Astra-Chef freut sich auf Tabasco-TV
Der Deutschland-Chef des Satellitenbetreibers SES Astra, Wolfgang Elsäßer, geht nach den 2010 geplanten Aufschaltungen hochauflösender Kanäle von ARD und ZDF von einer schnellen Durchsetzung des HDTV-Fernsehens aus.
Elsäßer zeigte sich in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit dem Branchendienst "DWDL" euphorisch über den Umstand, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland nach einigen HDTV-Showcases auf EinsFestival mit der Leichtathletik-WM in diesem Sommer den Regelbetrieb einläuten. ARD und ZDF seien sicherlich "die Leuchttürme", die dafür sorgen würden, dass das Tabasco-Fernsehen hierzulande seinen Durchbruch erlebe, so der Manager weiter. Er gehe davon aus, dass die Privatsender "in den nächsten Jahren" ihre eigenen HDTV-Planungen konkretisieren würden. Einige von ihnen könnten sogar binnen der nächsten zwölf Monate mit eigenen hochauflösenden Angeboten starten. Entsprechende Planungen hatte zuletzt die ProSiebenSat.1-Gruppe bestätigt (SAT+KABEL berichtete).
Elsäßer: Deutschland beim Verkauf von HDTV-Bildschirmen führend
Dass Deutschland bei der Digitalisierung zu den Schlusslichtern in Europa zählt, bekümmert Elsäßer nicht. Umgekehrt stelle man den "attraktivsten, bunteste und breitgefächertsten TV-Markt", sagte er gegenüber dem Dienst. Zudem sei man beim Verkauf von HD-Bildschirmen führend auf dem Kontinent. Nicht vergessen werden dürfe auch, dass bereits rund 70 Prozent aller Satelliten-Haushalte ihr Fernsehprogramm digital vom Himmel holten. Auch die Konjunkturkrise trage dazu bei. In wirtschaftlichen Zeiten wie diesen konzentrierten sich viele Haushalte auf "ihr Lagerfeuer zuhause".
Elsäßer gestand ferner ein, dass der Schritt von analog zu digital bei vielen Menschen noch nicht angekommen sei. Man wolle die Menschen darauf vorbereiten, dass sie agieren und nicht nur reagieren. Auch die Kabelnetzbetreiber müssten mit ins Boot geholt werden. Gerade hier sei das Thema Digital vielerorts unterrepräsentiert. Zum umstrittenen Thema Grundverschlüsselung und "Entavio" wollte sich der Manager nicht näher äußern. Man trete nur als technischer Dienstleister auf. Klar wäre aber auch, dass Sender "Adressierbarkeit" benötigten, die sie mit der Verschlüsselung herbeiführen könnten.
Quelle: http://satundkabel.magnus.de