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Info Corner / Internet-via-Sat, Datendienste / IPTV / Videoportale / Internet TV & Radio => # News diverses ... => Thema gestartet von: SiLæncer am 28 Dezember, 2009, 17:06

Titel: Nacktscanner erneut in der Diskussion
Beitrag von: SiLæncer am 28 Dezember, 2009, 17:06
Als Reaktion auf das misslungene Selbstmordattentat auf einen in Detroit landenden Airbus A330 sind die Sicherheitsmaßnahmen im Transatlantikverkehr verschärft worden. Ab sofort ist es verboten, sich Decken auf den Schoß zu legen. Gleichzeitig wird der verstärkte Einsatz von sogenannten "Nacktscannern" diskutiert, weil es dem Attentäter gelungen war, Plastiksprengstoff an Bord zu schmuggeln. Dieser wird von den üblichen Metalldetektoren nicht erkannt.

Den Hintergrund der neuen Diskussion bildet der Versuch eines Nigerianers, ein Flugzeug der Delta Airlines von Amsterdam nach Detroit unmittelbar vor der Landung mit einem am Bein befestigten Sprengsatz zum Absturz zu bringen. Zu diesem Zweck hatte der 23-jährige, aus einer wohlhabenden Familie stammende Umar Faruk Abdulmuttallab 80 Gramm "Plastiksprengstoff" (PETN) an Bord geschmuggelt und kurz vor der Landung auf der Toilette scharfgemacht. In eine Decke gehüllt wartete er auf den Landeanflug. Sein Plan war es offenbar, das Flugzeug in der Einflugschneise über Detroit zu sprengen.Der Plan misslang, weil der Zünder nur eine Verpuffung auslöste und der niederländische Passagier Jasper Scheuringa sofort reagierte und den Attentäter noch vor den Sicherheitskräften überwältigte.

Nach diesem Vorfall haben die Sicherheitsbehörden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die ähnliche Aktionen verhindern sollen. So ist es auf Transatlantikflügen ab sofort während des gesamten Fluges untersagt, Decken zu benutzen, ebenso darf der Sitzplatz eine Stunde vor der Landung nicht mehr verlassen werden. Außerdem wird nach einer Mitteilung des Bundesinnenministerium die zielgerichtete Sicherheitskontrolle verstärkt. Da jedoch Metalldetektoren PETN-Sprengsätze nicht erkennen können, wird vor allem in den USA der verstärkte Einsatz von Nacktscannern gefordert. Gegenüber dem Fernsehsender ABC hatte etwa der ehemalige Sicherheitsberater der Regierung Bush gefordert, solche Geräte auf allen Flughäfen der Welt einzusetzen, nicht nur in den USA. Dort sollen ca. 100 Scanner in Betrieb sein.

Der Einsatz dieser im Terahertz-Bereich arbeitenden Geräte stößt vor allem in Europa auf Ablehnung und Empörung. In einer Pressemeldung der Gewerkschaft der Polizei stellt sich Gewerkschaftsboss Konrad Freiberg dementsprechend die Frage, ob die Nacktscanner nicht doch eingeführt werden sollten und beantwortet sie so: "Selbstverständlich muss die Detektionstechnik weiterentwickelt werden, die Tatmittel leichter erkennbar machen. Dabei darf aber  die Privat- und Intimsphäre der Passagiere nicht verletzt werden." Auch sein Kollege Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft wandte sich gegen den Einsatz von
Nacktscannern, weil sie gegen die Menschenwürde verstoßen. Stattdessen forderte er, das Polizeipersonal zu verstärken und bei der Fluggastkontrolle nur noch besonders zertifizierte private Sicherheitskräfte einzusetzen.

Als Alternative zu den aktuellen Terahertz-Scannern gelten passive Terahertz-Scanner und Partikeldetektionssysteme, die einen Fluggast "anpusten". Ähnlich wie bei der Untersuchung von verdächtigen Laptops wird dabei nach Partikeln gesucht, die auf gefährliche Stoffe hindeuten.

Während deutsche Politiker aller Couleur in eilig fabrizierten Statements die Ablehnung der Nacktscanner betonen, sind Sicherheitsexperten mehr mit der Frage beschäftigt, warum die hochgelobten Datenbanksysteme der US-amerikanischen Homeland Security versagten. Nach Recherchen des Fernsehsenders CNN soll der nigerianische Attentäter zwar in der "Terrorist Identity Database" gespeichert gewesen sein, nicht jedoch in der "Terrorist Screening Database", die vor Flugantritt abgefragt wird.

Quelle : www.heise.de
Titel: Widerstand gegen Nacktscanner sinkt
Beitrag von: SiLæncer am 29 Dezember, 2009, 20:32
Aufgrund des versuchten Terroranschlags letzter Woche scheint die grundsätzlichliche Ablehnung der Nacktscanner an Flughäfen bei CDU und FDP zu sinken.

Einige der führenden Politiker der Regierungsparteien würden Nacktscanner an Flughäfen nun nicht mehr grundsätzlich ablehnen. Es gilt über diese Maßnahme zumindest nachzudenken, sofern die Grundrechte der Menschen dabei nicht verletzt werden. Sollte es möglich sein, diese Geräte so zu konstruieren, dass beispielsweise die Intimsphäre geschützt ist, dann könnte man über Nacktscanner nachdenken, da es die Sicherheit der Flugpassagiere maßgeblich erhöhen würde. Dies sagte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach in einem Interview mit der Tagesschau. Vor etwas über einem Jahr sagte Bosbach noch: "Einen so weitgehenden Eingriff in die Privat- und in die Intimsphäre müsste man schon mit einem so weitgehenden Sicherheitsgewinn begründen. Und den sehe ich nicht." Auch Gisela Piltz von der FDP sagte in der Rheinischen Post, dass sich die Ablehnung der Nacktscanner auf die erste Generation der Geräte beziehen würde. "Wenn die Würde des Menschen gewahrt wird, müssen wir zur Sicherheit der Passagiere auch in solche Systeme investieren."

Kritik gibt es unter anderem von Datenschützern. Eine solche Maßnahme sei unverhältnismäßig, unter anderem deswegen, weil mit den Geräten bestimmte Sprengmittel nicht identifiziert werden können. Der Bundesbeauftragte Peter Schaar sagte: "Die Geräte, die vor gut einem Jahr vorgestellt wurden, zeichnen ein genaues Bild der Silhouette einschließlich der gesamten Körperoberfläche, der Genitalien, von Prothesen bis hin zum künstlichen Darmausgang." Ihm sei nicht bekannt, dass es jetzt Geräte gibt, welche die Intimsphäre schützen würden. Auch kann er sich nicht vorstellen, wie diese Aussehen sollen. "Ich halte es für absolute legitim, neue Technologien zu erforschen. Aber es wäre falsch, kurzfristig Systeme einzusetzen, die noch nicht ausgereift sind und die Menschenwürde nicht respektieren." Man könnte beispielsweise Scanner einsetzen, die auf chemische Ausdünstungen reagieren.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Bundespolizei und Union machen Dampf bei Nacktscannern
Beitrag von: SiLæncer am 02 Januar, 2010, 19:01
Geht es nach deutschen Gesetzeshütern und der Union, sollen die umstrittenen Nacktscanner an Flughäfen schon in diesem Jahr hierzulande in Betrieb gehen. Die Bundespolizei will noch im Januar dem Bundesinnenministerium ein Gerät der zweiten Generation vorstellen, das Intimbereiche von Flugpassagiere unkenntlich machen könne und so die Privatsphäre der Reisenden besser schütze, schreibt der Focus laut Vorabmeldung in seiner Ausgabe vom Montag. Bei dem neuen Ganzkörper-Scanner, der an der Bundespolizeiakademie in Lübeck entwickelt worden sei, sollten Persönlichkeitsrechte und gesundheitliche Aspekte stärker berücksichtigt werden. Der Präsident der Bundespolizei, Matthias Segert, rechne auch mit einem "Mehrwert an Luftsicherheit".
 
Diese Ansicht ist in Strafverfolgungskreisen aber umstritten. Skeptisch betrachtet etwa der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Klaus Jansen, den Nutzen von Nacktscannern. Er warnte im Deutschlandfunk: "Wir müssen sehen, dass wir hier nicht einer technischen Lösung aufsitzen, die eine trügerische Ruhe verbreitet". Im August sei ein Anschlag auf den stellvertretenden Innenminister Saudi-Arabiens verübt worden, bei dem der Attentäter den Sprengstoff im Körper getragen habe. Zudem sei fraglich, ob bei dem versuchten Flugzeugattentat von Detroit der in die Unterhose des Täters eingenähte Sprengsatz von einem Scanner erkannt worden wäre. Es sei der falsche Ansatz, sich nur auf die Technik zu verlassen, betonte Jansen. Maschinen und Computer könnten keinen Verdacht schöpfen. Den US-Behörden hätten alle notwendigen Informationen vorgelegen, um den Mann nicht an Bord zu lassen.
 
Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sprach sich dagegen für die Technik aus. Sie sei wichtig, um nachgewiesene "Mängel bei den Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen" zu beheben. Nacktscanner verletzen die Menschrechte laut dem Ermittler nicht. Sie müssten den Menschen schlicht vorgeführt und erläutert werden, "damit sie erkennen können, dass sie eben akzeptabel sind".
 
Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestags, rechnet mit einer schnellen Einführung der Geräte: "Nach meiner Einschätzung werden wir in einem halben Jahr mit Testversuchen auf deutschen Flughäfen beginnen können", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er sei zuversichtlich, dass die Pilotprojekte zeigen würden, dass die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt blieben. Wenn alles glatt laufe, könnte einige Monate später der Normalbetrieb starten. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), machte ebenfalls Druck. In Zeiten des Massentourismus kann man ihm zufolge auf Körperscanner nicht verzichten, "um Terroristen aus dem Strom der Fluggäste schnell herauszufischen".
 
Bundesinnenminister Thomas de Maizière will nach Unionsangaben Ende Januar im Innenausschuss mit Experten des Parlaments beraten, welche Maßnahmen generell für mehr Flugsicherheit zu ergreifen seien. Dabei solle auch ein Auge auf Duty-Free-Shops geworfen werden. Der CDU-Minister hatte kürzlich erklärt, er befürwortete den Einsatz von Nacktscannern für den Fall, dass sie die Persönlichkeitsrechte der Passagiere "vollumfänglich wahren" und gesundheitlich unbedenklich seien. FDP-Chef Guido Westerwelle zeigte sich gegenüber dem Focus abwartend: "Wenn es jetzt bei Körperscannern technische Neuerungen gibt, die den Schutz der Intimsphäre gewährleisten, werden wir uns das genau ansehen." Neben Datenschützern hatten zuletzt Gesundheitsexperten Bedenken gegen den Einsatz der Durchleuchtungsmaschinen an Flughäfen erhoben. Aus Sicht des Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission, Rolf Michel, könnte die Röntgenstrahlung der damit arbeitenden Scanner gerade bei Vielfliegern Krebs oder Leukämie erzeugen.

Über gesundheitliche Auswirkungen aktiver Scanner, die Terahertz-Wellen aussenden, gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen. Aktive Terahertz-Scanner werden nach Einschätzung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) den geltenden ICNIRP-Expositionsgrenzwert von 10 Watt/m2 deutlich unterschreiten und sollten damit akzeptabel sein. Dennoch empfiehlt das BfS den Einsatz passiver Terahertz-Scanner. Forschungsergebnisse des BfS zu aktiven Scannern sollen Ende 2010 vorliegen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Flugsicherheit: Von Nacktscannern, HAMLeT und Sicherheitsarbeitern
Beitrag von: SiLæncer am 04 Januar, 2010, 14:24
Die sicherheitspolitische Neujahres-Debatte über Nacktscanner geht weiter.  Sicherheitspolitiker sprechen sich für den Einsatz der Terahertz-Abtaster aus; sie glauben den Herstellern dieser Geräte, dass bis zum Sommer Verfahren entwickelt werden können, die die Privatsphäre der Flugpassagiere schützen. Sicherheitsexperten befürworten dagegen eine sensorische Komplettüberwachung kritischer Bereiche mit Systemen wie Hamlet, ausgeschrieben "Hazardous Material Localization and Person Tracking". Derweil fordern die Sicherheitsarbeiter der Polizei eine kritische Prüfung der gesamten Flugsicherheit.

So erklärte Hans-Peter Uhl, der innenpolitische Sprecher der Union, die Geräte für "unverzichtbar".  Auch die selbsterklärte Bürgerrechtspartei FDP spricht von einem "richtigen Weg". Fast alle Politiker berufen sich dabei auf Software-Modifikationen, die in den Labors der Bundespolizeiakademie Lübeck entwickelt werden. Demnach werden die Intimbereiche gescannter Personen verpixelt. Erkannte eng am Körper getragene Gegenstände wie Keramikmesser und "Plastiksprengstoff" sollen mit grafischen Warnsymbolen gekennzeichnet werden, auf dass der Sicherheitsbeamte eine Ausleitung und Untersuchung einer verdächtigen Person veranlassen kann.

Abseits der Diskussion um Privatsphäre und Intimbereichsschutz gibt es jedoch Sicherheitsexperten, die Nacktscanner im Gesamtsystem des Schutzes vor Terroristen für wenig praktikabel halten. Sie machen darauf aufmerksam, dass derartige Scanner, die zusätzlich zu den Metall-Detektoren eingesetzt werden müssen, die Fluggastabfertigung stark behindern. Besser sei es, Flughäfen mit einem dichten Netz von hochempfindlichen Sensoren zu überziehen und gleichzeitig die rechnergestützte Videoüberwachung auszubauen. Besonders erfolgversprechend soll der Ansatz von HAMLeT sein, dem "Hazardous Material Localization and Person Tracking", das am ehemaligen Militärforschungsinstitut FKIE entwickelt wurde. Die heute als Fraunhofer-Forscher arbeitenden Wissenschaftler entwickelten dabei eigentlich zwei Sensor-Netze jeweils für die Partikel-Detektion und das Location Tracking von Fluggästen. Im ersten Schritt wird ein gefährlicher Stoff geortet, im zweiten Schritt wird durch Analyse der Fluggastbewegungen der gefährliche Stoff einer Person zugeordnet. In einem Bundeswehrversuch sollen mit HAMLeT fünf "Terroristen" mit verdeckten Sprengstoffen enttarnt worden sein.

Auf einen weiteren, wenig bekannten Aspekt der Flugsicherheit macht die Gewerkschaft der Polizei aufmerksam. Bekanntlich wurde der nigerianische Terrorist in letzter Minute von einem Passagier gestoppt, der ihn wie ein Sky Marshal überwältigte. Der Ausbau dieser Sicherheitskomponente ist nach Ansicht der Gewerkschaft dringend geboten. Sie spricht davon, dass gerade einmal die Hälfte der 200 Stellen für Flugsicherheitsbegleiter in Deutschland besetzt sind. Statt kurzsichtig nur über die Nacktscanner zu debattieren, müsse der gesamte Bereich der Flugsicherheit auf den Prüfstand, betonte Gewerkschaftschef Konrad Freiberg. Außerdem müssten Sicherheitsarbeiter besser entlöhnt werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Gegenwind für Einsatz von Nacktscannern
Beitrag von: SiLæncer am 05 Januar, 2010, 11:20
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar lehnt den umstrittenen Einsatz von Ganzkörper-Scannern an Flughäfen weiter ab. "Ich habe bisher noch kein Gerät gesehen, das die Persönlichkeitsrechte wahrt", warnte der oberste Datenschützer der Republik in der "Frankfurter Rundschau". Allein die von der Bundespolizei angekündigte Neuerung, dass auf den Monitoren keine Nacktbilder mehr zu sehen seien, reiche nicht aus zum Schutz der Intimsphäre. Schaar wandte sich damit auch gegen die sogenannte zweite Generation von Scannern, bei denen Intimbereich gepixelt werden sollen.

Zudem kritisierte der Datenschützer, dass die Bundespolizei bei der Entwicklung der neuen Geräte die persönlichkeitsrechtlichen Anforderungen offenbar selbst festlege. "Es verwundert mich, dass ich auch auf meine Nachfrage hin keine Einzelheiten zu den Scanner-Tests erfahren konnte", sagte Schaar. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte der Zeitung, für die persönlichkeitsrechtlichen und gesundheitlichen Anforderungen an die neuen Scanner keine Vorgaben von der Politik bekommen zu haben. Man betrachte die Testergebnisse der Bundespolizeiakademie vielmehr gerade andersherum als "Entscheidungsgrundlage für die Politik".

Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), Thilo Weichert, verwies auf einen seiner Ansicht nach bislang in der Debatte vernachlässigten Punkt: So sei noch nicht geklärt, ob eine hinreichend sichere Detektion überhaupt möglich werde. Es sei nicht auszuschließen, dass nicht hundert Prozent aller gefährlichen Gegenstände erkannt werden könnten. Damit wäre der Einsatz der Scanner "unverhältnismäßig".

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mag derweil vor einer übereilten Einführung der umstrittenen Technik zur Durchleuchtung von Flugpassagieren nichts wissen. "Ich nehme die Argumente, die gegen die Nacktscanner vorgetragen werden, sehr ernst", sagte der CSU-Politiker der dpa. "Eine Einführung solcher Geräte darf keinesfalls übers Knie gebrochen werden."

Die FDP wollte sich im Gegensatz zu Innenpolitikern der Union ebenfalls nicht auf einen Zeithorizont zur Einführung neuer Scanner festlegen. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Max Stadler (FDP), sagte dem Berliner "Tagesspiegel", die Erfahrung habe gelehrt, dass Sprengstoff in der Unterwäsche unerkannt an Bord von Flugzeugen gebracht werden könne. Daher könnten Körperscanner "der richtige Ansatz" sein. Jedoch müsse vor ihrer Installation der Eingriff in die Intimsphäre der Menschen so gering wie möglich und mit dem Einsatz ein deutlicher Sicherheitsgewinn verbunden sein.

Auch in Brüssel wird die Diskussion über neue Sicherheitsvorkehrungen zur Absicherung des Flugverkehrs wieder aufgegriffen. Nach europäischem Recht sind Nacktscanner bislang nicht an Flughäfen zugelassen, erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in diesem Zusammenhang. Um die Scanner in der EU generell zuzulassen, müsste erst eine einschlägige Verordnung geändert werden. Dafür sei eine Mehrheit der Mitgliedstaaten erforderlich. Ausnahmen für Tests könnten aber bei der EU-Kommission beantragt werden, was Deutschland aber bislang nicht gemacht habe.

Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im EU-Parlament, Klaus-Heiner Lehne, rechnet damit, dass die EU den Weg für einen europaweiten Einsatz der umstrittenen Körperscanner bis zum Frühsommer freimacht. "Nach dem vereitelten Anschlag von Detroit haben wir eine völlig andere Situation", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er halte es für wahrscheinlich, "dass das EU-Parlament einen Vorstoß der Kommission zur Einführung technisch ausgereifter Körperscanner billigen wird". 2008 hatten sich viele EU-Parlamentarier noch entschieden gegen die damaligen Pläne Brüssels $(LB209789:gestemmt), den Einsatz von Ganzkörper-Scannern ab 2010 an Flughäfen zuzulassen.

Rechtliche Probleme könnte es in Großbritannien geben: Kinderschützer beklagen dort laut einem Bericht des "Guardian", dass die Geräte Gesetze zum Jugendschutz und zum Kampf gegen Kinderpornographie verletzten. Sie forderten demnach die Regierung auf, die Frage zu klären, ob Personen unter 18 Jahren von der Durchleuchtung durch die Scanner ausgenommen werden müssen. Am Flughafen von Manchester, wo die Geräte derzeit auf freiwilliger Basis getestet werden, seien Minderjährige von den Probeläufen ausgeschlossen. Das britische Kinderschutzgesetz verbiete es, unangemessene Bilder oder entsprechende virtuelle Darstellungen eines Kindes zu erstellen. Zwar gebe es für die Kriminalitätsprävention Ausnahmen. Dafür müssten aber Anhaltspunkte für eine konkrete Gefahr vorliegen. Britische Bürgerrechtler zeigten sich besorgt, dass mehr oder weniger viel Nacktheit zeigende Scan-Aufnahmen etwa auch von Prominenten im Internet landen könnten.

Quelle : www.heise.de
Titel: FDP-Bundestagsfraktion will 2010 noch keine Nacktscanner
Beitrag von: SiLæncer am 06 Januar, 2010, 12:59
Der nach einem gescheiterten Terrorangriff auf ein Flugzeug in den USA neu erwogene Einsatz von Nacktscannern an Flughäfen entzweit die schwarz-gelbe Koalition. Ein führender Innenpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion hat sich gegen die Pläne der von CDU und CSU gestellt, möglichst bereits in der ersten Hälfte des Jahre 2010 Ganzkörper-Scanner hierzulande zu installieren. Dieses Vorhaben sei nichts weiter als "Wunschdenken" des Koalitionspartners, sagte der Leiter des FDP-Arbeitskreises Recht und Innen, Hartfrid Wolff, der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die Geräte werfen Wolff zufolge nach wie vor eine Fülle technischer, rechtlicher und gesundheitlicher Probleme auf, die nicht ansatzweise ausgeräumt seien. Selbst wenn sich alle Bedenken ausräumen ließen, werde es mit der FDP keinen "nationalen Alleingang" beim Scanner-Einsatz geben. Er persönlich bezweifle, ob Nacktscanner eine geeignete technische Lösung bei der Sprengstoffsuche seien und ob die Intimsphäre der Fluggäste bei ihrer Verwendung gewahrt bleibe.

Vertreter der EU-Kommission widersprachen laut dpa derweil der Ansicht der Bundesregierung, dass für den regulären Einsatz der umstrittenen Geräte in den Mitgliedsstaaten zunächst eine einschlägige Verordnung geändert werden müsse. Jedes EU-Land könne sich frei entscheiden. 2008 hatte die Kommission aber selbst einen Stein zur Änderung der Verordnung für Luftverkehrssicherheit ins Rollen gebracht, war dabei auf heftigen Widerstand gestoßen und hatte letztlich alles beim Alten belassen.

Die Situation in Europa sieht derzeit sehr unterschiedlich aus. Großbritannien wolle noch im Januar Nacktscanner auf dem Londoner Flughafen Heathrow einführen, erklärte der britische Innenminister Alan Johnson am gestrigen Dienstag. In den Niederlanden hat der Amsterdamer Flughafen Schiphol Agenturmeldungen zufolge zur Ergänzung der bereits vorhandenen 15 Körperscanner weitere 60 bestellt. Die spanische Regierung will die Technik dagegen vorerst nicht einführen. Auch sie drängt auf eine einvernehmliche Lösung für die EU. Am morgigen Donnerstag wollen sich in Brüssel Innenexperten von Kommission und Rat über das weitere Vorgehen absprechen. Dabei soll unter anderem hinterfragt werden, ob die neuartigen Durchleuchtungsmethoden gesundheitsschädlich sein könnten und ob die Intimsphäre der Betroffenen gewährleistet werde.

Das EU-Parlament will zumindest für das eigene Haus keine Nacktscanner mehr einsetzen. Für sechs der Geräte, die seit mehr als acht Jahren ungenutzt in den Kellern der Abgeordnetenkammer lagern, soll laut AFP am 15. Januar die Ausschreibung beginnen. Dies gehe aus einem Schreiben der Parlamentsverwaltung an den CSU-Abgeordneten Markus Ferber hervor. Interessenten könnten das Angebot im Amtsblatt der EU einsehen. Eigene Offerten könnten bis zum 6. Februar eingesandt werden. Die Parlamentsverwaltung hatte die Geräte unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA im Folgejahr für insgesamt 720.000 Euro gekauft. Die Volksvertreter wollten aber nicht als Testpersonen für die Technik fungieren. Auch hierzulande gab es bereits 2008 Vorschläge aus Kreisen von Sicherheitsexperten, Nacktscanner zunächst im Bundestag zu installieren. Sie wurden bislang aber nicht weiter verfolgt.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält die Verbreitung der Technik indes nicht für vordringlich. Ihr Chef, Rainer Wendt, sprach sich gegen eine "Fixierung" auf die Suche nach Sprengstoff oder Waffen aus. Effektiver wäre es seiner Ansicht nach, "gezielt auffällige Personen aus dem Strom der Fluggäste herauszufiltern". Wendt sprach sich dafür aus, "auf jedem deutschen Flughafen einen Profiler pro 1000 Fluggäste einzusetzen". Die Analytiker könnten Passagiere nach Kriterien wie Nationalität, Religion, ethnischer Herkunft, Flugziel oder Verhalten herauspicken und näher unter die Lupe nehmen. Vielfliegern und Geschäftsreisen sollten die Kontrollen durch eine einmalige Registrierung und  Überprüfung erleichtert werden.

Die deutschen Flughäfen selbst warnten vor einer übereilten Einführung von Nacktscannern. Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, sagte der Rheinischen Post, die derzeit in der Entwicklung befindlichen Geräte erfüllten noch nicht alle Vorgaben. Über kurz oder lang würden die Nacktscanner aber wohl zum Einsatz kommen. Die deutsche Bevölkerung steht der Durchleuchtung offenbar abwartend positiv gegenüber. Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin Stern sprachen sich 63 Prozent der Befragten dafür aus, dass Reisende vor allen Flügen mit den Scannern kontrolliert werden. 31 Prozent waren dagegen, 6 Prozent zeigten sich unentschieden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Profiler statt Nacktscanner?
Beitrag von: SiLæncer am 06 Januar, 2010, 19:12
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) hat heute die Diskussion um die sogenannten Körperscanner weiter angeheizt. Der DpolG-Chef schlägt vor, an den Flughäfen Profiler statt Nacktscanner einzusetzen. Dies würde die Abfertigung der Fluggäste deutlich beschleunigen.

Aus Berlin sind noch keine Entscheidungen zu hören. Und schon ist die Diskussion um die Körperscanner um ein weiteres Argument angereichert worden. DPolG-Chef Rainer Wendt sagte heute gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass in Bezug auf die Flugsicherheit alle zu sehr auf die Suche nach Sprengstoff, Flüssigkeiten und Waffen fixiert seien. Effektiver wäre es, "gezielt auffällige Personen aus dem Strom der Fluggäste herauszufiltern." Er spricht sich dafür aus, auf jedem deutschen Flughafen einen Profiler für jeweils 1.000 Fluggäste einzusetzen. In anderen Bereichen der Kriminalistik wäre dies längst üblich. Wendt hält es sogar für "fahrlässig", in diesem überaus sensiblen Bereich auf solche Maßnahmen zu verzichten.

Derartige Fallanalytiker (Profiler) versuchen Täterprofile zu erstellen. Sie kombinieren und analysieren dazu verschiedene Daten und machen auf mögliche Verdächtige aufmerksam, die man vor Antritt des Fluges genauer untersuchen könnte. Dabei spielen unterschiedliche Kriterien der Fluggäste eine große Rolle. So etwa deren Nationalität, Religionszugehörigkeit, ethnische Herkunft, Flugziel oder wenn sie sich auffällig verhalten sollten. Da es ohnehin kein fehlerfreies System gibt, könnte diese Methode zumindest die Schlangen in den Flughäfen deutlich reduzieren. Vielflieger und Geschäftsreisende sollen nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) nach einer einmaligen ausführlichen Überprüfung ohne jede Kontrolle fliegen dürfen.

Der Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht das alles nicht weit genug. Sie fordern von der Bundesregierung eine umfassende Überprüfung aller Sicherheitsstrukturen. Es reiche nicht aus, das Sicherheitsloch nur an einer Stelle zu flicken. Konkret sind damit die Körperscanner gemeint. Die GdP forderte vorgestern zudem eine deutliche Ausweitung der Personaldecke beim Sicherheitspersonal und spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen aller dort Beschäftigten. Die gesamte Flugsicherheit müsse nach Ansicht der GdP auf den Prüfstand. Auch wurde moniert, warum noch immer nicht alle Stellen der Flugsicherheitsbegleiter (Sky Marshalls) besetzt seien. Folge der Untätigkeit sei, "dass im großen Umfang Stellen der Bundespolizei an den großen Flughäfen unbesetzt seien und mit aufwendigen und belastenden Abordnungen ausgeglichen werden müssen", so der Vorsitzende des GdP-Bezirks Bundespolizei, Josef Scheuring.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Justizministerin knüpft Einsatz von Nacktscannern an Bedingungen
Beitrag von: SiLæncer am 07 Januar, 2010, 12:15
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) möchte Flugreisende nur unter klaren Bedingungen bis auf die Haut durchleuchten lassen. Der Einsatz von Körperscannern an Flughäfen sei nur sinnvoll, wenn damit "tatsächlich ein Gewinn an Sicherheit verbunden" sei, sagte die FDP-Politikerin der Ulmer Südwest Presse. Zudem müsse der Schutz der Intimsphäre "strikt gewährleistet" sein. Zunächst sei zu prüfen, ob es an deutschen Flughäfen genügend Sicherheitspersonal gebe und wie gut dieses ausgebildet sei. Zuvor hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Hartfrid Wolff deutlich gemacht, dass er das Vorhaben von CDU und CSU, die sogenannten Nacktscanner noch in diesem Jahr einzuführen, ablehne.

Generell warnte die Justizministerin in der Neujahrsdebatte über Sicherheitsvorkehrungen vor übertriebenem Daten- und Technikfetischismus. Der fehlgeschlagene Anschlag auf ein Flugzeug über Detroit habe gezeigt, dass in den USA, "wo sehr konkrete Hinweise auf diesen Terroristen vorlagen", offensichtlich so viele Daten gesammelt würden, dass die richtigen Informationen nicht an der richtigen Stelle seien: "Das bestätigt uns in unseren Vorbehalten gegen diese immense Datensammelwut."

Unterdessen forderte auch der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags, Wolfgang Bosbach, ein verbessertes Training des Sicherheitspersonals an Flughäfen. Der Befürworter von Ganzkörper-Scannern setzte sich in der Tageszeitung Die Welt im Falle des Einsatzes der Technik für eine "ethische Schulung" der entsprechenden Mitarbeiter ein. Auch die Tübinger Ethikprofessorin Regina Ammicht Quinn, die sich im Auftrag des Bundesforschungsministeriums mit ethischen Fragen der Scanner beschäftigt, hatte zuvor in diese Richtung argumentiert: "Reisende, die sich offenbaren, dürfen nicht bloßgestellt werden."

Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz hält den Einsatz der umstrittenen Geräte grundsätzlich für gerechtfertigt. 2008 hatte er sie noch empört abgelehnt. Der Sozialdemokrat sieht darin aber kein Patentrezept. "Körperscanner wird es geben müssen, vorausgesetzt, sie sind nicht gesundheitsschädlich und die Würde des Menschen bleibt gewahrt", sagte er der tageszeitung. Die aktuelle Diskussion nehme "beinahe hysterische Züge an". Der reflexartige Ruf nach besserer Sicherheitstechnik verschleiere, dass im Falle des vereitelten Anschlags die Sicherheitsbehörden in den USA und den Niederlanden versagt hätten.

Die Linke ist nach wie vor entschieden gegen Nacktscanner. Diese trügen nicht zu mehr Sicherheit von Flugpassagieren bei, sondern verletzten deren Persönlichkeitsrechte, erklärte die innenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Oppositionspartei, Ulla Jelpke. Mit der geplanten Einführung der Technik solle ausgetestet werden, wieweit die Bürger "bereit sind, sich unter dem Eindruck einer künstlich geschürten Terrorhysterie ihrer Bürgerrechte zu entkleiden und bis in die Intimsphäre durchleuchten zu lassen". Das Ziel sei offenbar "ein allseits überwachter und kontrollierter gläserner Mensch". Die Grünen stehen dagegen anscheinend auch vor einem Meinungswechsel. Ihr sicherheitspolitischer Sprecher, Wolfgang Wieland, befand, dass die Scanner eventuell sogar einen Zugewinn an Privatsphäre bedeuten könnten, wenn das Abtasten von Passagieren entfalle.

Der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, empfahl der Politik, von einem Einsatz der Technik Abstand zu nehmen. "Ich prophezeie Riesenstaus an den Kontrollstellen und erhebliche Zeitverluste für die Passagiere", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Der Kontrollvorgang dauere mit den Geräten so lange, "dass wir im Vergleich zur jetzigen Situation 50 Prozent weniger Passagiere durch die Sicherheitskontrollen schleusen könnten". Er habe zudem "große Bauchschmerzen, was die zur Verfügung stehende Technik angeht". Ablehnend reagierten auch Behindertenvereinigungen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, will die Geräte nur akzeptieren, wenn auch die Privatsphäre von Reisenden mit besonderen Behinderungen gewahrt ist. Laut Adolf Bauer vom Sozialverband Deutschland sind die Träger von Prothesen schon jetzt oftmals die Leidtragenden bestehender Kontrollen.

Quelle : www.heise.de
Titel: Innenministerium will Nacktscanner bald testen
Beitrag von: SiLæncer am 09 Januar, 2010, 16:09
Das Bundesinnenministerium bereitet für den Sommer erste Tests der umstrittenen Ganzkörper-Scanner an deutschen Großflughäfen vor. Dies erklärte Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche laut einem Vorabbericht des Focus. Zuvor sollen demnach aber noch Untersuchungen über mögliche Gesundheitsrisiken für Reisende durchgeführt werden. Der CSU-Politiker halte ferner eine Verbesserung der Scanner-Software für nötig. So sollten etwa Gürtelschnallen "herausgerechnet" werden, ohne dass dabei "gefährliche Substanzen" übersehen würden.

Prinzipiell kann der Staatssekretär dem Focus zufolge die Bedenken von Datenschützern und Teilen der Politik gegen Nacktscanner nicht nachvollziehen. Die aktuelle Generation der Geräte zum Durchleuchten der Passagiere bis auf die Haut wahre die Persönlichkeitsrechte "vollständig". In der Regel werde nur ein OK-Zeichen gegeben, nicht einmal eine Körperaufnahme auf dem Display für die Kontrolleure dargestellt. Werde ein auffälliges Objekt erkannt, zeige der Bildschirm die dazugehörige Körperstelle nur schematisch an.

Bei einer Vorführung eines Geräts des US-Herstellers L3 Communications durch die Bundespolizei versteckte dem Bericht zufolge ein Proband PETN-Sprengstoff in seiner Unterhose, ähnlich, wie ihn der potenzielle Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab an Bord eines Fliegers von Amsterdam nach Detroit geschmuggelt hatte. Der Scanner habe angeschlagen und ein gelbes Viereck an der entsprechenden Stelle abgebildet. Die herkömmlichen Metall- und Sprengstoffdetektoren würden Terrororganisationen dagegen austricksen, wie ein Geheimreport des Bundeskriminalamts (BKA) darlege. So seien bei der gefundenen PETN-Substanz die üblichen Markierungsstoffe, die militärische plastifizierbare Sprengstoffe eigentlich enthalten müssten, entfernt worden.

Die EU ringt unterdessen nach einer gemeinsamen Linie, um einen Wildwuchs auf dem Martk für Nacktscanner zu verhindern. "Das Beste wäre eine europäische Lösung, anstatt die einzelnen Staaten entscheiden zu lassen", mahnte EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani im Rahmen einer Expertenrunde am Donnerstag in Brüssel. Eine rasche Entscheidung sei aber nicht zu erwarten, da die neue EU-Kommission frühestens zum Monatsende antreten wird. Vor allem der belgische Verkehrsstaatssekretär Etienne Schouppe bezeichnete den Einsatz der Technik als überzogen.

Der europäische Antiterror-Koordinator, Gilles de Kerchove, sprach sich gegen einen flächendeckenden Einsatz von Nacktscannern auf europäischen Flughäfen aus. "Man sollte die Geräte nicht unbedingt systematisch für alle Passagiere auf allen Strecken einsetzen", sagte er der Financial Times Deutschland. Die Sicherheitsbehörden könnten "bestimmte Flüge aussuchen und deren Passagiere scannen, und vielleicht einen Teil der anderen Fluggäste". Der große Rest der Passagiere könnte damit nach de Kerchoves Vorstellungen weiter kontrolliert werden wie bisher.

Vor Risiken, die mit den Röntgenstrahlungen verbunden seien, warnte der italienische Gesundheitsminister Ferruccio Fazio. Diese könnten für schwangere Frauen, Kinder und für Vielflieger gefährlich sein, sagte der Politiker der italienischen Tageszeitung La Stampa. Die Strahlen hätten laut Experten das Potenzial, langfristig etwa Leukämie zu verursachen. Zuvor hatte der italienische Innenminister Roberto Maroni angekündigt, Nacktscanner spätestens vom Frühjahr an auf den Flughäfen von Rom, Venedig und Mailand testen zu wollen.

Auch der EU-Abgeordnete Markus Ferber hält die Einführung der Technik zumindest für verfrüht. Es sei noch nicht sicher, dass die Scanner wirklich alle Forderungen nach einem Schutz der Persönlichkeitsrechte erfüllen, betonte der CSU-Politiker bei der Expertenrunde der EU-Kommission. Ein Mehr an Sicherheit sei nicht immer eine Frage der technischen Ausrüstung oder der reinen Datensammlung. Nötig sei vielmehr ein umfassendes und vernetztes Sicherheitskonzept. Ferber stellte sich damit gegen seinen Fraktionskollegen Klaus-Heiner Lehne bei den Konservativen, der die rasche Einführung von Nacktscannern befürwortet und mit der Zustimmung des EU-Parlaments rechnet.

Holland will die Technik derweil nicht nur rasch am Amsterdamer Flughafen verstärkt anwenden, sondern auch universell einsatzfähig machen. An einem Prototypen für einen tragbaren Scanner zum Durchdringen von Kleidungsstücken arbeitet die niederländische Polizei bereits. Laut holländischen Medienberichten soll für eine halbe Million Euro ein entsprechendes Entwicklungsprojekt vorangetrieben werden. Ein solches mobiles Gerät wäre dann auch bei Kontrollen fernab von Flughäfen leichter einsetzbar.

Quelle : www.heise.de
Titel: Piratenpartei: Nackte Flashmobs gegen Nacktscanner
Beitrag von: SiLæncer am 10 Januar, 2010, 22:16
An mehreren deutschen Flughäfen gab es heute Flashmobs der Piratenpartei, bei denen sich Piratinnen und Piraten auszogen unter dem Motto: "Ihr braucht uns nicht scannen - Wir sind schon nackt."

Am 10. Januar 2010 fanden an drei Flughäfen in Deutschand Demonstrationen der Piratenpartei gegen den geplanten Einsatz von Nacktscannern statt. Konkret waren dies die Flughäfen Berlin - Tegel, Frankfurt und Düsseldorf. Die Mitglieder der Partei zogen sich dabei bis auf die Unterwäsche aus, gingen über die Flughäfen oder posierten mit Transparenten der Piratenpartei. Dabei waren Parolen auf Transparenten sichtbar auf denen beispielsweise stand "Ihr braucht uns nicht scannen - Wir sind schon nackt", "Letzte Freiheitskämpfer vor dem Überwachungsstaat" oder "Bombe inside?" Begleitet wurden die Demonstranten von Polizei-Sicherheitskräften, jedoch verliefen die Aktion friedlich und ohne Zwischenfälle.

Simon Lange, Sprecher der Piratenpartei, nahm selbst an der Aktion in Berlin teil. Zu dem Anlass sagte er: "Die Nacktscanner erhöhen die Flugsicherheit nicht, aber sie verletzen die Persönlichkeitsrechte der Reisenden. Die Bundesregierung muss den unsinnigen Plänen zu deren Einführung ein Ende bereiten. Durch die heutige Aktion und die dadurch erregte Aufmerksamkeit konnten wir die Bürger wachrütteln und sie animieren, sich gegen die Einführung der Geräte auszusprechen." Zumindest in Düsseldorf waren auch einige Pressevertreter anwesend. Ansonsten findet sich dokumentiertes Material unter anderem auf YouTube oder in Online-Bilderalben. Hier auch Bilder zu dem Flashmob in Frankfurt und in Düsseldorf.



Quelle : www.gulli.com
Titel: Re: Piratenpartei: Nackte Flashmobs gegen Nacktscanner
Beitrag von: Jürgen am 11 Januar, 2010, 01:20
Auf solchen Videos würde ich mich noch weniger sehen wollen...

Ich schätze, es wird in Zukunft einen Boom für Unterwäsche mit eingewobenen Metallfäden oder eingearbeiteter Metallfolie geben, in der Hoffnung, dass die Nacktscanner dann versagen.
Titel: Re: Nacktscanner erneut in der Diskussion
Beitrag von: mtron am 11 Januar, 2010, 14:09
Das hängt stark davon ab welche technik dann schlussendlich bei uns zum Zug kommen wird. In Diskussion stehen:

Zitat
- Bei der Röntgenmethode ist die mittlere Gesamtstrahlenbelastung geringer als beim konventionellen Röntgen. Die dabei anfallende Strahlung entspricht nach Angaben der US-Flugsicherheitsbehörde TSA in etwa der Dosis, der ein Passagier innerhalb von zwei Minuten in einem Flugzeug auf Reiseflughöhe ausgesetzt ist.

- Die Terahertzmethode setzt elektromagnetische Strahlung im Grenzbereich zwischen Infrarotlicht und Mikrowellenstrahlung ein. Die sogenannten T-Wellen sind Teil der natürlichen Wärmestrahlung. Bis vor wenigen Jahren waren diese technisch noch gar nicht zugänglich. Die Terahertzmethode wird untergliedert in eine aktive und eine passive Form. Bei der aktiven Methode scannt ein fokussierter Strahl den Körper ab und konstruiert aus der Rückstreuung ein Bild. Bei der passiven Methode wird nur die natürliche Wärmestrahlung des menschlichen Körpers erfasst, wodurch ein Bild ohne anatomische Details erzeugt wird.

Im Vergleich zur Röntgenmethode ist die auf den menschlichen Körper wirkende Energie bei der aktiven Terahertzmethode wesentlich geringer, im Passivmodus wirkt sogar überhaupt keine Strahlenquelle auf den Körper.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,671111,00.html

Soweit ich gelesen habe kommen in Amsterdam die "alten" Röntgenstrahlen zum Einsatz. Der TSA Aussage zur dosis scheint mir eher ein Vergleich von Zwetschken mit Birnen zu sein. Im "Nacktscanner" wird man direkt mit einer "zivilisatorischen" gebündelten Strahlungsladung beschossen. Im Flugzeug bekommt man die Röntgenstrahlung unseres sphärischen Strahlers ab der doch um einiges weiter weg ist und darum hängt die dortige Dosis vom Zusammenspiel vieler Faktoren ab...

Zitat
Die Strahlendosis ist für jeden Flug unterschiedlich und sehr variabel. Sie schwankt in einem etwa elfjährigen Zyklus mit der Intensität des sogenannten Sonnenwindes. Daneben ist sie aber auch von der Flughöhe und der Flugroute abhängig, da sie mit der Höhe zunimmt und in der Nähe der Pole wesentlich stärker ist als am Äquator. Danach beträgt die Belastung auf einem dreizehnstündigen Flug von München nach San Francisco im Durchschnitt etwa 70 Mikrosievert; bei dem annähernd gleich langen Flug nach Sao Paulo dagegen weniger als die Hälfte. Eine Reise von Frankfurt nach Palma de Mallorca wird wegen der geringeren Höhe und Dauer lediglich mit 3 Mikrosievert veranschlagt.

Quelle: http://www.helmholtz-muenchen.de/fileadmin/EPCARD-Portal/PDF/Strahlung_Fliegen.pdf

Tatsache ist und bleibt jedoch was auch auf der Website des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu lesen ist:

Trotzdem muss für jede Röntgenaufnahme eine klare Indikation bestehen, unnötige oder doppelte Untersuchungen sollten auf jeden Fall vermieden werden

Anscheinend scheint dieser Grundsatz jetzt keine Rolle mehr zu spielen oder von den politischen Entscheidungsträgern bewusst ignoriert zu werden ?!?
Titel: Umfrage: 67% der Deutschen finden Körperscanner toll!
Beitrag von: SiLæncer am 11 Januar, 2010, 22:11
Laut der Umfrage von BITKOM sollen 67% der Deutschen den Einsatz von Nacktscannern an Flughäfen befürworten. Die Mehrheit sei davon überzeugt, dass die Geräte für mehr Sicherheit sorgen würden. Viele haben sich sogar für mehr Videoüberwachung und Kontrollen eingesetzt.

Voraussetzung sei aber, dass beim Einsatz der Nacktscanner keine gesundheitlichen Schäden entstehen und die untersuchten Personen nur schemenhaft dargestellt werden. Nur 12 Prozent der befragten 1.000 Personen lehnen die Körperscanner komplett ab. Frauen sollen dabei grundsätzlich skeptischer als Männer gewesen sein, Ostdeutsche kritischer als Westdeutsche. "Eine klare Mehrheit der Bürger ist für den Einsatz zusätzlicher Sicherheitstechnologien an Flughäfen. Mehr Technik und mehr Datenschutz - das wünschen sich die Deutschen. Für ein Mehr an Sicherheit nehmen die Deutschen auch Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte hin", gab Prof. Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des BITKOM, stolz bekannt.

Das Meinungsforschungsinstituts Forsa, welches die Umfrage durchführte, veröffentlichte, dass sogar 85% der Teilnehmer für mehr Videoüberwachung und 91% für härtere Gepäckkontrollen plädiert haben. Die Mehrheit der 1.000 Personen soll sich sogar für neue biometrische Sicherheitssysteme wie Stimmerkennung, das Scannen eines Auges oder des Gesichts ausgesprochen haben. Auch das Abnehmen von Fingerabdrücken wird von 68 Prozent der Deutschen befürwortet. Mehrheitlich abgelehnt wird hingegen die Erfassung und Auswertung von Daten der Reisenden. Zumindest den Aufnahmen von Kindern steht jeder Zweite besonders kritisch gegenüber.

Die häufigsten Gründe für eine Ablehnung der neuen Technik sind ein "ungutes Gefühl" (54 Prozent), gefolgt von der Verletzung der Intimsphäre (51 Prozent), und mangelndem eigenem Technik-Verständnis (44 Prozent). Danach folgt Angst vor der Verbreitung der eigenen Bilder im Internet (41 Prozent) und Angst vor Strahlenschäden mit 33 Prozent. BITKOM-Vertreter Kempf dazu: "Viele Menschen haben diffuse Ängste vor der Technologie. Mit einer transparenten Kommunikation und einer offenen Information der Bevölkerung wird sich die Zustimmung für moderne Sicherheitstechnologien weiter steigern lassen."

ghandy von gulli.com meint:

Sollten diese Zahlen wirklich repräsentativ sein und die meisten Menschen dieses Landes sind tatsächlich für mehr Videoüberwachung, den Einsatz von Nacktscannern, mehr Eingriff in unser aller Persönlichkeitsrechte und biometrische Sicherheitssyststeme, so scheine ich im falschen Land zu leben. Ich habe keine diffuse Angst vor Technik. Technische Geräte können den Alltag des Menschen erheblich erleichtern. Ich lehne den Einsatz dieser speziellen Technik aber rundweg ab. Mit dem Titel der Pressemitteilung will man allen Kritikern Prüderie einreden. Völlig sinnlose und teure Gerätschaften abzulehnen hat damit aber nichts zu tun. Erinnern wir uns doch bitte daran, dass es bisher nicht einen verübten Terroranschlag in Deutschland gab.

Der knapp vereitelte Bombenanschlag zu Weihnachten hat doch klar gezeigt, dass selbst in den USA, im Land der Paranoia, kein effektiver Schutz vor internationalem Terror möglich ist. Noch mehr Daten, noch mehr Überwachung und noch mehr Technik. Das alles wird Unmengen an Geldern verschlingen und uns lediglich eine gefühlte Sicherheit vorgaukeln. Leider scheinen das die meisten Deutschen noch nicht realisiert zu haben. Oder zumindest nicht diejenigen, die kürzlich von Forsa befragt wurden. Man bedenke auch: Der Berliner Hightech-Verband vertritt in erster Linie die Interessen der Unternehmen, die ihre Hardware gegen bare Münze vertreiben möchten. Es ist also nicht verwunderlich, wenn solche Erhebungen stolz von BITKOM präsentiert werden. Sollen sie doch den Weg dafür ebnen und die Leser glauben lassen, dass sich die Deutschen mehrheitlich für eine schöne neue Überwachungswelt aussprechen.

Quelle : www.gulli.com
Titel: E-Petition gegen Ganzkörper-Scanner läuft
Beitrag von: SiLæncer am 12 Januar, 2010, 13:03
Kürzlich wurde eine Online Petition gegen die Nacktscanner gestartet. Derweil deckte die Organisation EPIC auf, dass die US-Behörde TSA die Fähigkeiten der Hardware beschönigt hat. Sie kann sehr wohl Bilder speichern, die verschickt oder ausgedruckt werden können.

Die Zeichner der Petition (http://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9109) setzen sich dafür ein, dass an deutschen Flughäfen keine Ganzkörperscanner zugelassen werden sollen. Als Begründung für die am 03. Januar gestartete Petition wird angegeben, dass der Einsatz von Nacktscannern einen tiefen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Flugreisenden darstellt. Dies wäre auch ein Angriff auf die Menschenwürde, die durch Artikel 1 des Grundgesetzes in besonderem Umfang geschützt sei. Bisher fand diese Petition knapp 4.400 Mitzeichner, dafür finden sich im Netz aber auch noch recht wenig Berichte darüber. Interessenten können auf der Webseite des Deutschen Bundestages (http://exit.gulli.com/url/http://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=9109) mitzeichnen und über das Thema diskutieren. Spätestens in ein paar Tagen dürfte diese Aktion etwas mehr öffentliches Interesse generiert haben.

Der Nachrichtensender CNN berichtete gestern, dass die Öffentlichkeit der USA von offizieller Stelle Halbwahrheiten zu sehen und zu hören bekam. Bisher wurde behauptet, die Ganzkörperscanner wären nicht in der Lage, die aufgezeichneten Bilder der Passagiere zu speichern oder an andere Geräte zu übertragen. Die Organisation EPIC hatte sich die technischen Unterlagen einiger Scanner besorgt und bewiesen, dass dies sehr wohl möglich ist.

Die Transportation Security Administration, abgekürzt TSA, betreibt momentan an 19 US-amerikanischen Flughäfen 40 Nacktscanner. Dieses Jahr will man 150 weitere Geräte anschaffen. Für nächstes Jahr sind weitere 300 geplant, sollte die Finanzierung abgesegnet werden. Auf die Angelegenheit angesprochen, versuchten Mitarbeiter der TSA die Sachlage zu beschönigen. Die Aufnahmen könnten nur im sogenannten Testmodus gespeichert werden. Niemand von außerhalb hätte die Möglichkeit, die Hardware in diesen Modus zu versetzen. Im Sicherheitsbereich seien keine Kameras, Handys, Cams oder sonstige Geräte erlaubt, die Aufnahmen von Fluggästen aufzeichnen könnten. Jegliche Bilder der Scanner würden automatisch nach Prüfung eines Vorgesetzten gelöscht werden. Da die Ganzkörperscanner derzeit nicht vernetzt sind, könnte niemand über das Internet auf die Daten zugreifen oder die Geräte versuchen zu hacken.

Natürlich wurden keine Aussagen dazu getätigt, warum die TSA die amerikanische Öffentlichkeit belogen hat. EPIC stellte kürzlich ein 250 Seiten starkes Dokument (http://exit.gulli.com/url/http://epic.org/2010/01/update---epic-posts-tsa-docume.html) zusammen, welches viele Details über die eingesetzte Hardware verrät. Nach Aussagen von EPIC werden vom amerikanischen Heimatschutzministerium (DHS) noch zahlreiche weitere Papiere unter Verschluss gehalten, die man auch gerne publiziert hätte. Bei den staatlichen Stellen besteht kein Interesse daran bekannt zu geben, zu was die Scanner letztlich fähig sind.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Terahertzkamera: Eine Alternative zum Nacktscanner?
Beitrag von: SiLæncer am 14 Januar, 2010, 16:25
Forschungspreis für passive Kamera, die Sicherheit und Privatsphäre wahren soll

Wissenschaftler aus Jena haben eine Kamera entwickelt, die möglicherweise eine Alternative zu Nacktscannern darstellt. Sie misst elektromagnetische Strahlen, die der menschliche Körper aussendet. Auf dem Bild sollen am Körper getragene Gegenstände zu erkennen sein, nicht aber anatomische Details.
Nach dem vereitelten Attentat auf ein US-Passagierflugzeug Ende Dezember 2009 ist die Diskussion um die Nacktscanner wieder aufgeflammt. Kritiker sehen in deren Einsatz einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre.

Scannen ohne Spannen

Wissenschaftler am Institut für Photonische Technologien (IPHT) in Jena haben eine passive Kamera entwickelt, die es ermöglichen soll, versteckte Gegenstände am Körper von Flugpassagieren zu erkennen, ohne dabei ihre Intimsphäre zu verletzen.

(http://scr3.golem.de/screenshots/1001/terahertzkamera/thumb480/terahertzkamera_1.jpg)

Die Kamera misst die Strahlen im Terahertzspektrum, die der Körper aussendet. Das sind elektromagnetische Wellen mit einer Länge von unter einem Millimeter, weswegen sie auch Submillimeterwellen genannt werden. Das Spektrum liegt zwischen Infrarot- und Mikrowellenstrahlen.

Körper nur als Umriss

Das Bild, das die Kamera aufnimmt, gleicht dem einer Infrarotkamera: Der Körper erscheint nur als Umriss. Trägt eine Person Gegenstände am Körper, erscheinen diese als Schatten auf dem Bild.

Da das IPHT-System lediglich Strahlen misst und selbst keine aussendet, sind anatomische Details wie Genitalien oder Prothesen auf dem Bild nicht zu sehen. Solche Merkmale erfassen nur die aktiven Systeme, die die zu untersuchende Person einer Bestrahlung aussetzen. Je nach eingesetzter Art der Strahlen wird der Mensch dabei zusätzlich gefährdet. Auch das ist bei der Terahertzkamera aus Jena nicht der Fall.

Schnellere Kontrolle

Schließlich habe die Kamera noch einen weiteren Vorteil gegenüber den Nacktscannern, erklären die Thüringer Wissenschaftler: Da sie sehr empfindlich ist, muss der Reisende nicht direkt vor ihr stehen. Es reiche, wenn er in einigen Metern Entfernung an ihr vorbeigehe.

Das Land Thüringen hat die IPHT-Forscher für ihre Entwicklung mit dem Thüringer Forschungspreis 2009 ausgezeichnet. Christoph Matschie, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Bundeslandes, wird den Preis am 11. Februar 2010 überreichen.

Quelle : www.golem.de
Titel: Ganzköper-Scanner oder Privatsphäre in der EU?
Beitrag von: SiLæncer am 15 Januar, 2010, 10:01
Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten steht den "Nacktscannern" kritisch gegenüber. Auch EU-Justizkommissarin Reding hegt Skepsis, womit sie gegen Siim Kallas Stellung bezieht.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hält nach eigener Aussage die Ganzkörper-Scanner zwar nicht für ein Allheilmittel, allerdings erscheint es ihm offensichtlich, dass sie fortschrittlicher als die alten Detektoren seien und so für mehr Sicherheit sorgen. Durch die Flughafenzwischenfälle in der letzten Zeit seien "neue Ängste geschürt" worden, mit denen man sich auseinandersetzen müsste.

Jedoch steht der ehemalige EU-Kommissar für Verwaltung und Betrugsbekämpfung dem aktuellen Einsatz der Scanner in manchen EU-Ländern kritisch gegenüber und favorisiert eine einheitliche Regelung für die gesamte Europäische Union. Seine Behörde erarbeitet nun einen Vorschlag, der dem Parlament in einigen Monaten vorgelegt werden soll. Im Vorfeld bedürften jedoch Fragen zu Menschrechten, Gesundheit und Datensicherheit der Klärung.

EU-Justizkommissarin Viviane Reding nahm bei der Anhörung am Dienstag dieser Woche die Gegenposition zu Kallas ein. Dabei zeigte sie sich in Bezug auf den Einsatz der Ganzkörper-Scanners skeptisch: "Wir müssen uns eine Reihe von Fragen stellen: Arbeiten die Scanner effizient, sind sie ein Risiko für die Gesundheit, gibt es Probleme in Bezug auf die Privatsphäre und den Datenschutz? Und wir müssen uns natürlich den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vor Augen führen.(...) Da sage ich ganz eindeutig: Unser Bedürfnis nach Sicherheit kann nicht jegliche Verletzung der Privatsphäre rechtfertigen. Unsere Bürger sind keine Objekte, sondern menschliche Wesen." Ihrer Auffassung nach sei der Scanner-Einsatz nur unter bestimmten Bedingungen vertretbar, nämlich wenn eine freiwillige Zustimmung zum Scan, die umgehende Vernichtung der Aufnahmen und die Kontrolle der möglichen Konsequenzen für die Gesundheit der zustimmenden Personen gegeben seien.

Eine absolute Sicherheit spricht die EU-Kommissarin den Geräten und ihrem Bildgebungsverfahren nicht zu und hält sie auch nicht für die Lösung aller Sicherheitsprobleme. Diese Problematik sieht auch Kallas und räumt ein, es gebe immer Schwachstellen. Weiterhin dürfte seiner Auffassung nach der Flughafen nicht das Ende der Sicherheitskette sein und er fügt hinzu: "Wir brauchen intelligente Systeme, einen Informationsaustausch im Vorhinein, um zu verhindern, dass es Anschläge gibt."

In Bezug auf die Kosten der Flugsicherheit, die momentan 35% der Gesamtkosten eines Flughafens ausmachen, sollte nach Kallas nichts geändert werden: "Das ist eine riesige Summe Geld. Aber ich glaube, wir haben jetzt ein System, das funktioniert, warum sollten wir es ändern." Allerdings solle man das Finanzierungssystem zwischen Flughafenbetreibern und Ländern prüfen, um festzustellen, wie diese Betreiber ihre Lizenzen bekommen haben.

Seit die EU-weite Zulassung der Geräte durch starke Proteste des EU-Parlaments gegen die Entscheidung der EU-Kommission gescheitert ist, hat jedes Land die Wahl, die Scanner bei der Flugsicherheit zu verwenden oder nicht. Nach wie vor herrscht Uneinigkeit unter den Mitgliedstaaten über den Einsatz der Maschinen. Bislang beäugt der Großteil der 27 EU-Länder inklusive des EU-Vorsitzes Spanien die "Nacktscanner" mit großer Skepsis. Zum Einsatz kommen sie bisher nur in Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Quelle : www.gulli.com
Titel: ZDF: Blamage für Nacktscanner
Beitrag von: SiLæncer am 16 Januar, 2010, 18:20
Sorgen Nacktscanner für mehr Sicherheit? Eine Live-Demonstration im ZDF wirft dazu nicht nur weitere Fragen auf, sondern bringt auch einen Techniker sowie einen CDU-Politiker in Erklärungsnot.

Nacktscanner werden aktuell als die Lösung gehandelt, um die Sicherheit an Flughäfen zu optimieren. Dabei standen die Geräte von Anfang an in der Kritik, nicht zuletzt aufgrund des fragwürdigen Nutzens. In der ZDF-Show "Markus Lanz" wurde einem Gerät nun auf den Zahn gefühlt. Das Ergebnis war mehr als erschreckend. Neben dem Moderator Markus Lanz war CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, ein Techniker des Nacktscanner-Herstellers ThruVision sowie der Physiker Werner Gruber anwesend.

Letzterer fungierte als Testperson für den Nacktscanner. Es wird dabei versucht die Scansituation nachzustellen, wie sie auch auf dem Flughafen stattfinden würde. Lediglich die Seitwärts-Drehung wird unterlassen. Nach einem ersten Scan zeigt sich ein Front- sowie Rückenprofil von Werner Gruber, in dem einige Objekte zu erkennen sind. Zuvor erklärt der Physiker, dass er nur ein Schweizer Messer sowie ein Handy bei sich trägt.

Das Handy ist zwar als Objekt zu erkennen, das Schweizer Taschenmesser jedoch nicht. Wie daraufhin erläutert wird, wäre hier ein vollumfänglicher Scan - also auch mit dem Seitenprofil - notwendig gewesen. Wenige Augenblicke später stellt sich jedoch heraus, dass Gruber weit mehr als nur ein Handy sowie ein Schweizer Taschenmesser bei sich geführt hat.

Nachdem er einen Zünder aus seinem Mund nimmt, folgen zahlreiche weitere Gegenstände. Der Reihe nach landen dieser Zünder sowie drei Flaschen Thermit auf dem Stehtisch. Während der Techniker von ThruVision versucht, die "Nichtentdeckung" auf den unvollständigen Front-/Rückenscan zu schieben, beugt sich Gruber nach vorne. An seinem Schienbein hat er ein Heftpflaster befestigt, unter dem er ein Eprovette versteckt hat. Wenig später zieht er ein Feuerzeug aus seiner Jackentasche.

Bei Thermit handelt es sich um eine chemische Substanz, die sehr schnell und mit erheblicher Hitzeentstehung (> 3.000 Grad Celsius) verbrennt. Bei einer Eprovette handelt es sich um ein "Proberöhrchen" in dem verschiedene Stoffe gemischt werden können. Wie der Physiker Werner Gruber am Ende der Sendung erklärt, habe er alle Bestandteile für seine "Bombe" in einem Drogeriemarkt erworben. Für wenige Cent. Mit dem entsprechenden Wissen, wo man ein "Loch hinschmelzen" müsste, könnte man wichtige Kabelstränge in einem Flugzeug beschädigen und die Maschine somit zum Absturz bringen.

Der Beitrag kann in der ZDF-Mediathek in voller Länge angesehen werden. (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/942976/Wie-funktioniert-der-Koerperscanner%253F#/beitrag/video/942976/Wie-funktioniert-der-Koerperscanner)




Quelle : www.gulli.com
Titel: Re: ZDF: Blamage für Nacktscanner
Beitrag von: mtron am 18 Januar, 2010, 21:24
peinlich, peinlich  ;D

Aber gut dass wenigstens ein paar noch ihr Hirn einschalten.
Titel: Re: ZDF: Blamage für Nacktscanner
Beitrag von: Warpi am 18 Januar, 2010, 23:18
Thermit gibt es bei Ebay ;D
Quasi um die Ecke. Der Physiker Werner Gruber hat völlig recht.
Titel: Nacktscanner offenbar noch nicht einsetzbar
Beitrag von: SiLæncer am 24 Januar, 2010, 13:24
Die Praxistests  bei der Forschungs- und Erprobungsstelle der Bundespolizei in Lübeck hätten gezeigt, dass Sprengstoff nicht immer gefunden werde. Deshalb werde sich die Einführung von Bodyscannern voraussichtlich um ein Jahr verzögern, meldet Spiegel online. Der für 2010 geplante Einsatz der auch als Nacktscanner bekannten Geräte in Deutschlands Flughäfen verzögere sich, weil es bei Versuchen zum Teil gelungen sei, Sprengstoff unerkannt durch die Kontrolle zu bringen.

Zudem sei bislang ungeklärt, ob die Strahlung der umstrittenen Ganz-Körper-Scanner für Fluggäste und Bedienpersonal gesundheitliche Schäden verursachen könne. Im Bundespolizeipräsidium in Potsdam wird deshalb laut Spiegel online damit gerechnet, dass die Geräte frühestens im Sommer 2011 an deutschen Flughäfen installiert werden können.

Im Bundesministerium des Inneren werde auch über den Standort der Kontrollen neu nachgedacht. Um Pannen wie in der vergangenen Woche in München zu vermeiden, bei der ein Fluggast einen Sprengstoffalarm auslöste und trotzdem in den Gatebereich gelangte, erwäge das Ministerium nun, die Massenabfertigung in vielen deutschen Airports zu entzerren und die Sicherheitschecks in die Nähe der Flugsteige zu verlegen. Zur Meinungsbildung bei den Politikern der Regierungsparteien könnte eine von Markus Lanz moderierte Fernsehsendung im ZDF beigetragen haben, bei der der österreichische Sicherheitsexperte Werner Gruber vorführte, wie man Termit, Zünder, Feuerzeug und eine Ampulle mit Sprengstoff durch den Bodyscanner schleusen könne. Der anwesende Manager der Herstellerfirma ThruVision führte dazu aus, dass man Dinge im Mund oder die (wie in Jackentaschen) nicht direkt am Körper anlägen, nicht erkennen könne.

Quelle : www.heise.de
Titel: Innenministerium lehnt Nacktscanner ab
Beitrag von: SiLæncer am 02 Februar, 2010, 16:28
Zum Auftakt des 13. europäischen Polizeikongresses im Berliner Kongresszentrum bcc hat Ole Schröder (CDU), parlamentarischer Staatssekretär des Bundesinnenministeriums den Einsatz von "Nacktscannern" strikt abgelehnt. "Neue Körperscanner der 2. Generation, die nur Symbole zeigen", seien jedoch unbedenklich. Schröder trat überraschend in Vertretung von Innenminister de Maizière auf, der zuvor den Einsatz von Scannern für problemlos erklärt hatte, sofern das Durchschreiten der Geräte freiwillig ist. Derweil ist Großbritannien einem Bericht der BBC zufolge dazu übergangen, bei ausgewählten Personen den Scannereinsatz verpflichtend zu machen.

"Eine Nacktscanner-Diskussion wird es mit dem Bundesinnenministerium nicht geben. Wir lehnen diese Geräte ab", erklärte Schröder in der Auftaktrede zum europäischen Polizeikongress. Gegen Körperscanner der zweiten Generation könne hingegen niemand etwas haben. Schröder nannte einige Bedingungen, unter denen der Einsatz solcher Geräte für die Erhöhung der Flughafensicherheit gestattet werden soll: Die Scanner müssten einen echten Erkenntnisgewinn liefern und leistungsfähig genug sein, damit keine zusätzlichen Wartezeiten entstehen, sie dürften nicht die Gesundheit gefährden ("Röntgenstrahlen lehnen wir ab") und die Intimsphäre müsse gewahrt bleiben.

Der 13. europäische Polizeikongress beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Problemen der grenzüberschreitenden europäischen Zusammenarbeit. Schröder beklagte in seiner Rede ein uneinheitliches Verständnis von Datenschutz in Europa und bemängelte insbesondere ungleiche Definitionen darüber, ob ein Datenaustausch schon eine Frage des Datenschutzes sei, wie in Deutschland, oder nicht, wie in Großbritannien. Zu der laufenden Debatte über die Weitergabe von Fluggastdaten meinte Schröder, dass eine vernünftige Übereinkunft zur Speicherdauer dieser Daten gefunden werden müsse. Im Dialog mit den USA müsse die EU-Kommission jetzt einen vernünftigen Vorschlag machen.

Nach bisher vom Veranstalter nicht bestätigten Angaben soll mindestens ein Mitglied des Chaos Computer Clubs (CCC) aus dem bcc verwiesen worden sein. Das Gebäude ist auch Schauplatz des CCC-Kongresses und soll angeblich während des vorigen Kongresses vor einem Monat eigens zur Beobachtung des Polizeikongresses verwanzt worden sein. Dies behauptet jedenfalls ein von Indymedia veröffentlichtes Bekennerschreiben.

Quelle : www.heise.de
Titel: Herbst 2010: Die Körperscanner kommen nach Deutschland!
Beitrag von: SiLæncer am 06 Februar, 2010, 16:48
Während man jüngst in Wien neuartige Geräte mit einer deutlich geringeren Röntgenstrahlung untersuchte, scheinen sich derweil die Mehrheitsverhältnisse in Berlin zu wandeln. Der bundesweite Einsatz der Scanner könnte schon im September dieses Jahres beginnen.

Reuters berichtete, dass in Wien eine neue Serie von Körperscannern vorgestellt wurde, die die Reisenden sehr viel weniger mit Röntgenstrahlen belasten sollen. Dafür würden sie aber auch das Zehnfache der herkömmlichen Apparate kosten. Generell sei das Risiko sehr gering, teilte Renate Czarwinski von der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) mit. Dennoch müsse jede Anwendung zweckgebunden sein. Stets müsse man die Vorteile und möglichen Risiken des Verfahrens abwägen. Dabei gibt es zwei Arten von Körperscannern. Entweder werden Röntgen- oder Terahertz-Strahlen für die Untersuchung der Passagiere eingesetzt. Die Terahertz-Technik arbeitet mit elektromagnetischen Strahlen. Sie werden wie die Wärmestrahlung eines Menschen ausgesendet. Nur bei der Röntgentechnik wird der Passagier wie bei einer herkömmlichen Röntgenaufnahme durchleuchtet. Frau Czarwinski von der IAEO strich heraus, nur diese würde die Fluggäste gesundheitlich belasten. Trotz der geringen Strahlendosis sollte man die Anzahl der Aufnahmen möglichst gering halten. Offen bleibt, ob man damit wirklich jede Waffe oder Bombe eines Attentäters entdecken könnte. Was also wird den Käufern solcher Geräte versprochen? Sicherheit oder nur das Gefühl von Sicherheit?

Ab Herbst 2010 soll es in Deutschland so weit sein. Dann soll auch bei uns flächendeckend an den Flughäfen durchleuchtet werden, wer in ein Flugzeug einsteigen möchte. Statt Fettpolster oder Intimbereiche zu offenbaren, würden die geplanten Teraherz-Geräte die Personen lediglich wie Strichmännchen aussehen lassen. Wolfgang Bosbach, Chef des Bundestags-Innenausschusses, urteilte, dass sie völlig harmlos seien. Es wäre keine Rede mehr von Nacktscannern. Die gefühlte Sicherheit wird uns Steuerzahler teuer zu stehen kommen, rund 200.000 Euro pro Scanner. Den Amsterdamer Weihnachts-Terroristen hätte man damit angeblich auch entlarven können. CDU und CSU sind trotz leerer Kassen bereit, so viel in die neue Technik zu investieren. Auch bei den Liberalen bröckelt der Widerstand. Einige wenige Abgeordnete wie Gisela Piltz wollen lieber erst die Resultate der Gesundheitsprüfung und des Praxistests abwarten.

Scannen oder fummeln?

Auch soll den Reisewilligen die Wahl gelassen werden. Entweder sie lassen einen Gang durch den Scanner über sich ergehen, oder aber sie lassen sich von den Mitarbeitern der Wachdienste manuell abtasten. In den USA sollen sich 90% lieber von Automaten als von realen Personen untersuchen lassen. Nach Abschluss aller Tests könnte es nach dem Willen vieler investitionsbereiter Politiker im September dieses Jahres losgehen. Das zumindest hat man jüngst bei der Rheinische Post bekundet.

Die E-Petition (http://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3bsa=details%3bpetition=9109) dagegen läuft noch bis zum 23. Februar.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Nacktscanner in Fußballstadien?
Beitrag von: SiLæncer am 05 März, 2010, 09:30
Nacktscanner an Flughäfen werden schon seit Monaten kontrovers diskutiert. Nun hat die SPD in Nordrhein-Westfalen eine neue Idee: Nacktscanner in Fußball-Stadien.

Vorangegangen war ein Zwischenfall beim Bundesligaspiel zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Nürnberg am vergangnen Samstag, bei dem acht Fans durch eine im Fanblock gezündete Rauchbombe verletzt wurden. Um derartige Probleme zukünftig zu vermeiden, fordert Karsten Rudolph, der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Konsequenzen.

"Die Feuerwerkskörper blieben bei der Zugangskontrolle der Hooligans unbemerkt", kritisierte der Politiker. "Gegenstände, die geschickt am Körper getragen werden, fallen oft auch bei Leibesvisitationen nicht auf. Wenn man gefährliche Gegenstände aus den Stadien verbannen will, müssen die Veranstalter Nacktscanner zur Kontrolle der Fans einsetzen." Auch bei anderen Spielen seien Randale und das Hantieren mit gefährlichen Gegenständen keine Seltenheit.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) stimmt der SPD zu und fordert ebenfalls, den Zugang zu Fußballstadien stärker zu kontrollieren. Nacktscanner allerdings fordern die Polizisten nicht. "Die Ordner müssen besser geschult werden", sagte GdP-Vorstand Arnold Plickert. "Man muss auch überlegen, ob technisch aufgerüstet werden sollte. Handscanner wie am Flughafen, die metallische Gegenstände aufspüren können, wären eine Maßnahme."

FDP und Grüne sind gegen Nacktscanner in Stadien. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn äußerte sich kritisch; er betonte, der Einsatz dieser umstrittenen Sicherheitsmaßnahme im Umfeld von Fußballspielen sei unverhältnismäßig.

Offenbar werfen die Landtagswahlen im Mai massiv ihre Schatten voraus. Es ist anzunehmen, dass das Thema innere Sicherheit dabei eine massive Rolle spielen wird. Vor diesem Hintergrund sollten auch die aktuellen Forderungen der SPD betrachtet werden. Die Fans allerdings dürfte das nicht unbedingt trösten - viele Menschen empfinden Nacktscanner als äußerst unangenehmen Eingriff in ihre Privatsphäre.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Körperscanner: Entscheidung der EU erfolgt im Juni
Beitrag von: SiLæncer am 12 März, 2010, 23:34
Über den Einsatz von Körperscannern auf europäischen Flughäfen will die Europäische Union im Juni dieses Jahres entscheiden. Diesbezüglich wird noch auf einen Bericht der EU-Kommission gewartet, der im April erscheinen soll.

Sobald dieser Report der Europäischen Kommission vorliegt, will sich der EU-Ministerrat genauere und weiterführende Gedanken zum Thema Nacktscanner an Flughäfen machen. Bislang liegt dazu noch keine klare Entscheidung vor.

Der Kommissionsbericht umfasst unter anderem gesundheitliche und rechtliche Fragen der Passagiere. Laut dem amtierenden EU-Ratsvorsitzenden Jose Blanco gibt es in diesem Zusammenhang keinen Druck der Vereinigten Staaten von Amerika. Ferner ist die Rede von einem Wunsch nach verstärkter Kooperation angesichts der weltweiten terroristischen Bedrohung, so Blanco.

Um die Sicherheit stärken zu können, sei es daher erforderlich, dass alle Länder bestimmte Maßnahmen ergreifen. Letztlich soll es hierbei zu einer gesamteuropäischen Haltung kommen, teilte 'derStandard' mit.

Quelle: http://winfuture.de
Titel: Datenschützer bei Nacktscannern weiter skeptisch
Beitrag von: SiLæncer am 13 März, 2010, 11:31
Sachsen-Anhalts Datenschutzbeauftragter Harald von Bose hat vor einer raschen Einführung sogenannter Nacktscanner an Flughäfen gewarnt. "Da sind weiterhin eine ganze Reihe von Zweifeln", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Magdeburg. "Zunächst muss sehr genau geprüft werden, ob die Geräte überhaupt technisch geeignet und für die Gesundheit unschädlich sind." Auch sei fraglich, ob die Menschenwürde nicht verletzt werde, da auf den Bildern etwa Prothesen erkennbar seien. Möglicherweise seien andere Methoden besser geeignet, die Sicherheit von Flugreisenden zu gewährleisten.

Erklärtes Ziel der EU-Kommission ist ein neuer Anlauf für die europaweite Einführung der Körperscanner. Ein erster Versuch war im Herbst 2008 am Widerstand des Europaparlaments gescheitert. "Das ist dasselbe wie bei der Vorratsdatenspeicherung: Weil es offenbar etwas schwierig ist jetzt in den Ländern, versucht man das auf europäischer Ebene einzutüten", sagte von Bose. Die Niederlande und Großbritannien setzen erste Geräte bereits ein, die Mehrheit der 27 EU-Staaten ist jedoch eher skeptisch.

Von Bose zufolge wollen die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern auf ihrer Konferenz am 17./18. März in Frankfurt/Main über das Thema beraten. Bei dem Treffen werde es auch um eine Reform des Datenschutzgesetzes gehen. "Das Gesetz ist aufgebläht und unübersichtlich", bemängelte von Bose. Selbst Juristen seien kaum noch in der Lage, manche Abschnitte zu verstehen, etwa erst jüngst hinzugefügte Regelungen zum Datenschutz bei Arbeitnehmern. "Das alles muss verständlicher und übersichtlicher und auch moderner werden." Technische Entwicklungen wie das Internet müssten einbezogen werden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Nacktscanner: Testeinsatz noch im Sommer geplant
Beitrag von: SiLæncer am 13 Juli, 2010, 18:07
Die Bundesregierung will an den aufgestellten Plänen festhalten und noch im Sommer einen ersten Testeinsatz der Nacktscanner auf deutschen Flughäfen starten. Bei dem geplanten Pilotprojekt wird es zu keinen Verzögerungen kommen.

Ein Sprecher des Innenministers Thomas de Maiziere gab am gestrigen Montag in Berlin bekannt, dass man die vereinbarten Kriterien, zu denen unter anderem der Schutz der Persönlichkeitsrechte gehört, einhalten wird. Die Verfremdung der abgebildeten Körper soll dabei keine Schwierigkeit darstellen, berichtet 'Futurezone (http://futurezone.orf.at/stories/1653587/)'.

Alle der geforderten Standards, die angeblich sehr hoch sind, werde man einhalten, so der Sprecher des Innenministers. Während diese Thematik bereits geklärt wurde, sind offenbar mit der eingesetzten Software noch einige Schwierigkeiten verbunden. Die besagte Software soll die Funktionsfähigkeit der Geräte sicherstellen.

In den Vereinigten Staaten werden diverse Flughäfen bereits auf Nacktscanner umgerüstet. Der Einsatz der umstrittenen Körperscanner ist überdies in Großbritannien, Frankreich, Italien und den Niederlanden vorgesehen. Wann und wo das Pilotprojekt hierzulande starten wird, ist gegenwärtig noch ungewiss.

Quelle: http://winfuture.de
Titel: Nacktscannertest in Deutschland
Beitrag von: SiLæncer am 08 August, 2010, 13:22
Vor wenigen Tagen meldete der Flughafen Manchester, sein Nacktscannertest sei erfolgreich verlaufen – nun sollen auch in Deutschland Tests anlaufen. Der BILD am Sonntag gegenüber kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière  an, dass ab Ende September "Körperscanner der 2. Generation" am Flughafen Hamburg ausprobiert werden sollen. Die erste Scanner-Generation zeichnete ein sehr detailliertes Abbild des nackten Körpers und brachte damit die Datenschützer auf die Palme. Die neuen Scanner würden dagegen nur eine Symbolzeichnnung des Körpers anzeigen und darauf die Stellen markieren, an denen das Sicherheitspersonal noch einmal nachsehen soll.

Die verwendeten Millimeterwellen seien laut Experten völlig ungefährlich und "die im Scanner erzeugten Daten" würden sofort nach der Kontrolle gelöscht. Dass de Maizière die Datenschützer damit beruhigen kann, ist unwahrscheinlich. Ob es technisch garantiert ist, dass die Scans gelöscht werden, verrät der Innenminister in der BamS nicht. In der Vergangenheit waren schon Bilder aus Nacktscannern gespeichert worden.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bericht: Nacktscanner-Lieferant hat auch Streubomben im Angebot
Beitrag von: SiLæncer am 11 August, 2010, 17:09
Die Nacktsanner, die demnächst am Flughafen Hamburg getestet werden sollen, werden von einem Konzern geliefert, der auch Streubomben produziert. Das berichtet (http://www.fr-online.de/politik/ein-anruechiges-geschaeft/-/1472596/4546382/-/index.html) die Frankfurter Rundschau. Der Scanner-Hersteller L3 Communications Security and Detection Systems  sei ein Unternehmen des sechstgrößten amerikanischen Rüstungskonzerns L3 Communications, von dem die Bundespolizei die Scanner beziehe, wie das Bundesinnenministerium der Zeitung bestätigt habe. L3 sei einer von noch sieben Herstellern von Streubomben weltweit, habe die Hilfsorganisation IKV Pax Christi ermittelt.

106 Staaten, darunter auch Deutschland, haben im Dezember 2008 einen Vertrag zur Ächtung von Streumunition unterzeichnet. Er trat am 1. August 2010 in Kraft. Die Bundesregierung sieht sich als Vorreiter, denn Deutschland habe in den Bemühungen um die Weiterentwicklung des humanitären Völkerrechts bereits 2001 begonnen, seine Streumunition zu vernichten.

François De Keersmaeker, Geschäftsführer der Organisation Handicap International in Deutschland, die sich gegen Streumunition engagiert, warf der Regierung laut dem Bericht Doppelmoral vor. "Man kann nicht eine Waffe ächten und dann parallel dazu die Produkte eines Herstellers kaufen, der auch Streubomben herstellt." Das Geschäft sei zwar juristisch nicht angreifbar, aber moralisch und politisch verwerflich. Der Direktor des Aktionsbündnisses Landmine.de, Thomas Küchenmeister, habe die Bundesregierung aufgefordert, die Geschäfte sofort zu beenden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte am vergangenen Wochenende angekündigt, dass ab Ende September "Körperscanner der 2. Generation" am Flughafen Hamburg ausprobiert werden sollen. Zunächst sollen dort zwei Geräte aufgebaut werden, heißt es in der Frankfurter Rundschau. Der Testlauf, bei dem es vor allem um die Leistungsfähigkeit und Kapazität der Körperscanner gehe, soll zunächst sechs Monate dauern. Am Flughafen Manchester wurde vor Kurzem ein positives Fazit eines von der EU geförderten Tests mit Nacktscannern gezogen, dort kamen Geräte der Firma Rapiscan zum Einsatz.

Quelle : www.heise.de
Titel: Innenministerium gibt grünes Licht für Körperscanner-Test in Hamburg
Beitrag von: SiLæncer am 24 August, 2010, 15:03
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht keinen Grund, den anberaumten Feldtest  von Ganzkörper-Scannern der zweiten Generation am Flughafen Hamburg abzublasen. Dieser soll nun Ende September mit zwei Geräten des US-Unternehmens L-3 Communications  beginnen, für Flugpassagiere bleibt die Überprüfung per Nacktscanner dabei freiwillig. Das Innenministerium hatte die Anschaffung der Apparate kurzfristig auf den Prüfstand gestellt, nachdem die Frankfurter Rundschau vor zwei Wochen unter Berufung auf die Vereinigung Pax Christi gemeldet hatte, dass L-3 Communications auch die international geächteten Streubomben im Angebot habe. Inzwischen lägen "verbindliche Erklärungen vor", heißt es jetzt im Hause de Maizières, dass dem nicht so sei.

Das Innenressort hat die umstrittenen Nacktscanner nach eigenen Angaben nicht direkt beim US-Produzenten, sondern über den österreichischen Lieferanten EAS Envimet Analytical Systems geordert. Dieser habe nun schriftlich zugesichert, selbst keine Streumunition gemäß den Begriffsbestimmungen einschlägiger internationaler Übereinkommen zu entwickeln, herzustellen oder damit zu handeln. Dies gelte auch für mit der Firma "verbundene Unternehmen, für Zulieferer oder sonstige von ihr bei der Auftragsabwicklung beteiligte natürliche oder juristische Personen". Zusätzlich liege auch eine Erklärung von L-3 selbst vor, dass man keine Streumunition entsprechend der Osloer Konvention über diese Waffengattung erzeuge oder verkaufe. Das Innenministerium will den Probelauf mit diesen Bestätigungen im Rücken nun "planmäßig" durchziehen.

Das Flaggschiff der L-3 Tochter Security and Detection Systems, der ProVision ATD (Automatic Threat Detection), setzt im Gegensatz zu Produkten der Konkurrenz nicht auf Röntgenstrahlung, sondern auf Millimeterwellen. Dabei wird ein Körper in einem Frequenzbereich von etwa 30 bis 300 GHz kurzwelliger Strahlung ausgesetzt und ein Abbild anhand der reflektierten Wellen erzeugt. Die zur automatisierten Bedrohungserkennung (ATD) eingesetzte Software soll eine Auswertung der gelieferten hochauflösenden Bilder und der darauf sichtbaren (nicht-)metallischen Objekte durch einen menschlichen Beobachter unnötig machen. Auf dem Monitor werden nur schematische Figuren angezeigt, auf denen die Prüfalgorithmen gegebenenfalls auffällige Gegenstände markieren. Experten halten die Programme aber noch nicht für ausgereift und sehen die notwendigen Sicherheitsstandards bei den Kontrollen von Flugpassagieren nicht garantiert. Auch das Innenministerium räumt ein, dass die Software noch verbesserungswürdig sei.

Quelle : www.heise.de
Titel: Der Nacktscanner auf der Straße
Beitrag von: SiLæncer am 28 August, 2010, 22:14
Eine US-Firma will weltweit Fahrzeuge an Behörden verkauft haben, mit denen sich in andere Fahrzeuge - und unter die Kleidung von Passanten - schauen lässt

Es hat Proteste gegen die Einführung der populär als Nacktscanner bezeichneten Röntgenscanner gegeben, die mit der Backscatter-Technik unter die Kleidung schauen können. Mit derselben Technik lassen sich auch andere Oberflächen durchdringen, so dass man sehen kann, was dahinter ist. Street View war gestern, der öffentliche Raum dehnt sich bis in Fahrzeuge, unter die Kleidung und in die Innenräume aus.

(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33199/33199_1.jpg)

Wie gerade durch einen Blog von Forbes bekannt wurde, soll das US-Unternehmen American Science & Engineering (AS&E) nach Aussage des Vize-Marketingchefs Reiss um die 500 Fahrzeuge - Z Backscatter Van  (ZBV) - an US-Behörden und ins Ausland verkauft, mit denen sich unterwegs in andere Fahrzeuge sowie in diesen mitgeführte Gepäckstücke oder andere Behälter schauen lässt, um versteckte Gegenstände oder Personen zu entdecken - die Grenzwächter der ehemaligen DDR hätten sich über eine solche Technik gefreut. Käufer habe es in allen Kontinenten geben, vielleicht fahren also auch schon bei uns die Durchblicker-Vans herum, die die Privatsphäre noch entschieden weiter verletzten würden als die Google-Fahrzeuge, die Bilder für Street View aufgenommen haben.

Man könne Waffen, Drogen, schmutzige Bomben, versteckte illegale Einwanderer oder Terroristen oder Schmuggelware erkennen, preist das Unternehmen an. Empfohlen werden die Vans nicht nur zur Grenz- und Hafenüberwachung, sondern etwa auch zur "urbanen Überwachung". Praktisch dürfte auch sein, dass damit auch unter die Kleidung der Passanten geblickt werden kann; allerdings können, so AS&E, die Körper nicht so genau gesehen werden wie bei den Nacktscannern am Flughafen. Für die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU wäre die Auswanderung der Nacktscanner auf die Straßen eine Verletzung der Verfassung, zumal eine Belastung für die Gesundheit durch die Strahlung noch nicht ausgeschlossen werden kann.

(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33199/33199_2.jpg)

Das mag man glauben oder nicht. Jedenfalls können die Bilder gespeichert werden, das Entkleiden und Durchsehen dürfte aber als Durchsuchung zu bewerten sein, wofür eine richterliche Genehmigung erforderlich wäre, zumal eine Durchsuchung im öffentlichen Raum ohne konkreten Verdacht nicht sowieso völlig illegal wäre. Interessant also wäre durchaus, ob es in Deutschland solche Vans gibt und wie sie eingesetzt werden.

(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33199/33199_3.jpg)

Im Prinzip könnte man mit der Technik auch durch Wände sehen. Die Darpa, die Forschungsbehörde des Pentagon, hätte solche Möglichkeiten  natürlich gerne. Damit wäre man nicht mehr bei der dann richtig harmlos scheinenden Street View, sondern mit dem Backscatter-Lauschangriff könnte man in die Häuser und Wohnungen von Autos, Flugzeugen oder Drohnen blicken - nicht nur staatliche Sicherheitskräfte, sondern auch diejenigen, die sich solche Techniken leisten können.

Quelle : http://www.heise.de/tp/
Titel: Nacktscanner-Test am Hamburger Flughafen startet am 27. September
Beitrag von: SiLæncer am 16 September, 2010, 15:16
Vom 27. September an werden am Hamburger Flughafen Körperscanner  getestet. Für die Passagiere ist die Nutzung zunächst freiwillig. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Geräte offiziell in Betrieb nehmen. Sie sollen helfen, am Körper verborgenen Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren. In den Niederlanden und Großbritannien sind die Scanner an Flughäfen bereits im Einsatz; bei einem Pilotversuch am Flughafen Manchester zogen die Betreiber eine positive Bilanz.

(http://www.heise.de/imgs/18/5/7/0/9/2/7/nt-scann.jpg-7896effc204d273e.jpeg)
"Es gibt dabei keine echten Körperbilder", hatte der Innenminister wiederholt versichert. Gegenstände würden auf einer schematischen Personendarstellung ("Strichmännchen") angezeigt. "Die im Körperscanner erzeugten Daten werden sofort nach der Kontrolle gelöscht." Kritik an rechtswidriger Speicherung von Scan-Bildern hat es jüngst in den USA gegeben. Dort klagen Bürgerrechtler gegen den Einsatz der Geräte.

Eine hitzige Debatte hatte es über die Einführung der "Nacktscanner" gegeben, nachdem im Oktober 2008 ein Vorstoß der EU-Kommission hierzu bekanntgeworden war. Um den Hersteller der zu testenden Körperscanner, L-3 Communications, hatte es im August Aufregung gegeben, weil er angeblich auch die geächteten Streubomben im Angebot hat. Das Unternehmen erklärte, dass es die Bomben "gemäß der Osloer Konvention über Streumunition weder entwickelt, erzeugt, produziert oder handelt".

In der Mitarbeiterzeitung "follow me" unterstrich Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport, für die Flughäfen seien die Testergebnisse sehr wichtig. Er erläuterte: "Getestet werden die betrieblichen Abläufe, die Bequemlichkeit für die Passagiere und die Schnelligkeit der Kontrollen. Es darf nicht sein, dass die Kontrollen wesentlich länger dauern als bisher."

Das in Hamburg erprobte Gerät arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen wie die Geräte, die in Manchester zum Einsatz kommen, sondern mit Millimeterwellen. Die Geräte seien für die Gesundheit unbedenklich, hieß es. Neben der gesundheitlichen Unbedenklichkeit hatte de Maizière stets die Wahrung der Intimsphäre der Passagiere sowie die Leistungsfähigkeit als Voraussetzung für den Start genannt.

Das Gerät wurde bei der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet. Für den Praxistest wurde der am nächsten gelegene große Flughafen in Hamburg ausgesucht. 2009 nutzten gut 12 Millionen Passagiere den Hamburger Flughafen. Damit ist er der fünftgrößte Airport in Deutschland.

Quelle : www.heise.de
Titel: Körperscanner-Probebetrieb am Hamburger Flughafen gestartet
Beitrag von: SiLæncer am 27 September, 2010, 15:48
Am Flughafen Hamburg hat heute ein Feldtest zum Einsatz von Körperscannern für die Luftsicherheitskontrolle begonnen. Voraussichtlich sechs Monate lang sollen nach Angaben des Bundesinnenministeriums zwei Geräte vom Typ "ProVision ATD" getestet werden. Die Teilnahme an dem Test sei für die Passagiere freiwillig.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht den Beginn des Feldtests als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer verbesserten Luftsicherheitskontrolle. Es sei sichergestellt worden, dass die Grundvoraussetzungen gesundheitliche Unbedenklichkeit, Wahrung der Persönlichkeitsrechte und Mehrwert für die Luftsicherheit erfüllt seien.

Die beiden Körperscanner des Herstellers L-3 Communications arbeiten mit aktiver Millimeterwellentechnik. Diese sei nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand gesundheitlich unbedenklich. Entdeckte Gegenstände werden an einem Piktogramm gezeigt, das bei jedem Fluggast gleich aussieht. de Maizière ließ sich selbst scannen, um das zu demonstrieren. Die Daten würden nach dem Scanvorgang nicht gespeichert.

Nach dem Probebetrieb sollen die Ergebnisse gründlich ausgewertet werden. Außerdem sind die Bürger aufgerufen, sich zu dem Thema im Online-Frageforum des Bundesinnenministeriums zu äußern.

Über die Einführung der Körperscanner hatte eine hitzige Debatte begonnen, nachdem im Oktober 2008 ein Vorstoß der EU-Kommission hierzu bekannt geworden war. Um L-3 Communications hatte es im August Aufregung gegeben, weil das Unternehmen angeblich auch die geächteten Streubomben im Angebot hat. Das Unternehmen erklärte, dass es die Bomben "gemäß der Osloer Konvention über Streumunition weder entwickelt, erzeugt, produziert oder handelt". Anlass für den jetzigen Feldtest ist ein Vorfall zu Weihnachten 2009, als ein potenzieller Flugzeugattentäter Sprengstoff an Bord eines Fliegers von Amsterdam nach Detroit geschmuggelt hatte.

Quelle : www.heise.de
Titel: Bericht: Körperscanner arbeiten fehlerhaft
Beitrag von: SiLæncer am 16 November, 2010, 09:37
Die Körperscanner, die seit Ende September am Hamburger Flughafen getestet werden, arbeiten fehlerhaft. Laut einem Bericht des Radiosenders NDR 90,3 müssen zeitweise fast alle Passagiere nachkontrolliert werden. Daher komme es an den Schaltern, an denen die Geräte eingesetzt werden, zu Verzögerungen. Die Teilnahme an dem Test mit den Körperscannern ist freiwillig. Zwar sollte bereits eine neue Software eingesetzt werden, um wenigstens einen Teil der Probleme zu lösen, doch sie sei noch nicht einsetzbar.

Die zuständige Bundespolizei habe bestätigt, dass derzeit bis zu 100 Prozent der Passagiere von Hand und mit Metalldetektoren nachkontrolliert werden müssen, wenn sie die Körperscanner passiert haben. Die Scanner markierten beim Abbild eines Passagiers auf dem Monitor zu viele verdächtige Stellen, beispielsweise Falten in Blusen, Hemden, Röcken oder Hosen. Mehrere Kleidungsschichten könne der Körperscanner offenbar nicht zuverlässig durchdringen. Die Testphase für die Körperscanner läuft noch bis Ende März.

Quelle : www.heise.de
Titel: Update für Körperscanner: Sicherheitspersonal zweifelt
Beitrag von: SiLæncer am 12 Dezember, 2010, 18:19
Noch im Dezember soll auf den Körperscannern am Hamburger Flughafen ein Update aufgespielt werden, von dem man sich eine Senkung der Fehlerquote erhofft. Doch in internen Kreisen scheint man starke Zweifel am Erfolg dieser Aktualisierung zu haben. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter behauptete, die Technik sei ein totaler Ausfall.

Bereits vor einem Monat fand man heraus, dass die Körperscanner am Hamburger Flughafen wenig zuverlässig sind. Die Testgeräte geben in rund 75 Prozent der Fälle einen Fehlalarm aus, wie damals der NDR herausfand. Ein Software-Update soll nun die störenden Probleme beseitigen. Denn da man selbst beim Tragen von allzu faltiger Kleidung vom Scanner als potenziell bewaffnet angesehen wird, ist an eine verpflichtende Nutzung der Geräte noch nicht zu denken.

Doch auch die versprochene Besserung durch das kommende Update scheint in Sicherheitskreisen stark bezweifelt zu werden. Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter erklärte im Interview mit dem Focus, dass es sehr fraglich sei, ob die neue Software die Fehlerquote wirklich reduzieren könne. Bis jetzt sei die Technik "ist ein totaler Ausfall", klagte er.

Der Hersteller der Geräte, L-3 Communications, plant, noch im Dezember die Aktualisierung freizugeben. Von den versprochenen Vorteilen der umstrittenen Geräte ist bislang noch nicht viel zu sehen. Der "Gewinn für die Sicherheit im zivilen Luftverkehr", den der Bundesinnenminister Thomas de Mazière zu Anfang versprach, blieb bislang sicherlich aus. Die Passagiere, die sich in Hamburg freiwillig für den Körperscanner-Check entschieden, müssen von Personal in aller Regel noch einmal auf die alte Art und Weise nachkontrolliert werden. Somit sucht man auch nach einer Zeitersparnis erfolglos.

Noch bis März soll der Testlauf in Hamburg-Fuhlsbüttel andauern. Dann planen die Behörden zu entscheiden, ob die Geräte verpflichtend an allen deutschen Flughäfen verwendet werden müssen.

Quelle : www.gulli.com
Titel: Pannenscanner Körperscanner?
Beitrag von: SiLæncer am 31 Juli, 2011, 14:47
Der von großer Aufmerksamkeit begleitete Test von Körperscannern am Flughafen Hamburg ist am Freitag plangemäß beendet worden. Nach Auskunft des Bundesinnenministeriums haben 793.000 Passagiere die neue Technik kennengelernt. Über die Ergebnisse des Feldtests soll demnächst ein Abschlussbericht erscheinen. Ein vertraulicher Vorabbericht legt nahe, dass die Technik noch viel zu fehlerhaft ist.

In dem Bericht zum Hamburger Feldtest, der der Welt am Sonntag zugespielt wurde, heißt es, dass die getesteten Scanner bei 70% der Passagiere Alarm schlugen und damit eine Nachkontrolle der Passagiere notwendig wurde. In 35 % aller Fälle wurde ein Mehrfachalarm ausgelöst, der zu einer besonders intensiven Kontrolle des Passagiers führt, die über das übliche Abtasten mit einem Handdetektor hinausgeht. In 10% aller Fälle wurde den Benutzern die Schuld am Versagen der Technik gegeben: "Durch eine nicht optimale Körperhaltung beziehungsweise Bewegungen während des Scanvorganges wurden circa zehn Prozent vermeidbare Alarme ausgelöst", heißt es im vertraulichen Sachstandsbericht, der auch Kritik an L3 Communications enthält, dem Hersteller der Körperscanner. Er habe zugesagte Verbesserungen nicht eingehalten. L3 hatte zunächst Nacktscanner geliefert, die den Körperbau der Passagiere eindeutig abbildeten, und später die Software so verbessert, dass dem Bedienpersonal eine symbolische Darstellung der untersuchten Person gezeigt wurde, mit Hinweisen, wo ein verdächtiger Gegenstand am Körper getragen werden könnte.

Diese Hinweisalarme sind den Unterlagen nach zu urteilen einerseits viel zu hoch, andererseits ungenügend. So sollen die Scanner nicht in der Lage sein, gestiefelte Reisende zu untersuchen. Mehrschichtige Kleidung und Falten in Röcken und Blusen sollen für die hohe Alarmierungsquote verantwortlich sein. Der vertrauliche Bericht gibt sich jedoch positiv gestimmt und hofft auf Verbesserungen durch den Hersteller. Sofern diese erfolgen, seien die Körperscanner den herkömmlichen Metalldetektoren überlegen und besser in der Lage "zukünftigen Gefährdungslagen" zu begegnen.

Ein Termin für die Veröffentlichung des offiziellen Abschlussberichtes durch das Innenministerium steht noch aus. Möglicherweise wird die sechste Wissenschaftskonferenz Future Security den Rahmen für den Bericht abgeben. Sie findet vom 5. bis 7. September in Berlin statt und beschäftigt sich neben der aktuellen Forschung zu Körperscannern allgemein mit der Detektion gefährlicher Stoffe.

Quelle : www.heise.de
Titel: Innenministerium kippt Körperscanner
Beitrag von: SiLæncer am 31 August, 2011, 17:33
Das Bundesinnenministerium verzichtet auf den Einsatz von Körperscannern zur Sicherheitsüberprüfung von Passagieren an Flughäfen. Die Technik sei "noch nicht ausgereift", teilte das Ministerium am Mittwoch in Berlin mit, die Scanner zwar "leistungsfähig, aber noch nicht flächendeckend einsetzbar". Die Geräte seien "trotz der hohen Detektionsleistung noch nicht für den allgemeinen Praxisbetrieb geeignet".

Bereits Ende Juli war ein vertraulicher Berichts über den Feldtest am Hamburger Flughafen an die Öffentlichkeit gelangt, laut dem die getesteten Scanner bei 70 Prozent der Passagiere ansprangen und Nachkontrollen erforderlich machten. Auch das Ministerium moniert "insgesamt zu viele Fälle, die die Kontrollen verlängern". Nach Auswertung der Daten aus dem insgesamt zehnmonatigen Testbetrieb habe Bundesinnenminister Friedrich entschieden, keine Körperscanner an Flughäfen einzusetzen.

Die Absage an den Einsatz von Körperscannern in Deutschland erfolgt wenige Tage vor dem Berliner Kongress Future Security, auf dem sich Wissenschaftler über verschiedene Sensortechniken zur Erhöhung der Abwehrmöglichkeiten gegen terroristischen Bedrohungen austauschen. Gleich mehrere Panels sind der von Körperscannern benutzten Terahertz-Technologie wie der allgemeinen Flughafensicherheit gewidmet.

Quelle : www.heise.de
Titel: Körperscanner: Keine Röntgenscanner in der Europäischen Union
Beitrag von: SiLæncer am 16 November, 2011, 16:45
Die Europäische Union hat eine einheitliche Vorschrift für den Einsatz von Körperscannern in der Gemeinschaft erlassen. Danach sind die Geräte grundsätzlich erlaubt. Passagiere dürfen jedoch nicht zu einer Kontrolle damit gezwungen werden. Der Einsatz von Röntgengeräten ist verboten.

Die Europäische Union (EU) hat den Einsatz von Körperscannern, die mit Röntgenstrahlen arbeiten, untersagt. Das Verbot ist Teil eines Rechtsrahmens, den die EU erlassen hat. Zweck der EU-weiten Vorschrift ist, die Rechte und die Gesundheit der Bürger beim Einsatz der auch Nacktscanner genannten Geräte zu schützen.

Behörden und Flughäfen dürfen demnach die Geräte einsetzen, sie dürfen Passagiere jedoch nicht dazu zwingen, sich damit kontrollieren zu lassen. Wer der Kontrolle durch den Scanner zustimmt, der muss vorher über die Bedingungen, unter denen die Kontrolle mit dem Scanner durchgeführt wird, informiert werden. Wer sich weigert, muss auf herkömmliche Art und Weise kontrolliert werden.

Schutz der Privatsphäre

Um die Privatsphäre der Passagiere zu schützen, muss sich der Arbeitsplatz, an dem die Bilder ausgewertet werden, an einem anderen Ort befinden als der Scanner. Das Bild darf nicht mit der kontrollierten Person verknüpft werden. Das Gerät muss so beschaffen sein, dass Bilder weder gespeichert noch kopiert, ausgedruckt oder abgerufen werden können. Außerdem muss der Betreiber sicherstellen, dass keine Unbefugten die Bildern zu sehen bekommen und verhindert werden, dass damit anderer Missbrauch getrieben wird.

Schließlich hat die EU explizit Geräte verboten, die Röntgenstrahlen emittieren, da diese eine Gefahr für die Gesundheit sind. Im vergangenen Jahr warnte ein Radiologe vor möglichen Gesundheitsschäden durch Röntgenkörperscanner. Zwar sei die Strahlendosis gering, aber Röntgenstrahlen seien nie gut für den Körper. Statistisch gesehen bestehe die Möglichkeit, dass sie Hautkrebs verursachten.

Untaugliche Scanner

Hierzulande kommen nur Systeme zum Einsatz, die im Terahertzbereich arbeiten. Diese haben sich in einem 2010 gestarteten Versuch am Hamburger Flughafen jedoch als derart untauglich erwiesen, dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) schließlich erklärte, der Test sei gescheitert.

In den USA setzen die Transportation Security Administration (TSA) und die Justizbehörde US Marshals Service (USMS) Körperscanner mit Röntgenstrahlen ein. Der USMS speicherte 2010 monatelang heimlich über 35.000 Bilder eines solchen Scanners in einem Gerichtsgebäude in Florida. Eine Gruppe von sechs US-Senatoren kritisierte heftig diese Praxis des USMS. Die TSA hatte Anfang vergangenen Jahres zugegeben, dass die ihre Körperscanner entgegen früheren Beteuerungen in der Lage seien, Bilder zu speichern.

Quelle : www.golem.de
Titel: Re: Körperscanner: Keine Röntgenscanner in der Europäischen Union
Beitrag von: Jürgen am 16 November, 2011, 23:27
Zitat
Das Gerät muss so beschaffen sein, dass Bilder weder gespeichert noch kopiert, ausgedruckt oder abgerufen werden können.
Wie soll das möglich sein, in Zeiten von Kamerahandys, Kugelschreiberkameras usw.?
Betrachtung nur über einen Tubus mit Iris-Erkennung des Berechtigten?
Alles andere wäre wohl wirkungslos, selbst wenn die Signalübertragung an sich gesichert würde, a la HDMI mit HDCP o.ä.

Motive zum Abgreifen der Bilder mit üblichen optischen Geräten fänden sich für moralisch nicht perfekt stabile Mitarbeiter ziemlich leicht.
Manche sind, ohne dass das schnell auffallen muss, auch als Erwachsene in einigen Aspekten nicht korrekter als auf dem Schulhof und in der Sportumkleide, und was da läuft, ist ja allgemein bekannt.
Gruppenzwänge führen, wenn erst einmal ein Anfang gemacht ist, schnell zur Verbreitung gewisser "lustiger Tricks".
So wäre durchaus damit zu rechnen, dass recht bald entsprechende Bilder irgendwelcher Celebrities auftauchen und die Runde machen.
Und dann auch solche von "interessanten" Merkmalen normaler Bürger.

Hinzu kommt, dass auch Sicherheitsorgane auf die Idee kommen werden,. solche Daten als zusätzliche Fahndungsquelle einsetzen zu wollen, um "auch verkleidete Terroristen" wiedererkennen zu können.
Also wird so oder so auch für direkte für Aufzeichnung und zentrale Speicherung gesorgt werden, früher oder später.
Vielleicht nicht klar, aber mindestens in Form eines biometrischen Profils.
Und das könnte man dann auch gleich in den e-Passport 3.0 einbauen...

Jürgen