Autor Thema: Siemens,BenQ ...  (Gelesen 15916 mal)

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Siemens,BenQ ...
« am: 10 September, 2005, 11:52 »
Siemens erwägt, im Rahmen eines großen Sanierungsprogramms mehrere tausend Stellen abzubauen, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe. Betroffen seien insbesondere die Kommunikationssparte, der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) und die Industrielogistik.

Dies habe Der Spiegel von "hochrangigen Arbeitnehmervertretern" im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Siemens-Wirtschaftsausschusses erfahren. Die Teilnehmer der Krisensitzung seien nach eigener Aussage zwar zum Stillschweigen verpflichtet worden, um Auswirkungen auf die Wahl zu vermeiden. Trotzdem seien an diesem Wochenende bereits Details der Umstrukturierungspläne durchgesickert.

Betriebsräte und Gewerkschafter befürchten dem Bericht zufolge, dass bei Siemens bis zu 10.000 Jobs wegfallen könnten, davon allein 3000 in der Telefonsparte, die vom Management in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt worden sei und im letzten Quartal 70 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet habe. Ein Siemens-Sprecher bezeichnet laut Spiegel die Zahlen über den beabsichtigten Personalabbau als "viel zu hoch gegriffen".

Quelle : www.heise.de
« Letzte Änderung: 27 Juni, 2009, 18:01 von SiLæncer »

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Ende mit Schrecken: Siemens-Handys gehören jetzt BenQ
« Antwort #1 am: 02 Oktober, 2005, 16:37 »
Die hochfliegenden Pläne von Siemens im boomenden Handy-Markt sind endgültig nur noch ein Stück Wirtschaftsgeschichte. Mit der Übergabe des Handygeschäfts an den taiwanischen BenQ-Konzern, die reibungslos über die Bühne ging, werden 6000 Beschäftigte in eine ungewisse Zukunft geschickt. Branchenexperten sind aber zuversichtlich, dass die Taiwaner es besser machen werden als Deutschlands größter Elektrokonzern. "Für BenQ ist das ein Super-Deal", sagt Analyst Nicolas von Stackelberg von Sal. Oppenheim. Der taiwanische Konzern mache einen Quantensprung und überspringe im Zeitraffer mehrere Jahre Aufbauarbeit. Für Siemens ist die kostspielige Abspaltung nach jahrelangen Problemen dagegen ein Ende mit Schrecken.

Historisch ist Siemens eine alte Telefon-Firma und auch bei den Handys hatte der Konzern große Ziele. Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer hielt als Vorstandschef auf praktisch jeder Hauptversammlung oder Pressekonferenz eines der Siemens-Geräte in die Höhe, um Werbung dafür zu machen und zu zeigen, wie attraktiv die Geräte seien. Als Werbepartner wurde der nobelste aller Fußball-Clubs gewonnen, Real Madrid warb in der Champions League mit dem Schriftzug "Siemens mobile" auf den Leibchen.

Nach unternehmerischen Fehlentscheidungen und hohen Verlusten ging die Ära nun umso trister zu Ende. Siemens verkündete in zwei trockenen Sätzen, dass die Abspaltung erfolgt ist: "Siemens und BenQ haben nunmehr den Übergang des Handygeschäfts von Siemens an das taiwanische Unternehmen abgeschlossen. Die neue Gesellschaft BenQ Mobile hat – wie geplant – zum 1. Oktober 2005 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen."

In Deutschland konnte Siemens mit seinen Handys zwar die Marktführerschaft erobern, weltweit kam der Konzern aber an die Branchenführer Nokia und Motorola nie heran. In der Ursachenanalyse sind sich die Experten weitgehend einig. In der extrem schnelllebigen Branche habe der Industriekoloss zu langsam reagiert. "Da wurden wichtige Innovationen einfach verschlafen", sagt Aufsichtsrat Wolfgang Müller von der IG Metall. Bei Farbdisplays, Foto- und UMTS-Handys hinkte Siemens den Konkurrenten hinterher. "Die Displays sind noch heute ziemlich grobpixelig", sagt Analyst Stackelberg. Der Konzern habe zudem in den letzten ein, zwei Jahren das Geschäft schlechtgeredet, als er selbst eine Schließung der Handysparte nicht ausschloss. Mit einer – nach Meinung vieler Experten unnötigen – Rückrufaktion nach einer Softwarepanne verlor Siemens weiter an Ansehen.

Unter der BenQ-Führung soll nun alles besser werden. Die Startbedingungen sind nicht schlecht. Siemens gibt den Taiwanern einen dreistelligen Millionenbetrag, wichtige Software-Patente, noch immer recht ordentliche Marktanteile in Europa und Südamerika und eine wertvolle Beteiligung an der Software-Firma Symbian mit auf den Weg. Da Siemens weiterhin Mobilfunknetze baut, hat BenQ außerdem über den Kooperationspartner Siemens einen Fuß in der Tür bei den Mobilfunkbetreibern, die noch immer der wichtigste Vertriebskanal für Handys sind. "Das hätte sonst Jahre gedauert", sagt Analyst Stackelberg.

Für die Beschäftigten der Siemens-Handysparte könnte die Jahre der Unsicherheit nun noch in einem Happy End aufgehen. Sicher ist das aber nicht. "Jetzt hängt alles davon ab, wie schnell BenQ das Geschäft gedreht kriegt", sagt Aufsichtsrat Müller. Für die Mitarbeiter im deutschen Werk Kamp-Lintfort gilt noch eine Beschäftigungssicherung bis Mitte 2006. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung kündigte BenQ-Mobile-Chef Clemens Joos jedenfalls schon einmal an, dass im nächsten Jahr weltweit fünf Prozent der 6000 Stellen abgebaut werden sollen. Eine Garantie für die deutschen Standorte gibt es nicht, manche fürchten, dass BenQ die Produktion doch in seine günstigeren anderen Werke verlagern könne. BenQ-Chef K.Y. Lee sagte der Welt am Sonntag, nach Auslauf der Beschäftigungssicherung müsse am Standort Deutschland jedenfalls etwas passieren. "Das kann Expansion sein, aber auch Einschnitt."

Quelle : www.heise.de

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Siemens-Belegschaftsaktionäre wollen Vorstand Entlastung verweigern
« Antwort #2 am: 18 Dezember, 2005, 12:35 »
Nach dem kostspieligen Verkauf der Handysparte wollen die Siemens-Belegschaftsaktionäre dem Vorstand auf der Hauptversammlung im Januar die Entlastung verweigern. "Mit dem Verschenken des Bereichs Mobilfunk inklusive eines stattlichen Aufgelds von 800 Millionen Euro für den taiwanischen Erwerber hat der Vorstand einen Supergau in der Unternehmenspolitik und einen unübersehbaren Imageschaden für den Technologiekonzern Siemens verursacht", kritisierte der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG am heutigen Sonntag in München. Der Vorstand habe die Probleme in der Handysparte durch Marketingfehler und einen übertriebenen Sparkurs selbst verursacht.

Siemens hatte das Geschäft mit Mobilfunkgeräten nach hohen Verlusten an den taiwanischen BenQ-Konzern abgegeben. Dieses Schicksal könne auch jedem anderen Siemens-Bereich drohen, der die Renditeziele nicht erfülle, erklärten die Belegschaftsaktionäre. "Eine langfristig orientierte Innovationspolitik und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind keine erkennbaren Ziele mehr." Der Verein lehnt auch die Dividendenerhöhung ab, die von der Hauptversammlung am 26. Januar beschlossen werden soll.

Quelle : www.heise.de

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STELLENABBAU BEI SIEMENS : Aufschwung ohne Arbeit
« Antwort #3 am: 28 April, 2006, 16:47 »
Die Auftragslage in der deutschen Industrie ist so optimistisch wie selten, doch mehr einstellen wollen die Unternehmen trotzdem nicht. Stattdessen: Jobabbau deutschlandweit. Jetzt kündigte Siemens an, weitere tausend Stellen zu streichen.  

München - Erneut kündigt ein großer deutscher Konzern den Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen an. In der kriselnden Kommunikationssparte Com müssten weitere 1000 Jobs gestrichen werden, teilte der Elektronikkonzern Siemens nach der Sitzung des Wirtschaftsausschusses mit. Die Arbeitsplätze sollen in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung eingespart werden. 1500 Arbeitsplätze sind in den letzten Monaten bereits bei Com weggefallen, wo Ende des vergangenen Geschäftsjahres waren noch 54.500 Mitarbeiter bei Com beschäftigt.

Durch die Zusammenlegung der Mobilfunk- und Festnetzsparte seien Arbeitsabläufe gestrafft worden, erklärte Siemens. Der weitere Jobabbau soll die Kosten nochmal reduzieren. Zwischen Belegschaftsvertretung und Firmenleitung sei deshalb die Berufung einer Verhandlungsdelegation zur Erarbeitung eines Interessensausgleichs bereits vereinbart worden. Was der Entschluss letztlich kosten wird, ließ der Konzern offen. Bereits gestern hatte Siemens bei der Präsentation der Quartalszahlen mitgeteilt, dass kurzfristig weitere "Kapazitätsanpassungen" geplant seien. Konkrete Angaben zur Größenordnung wurden dabei jedoch noch nicht gemacht.

Aufschwung kommt beim Arbeitsmarkt nicht an

Bei der Siemens-Kommunikationssparte mag der Sanierungsbedarf noch offensichtlich sein. Die gestern vorgelegten Zahlen zeigten, dass bei Com das Ergebnis im zweiten Geschäftsquartal von 108 auf 27 Millionen Euro eingebrochen war. Wie alle anderen Sparten soll Com bis April 2007 jedoch ehrgeizige Renditeziele erreichen. Die Sparte solle sich auf Wachstumsfelder wie Fernsehen übers Internet oder superschnelle UMTS-Verbindungen konzentrieren, erklärte der Konzern heute deshalb.

Trotzdem scheint die Ankündigung symptomatisch: Obwohl es der deutschen Wirtschaft besser geht und die Auftragslage gut ist - auf dem Arbeitsmarkt kommt der Aufschwung nicht an. Dabei weiten die Industrie-Unternehmen dem aktuellen Konjunkturtest des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) zufolge ihre Produktion wieder ordentlich aus. Erstmals seit 1991 bezeichneten die Industrie-Unternehmen ihren Auftragsbestand mit leichter Mehrheit als verhältnismäßig groß. Trotzdem hätten die Unternehmen, mit Ausnahme einiger Branchen, keine Pläne, mehr Personal einzustellen.

Schon der ifo-Geschäftsklima-Index war in diesem Monat auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Die Vorleistungsgüterproduzenten beurteilten ihre Geschäftslage wegen einer stark gestiegenen Nachfrage deutlich besser. Auch das gute Geschäftsklima in der Investitionsgüterindustrie hielt an: Wegen eines lebhaften Auftragseingangs bezeichnete jedes dritte Unternehmen den Auftragsbestand als verhältnismäßig groß. Die Konsumgüterindustrie freute sich ebenfalls über steigende Auftragszahlen und war im Vergleich mit den anderen Sektoren optimistischer - vor allem die Hersteller langlebiger Konsumgüter.

Der Einzelhandel schätzte seine aktuelle Lage im April etwas ungünstiger ein als zuvor, allerdings blickten die Einzelhändler in allen Sektoren zuversichtlicher auf die nächsten sechs Monate. So erwarten die Verkäufer von Gebrauchsgütern jeglicher Art Absatzsteigerungen. Auch die Zuversicht der Autohändler nahm zu. Selbst in der Baubranche blicken die Unternehmer positiver in die Zukunft, allerdings klagen dort immer noch ein Viertel der Firmen über Auftragsmangel.

Quelle : www.spiegel.de

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Abschied von den Wurzeln
« Antwort #4 am: 19 Juni, 2006, 19:53 »
Der Siemens-Konzern verabschiedet sich durch den Milliarden-Deal mit dem Konkurrenten Nokia von seinen Wurzeln. Die traditionsreiche Telekommunikations-Sparte, aus der das Unternehmen hervorging, wird künftig in der Bilanz nur noch unter "ferner liefen" auftauchen, wenn der noch immer größte Siemens-Bereich Com größtenteils in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht ist. "Die Abtrennung des Unternehmensbereichs Com ist der bislang radikalste Bruch in der Geschichte des Hauses Siemens", klagten Betriebsrat und IG Metall am Montag.

Doch bei Siemens hält man sich nicht lange mit nostalgischen Gefühlen auf. "Wir sind keine Gelddruckmaschine. Wir müssen zusehen, dass das Geld verdient wird", sagte Finanz-Chef Joe Kaeser. Durch die Einigung mit Nokia wird dies nun einfacher und der Konzern kann sich wieder stärker seinen profitablen Geschäftsfeldern zuwenden.

Siemens betonte, dass man sich nicht von dem Zukunftsfeld Telekommunikation trenne. Schließlich behalte man 50 Prozent der Anteile am Joint Venture "Nokia Siemens Networks". Doch es ist kein Zufall, dass Nokia beim Namen des neuen Unternehmens an erster Stelle steht. Die Finnen stellen den Vorstandsvorsitzenden, der Hauptsitz wird in Finnland sein. Zudem wird das gemeinsame Unternehmen bei Nokia konsolidiert, während es Siemens nur anteilig als Beteiligung führt. "Es ist ein Abschied auf Raten", sagt Analyst Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck.

Die Telekommunikationssparte spielte im Siemens-Konzern immer eine besondere Rolle. Schließlich war das Unternehmen 1847 als "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" in Berlin gegründet worden. Doch nun wird der Com-Bereich komplett aufgelöst: Das Geschäft mit den Netzbetreibern geht in das neue Joint Venture. Das problematische Geschäft mit Telefonanlagen für Unternehmen (Enterprises) wiederum wird ausgegliedert und wahrscheinlich in eine Partnerschaft eingebracht. Das Geschäft mit Schnurlos-Modulen wiederum wird in die Automatisierungs-Sparte A&D eingegliedert. Ob so eine Entwicklung aus historischen Gründen nicht auch schade ist? "Das ist nicht eine der Kategorien, in der Siemens denkt", sagt Analyst Kitz. Man müsse vielmehr honorieren, dass sich das Unternehmen wandeln könne.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat mit der bevorstehenden Auflösung von Com ein großes Problem gelöst. Er hatte versprochen, dass im kommenden Jahr alle Geschäftsbereiche ihre Renditevorgaben erfüllen. Bei Com wäre das aus eigener Kraft kaum möglich gewesen. Daher hatte der Vorstandsvorsitzende zuvor im vergangenen Jahr bereits das verlustreiche Handygeschäft in einer kostspieligen Transaktion an BenQ weitergereicht. "Kleinfeld macht Nägel mit Köpfen", lobte nun Thomas Hofmann, Branchenexperte bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP).

Allerdings gilt das Netzwerk-Geschäft nicht nur wegen des Zusammenwachsens von Festnetz und Mobilfunk durchaus als zukunftsträchtige Technologie. Kleinfeld hatte immer wieder angekündigt, dass der Konzern künftig massiv auf solche Megatrends – wie zum Beispiel auch die Themen Gesundheit und Energie – setzen wolle. "Siemens verkauft sich als weltweites Infrastrukturunternehmen, da gehört die Telekom-Ausrüstung unbedingt dazu", sagt ein Branchenexperte. Finanzvorstand Kaeser entgegnet: "Das Geschäft ist ja noch da." Siemens habe über das Gemeinschaftsunternehmen weiter Zugriff auf die Technologien und Patente.

Die 40.000 betroffenen Beschäftigten in der Siemens-Netzwerksparte sehen nach vielen Spekulationen nun zumindest etwas klarer. "Nokia ist ein sehr konservatives Unternehmen", heißt es in Branchenkreisen. Daher sei ein ganz radikaler Kahlschlag nicht zu erwarten. Allerdings sollen laut Angaben vom Montag in dem neuen Unternehmen mit insgesamt 60.000 Beschäftigten voraussichtlich 6000 bis 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Quelle : www.heise.de

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Unfähigkeit und Maßlosigkeit werfen Siemens-Beschäftigte ihren Chefs vor, deren Bezüge um 30 Prozent steigen sollen. Vorstandsvorsitzender Kleinfeld bekommt das zu spüren - in seinem internen Blog platzieren Mitarbeiter ätzende Kommentare.

Hamburg - Klaus Kleinfeld ist auf der Höhe der Zeit: Der Siemens-Chef hat ein elektronisches Tagebuch, ein Blog, im Intranet eingerichtet. Darin lässt er seine Belegschaft an seinen neuesten Einsichten teilhaben und ermuntert sie zu Kommentaren.

Dieser Aufforderungen kommen die Mitglieder der Siemens-Familie derzeit eifrig nach - allerdings interessiert das vom Chef vorgegebene Thema "Kundenzufriedenheit" dabei niemanden mehr. Hauptthema stattdessen: die Erhöhung der Vorstandsbezüge um durchschnittlich 30 Prozent.

"Obszön", nannte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die saftige Gehaltserhöhung schon, "maßlos", fand sie der Bischof von Trier, Reinhard Marx. Doch das ist noch harmlos gegen die Empörung der Mitarbeiter, die sich in Kleinfelds CEO- Blog entlädt. Rund 40 Seiten umfasst ein Ausdruck der hitzigen Diskussion, der SPIEGEL ONLINE vorliegt. (Klicken Sie hier, wenn Sie Zitate aus dem Blog lesen möchten.)

"Gerade Sie, Herr Kleinfeld haben mit guten Ideen angefangen. Leider scheint die Maßlosigkeit auch in der Vorstandsetage rasch um sich zu greifen", schreibt eine Frau an den obersten Chef. "Ich frage mich schon lange, wohin Leute wie Sie unsere Gesellschaft treiben", kommentiert ein anderer.

Das Argument der Siemens-Oberen, auch nach der Erhöhung lägen ihre Bezüge im Vergleich zu anderen Konzernen noch im Mittelfeld, wollen die Mitarbeiter nicht gelten lassen: "Ich habe von unserer eigenen Siemens-Personalabteilung stets gelernt, dass nur Verweise auf eigene Leistungen das Gehalt rechtfertigen", heißt es im Intranet. "Während Mitarbeiter sich mit Dritte-Welt-Gehältern messen lassen müssen, lässt sich der Vorstand mit denen 'vergleichbarer Unternehmen' messen."

Im Konzern spielt man die Revolte im Intranet herunter: Der Vorwurf, dass Siemens-Mitarbeiter schlecht bezahlt würden, sei falsch. "Es äußern sich in solchen Kanälen meist nur die Verärgerten, die große Mehrheit der Andersdenkenden nimmt nicht teil", sagt ein Sprecher im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Wenn man bedenkt, dass Siemens rund 160.000 Mitarbeiter hat, ist die Zahl der Debatten-Beiträge sehr klein."

Der Siemens-Gesamtbetriebsrat dagegen erklärt, diese Menge an wütenden Zuschriften sei ausgesprochen ungewöhnlich. "Die Mitarbeiter müssen sich zur Teilnahme an dem Blog persönlich identifizieren, da ist die Hemmschwelle, sich kritisch zu äußern, sehr hoch", sagt ein Sprecher. Die explosiven Äußerungen seien repräsentativ: "Die Empörung zieht sich durch die ganze Belegschaft, das bekommen auch unsere Betriebsräte vor Ort mit."

"Was hier abläuft, macht regelrecht krank"

Kein Wunder, denn viele Mitarbeiter müssen gerade ein rigides Umbauprogramm über sich ergehen lassen, das Kleinfeld nach seinem Amtsantritt Anfang 2005 startete. Bis 2007 will er die Kosten um rund 1,5 Milliarden Euro drücken. Letztes Jahr schob der Konzernchef das verlustreiche Handygeschäft an BenQ ab, das Sorgenkind Com geht nun teilweise in einem Joint Venture mit Nokia auf. Rund 5400 Jobs werden gestrichen, ein Großteil bei der tief in der Krise steckenden IT-Sparte SBS. Bereiche wie die Medizintechnik oder die Energie werden dagegen mit Milliardenzukäufen ausgebaut.

Vor allem an den Großbaustellen des Konzerns scheint die Stimmung eisig. "Schon sehr lange habe ich von keinem einzigen Kollegen gehört, dass er mit Motivation hier arbeitet", mailt etwa eine Frau an Kleinfeld, die bald dem neuen Siemens-Nokia-Joint-Venture NSN angehören wird. "Es mag Sie persönlich nicht berühren, dass das, was hier abläuft, regelrecht krank macht. Es ist Ihnen aber sicher bewusst, dass Mitarbeiter, die in ständiger Angst um ihren Arbeitsplatz leben, keine Höchstleistungen vollbringen können." Mitarbeiter von SBS berichten außerdem über verunsicherte Kunden, die sich wegen der anhaltenden Verkaufsgerüchte über den Bereich neue Partner suchten.

Vor allem über eine interne Mail von Kleinfeld mokieren sie sich die Mitarbeiter in dem Forum: "Mein persönlicher Anspruch an meine Arbeit ist 'work hard, win big, have fun'", habe der Siemenschef da an seine Belegschaft geschrieben. "Sehr geehrter Herr Kleinfeld, Ihr Motto klingt in den Ohren Vieler bei SBS eher so: 'Live hard, never rest, die young'."

"Früher habe ich mich in der 'Siemens-Familie' immer wohl gefühlt. Aber von diesem Gefühl ist nichts mehr übrig geblieben, da wir uns hier abrackern, Überstunden ohne Ende machen, und dafür in der Gewissheit leben, dass dieses Engagement nicht belohnt wird. Viele KollegInnen aus anderen Bereichen wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht", fasst ein Mitarbeiter seine Gefühle zusammen.

Neues Tarifsystem sorgt für Schock

Doch nicht nur wegen der radikalen Umstrukturierung bringt die Lohnerhöhung für die Siemens-Familienoberhäupter die Belegschaft in Rage. Nächstes Jahr im April wird bei Siemens ein neues Tarifsystem eingeführt - das mit der IG Metall ausgehandelte Entgeltrahmenabkommen (ERA). Dabei werden die Mitarbeiter ganz neu eingestuft. Dieser Tage flatterten bei vielen erste Berechnungen ein, was sie dann noch erwarten dürfen.

Dabei kam es offenbar zu einigen bösen Überraschungen: Von zehn bis 20 Prozent Einbußen berichten einige Debattenteilnehmer. Dieser Schock sitzt tief - auch wenn der Konzern zu Recht darauf verweist, dass es für solche Fälle Ausgleichszahlungen geben wird. "Die Neueinordnung wird nicht zu individuellen Gehaltseinbußen führen", sagt der Siemens-Sprecher. Ganz stimme das nicht, entgegnet der Betriebsrat. Je nachdem wie viel schlechter ein Mitarbeiter wegkomme, habe er bei späteren Gehaltserhöhungen sehr wohl Nachteile, schränkt er ein.

Die Stimmung sei aber nicht überall schlecht, fügt der Sprecher hinzu. Und auch aus dem Konzern heißt es: Der Blog mitsamt aller unverblümten Äußerungen sei ja eigentlich ein Zeichen von offener Kommunikationskultur. Trotzdem: "Man darf solche Äußerungen natürlich nicht bagatellisieren." Kleinfeld nehme diese Kontaktmöglichkeit zur Belegschaft sehr ernst.

Vor der Lektüre sollte sich der Siemens-Chef aber auf einiges gefasst machen. Denn vor allem in Bezug auf sein Management nehmen die Diskussionsteilnehmer kein Blatt vor den Mund. "Wenn ich meinen Job nicht richtig mache, kriege ich dann auch 30 Prozent mehr?", fragt einer voller Sarkasmus.

Quelle : www.spiegel.de

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INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
« Antwort #6 am: 28 September, 2006, 19:48 »
"Wir werden noch in fünf Jahren in Deutschland Handys herstellen", sagte BenQ-Manager Jerry Wang im Juni 2005, als der Konzern die Siemens-Handysparte übernahm. Gut ein Jahr später haben die Taiwaner ihr Wort gebrochen. Sie haben die Restrukturierung völlig unterschätzt, sagen Analysten.

Hamburg - Gut ein Jahr ist vergangen, seit der neue Siemens Chart zeigen-Chef Klaus Kleinfeld die kriselnde Handysparte an den BenQ-Konzern aus Taiwan weitergerecht hat. Kleinfeld war angetreten, einen harten Sanierungskurs zu fahren. Für das schwächelnde Mobilfunkgeschäft war kein Platz mehr bei Siemens. Was Kleinfeld schon damals nicht mehr haben wollte, ist auch BenQ-Boss Kuen-Yao Lee zunehmend lästig geworden.

Heute teilte der Mutterkonzern in Taiwan mit, dass die Produktion in Deutschland am Ende ist. Weitere Finanzhilfen wird es nicht mehr geben. Handys der Marke BenQ-Siemens will das Unternehmen nur noch in Asien produzieren und entwickeln.

"Wir werden in den nächsten Tagen beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag stellen", sagte ein BenQ-Mobile-Sprecher. Den völlig überraschten Mitarbeitern ist völlig unklar, wie es für sie weitergeht.

Fest steht nur: Kurz vor Ablauf einer Beschäftigungsgarantie für die 3000 Mitarbeiter von BenQ offenbart sich, dass sie ihren Job wohl verlieren werden. Daher ist bei den deutschen BenQ-Beschäftigten nun der Ärger groß - sie fühlen sich getäuscht. Motto: Erst wurde ihr Unternehmen verkauft, nun abrupt geschlossen.

Arbeitsplätze sollten erhalten bleiben

BenQ war vor fünf Jahren aus dem Computerkonzern Acer ausgegliedert worden und erst ein Zulieferer für Handys, Digitalkameras, Scanner und Laptops. Mittlerweile stellt BenQ immer mehr eigene Markenprodukte her. 18.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen - vor allem in China, Taiwan, Malaysia und Mexiko. In München hat BenQ 1400 Mitarbeiter, 1600 Menschen sind es in den Werken Kamp-Lintfort und Bocholt.

Als im Juni 2005 BenQ die Siemens-Sparte übernommen hatte, bekamen die Taiwaner noch 300 Millionen Euro dazu und legten das Geschäft mit der eigenen Fertigung zusammen. Damals versicherte BenQ stets, die 3000 Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. An einer von Siemens gegebenen Standortgarantie für das Werk Kamp-Lintfort bis zum Jahr 2006 hielt das Unternehmen fest. "Wir werden auch noch in fünf Jahren in Deutschland Handys herstellen", sagte BenQ-Vizepräsident Jerry Wang damals. Auch Konzern-Chef Lee ließ verlauten, am deutschen Geschäft festzuhalten.

Obwohl nun der Schock über die plötzliche Insolvenz bei den BenQ-Mitarbeitern in Deutschland groß ist: Für Branchenkenner, wie den Technologie-Analysten Michael Busse von Helaba-Trust ist die Pleite "keine große Überraschung". Die Mängelliste bei BenQ ist lang: Immer wieder hatten deutsche BenQ-Manager rote Zahlen an BenQ-Boss Kuen-Yao Lee nach Taiwan gemeldet.

"BenQ hat es nicht geschafft, Kunden im oberen Preissegment zu finden", sagte Busse zu SPIEGEL ONLINE. Im Massengeschäft "hatte der kleinere Anbieter BenQ keine Chance". Im Vergleich zur Konkurrenz wie Nokia , Motorola und Samsung hatte BenQ-Siemens die weniger attraktiven Modelle im Programm.

Schon Siemens habe nicht mehr zur Konkurrenz aufschließen können, so Analyst Busse. Die Zeiten, als der heutige Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer immer und überall ein Siemens-Handy in die Kameras hielt, sind lange vorbei. Siemens hatte den Trend zu Handys mit Kamera, MP3-Spieler und Farbdisplays verschlafen, monieren die Kritiker. Diesen Rückstand konnte auch BenQ nicht mehr wettmachen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte BenQ die Produktion in Mexiko und Taiwan zurückgefahren. Auch die Mitarbeiter in Deutschland mussten ahnen, dass es nicht besonders gut steht um ihre Jobs. Ende dieses Jahres sollte ein Tarifvertrag auslaufen für das Werk im westfälischen Kamp-Lintfort. Der Vertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Wie es danach weitergehen würde - das wollten die Gewerkschaften eigentlich in den kommenden Wochen mit dem Management aushandeln.

Doch nun hat BenQ die Notbremse gezogen. Die deutschen Werke waren nicht ausgelastet, schrieben dauerhaft rote Zahlen. Auch das Weihnachtsgeschäft schien für BenQ keine Wende zu versprechen. "Wir sind deutlich hinter den uns ursprünglich uns selbst gesetzten Zahlen", räumte auch der Strategiechef von BenQ in Deutschland, Marco Stülpner, ein. Zehn Prozent des Weltmarktes hatte BenQ angepeilt, zuletzt waren es aber nur drei Prozent.

Siemens ist "sehr überrascht"

"Der Jobabbau ist sehr traurig", sagt Gartner-Analyst Martin Gutberlet zu SPIEGEL ONLINE, aber Deutschland sei im Vergleich zu Asien ein sehr teurer Produktionsstandort für Handys. So seien eben die Realitäten im globalen Handygeschäft. "Das hat BenQ unterschätzt." Was die monatlichen Zuwachsraten bei neuen Handy-Nutzern angeht habe Indien mittlerweile China überholt. Kein Wunder, dass Anbieter zu günstigen Konditionen lieber in diesen Märkten produzieren.

Siemens ließ heute verlauten, die Angelegenheit bei BenQ zu "bedauern". Das plötzliche Aus habe Siemens "sehr überrascht". "Wir verstehen weder die Intention noch die Hintergründe", sagte eine Sprecherin. Dabei ist die BenQ-Pleite auch eine große Niederlage für den Siemens-Konzern. Denn viele der BenQ-Manager, wie BenQ-Mobile-Chef Clemens Joost, kommen ursprünglich von Siemens, auch für den Münchner Konzern ist der Image-Schaden groß.

Quelle : www.spiegel.de

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BENQ-PLEITE - "Das war wie ein Schlag ins Gesicht"
« Antwort #7 am: 28 September, 2006, 19:50 »
Ein Zettel mit der Pressemitteilung am Schwarzen Brett - eindeutiger hätte die Geschäftführung des BenQ-Werks in Kamp-Lintfort ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Handy-Werker nicht zum Ausdruck bringen können. Entsprechend tief sitzt der Schock.

Kamp-Lintfort - "Das ist der Vollschock." Der 34-jährigen Larissa Krupic ist das Entsetzen über die Insolvenz ihres Arbeitgebers BenQ ins Gesicht geschrieben. Zusammen mit ihrem Mann arbeitet sie seit Jahren im Kamp-Lintforter Handy-Werk des taiwanesischen Herstellers. Doch nun scheint die Zukunft ungewiss.

"Das war wie ein Schlag ins Gesicht", beschreibt ihr Mann den Moment, als er die Hiobsbotschaft erfuhr. Einen Moment zögert er und dann fügt er hinzu: "Wer noch ein Gespür für die Realität hatte, der konnte sehen, dass es hier zu Ende ging." Immer weiter sei die Produktion zuletzt reduziert worden, immer weiter sei die Zahl der Mitarbeiter und Hilfskräfte gesunken.

Insgesamt 1900 Arbeitnehmer beschäftigte BenQ bislang im Kamp-Lintforter Handy-Werk. Nach der Hiobsbotschaft aus München verlassen sie den Betrieb. Manche haben Tränen in den Augen. Auch Edgar Ruhnau ist unter ihnen. Er erzählt: "Ich bin vor sechs Jahren vom Bergbau gekommen und dachte ich hätte hier meine Zukunft." Kopfschütteln ruft bei den Mitarbeitern auch die Informationspolitik ihres Arbeitgebers hervor: "Der Meister hat die Pressemitteilung von BenQ ans Schwarze Brett gehängt und das war's. Aus den höheren Etagen hat keiner mit uns gesprochen", klagt Simone Porolnik. Mit dem Fahrrad macht sich die 32-Jährige auf den Heimweg zu ihren drei Kindern und ihrem Mann, der bereits arbeitslos ist. "Jetzt kommt wohl Hartz IV. Mal sehen, was uns noch bleibt."

Lohnverzicht für die Katz

Besonders bitter stößt den Arbeitern auf, dass sie bereits in der Vergangenheit massiven Lohneinbußen zugestimmt hatten, um ihre Jobs zu sichern. Die Mitarbeiter seien seinerzeit zum Lohnverzicht "erpresst" worden, kritisierte heute der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek. Versprochen habe man damals, das Unternehmen werde gesunden. "Das aber hat sich als reine Worthülse erwiesen".

Die IG-Metall sieht sich dagegen in ihrer Position bestätigt, dass Lohnzugeständnisse wenig bringen. "Zum wiederholten Mal ist bewiesen, dass die Probleme in einzelnen Teilen von Siemens nicht an den angeblich zu hohen Gehältern der Beschäftigten, sondern an der Unfähigkeit des Managements liegen", kritisierte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

In Kamp-Lintfort jedenfalls ist die Situation düster: "Was soll nur aus dieser Stadt werden? Erst macht das Siemens-Werk dicht und bald wohl auch noch die Zeche", sagt Stefan Schulze. Auf den Tag genau seit zehn Jahren ist er in der Handy-Fertigung beschäftigt.

Bitterkeit bei den BenQ-Beschäftigten

"Aber das Jubiläum hätte ich mir anders vorgestellt." Dabei habe er so viele Hoffnungen mit dem Wechsel von Siemens zu BenQ verbunden: "BenQ hat ja endlich die neue Produktpalette eingeführt. Und die Geräte wurden wirklich besser. Mit den Siemens-Dingern sind die doch gar nicht mehr vergleichen", sagt Schulze.

Letztlich sei man einfach zu teuer gewesen, hört man überall vor den Werkstoren. Nicht mehr konkurrenzfähig, so einfach sei das.

Auch Samir Krupic meint: "Schieben Sie nicht alles auf BenQ. "Die Siemens-Leute haben hier doch alles kaputt gemacht." Oft habe er im Freundeskreis gehört: "Was produziert ihr denn da für Handys, die will doch keiner mehr haben." Schon seit Jahren sei die Produktpalette kaum noch konkurrenzfähig gewesen. "Die Software, das Design - wir sind doch nur noch hinterhergehinkt", sagt Krupic ernüchtert. "Wir haben seit zwölf Monaten auf Gehalt verzichtet und jeden Tag ordentlich unsere Arbeit gemacht. Und dabei wurden wir doch nur verarscht", fügt die Frau hinzu." Die Siemens-Bosse haben sich die Taschen gefüllt. Dass die überhaupt noch ruhig schlafen können."

Quelle : www.spiegel.de

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Re: BENQ-PLEITE - "Das war wie ein Schlag ins Gesicht"
« Antwort #8 am: 28 September, 2006, 21:03 »
Zitat
Lohnverzicht für die Katz
Besonders bitter stößt den Arbeitern auf, dass sie bereits in der Vergangenheit massiven Lohneinbußen zugestimmt hatten, um ihre Jobs zu sichern. Die Mitarbeiter seien seinerzeit zum Lohnverzicht "erpresst" worden, kritisierte heute der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek. Versprochen habe man damals, das Unternehmen werde gesunden. "Das aber hat sich als reine Worthülse erwiesen".
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"Wir haben seit zwölf Monaten auf Gehalt verzichtet und jeden Tag ordentlich unsere Arbeit gemacht. Und dabei wurden wir doch nur verarscht", fügt die Frau hinzu." Die Siemens-Bosse haben sich die Taschen gefüllt. Dass die überhaupt noch ruhig schlafen können."

So traurig das ist, aber 'lasst euch nicht verarschen, vor allem nicht beim Preis' bekommt hier wieder mal Bedeutung.
Solange in dieses Land Waren aus Fernost als Teileträger importiert werden und somit steuerlich für die Importeure äußerst lukrativ sind, wird hier auch nichts aufwärtsgehen. Da kann Berlin an den Arbeitslosenzahlen rumpfuschen wie es will. Rafft hier eigentlich irgentwann mal jemand das man vom Export nicht leben kann?!!!
Traurig das wir auf den Müll aus Fernost angewiesen sind, weil es in Deutschland nicht mehr möglich ist zu kostendeckend und gewinnbringend zu produzieren. Fragt sich nur woran das liegt. Da auch dieser Teil von Siemens jetzt nach Asien verlegt wird gibt es demnächst wohl wieder Top-Handys zum Top-Preis.
Ebenso traurig das der Verbraucher mit seinem schmalen Geldbeutel gezwungen wird diese Produkte auch noch zu kaufen.

Wenn hier nicht schnellstens die Bremse gezogen wird, gute Nacht Deutschland.

Ironie an:
Unglücklicher Weise sind wir hier vor einem Militärputsch vollkommen sicher. Unsere Kameraden treiben sich ja mittlerweile überall auf der Erdkugel rum. Da sind in D nicht genug zu mobilisieren.
Ironie aus.
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Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
« Antwort #9 am: 28 September, 2006, 21:20 »
spoke1, ich kann Dir nur voll und ganz beipflichten.

Was BenQ hier abgezogen hat könnte (und hat auch schon vorher) ganz schnell wieder woanders in D stattfinden, nur halt mit weniger Medienrummel.

Unsere dt. Politiker labern immer um den heissen Brei rum und lassen sich hinter vorgehaltener Hand von der Industrie aushalten und erpressen, mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen...........
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BENQ - Mitarbeiter wollen Schadenersatz von Siemens
« Antwort #10 am: 29 September, 2006, 09:10 »
Die von der Insolvenz bedrohten Mitarbeiter des Handyherstellers BenQ-Mobile erwägen, mit Hilfe des Betriebsrates gegen Siemens Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Sie seien arglistig getäuscht worden.

Hannover - Ein Betriebsrat von BenQ-Mobile sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", jeder der rund 3000 Beschäftigten bekomme heute ein an die Siemens-Zentrale adressiertes Schreiben in die Hand, mit dem er seine individualrechtlichen Ansprüche geltend machen könne. Ein Siemens-Sprecher erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass "wir dazu nichts sagen können". Siemens hatte seine Handysparte vor mehr als einem Jahr an BenQ verkauft.

Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern", zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrates an Siemens.

Das belege die Aufsplittung der Siemens-Handysparte in eine Management GmbH, in der die Abfindungen der BenQ-Mobile-Chefmanager gesichert seien, in eine Asset GmbH, in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte wie Know how gebündelt habe und in die von der Insolvenz bedrohte BenQ Mobile GmbH & Co OHG, in der ausschließlich die zirka 3400 deutschen Mitarbeiter zusammengefasst worden seien.

Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 Euro betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.

Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Nach Ansicht des Betriebsrats liege ein "vorsätzlicher gesellschaftsrechtlicher Gestaltungsmissbrauch" vor: Die Arbeitnehmer seien vom Kapital getrennt worden, damit sich die Arbeitgeber der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen und Insolvenzforderungen entledigen könnten. Der Betriebsrat hoffe, dass sich Siemens zu einer Gesamtlösung, etwa der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft, bereitfinde, statt sich mit 3000 Einzelforderungen auseinanderzusetzen.

Quelle : www.spiegel.de

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Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
« Antwort #11 am: 29 September, 2006, 09:19 »
Mal ne einfache Kostenrechnung:

Variant A:Siemens verkauft seine Handysparte an Benq und legt dazu noch 300.000 000 Millionen € drauf.

Variante B:Siemens schließt das Werk und zahlt jedem der 1400 Beschäfigten eine Abfindung von 50000€. Also 1400x50000=70.000.000€. Immobilien und Produktionsanlagen bleiben weiterhin im Besitz von Siemens und können dazu noch gewinnbringend verkauft werden. Zudem wahrscheinlich alles noch steuerlich absetzbar. Jedoch muss man selber die Drecksarbeit machen.

Schlussfolgerung: Man wählt Option A. Zahlt zwar drauf, dafür gibts im Vorstand aber 30% mehr Gehalt.

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Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
« Antwort #12 am: 29 September, 2006, 09:24 »
Bayer verkaufte auch Agfa, und Agfa meldete kurze Zeit später Insolvenz an. Das ist die allgemeine Strategie der skrupellosen Oberschicht.

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Re: INSOLVENZ VON BENQ DEUTSCHLAND - Gekauft, getäuscht, geschlossen
« Antwort #13 am: 29 September, 2006, 09:57 »
Und wer spricht von den vielen kleinen und mittelständischen Firmen die auch einfach so insolvent werden? Nicht selten unverschuldet, weil auch öffentl. Auftraggeber ihre Zahlungsziele nicht einhalten!

50.000 € Abfindung pro Mitarbeiter??? Was bitte soll sich da ein Mitarbeiter denken, der bei eben solch kleinen Firmen jahrzehntelang angestellt war? Solche Summen, die da in den Großfirmen für eine Anzahl previligierter Mitarbeiter gezahlt wurden, weil sie einen Job hatten in eben solcher Großfirma - gibt es wohl auch nicht mehr lange.

Und weil unsere Unternehmen sich vielfach so freikaufen müssen, verlagern sie die Arbeitsplkätze in Hire & Fire Länder - die Produkte kommen dann zu uns zurück.

Der Saldo von Zu- und Abwanderung ist in D auch negativ mittlerweile, d.h. mehr Menschen verlassen D als hier her kommen. Aber kommen wollen immer noch gern welche die NICHTS haben und gehen tun welche, die ihr VERMÖGEN mitnehmen.

Macht nur weiter so - und nicht vergessen immer alles schön überwachen, wer nichts zu verbergen hat...

Schönes WE
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BENQ- INSOLVENZ - Börse jubelt, Belegschaft demonstriert
« Antwort #14 am: 29 September, 2006, 10:59 »
Die frühere Siemens-Tochter BenQ-Mobile hat heute den Insolvenzantrag gestellt. Die Aktien des Mutterkonzerns BenQ setzten an der Börse zum Steigflug an - BenQ-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs und wollen Schadensersatz von Siemens.

München - Der Insolvenzantrag sei beim Amtsgericht München eingereicht worden, sagte eine Justizsprecherin. Bislang sei noch kein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Der taiwanische Mutterkonzern BenQ hatte der deutschen Tochter gestern den Geldhahn zugedreht. BenQ-Mobile, die Siemens Chart zeigen vor knapp einem Jahr an die Asiaten abgegeben hatte, ist damit finanziell am Ende. Durch die Pleite sind in Deutschland 3000 Arbeitsplätze gefährdet.

Nach der Insolvenzankündigung hatten die BenQ Chart zeigen-Papiere mehr als sechs Prozent an der Börse in Taipeh zugelegt und notierte bei 19,45 Taiwan-Dollar. Börsianer zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung, der früheren Siemens-Mobiltelefon-Sparte den Geldhahn zuzudrehen und ihn damit der Pleite zu überlassen. "Das ist eine positive Entwicklung, da sie die nötigen Schritte unternehmen, um weiteren Schaden von sich abzuwenden", sagte Analyst Dominic Grant von Macquarie Securities.

Die Asiaten hatten im Juni 2005 das Handy-Geschäft von Siemens übernommen. Der Traditionskonzern hatte vor der Übergabe noch 250 Millionen Euro in den Bereich investiert und 100 Millionen an Abschreibungen übernommen. BenQ will das Handygeschäft künftig von Asien aus betreiben.

Unterstützung aus der Politik

"Es wird für den Mobiltelefonbereich im nächsten Jahr schwierig, profitabel zu werden", sagte Vincent Chen von CLSA. Die Investoren schätzten aber die anderen Segmente des Konzerns wie die Produktion von TV-Flachbildschirm-Komponenten. Vor dem finanziellen Zusammenbruch hatte BenQ-Mobile noch angepeilt, ab Mitte 2007 schwarze Zahlen zu schreiben.

Im BenQ-Werk in Kamp-Lintfort bekommen die Mitarbeiter im Kampf um ihre Arbeitsplätze Unterstützung von der Politik. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wollte nach Angaben eines Sprechers des CDU-Politikers in die Fabrik kommen. Er stehe an der Seite der Belegschaft und wolle alle Möglichkeiten für eine Lösung der Krise ausloten. Zuvor hatte schon die bayerische Landesregierung ihre Hilfe angeboten.

Die IG Metall hat die Belegschaft zu einer Versammlung aufgerufen, vor den Werkstoren versammelten sich am Morgen zahlreiche Beschäftigte. Aus Sicht der Gewerkschaft hat das Versagen des Managements zu der Pleite der aus der Handy-Sparte von Siemens hervorgegangenen Firma geführt.

Schadensersatz von Siemens

Mitarbeiter von BenQ-Mobile erwägen, mit Hilfe des Betriebsrates gegen Siemens Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Sie seien arglistig getäuscht worden. Ein Betriebsrat von BenQ-Mobile sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", jeder der rund 3000 Beschäftigten bekomme heute ein an die Siemens-Zentrale adressiertes Schreiben in die Hand, mit dem er seine individualrechtlichen Ansprüche geltend machen könne. Ein Siemens-Sprecher erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass "wir dazu nichts sagen können".

Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern", zitierte das Blatt aus dem Schreiben des Betriebsrates an Siemens.

"Vorsätzlicher Gestaltungsmissbrauch"

Das belege die Aufsplittung der Siemens-Handysparte in eine Management GmbH, in der die Abfindungen der BenQ-Mobile-Chefmanager gesichert seien, in eine Asset GmbH, in der man die Vermögenswerte der Siemens Handysparte wie Know-how gebündelt habe und in die von der Insolvenz bedrohte BenQ Mobile GmbH & Co OHG, in der ausschließlich die zirka 3400 deutschen Mitarbeiter zusammengefasst worden seien.

Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 Euro betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.

Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp einer Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Nach Ansicht des Betriebsrats liege ein "vorsätzlicher gesellschaftsrechtlicher Gestaltungsmissbrauch" vor: Die Arbeitnehmer seien vom Kapital getrennt worden, damit sich die Arbeitgeber der arbeitsrechtlichen Verpflichtungen und Insolvenzforderungen entledigen könnten. Der Betriebsrat hoffe, dass sich Siemens zu einer Gesamtlösung, etwa der Gründung einer Beschäftigungsgesellschaft, bereitfinde, statt sich mit 3000 Einzelforderungen auseinanderzusetzen.

Quelle : www.spiegel.de

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