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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # WWW, Telefon, Provider & Co => Thema gestartet von: SiLæncer am 20 Oktober, 2007, 19:08

Titel: Das digitale Gedächtnis der Welt soll online nutzbar werden
Beitrag von: SiLæncer am 20 Oktober, 2007, 19:08
Eine über das Internet zugängliche World Digital Library – eine digitale Weltbibliothek – wollen die UNESCO und die US-amerikanische Kongressbibliothek (Library of Congress) zusammen aufbauen. In Paris unterzeichneten am Mittwoch der Direktor der Kongressbibliothek, James H. Billington, und der stellvertretende UNESCO-Direktor für Kommunikation und Information, Abdul Waheed Khan, ein entsprechendes Abkommen. Die World Digital Library (WDL) will kostenlos und in den sechs offiziellen UNO-Sprachen Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch sowie zusätzlich in Portugiesisch, einzigartige und seltene Materalien aus Bibliotheken und anderen kulturellen Einrichtungen online zur Verfügung stellen. Dazu gehören seltene Bücher, Handschriften, Karten, Musikpartituren, Filme, Drucke, Fotografien und architektonische Pläne. "Bibliotheken sind Schlüsselakteure, die den universellen Zugang zur Information und zum Aufbau der Wissensgesellschaft sichern", erklärte UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura.

Ein Prototyp der digitalen Weltbibliothek konnte bis zum gestrigen Freitag in Paris von den Delegierten, die an der UNESCO Generalkonferenz in Paris teilnahmen, begutachtet und getestet werden. Neben Individuen und Institutionen aus mehr als 40 Ländern sind an dem Projekt außerdem noch fünf Partnerorganisationen beteiligt. Es sind dies die Neue Bibliothek in Alexandria, die Nationalbibliotheken aus Ägypten, Brasilien und Russland sowie die Russische Staatsbibliothek.

Ein besonders wichtiger Aspekt des Projekts ist der Aufbau von Kapazitäten für digitale Bibliotheken in Entwicklungsländern, damit möglichst viele Länder und Regionen in der World Digital Library präsent sind. Die WDL baut auf dem bereits bestehenden Unesco-Projekt "Memory of the World" auf, welches das Dokumentenerbe aus allen Ländern der Welt, ihren Kulturen und Menschen pflegen und bewahren soll. Einfach sei dies nicht, da jeden Tag Archive und Büchersammlungen – unersetzliche Teile dieses Weltgedächtnisses – verschwinden würden, unterstreicht die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Gegen diese kollektive Amnesie müsse man sich mit geeigneten Programmen wappnen, bekräftigt die UNESCO.

Im Juni 2005 hat James H. Billington das WDL-Projekt in einer Rede vor dem nationalen UNESCO-Kommitee der USA vorgestellt. Grundstock der WDL ist die digitale geschichtliche Sammlung American Memory, in der sich zum Beispiel Fotografien aus dem Bürgerkrieg und Manuskripte der Präsidenten Washington, Jefferson, Madison und Lincoln befinden. Bereits im November 2005 hat Google seine Unterstützung mit 3 Millionen US-Dollar angekündigt.

Quelle : www.heise.de
Titel: Mehr als 1,2 Millionen Bücher digitalisiert und ins Internet gestellt
Beitrag von: SiLæncer am 28 November, 2007, 09:19
Das "Million Book Project", ein internationales, nichtkommerzielles Projekt der Carnegie Mellon University, der Zhejiang-Universität, dem Indian Institute of Science und der Bibliothek von Alexandrien, hat mehr als 1,2 Millionen Bücher digitalisiert, die nun online über die Webseite der Universal Library verfügbar sind.

Digitalisiert wurden Bücher, die seit dem Jahr 1000 erschienen sind. Die meisten stammen jedoch aus diesem und dem letzten Jahrhundert, von einer halben Million Büchern ist das Erscheinungsjahr unbekannt. Nur wenige Bücher findet man bislang auf Deutsch, die überwiegende Mehrzahl ist in englischer oder chinesischer Sprache geschrieben, gefolgt von Büchern in Arabisch oder den indischen Sprachen Telugu, Hindi oder Kannada.

Ziel der Weltbibliothek ist, möglichst alle Bücher zu digitalisieren. Vor dem Jahr 1900 seien dies nur etwa 10 Millionen, insgesamt etwa 100 bis 300 Millionen. Damit sollen die Bücher nicht nur vor dem Verlust bewahrt, sondern vor allem allen Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, zugänglich gemacht werden. Die erste Million Bücher wurden 2006 und 2007 in 50 Scan-Zentren digitalisiert. Damit wollte man auch zeigen, dass ein solches Projekt machbar ist und nicht ewig dauert.

In der virtuellen Weltbibliothek sind die Türen immer offen, es können auch mehrere Menschen gleichzeitig ein Buch lesen. Zudem hofft man, dass mehr und mehr Bücher über Übersetzungsprogramme auch in mehreren Sprachen vorliegen können. Täglich werden jetzt von 1000 Angestellten 7000 Bücher eingescannt.

Die National Science Foundation hat 3,6 Millionen US-Dollar für die Scanner, Computer, Server und Software zur Verfügung gestellt. China und Indien haben sich jeweils mit 10 Millionen US-Dollar und Personal beteiligt. Unterstützung kam auch von Unternehmen und Stiftungen. Ungeklärt ist allerdings, wer die Weltbibliothek am Leben erhalten und wie dies geschehen soll, da es auf globaler Basis nichts Vergleichbares zu den Nationalbibliotheken gibt. Die jetzt digitalisierten Bücher sind zur Hälfte kostenlos zugänglich, weil das Copyright ausgelaufen ist. Für die Übrigen werde man versuchen, bei den Rechtsinhabern die Genehmigung zur kostenlosen Veröffentlichung einzuholen. Wenn die Urheberrechte nicht geändert oder die Rechteinhaber keine Zustimmung geben, können nur 10 Prozent der 100 Millionen anvisierten Bücher der Weltbibliothek kostenlos gelesen werden.

Der Computerwissenschaftler Raj Reddy von Carnegie Mellon ist optimistisch, mit diesem Projekt langfristig "alle veröffentlichten Werke jedem, zu jeder Zeit und in jeder Sprache zugänglich" machen zu können. Die ökonomischen Barrieren für die Verbreitung des Wissens würden fallen. Michael Shamos, ebenfalls Computerwissenschaftler an der Carnegie Mellon University, betont, dass man mit dem Projekt verhindern wolle, dass es wieder zu einem solchen Wissensverlust wie durch den Brand der alten Bibliothek von Alexandrien kommt. "Wenn die Bücher einmal im Internet sind, werden sie unsterblich", sagt er. Ismail Serageldin, der Direktor der Bibliothek von Alexandrien, weist darauf hin, dass digitale Büchereien gerade für Entwicklungsländer wichtig sind. Dafür aber sei wichtig, die Copyright-Fragen zu lösen und zumindest für die Menschen aus Entwicklungsländern den Zugriff kostenlos oder zu geringen Gebühren zu ermöglichen.

http://www.ulib.org/

Quelle : www.heise.de
Titel: Re: Mehr als 1,2 Millionen Bücher digitalisiert und ins Internet gestellt
Beitrag von: Jürgen am 28 November, 2007, 14:44
Zitat
"Wenn die Bücher einmal im Internet sind, werden sie unsterblich"
Das stimmt so nicht.
Das Internet ist eines der vergänglichsten Medien, es hat zunächst kein eigenes Gedächtnis.
Auch entsprechende Dienste wie die Way Back Machine ändern das grundsätzlich nicht.
Für Dauerhaftigkeit kann nur gesorgt werden, wenn die Daten vielfach redundant gespeichert, gesichert und verfügbar gemacht werden, keinesfalls nur auf ein einziges Rechenzentrum oder nur einen Zugang beschränkt.
Sonst droht irgendwann Totalausfall oder sogar -verlust, sei es, durch ein katastrophales Ereignis am Speicherort, oder durch Eingriffe von Politik, Providern, Hackern oder was immer.
Titel: Unesco eröffnet digitale Weltbliothek
Beitrag von: SiLæncer am 10 April, 2009, 07:56
Kulturschätze aus aller Welt im Internet

Am 21. April 2009 eröffnet die Unesco die World Digital Library. In dem digitalen Archiv können Nutzer Kunst- und Kulturschätze aus aller Welt online bewundern. Starttermin ist der 21. April 2009.

Gemälde aus dem alten Japan, historische Fotos und Tondokumente, arabische Zeitungen aus dem 19. oder seltene Bücher aus dem 17. Jahrhundert - in der World Digital Library (WLD), die in diesem Monat eröffnet wird, können Nutzer Kunst- und Kulturschätze aus aller Welt und aus mehreren Jahrtausenden Menschheitsgeschichte im Internet kostenlos abrufen.

Ziel ist es nach eigenen Angaben, "das internationale und interkulturelle Verständnis und Bewusstsein zu fördern, Pädagogen Lehrmaterial zur Verfügung zu stellen, mehr Inhalte, die aus anderen Gegenden als dem Westen stammen und in anderen Sprachen als Englisch vorliegen, ins Internet zu bringen, und zur akademischen Forschung beizutragen." Ein Schwerpunkt ist deshalb der Nahe Osten. Das Angebot steht in Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch zur Verfügung.

Die Nutzer können in der WLD gezielt nach bestimmten Inhalten suchen oder einfach stöbern, etwa nach Epochen, Orten oder nach Medientypen wie Bildern, Tondokumenten, Texten oder Videos. In den Dokumenten stehen den Nutzern Zusatzfunktionen zur Verfügung. So können sie sich etwa Texte übersetzen oder vorlesen lassen. Wie bei den hochaufgelösten Fotos aus dem Madrider Prado in Google Earth können die Nutzer auch in der digitalen Weltbibliothek in die Bilder hineinzoomen, um Details zu betrachten. Außerdem wird das Angebot über Community-Funktionen verfügen. Die Nutzer können mit anderen in Foren diskutieren, sich gegenseitig Inhalte empfehlen oder Favoriten anlegen.

Die Idee zu der Weltbibliothek hatte 2005 James H. Billington, der Chef der Bibliothek des US-Kongresses (Library of Congress, LOC). Umgesetzt wurde das Projekt von der Kongressbibliothek und der Unesco. Zu den derzeit über 30 Partnerorganisationen, die ihre Bestände zur Verfügung gestellt haben, gehören unter anderem die Nationalbibliotheken des Irak, Brasiliens, Chinas, Frankreichs und Russlands. Allerdings soll deren Zahl noch weiter wachsen, damit die WDL irgendwann Partner in jedem Land der Welt hat und so zu einer wahren Weltbibliothek wird, sagte Projektleiter John Van Oudenaren der englischen Tageszeitung The Guardian. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden.

Am 21. April 2009 werden LOC-Chef Billington und Unesco-Generaldirektor Koïchiro Matsuura das Angebot im Unesco-Sitz in Paris offiziell starten.

Die Europäische Union betreibt mit der Europeana seit Ende 2008 eine eigene digitale Bibliothek.

Quelle : http://www.golem.de/0904/66420.html