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Eine ungewöhnlich heftige Sonneneruption könnte nach Angaben des US-Wetterdienstes den GPS-Empfang und die Stromversorgung auf der Erde stören. Es handele sich um den heftigsten Sonnensturm sei 2006, erklärte die US-Raumfahrtbehörde NASA. Dabei sei eine riesige Partikelwolke freigesetzt worden und habe sich anschließend über ein Gebiet von nahezu der halben Größe der Sonnenoberfläche gelegt.
Warnung vor verheerenden Auswirkungen
Laut dem US-Wetterdienst NWS könnte die "dramatische Eruption" ab 20.00 Uhr MESZ zu leichten bis mittelschweren geomagnetischen Stürmen führen. Dadurch könne es zu Störungen in Stromnetzen und bei der Satellitennavigation kommen. Möglicherweise müssten auch Flüge über die Polarregionen umgeleitet werden.
Forscher erwarten in den kommenden Jahren immer wieder starke Beeinträchtigungen: Die Intensität der Sonnenstürme werde vermutlich im Jahr 2013 ihren Höhepunkt erreichen, sagte Kathryn Sullivan von der US-Wetter- und Ozeanographiebehörde (NOAA) auf einer UN-Konferenz. Staaten sollten sich daher auf "potenziell verheerende Auswirkungen" einstellen. Fraglich sei nicht, ob, sondern wann ein größerer Sonnensturm die Erde treffen könnte.
Uni Göttingen entwickelt Frühwarnsystem
Auch Forscher der Universität Göttingen rechnen mit einem "Maximum an Sonnenaktivität" in den kommenden Jahren. Sie entwickeln derzeit ein europäisches Frühwarnsystem für das Weltraumwetter. Dazu würden die Daten aktueller Weltraum-Missionen ausgewertet, sagte der Astrophysiker Volker Bothmer. Mithilfe von Modellrechnungen und Computersimulationen könnten dann starke Sonnenstürme und zu erwartende Auswirkungen vorausgesagt werden. Die EU fördert das Vorhaben mit knapp zwei Millionen Euro.
Milliarden Tonnen bewegen sich in atemberaubender Geschwindigkeit
Sonnenstürme sind extrem schnelle Gasausbrüche in der Atmosphäre der Sonne mit Geschwindigkeiten von bis zu zehn Millionen Kilometern pro Stunde. Innerhalb eines Tages können diese Stürme die Erde erreichen, wo sie unter anderem als Polarlichter sichtbar werden. Bei der jetzt erwarteten heftigen Eruption sprechen Wissenschaftler von einem "koronalen Massenauswurf" (KMA). Sie kommen durch Änderungen im Magnetfeld der Sonne zustande. Bis zu zehn Milliarden Tonnen Material wird ins All ausgestoßen, darunter geladene Partikel, die negative Auswirkungen auf Elektronikgeräte haben können.
Besonders gefährdet sind Telekommunikationssatelliten oder die 20.000 Kilometer von der Erde entfernt im All kreisenden Satelliten des Navigationssystems GPS, von dem die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig ist. Auch in Stromnetzen können Sonnenstürme Störungen verursachen. So führte 1973 eine Sonneneruption zu einem Stromausfall in der kanadischen Provinz Québec. Sechs Millionen Menschen saßen damals im Dunkeln.
Quelle: www.tagesschau.de