing Units) von AMD und Nvidia kümmern sich bei den zumeist nur um Grafikberechnungen; die eigentliche Bildschirmansteuerung und Bildausgabe erfolgt auch bei zugeschaltetem Grafikchip über die GPU im Prozessor.
Die neuen Funktionen lassen sich über eine Erweiterung des Protokolls RandR (Resize, Rotate and Reflect Extension) nutzen, das diese Fähigkeiten durch die Versionsbezeichnung 1.5 ausweist. Damit diese unter dem Begriff "Prime Infrastucture" entwickelten Verbesserungen es noch in den derzeit vorbereiteten und für Anfang September geplanten X-Server 1.13 schafften, hatte der X.org-Entwickler Keith Packard eigens das Ende der Phase, in der die größeren Änderungen für diese Version aufgenommen werden, um einige Tage bis zum gestrigen Montag ausgedehnt. Die Erweiterungen für den X-Server sind zudem auf Grundlagen im Linux-Kernel angewiesen, die das noch in diesem Monat erwartete Linux 3.5 bieten wird.
Maßgeblich entwickelt wurden die Prime-Infrastruktur für den Linux-Kernel und den X-Server von Red-Hat-Entwickler Dave Airlie. Er hat die Funktionen bereits in zwei You-Tube-Videos demonstriert, als sie noch in Entwicklung waren. Packard hat das Zuschalten eines DisplayLink-Monitors kürzlich ausprobiert und erläutert einige Erfahrungen und noch zu korrigierende Ungereimtheiten in einem Blog-Eintrag.
Abgeschlossen ist die Arbeit an ordentlicher Unterstützung für Hybridgrafik damit noch nicht, denn bei den jetzt aufgenommen Änderungen handelt es sich nur um die ersten beiden von vier Schritten, die Airlie vor einem Monat umrissen hatte; Funktionen zum kompletten Umschalten auf einen anderen Grafikchip zur Laufzeit und andere Erweiterungen, die vom X-Betriebsmodus Xinerama bekannte Funktionen ermöglichen sollen, stehen noch auf der ToDo-Liste. Es wird sich zudem zeigen müssen, wie gut die Infrastruktur in den Distributionen mit Kernel 3.5 und X-Server 1.13 arbeiten wird. Bislang ist nicht absehbar, ob die proprietären Linux-Grafiktreiber von AMD oder Nvidia die neue Infrastruktur nutzen werden; fürs Erste dürfte die trickreich, technisch aber etwas umständlicher als Prime vorgehende Software Bumblebee daher weiter die beste Möglichkeit sein, um die Leistungsfähigkeit von Nvidia-GPUs ins Notebooks mit Nvidias Optimus auszureizen.
Quelle: www.heise.de
-
Wayland 1.0, die erste stabile Version des mit Spannung erwarteten neuen Display-Servers, lässt weiter auf sich warten.
Die jetzt veröffentlichte Version 0.95 leitet eine neue Stabilisierungsphase ein.
Wayland ist ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie der vom Projekt entwickelte Referenz-Compositor Weston, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Wayland und Weston bilden zusammen ein vollständiges Fenstersystem, das X in einigen Bereichen ablösen könnte. Details können der Architektur-Übersicht entnommen werden.
Während viele Anwendungen in absehbarer Zeit nativ unter Wayland laufen werden, weil die zugrundeliegenden Toolkits - darunter Qt und GTK+ - auf Wayland portiert werden, wird es weiterhin viele native X-Anwendungen geben. Wayland wird daher X11-Anwendungen über die Anpassungsschicht xwayland effizient ausführen können.
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/o_gtk-anwendungen-unter-wayland.jpg) (http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/o_x-server-mit-clutter-im-vollbildmodus-unter-wayland.jpg)
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/o_efl-demo-unter-wayland.jpg) (http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/o_qt-demo-unter-wayland.jpg)
Kristian Høgsberg, der Initiator von Wayland, hat jetzt Version 0.95 von Wayland und Weston veröffentlicht. Es handelt sich um die zweite Testversion nach der im Februar vorgestellten Version 0.85, die für eine Weile stabil gehalten wurde. Nach Angaben von Høgsberg leitet diese Version eine neue Stabilisierungsphase ein. Das bestehende Protokoll und das Client-API werden in dieser Form bestehen bleiben. Zwar sind Änderungen bis zur Version noch nicht ganz ausgeschlossen, diese werden aber, wenn möglich, durch eine Änderung der Versionsnummer ausgedrückt. Inkompatible Änderungen sollen nur vorgenommen werden, wenn es absolut nötig ist. Sobald die Version 1.0 veröffentlicht wird, soll es keinerlei inkompatible Änderungen mehr geben.
Noch nicht endgültig sind die APIs des Wayland-Servers, das Protokoll zwischen Wayland und Weston sowie die Schnittstellen zu Mesa, die mit dem kommenden Mesa 8.1 eingefroren werden sollen.
Einzelheiten zu den Änderungen in Version 0.95 liegen nicht vor. Wayland und Weston können in der aktuellen Testversion als Quellcode von der Releases-Seite des Projekts heruntergeladen werden.
Quelle: www.pro-linux.de
-
Der zur Wochenmitte von den X.org-Entwicklern freigegebene X-Server 1.13 bringt bessere Unterstützung für zur Laufzeit zuschaltbare Grafikhardware. Dazu zählen via USB angebundenen DisplayLink-Monitore sowie Hybridgrafiktechniken; zu solchen zählt Nvidias vor allem in Notebooks eingesetzte Optimus, bei der ein GeForce-Chip erst bei Bedarf zuschaltet und die von ihm berechnete Bilder über den Grafikkern des Prozessors ausgibt.
Zur Konfiguration von zur Laufzeit zuschaltbarer Grafikhardware haben die Entwickler beim X-Server 1.13 das Protokoll RandR (Resize and Rotate) erweitert, auf das die Anzeige-Konfigurationsprogramme von Gnome oder KDE sowie das Kommandozeilenprogramm Xrandr zurückgreifen. Damit sich Hybridgrafiktechniken über den X-Server 1.13 und RandR 1.5 nutzen lassen, müssen allerdings auch die anderen Teile des Grafikstacks zur Laufzeit zuschaltbare Grafikhardware unterstützen; darunter nicht nur die Grafiktreiber des X-Servers, sondern auch die Libdrm und ihre Treiber sowie die Grafiktreiber und das DMA-Subsystem im Kernel, der seit Linux 3.5 alles wichtige enthält. Die Erweiterungen für diese Komponenten wurden und werden unter dem Oberbegriff "Prime" entwickelt und ziehen gerade in die Entwicklerzweige der Linux-Distributionen ein. Auch Nvidia will den proprietären Linux-Treiber erweitern, um mittelfristig mit Hilfe der Prime-Infrastruktur Unterstützung für Optimus zu realisieren.
Der ganze Artikel (http://www.heise.de/open/meldung/X-Server-1-13-bringt-besserere-Unterstuetzung-fuer-Hybridgrafik-1701412.html)
Quelle : www.heise.de
-
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/kde10-kde-in-der-version-10.jpg)
Wenn sich die Entwickler von X.org diese Woche zur X11-Entwicklerkonferenz in Nürnberg treffen, haben sie auch ein Jubiläum zu feiern. Denn X11, die bisher letzte Hauptversion des X Window Systems, wurde am 15. September 25 Jahre alt. An diesem Tag veröffenlichte ein Team um Robert Scheifler und im Gettys am MIT die erste Version von X11.
X11 ist eigentlich lediglich die aktuellste Inkarnation des X-Protokolls, das das X Window System definierte. Es war augenscheinlich nur eine Verfeinerung von X10, doch es enthielt eine entscheidende Änderung, die den Durchbruch bedeutete: Es war nicht mehr Hardware-abhängig.
Die Geschichte von Bitmap-Displays begann bereits in den 1970er-Jahren, wobei viele Ideen in Xerox PARC entwickelt wurden. Neben anderen Systemen entstand daraus das Fenstersystem W, das auf einem heute vergessenen Betriebssystem namens V lief. Der Nachfolger von W wurde am MIT aus der Taufe gehoben, ersetzte bereits 1984 W und erhielt den nächsten Buchstaben im Alphabet als Namen, das X. Nach dieser ersten Version, die als X1 bezeichnet wird, folgten schon 1985 X6 und X9 mit neuer Funktionalität, und X9 war die erste Version unter der MIT-Lizenz. Im gleichen Jahr folgte noch X10, das in vier Revisionen (bis X10R4) fast zwei Jahre aktuell blieb.
(http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/x-server-mit-clutter-im-vollbildmodus-unter-wayland.jpg)
Dann trat X11 in Erscheinung und blieb trotz etlicher Revisionen bis heute die aktuelle Version. X11 überlebte dank seiner Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und ständigen Erneuerungen alle Entwicklungen für 25 Jahre, trotz der in unglaublicher Weise gestiegenen Leistungsfähigkeit der Hardware. Der Hauptgrund dafür dürfte in der Modularität des Systems liegen, die es vielen Entwicklern ermöglichte, gleichzeitig an dem System zu arbeiten, und die es möglich machte, einzelne Module zu erneuern oder zu ersetzen.
Einen großen Teil der Entwicklung leistete über einen langen Zeitraum das X Consortium, das von Unix-Herstellern finanziert wurde. Für die Portierung auf die entstehenden freien Betriebssysteme Linux und BSD wurde XFree86 gegründet, das mehr und mehr die Entwicklung übernahm und ab X11R6.4 schließlich allein für die Entwicklung verantwortlich war. Doch 2003 kam es zu einer Krise, als einige Entwickler von XFree86 die Lizenz ändern wollten, was von den meisten anderen abgelehnt wurde. Das Ergebnis war eine Abspaltung von XFree86 unter dem Namen X.org, die auch heute noch aktiv entwickelt wird. Die wenigen verbliebenen XFree86-Entwickler überdauerten noch einige Monate, dann wurde das Projekt eingestellt.
Lange Jahre konnte kein Grafiksystem X11 ersetzen, auch wenn es einige Konzepte und Prototypen gab. Erst in neuester Zeit führten gewisse Schwächen beim Compositing dazu, dass das System Wayland als Alternative entwickelt wird. Auch wenn Wayland vielleicht im nächsten Jahr beginnen wird, X11 in einzelnen Bereichen (Mobilgeräte oder Desktops für Heimrechner) abzulösen, eines ist sicher: X11 wird uns noch lange erhalten bleiben.
Quelle: www.pro-linux.de
-
Kristian Høgsberg, der Initiator von Wayland, hat auf der X Developer Conference einen Prototypen von Wayland mit der Möglichkeit vorgestellt, Fenster von Programmen darzustellen, die auf anderen Rechnern laufen. Wayland 1.0 wird außerdem in Kürze erwartet.
Wayland ist ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie der vom Projekt entwickelte Referenz-Compositor Weston, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Wayland und Weston bilden zusammen ein vollständiges Fenstersystem, das X in einigen Bereichen ablösen könnte. Details können der Architektur-Übersicht entnommen werden.
Damit Wayland X11 ablösen kann, sollten die wichtigsten Programme allerdings portiert sein - generell können zwar alle X11-Anwendungen mittels Xwayland unter Wayland ausgeführt werden, allerdings wäre damit nichts gewonnen. Ein Kritikpunkt an Wayland war jedoch bisher die fehlende Netzwerktransparenz im Vergleich zu X11, die damit begründet wurde, dass sie sich auf andere Weise erreichen ließe. Dieser Punkt wird nun wahrscheinlich wegfallen. In einem Vortrag auf der X Developer Conference 2012 in Nürnberg, von dem auch ein (über 80 Minuten langes) Video vorliegt, stellte Kristian Høgsberg, der Initiator von Wayland, einen Prototypen von Wayland vor, der Fenster von Programmen darstellen kann, die auf anderen Rechnern laufen. Das Protokoll hierfür wird als VNC-ähnlich beschrieben, überträgt also die Unterschiede im Fenster oder im ganzen Desktop, die von Grafikoperationen erzeugt werden. Wie Heise Online schreibt, befindet sich die entsprechende Passage im Video ab 1:11:50.
Außerdem soll Wayland 1.0 in den nächsten Wochen erscheinen. Diese Version wird sich aber noch nicht an Anwender richten, da es wohl noch einiges zu tun gibt. Das Protokoll sowie das API von Wayland sollen aber mit Version 1.0 endgültig sein. Sobald die Version 1.0 veröffentlicht wird, soll es keinerlei inkompatible Änderungen mehr geben. Damit wird Entwicklern von anderen Projekten eine stabile Basis für ihre Anpassungen oder Neuentwicklungen gegeben.
Quelle: www.pro-linux.de
-
Wie bereits auf der X.Org Developer Conference im September angekündigt, hat Kristian Høgsberg jetzt die Version 1.0 des Grafiksystems Wayland und des Referenz-Compositors Weston veröffentlicht. Wayland, von Høgsberg als "Display Server Architecture" bezeichnet, soll unter Linux mittelfristig das X Window System (X11) ablösen. Ab der Version 1.0 soll es keine inkompatiblen Änderungen an den Programmierschnittstellen mehr geben, sodass die Entwickler von Compositoren wie Kwin, Compiz und Mutter sowie von Toolkits wie Gtk+, Qt und EFL eine stabile Grundlage haben.
Der ganze Artikel (http://www.heise.de/open/meldung/Wayland-1-0-veroeffentlicht-1734682.html)
Quelle : www.heise.de
-
(http://www.golem.de/1303/sp_98369-50835-i_rc.jpg)
Der Wayland-Fork Northwood will Compiz-
Effekte wie den Würfel für Wayland umsetzen.
(Bild: Compiz-Projekt)
Unter dem Namen Northfield hat der langjährige Compiz- und Wayland-Entwickler Scott Moreau einen Fork des Xorg-Nachfolgers Wayland eingerichtet. Er will dort mit dem Displayserver experimentieren und Compiz-Effekte implementieren.
Der ganze Artikel (http://www.golem.de/news/wayland-fork-northfield-soll-compiz-effekte-fuer-wayland-umsetzen-1303-98369.html)
Quelle: www.golem.de
-
Nachdem Kristian Høgsberg, Hauptentwickler von Wayland, bereits in der Vergangenheit ankündigte, seine Entwicklung künftig öfter zu veröffentlichen, steht nun mit der Version 1.1 eine neue Variante von Wayland und Weston zum Bezug bereit. Ganz planmässig verlief das Release allerdings nicht, denn eigentlich sollte Wayland 1.1 schon Ende März erscheinen. Høgsberg hat aber nach eigener Angabe noch auf eine wichtige Korrektur bei Zeitstempeln gewartet und die Freigabe verschoben.
Der ganze Artikel (http://www.pro-linux.de/news/1/19682/wayland-11-vorgestellt.html)
Quelle: www.pro-linux.de
-
Ein stabiles Programmierinterface für Display-Server und Unterstützung für Farbmanagement sind zwei der wichtigsten Neuerungen der Versionen 1.2 von Wayland und Weston, die jetzt erhältlich sind. Durch das stabile Server-API sollte ein für Wayland 1.2 übersetzter Compositor wie Weston auch mit späteren Wayland-Versionen zusammenarbeiten; laut der Freigabe-Mail sei dies stabile API sei jetzt nötig, weil langsam weitere Compositors für Wayland auftauchen. Das Protokoll für Wayland-Clients war schon bei Version 1.0 für stabil erklärt worden.
Der ganze Artikel (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Version-1-2-des-designierten-X-Server-Nachfolgers-Wayland-1917088.html)
Quelle : www.heise.de
-
Der neue X-Server kann nun OpenGL nutzen, um Aufgaben an den Grafikchip zu delegieren. Neu dabei ist auch Systemd- und Xwayland-Unterstützung; letztere können Wayland-Compositor nutzen, um X11-Anwendungen auszuführen.
Anders als bei den letzten Versionssprüngen bringt der jetzt erhältliche X-Server 1.16 gleich einen ganzen Schwung wichtiger Neuerungen. Die wichtigste ist die Integration des vorher extern entwickelten "Glamor". Der X-Server von X.org, auf den alle Mainstream-Linux-Distributionen zur Darstellung der grafischen Bedienoberflächen zurückgreifen, kann dadurch OpenGL-Befehle nutzen, um Oberflächenelementen zu zeichnen und zusammenzusetzen.
Wie andere 3D-Anwendungen verarbeitet der X-Server die OpenGL-Befehle nicht selbst, sondern überlässt das den unabhängig von X.org entwickelten OpenGL-Treibern – etwa jenen von Mesa 3D, das Linux-Distributionen standardmäßig einrichten. Glamor kann so die Entwicklung der X-Server-Treiber enorm erleichtern, denn die haben bislang zumeist 2D-Beschleunigungs-Verfahren wie EXA implementieren müssen, damit die Treiber ausreichend Performance liefern. Genau wie es Glamor nun über OpenGL-Treiber macht, delegieren diese Techniken die Zeichenaufgaben an den Grafikchip, was den Prozessor entlastet und die Performance verbessert.
Der ganze Artikel (http://www.heise.de/newsticker/meldung/X-Server-1-16-Neue-Beschleunigungstechnik-und-Xwayland-Support-2261794.html)
Quelle : www.heise.de